Frage von minimuc, 174

Ist die Lage ausreichend für das Veterinäramt?

Ich reite in einer überteuerten Reitschule, die nur 5 Schulpferde besitzt. Zwei der Pferde haben dauernd mit Sehnenproblemen zu kämpfen, sind kaum einsatzfähig aber werden dennoch eingesetzt für den Schulbetrieb (eine 9, die anderen zwischen 15-17 Jahre alt). Die Pferde haben überhaupt keine Motivation
Zum Punkt: Das eine Pferd hat andauernd Druckstellen an dem Kopf von der Trense und heute bemerkte ich seitlich des Widerrists zwei Mangogroße weiße Flächen die auch auf Druckstellen des Sattels hinweisen. Der eine Wallach leidet an Rückenschmerzen und ist nach dem Sattel wund gescheuert. Die Pferde laufen rund 6 mal am Tag eine halbe Stunde oder mehr. Klar mit Pausen aber manchmal vier mal hintereinander ohne Pause zum pieseln, fressen, trinken. Die Pferde laufen echt bis sie umfallen, und ich habe bisher keines davon nur ein mal auf der Koppel gesehen. Den Pferden 'muss' in den Bauch getreten werden, bis sie laufen! Und das tut mir weh das mitanzusehen, wie Ihnen die Gerte drüber gezogen wird und mit dem 'treibenden' Schenkel in den Bauch getreten wird . Da ich mich entschlossen habe dort aufzuhören, und den Quatsch der dort fabriziert wird vor mein Hobby zu stellen, frage ich mich, ob das überhaupt was bringt das Veterinäramt zu informieren. Ich weiß, man kann nicht alles Leid der Tiere retten aber man könnte es doch zumindest versuchen? Würde es das bringen? Würden sie sich das überhaupt anschauen? Ich kann das doch nicht einfach so hinnehmen?
Danke im Voraus für Antworten, ich weiß nicht, was ich machen soll.

Antwort
von michi57319, 117

Wenn du jetzt aufhörst, dann hast du keinen Zugriff mehr auf den Zustand der Pferde.

Es wäre hilfreich, die von dir beschriebenen Probleme der Tiere mittels Bild und Video zu dokumentieren.

Dann wende dich an den Amtsvet. Ich persönlich weiß aus meinem Umfeld, daß diese Menschen hart im Nehmen sind und wenig machen, wenn einem Tier die Grundbedürfnisse erfüllt werden.

Daher ist es so wichtig, daß du belastendes Material in Bildern hast. Wenn die Behörden nicht tätig werden wollen, oder können, hilft oftmals der öffentliche Druck, wenn die örtliche Zeitung davon Kenntnis hat.

Das alles gilt natürlich nur, wenn die von dir beschriebenen Zustände der Wahrheit entsprechen.

Kommentar von minimuc ,

Danke für die hilfreiche Antwort. Ich schein jedoch nicht die Einzigste zu sein, meine RL geht Ende Juli wegen den Umständen. Meine ausgemachten Stunden sind bis Juli die muss ich auch noch wahrnehmen, deshalb bin ich noch etwas da. Das mit Bild und Video ist eine gute Idee. Da ich am Dienstag wieder eine Stunde habe, nehm ich meine Kamera mit und zeichne das Ganze auf und werde das anschließend melden.

Kommentar von michi57319 ,

Druckstellen entstehen ja nicht von jetzt auf gleich. Also sollten Bilder davon ausreichen. Mach Bilder, so viele du kannst.

Ich drücke dir fest die Daumen, daß du etwas erreichen kannst!

Meine Nachbarin hat vor 10 Tagen zwei Pferde aus unglaublicher Haltung rausgeholt. Mir standen die Tränen in den Augen, als ich die beiden gesehen habe. Sie stehen direkt hinter unserem Garten. Von solchen Fällen hatte ich bislang nur gehört.....

Antwort
von nadee100, 131

Erst einmal eine gute Entscheidung von dir, dass du das nicht weiter unterstützen willst und dort aufhörst! Auch super von dir dass du den Pferden helfen willst und nicht weg schaust. Ich denke schon dass sich das Veterinäramt das zumindest mal anschauen würde. Ob sie was dagegen tun ist dann wieder eine andere Frage. Aber wenn du es versuchst, hast du zumindest alles getan was in deiner Macht steht um diesen Pferden zu helfen!

Ich kenne einen Hof bei dem die Bedingungen zwar nicht ganz so schlimm sind, meiner Meinung nach aber trotzdem völlig inakzeptabel. Dort hat auch schon mal jemand den Tierschutz informiert. Die haben sich das auch angeschaut, aber leider nichts getan. Da sie scheinbar nichts gefunden haben was rechtswidrig wäre. Leider ist immer noch viel zu viel erlaubt, was für mich völlig inakzeptabel ist. (Das ist meine Meinung)

Kommentar von friesennarr ,

Es werden aber auch die witzigsten Sachen dem Vetamt vorgetragen, als angebliche tierschutzwidrige Pferdehaltung.

Bei uns z.B. hat jemand mal das Vetamt verständigt weil unsere Pferde auf der Koppel geschlafen haben. "Wir hätten da tote Tiere auf der Wiese herumliegen!" die sollten mal danach sehen.

Kommentar von beglo1705 ,

Konnte man die denn wieder reanimieren? ;-)

Ja das war bei uns auch: "Die Tiere haben keinen Unterstand, weil sie immer draußen stehen müssen, die erfrieren doch", dass die aber jederzeit rein oder raus können wie sie lustig sind in ihren Offenstall und ihnen der Schnee und trockene Kälte halt nix ausmacht haben diese "tratschenden Fachleute" nicht erkannt...


Kommentar von nadee100 ,

Ja, es gibt auch leider viel zu viele Leute die sich keine Gedanken machen bevor sie zum Veterinäramt gehen … Dies sind dann die unnötigen Sachen um die sich das Veterinäramt auch noch kümmern muss, während sie aber auch ein Tier aus wirklich schlechter Haltung befreien könnten. Ja, die "Problematik" Offenstall kenne ich auch. Eine gute Bekannte von mir wurde mal beim Veterinäramt gemeldet weil ihre "armen" Pferde im Regen draußen stehen müssen. Die Pferde können aber jederzeit rein und raus wie sie lustig sind, also hat ihnen der Regen nichts ausgemacht, sonst wären sie ja rein gegangen. Aber das sind wieder diese besonders schauen Menschen 😂

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 41

Normalerweise nein.

Für das Vetamt gilt: Wird das Pferd gefüttert? Hat das Pferd Wasser? Wird das Pferd sauber gehalten? Wird Hufpflege betrieben?

Alles andere ist zweitrangig.

Antwort
von beglo1705, 51

Du kannst Fotos machen und dich ggf. mit anderen Reitern zusammen tun, denen das auch auffällt. Wirst ja nicht die einzige sein, die die Missstände sieht. 

Das ist leider trauriger Alltag in vielen Reitschulen: unpassende Ausrüstung, abgestumpfte Pferde, resignierende Reitlehrer. 

Schade, denn das geht alles auf Kosten der Tiere. Dennoch finde ich es bemerkenswert, dass du dort aufhören willst. Zusammen könnt ihr etwas bewegen, das muss fürs Vet. Amt aber nachvollziehbar sein, in Form von ordentlicher Beweislage und sachlicher Dokumentation. 

Leider bringt alles andere oft wenig, denn (klingt jetzt blöd) da rufen täglich viele an, denen irgend wo irgend was nicht gefällt. Da die sowieso erst kommen, wenn mehrere konkrete Hinweise eingegangen sind. Darum der Vorschlag. 

Vergiss bitte nicht: das ist ein Amt und die Mühlen dort mahlen langsam. Um so sachlicher und gut dokumentiert das ganze vorgetragen wird, um so besser stehen eure Chancen etwas zu erreichen. 

Kommentar von friesennarr ,

Wenn man dann noch sieht, das die Reitschüler nicht gewillt sind mehr als 10 Euro für eine Reitstunde zu leisten ..... überlegt man sich ob das Problem nicht unter Umständen hausgemacht ist?

Nur so als Anmerkung.

Kommentar von beglo1705 ,

Natürlich, das kommt noch erschwerend hinzu.

Bin mir aber auch sicher, dass die Reitschulen/Vereine auch wissen, wann das Vet. eingreift und was noch "tragbar" ist und was nicht. So wird dann auch gearbeitet: auf Kante und zwar für Pferd und Reitschüler.

Jedem, der ein wenig Ahnung davon hat wie man ein Pferd hält, klappen bei manchen Betrieben die Fußnägel hoch. Weil das nix mehr mit "Pferd ist dreckig" zu tun hat, sondern grenzwertig ist.

Darum der Vorschlag alles zu dokumentieren, zu fotografieren und sachlich zu bleiben. Dann erst wird man sehen, ob das für die Damen und Herren vom Amt einen Grund ist, sich zu bequemen.

Kommentar von minimuc ,

Ja anfangs erschien das Ganze seriös und nach und nach sind eben solche Sachen zum Vorschein gekommen. Und da seh ich es nicht ein, die kranken Tiere zu belasten ich möchte kein Teil mehr derer sein, die das unterstützen. Klar, nicht alles was teuer ist ist gut aber immerhin zahle ich beispielsweise für eine halbe Stunde 40€. Hoffe zumindest, dass ich irgendetwas bewirken kann. Ich werd mein bestes geben, danke für die Antwort!

Antwort
von netflixanddyl, 40

Das Veterinäramt wird da wahrscheinlich weniger tun, da die Tiere ja Futter und Auslauf haben. Leider wahr. Wie das hier schon jemand gesagt hat wären Fotos wirklich wichtig. Oder Videos vom harten Umgang in der Stunde.

Und ich glaube es wäre besser zu einem Tierschutzverein zu gehen, anstatt zum Veterinäramt.

Kommentar von friesennarr ,

Der Tierschutzverein ist ein VEREIN - er kann gar nichts machen.

Viel eher kann man sich an eine Zeitung wenden, die mit solchen missständen Auflage macht. Aber dafür ist die Misshandlung der Pferde nicht hoch genug - die wollen meistens Sensationsbilder wo schon sogar für Laien ersichtlich ist wie schlimm es den Pferden geht.

Antwort
von Michel2015, 33

Du musst das fotographisch dokumentieren und schriftlich melden. Zusätzlich kannst Du den Tierschutzbund die gleiche nachricht schicken. Die entscheiden dann was zu tun ist.

Alles andere ist nichst wert.

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