Frage von CrazyInternet, 46

Ist das "lügen" über seinen Glauben eine Sünde?

Guten Tag, am Tag des Jüngsten Gerichts werden die Menschen für ihre Taten belohnt oder bestraft. Bestraft werden die Feigen, Frevler, Mörder, Unzüchtige, Zauberer, Götzendiener und Lügner. Letzteres beschreibt, dass ein Lügner eine Person sei, die vortäuscht ein Gläubiger zu sein, es aber nicht ist.

Nun kommen wir zum Kern meiner Frage: Lüge ich, wenn ich Menschen sage, dass ich kein gläubiger Christ bin, obwohl ich in der Tat Gläubig bin? Das genaue Gegenteil der oberen Erläuterung von Lügen also.

Theoretisch für mich eigentlich nicht. Vielleicht ist jemand hier, der sich da besser auskennt. Hier ein Quellenbezug: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Tod

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von quopiam, 10

Gott führt kein Strafregister mit den Ordnungswidrigkeiten und Vertragsbrüchen Deines Lebens. Gott sieht das HERZ an! Und nur er und Du wissen bescheid darüber, was sich in Deinem Herzen abspielt, wenn Du Deinen Glauben nicht als solchen bekennen willst.

Die Wurzel des Übels ist nicht eine Lüge, sondern der Grund, WARUM Du es für nötig hältst zu lügen. Willst Du Dich in einer bestimmten Umgebung nicht schämen müssen? Droht Dir Spott, Verfolgung, Schlimmeres? Ist es "uncool"? Hast Du Angst vor Fragen? Hast Du Angst davor, einen Lebensstil ganz offen zu praktizieren?

Diese Problematik war übrigens schon in der ganz alten Kirche bekannt. Mehrere frühe Konzilien haben sich damit beschäftigt. Unter anderem ging es darum, sich als Christ zu bekennen, wenn den Christen gerade das Martyrium drohte. Nicht alle waren so mutig und auch für die gab es Gottes Liebe und Barmherzigkeit. Gruß, q.

Antwort
von soulny, 21

Eigentlich ist das einer der größten Lügen überhaupt. Entweder du stehst dazu was du bist oder nicht.

Antwort
von Sturmwolke, 12

Vielleicht hilft Dir dieser Bibeltext weiter:

(Matthäus 10:32, 33)
32 Jeder nun, der vor den Menschen bekennt, mit mir in Gemeinschaft zu sein, mit dem in Gemeinschaft zu sein, will auch ich vor meinem Vater, der in den Himmeln ist, bekennen; 
33 wer immer mich aber vor den Menschen verleugnet, den will auch ich vor meinem Vater verleugnen, der in den Himmeln ist. 

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Manchmal erfordert es Mut, sich zu seinem Glauben zu bekennen. Sogar der Apostel Petrus hat einmal Jesus verleugnet. Allerdings hat Jesus ihm vergeben und er ist danach viele Jahre als Apostel treu geblieben.

(Lukas 22:31-34)
31 Sịmon, Sịmon, siehe, der Satan hat danach verlangt, euch wie Weizen zu sichten. 
32 Ich aber habe für dich gefleht, daß dein Glaube nicht nachlasse; und du, bist du einst zurückgekehrt, so stärke deine Brüder.“ 
33 Dann sagte er zu ihm: „Herr, ich bin bereit, mit dir sowohl ins Gefängnis als auch in den Tod zu gehen.“ 
34 Er aber sprach: „Ich sage dir, Petrus: Ein Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen.“

(Johannes 21:12-16)
12 Jesus sprach zu ihnen: „Kommt her, frühstückt.“ Keiner von den Jüngern hatte den Mut, sich bei ihm zu erkundigen: „Wer bist du?“, denn sie wußten, daß es der Herr war. 
13 Jesus kam und nahm das Brot und gab es ihnen und ebenso den Fisch. 
14 Das war nun das dritte Mal, daß Jesus den Jüngern erschien, nachdem er von den Toten auferweckt worden war.
15 Als sie nun gefrühstückt hatten, sprach Jesus zu Sịmon Petrus: „Sịmon, Sohn des Johạnnes, liebst du mich mehr als diese?“ Er sagte zu ihm: „Ja, Herr, du weißt, daß ich Zuneigung zu dir habe.“ Er sprach zu ihm: „Weide meine Lämmer.“ 
16 Wiederum, ein zweites Mal, sprach er zu ihm: „Sịmon, Sohn des Johạnnes, liebst du mich?“ Er sagte zu ihm: „Ja, Herr, du weißt, daß ich Zuneigung zu dir habe.“ Er sprach zu ihm: „Hüte meine Schäflein.“

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Der Punkt ist also der:

-> Hat sich jemand in einer bestimmten Situation überrumpeln lassen und deshalb seinen Glauben verleugnet?

Dann wird er das bereuen (wie der Apostel Petrus) und Gott um Vergebung bitten.

-> Oder weigert er sich bewußt und auf Dauer, sich zu seinem Glauben zu bekennen?

Mit dieser Haltung könnte er dann zum Beispiel dem Auftrag Jesu aus Matth. 28:19-20 nicht nachkommen.

(Matthäus 28:19, 20)
19 Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, 
20 und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge.“

Jakobus, ein Halbbruder Jesu sagt zu einer solchen Haltung:

(Jakobus 2:26)
26 Ja, wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

und noch drastischer drückt er es in diesem Vers aus:

(Jakobus 2:19)
19 Du glaubst, daß es einen einzigen Gott gibt, nicht wahr? Du tust sehr wohl. Doch glauben auch die Dämọnen und schaudern. 

Antwort
von XBlueKilla2004X, 23

Das ist ein Paradoxon.

Antwort
von Naemi777, 4

Akso, erst mal sieht Gott dein Herz an und wenn du deine Sünden bereust, vergibt Gott sie dir.

Er sagt NICHT: ,,An dem Tag hast du gelogen, du kommst in die Hölle!‘‘

Aber in der Bibel steht auch, dass du deinen Glauben bekennen sollst. Also, leugne Jesus nicht, aber wenn du es doch mal tust, bitte um Vergebung VON GANZEM HERZEN.

Antwort
von john4711, 16

Petrus jedenfalls weinte bitterlich, als er den Herrn in der Nacht zum Karfreitag dreimal verleugnete.

Ich plädiere also auch dafür, dass das eine der größten Sünden überhaupt ist.

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