ist die Kunst fast immer harmlos und wohltätig,sie will nichts anderes sein als Illusion?

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11 Antworten

Hi,- Kunst ist keine Illusion sondern eine besondere Form der Realität,- nämlich eine, die durch ästhetisch abstrahierende Mittel eine Aussage zu einer Vorstellung oder einem Thema trifft, welche gerade aufgund dieser Abstrahierung die Grenzen der trivialen Kopie von etwas Gegebenen sprengt und dadurch ein emotional erfahrbares "Verstehen" - als ganzheitliche Ahnung von uns selbst schafft. Kunst - egal welcher Richtung und welcher Darstellungsform ist immer das versteckte Konzept einer Geschichte über uns selbst in größeren Zusammenhängen als unser aktueller Alltag. Und selbst wenn man es selbst nicht "fabulatorisch-analytisch" in Worte fassen kann: das Erstaunliche ist, das fast jeder Mensch bei der Wahrnehmung von Kunst eine Unterscheidung empfinden kann zwischen "Platt" und "Interessant", zwischen "Hinter"- und "Vordergründigkeit, zwischen "geschicktem Handwerk" und "Aussage", - so wie jeder ein langweiliges von einem interessanten Foto unterscheiden kann ohne über Fachwissen zu dessen Gestaltung zu verfügen. Und diese Kunst ist nicht "harmlos" im Sinne von "wirkungslos".

Richtig ist aber auch, dass das eigentliche Problem die Vereinnahmung von Kunst durch Bildungseliten als Element gesellschaftlicher Statusdefinitionen und Selbstdarstellungen ist,- ganz egal ob als "Bildungsbürger" oder "alternative Szenekunst". Immer ist ein so oder so bestehendes Zugangsprivileg mit entsprechender "Deutungshoheit" erforderlich, um Zugang zu erhalten. Und das ist ein Aspekt der "Sozio-Ökonomie" einer Gesellschaft und der entsprechenden Millieus, nicht aber der Kunst selber.

Gruß

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Es gibt einen Unterschied zwischen anerkannter Kunst und freier Kunst. Freie Kunst ist die zum Ausdruck drängende Kreativität der Künstler ohne Rücksicht auf Anerkennung und Verkäuflichkeit. Die findet sich in kleinen, lokalen Ausstellungen und selten werden diese Künstler wohlhabend. Anerkannte Kunst, die teils auch gute Einkommen bringt, ist immer gesellschaftlich gefiltert, dient meist bestimmten Interessengruppen und wird von diesen protegiert. Du kommst nicht mit einer Plastik am Bischof vorbei in den Kölner Dom, wenn diese Plastik nicht kirchlich akzeptierte Idee darstellt. Du kommst nicht mit Kunst in ein Schwulenlokal, wenn darin die Familie positiv dargestellt wird. Menschen sind parteiisch und nur wenn sie aus der Minderheit sich mehr Rechte verschaffen wollen, pochen sie auf Überparteilichkeit. Wenn sie aber dann das Sagen haben, haben sie viele Gründe, abzulehnen, was ihrer Ideologie nicht passt. So ist halt die Welt. Kunst verstärkt höchstens eine nicht harmlose Welt. Kunst selbst ist ein Ausdrucksmittel, mit dem die Gesellschaft nach ihren Strickmustern umgeht.

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Kommentar von Saragoza
12.11.2016, 14:51

Grandios: man  bedient sich fremder auch vager Vorurteile, um die eigenen zu zementieren, gratuliere!

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Kunst lässt sich nicht auf ein paar Begrifflichkeiten darin reduzieren, sie ist ein breites Spektrum an humanem, kreativen Schaffen.
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Daher gibt es auch extrem viele Strömungen und Ausrichtungen darin, Richtungswechsel, Bedürfnisse und Ausdrucksformen. Es.sgeht sogar so weit, das für manchen etwas "Kunst" sein kann, was für andere völlig bedeutungslos bis wertlos erscheint. (auch unter nicht kommerziellen Aspekten  betrachtet)

Derzeit wird die "gute" Kunst vor allem an den Mass-stäben des einseitg kapitalverwertenden Kunstmarktes gemessen (in "white Cubes", also Galerien und entsprechenden Ausstellungen,..)

Kunst seit der klassischen Moderne war oft und meistens  Reaktion auf herrrschende geselschaftliche  Zustände und Zusammenhänge, Oder war vorher auch Gebrauchskunst und dekoratives Mittel der Eliten (kirchlich, weltlich, etc) , da jene meist selber nicht genügend Kraft, Zeit, Inspiration  hatten, etwa ihre Schlösser, Höfe  und Burgen selber zu bauen und die Einrichtungen Gemälde darin selber zu gestalten, (da sie damit beschäftig waren, andere Menschen auszurauben, um damit ihre Herrschaft zu legitimieren, ..)..
(als Beispiel)

Ca 50% der klassischen,bekannten und angeblich "etablierten" Künstler haben während ihrer Lebenszeit schlecht oder kaum von ihrer Kunst alleine "überleben" können, waren aber dermassen begeistert und intensiv tätig, das sie nicht anders konnten als sich auszudrücken, was auch ein lebenswichtiger humaner Impuls ist, der aber vielen anderen Menschen in ihrer ausweglosen Zwangshaltung als Untergebene Zuarbeiter diverser Regime und Nationen oft vollständig ausgetrieben wurde.

Zu erwähnen wäre auch noch die  politische Kunst, die ebenso nicht harmlos, etwa in Staatsauftrag (wieder der Machthaber) deren Ideen umsetzt, um Ideologien und Herrschaft zu stützen und  zu erläutern, aber nur im Sinne der entsprechenden Auftraggeber. Obwohl es darinauch entsprechende frei Formen gibt/ gab (etwa in Südamerika)

Wie schon  angedeutet die "Kunst" als Umfeld ist weiträumig und weitreichend und lässt sich zumeist nicht auf harmlose, illusionäre und "wohltätige" Zwecke beschränken.oder reduzieren, !



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da es schon schwierig ist, den Begriff KUNST zu definieren, werden die Antworten wohl sehr verschieden ausfallen. Viele Künstler wollten aufrütteln, aufzeigen,- mahnen. Andere nur "schön aber perfekt" malen, wieder andere malen nur für ihre eigene Entwicklung, ohne größere Aussage. Und dann ist noch die Menge der Förderer, Nutzer - Aus-und Benutzer, die unabhängig vom Künstler und dessen Aussage entscheiden,- welche Kunst ist für mich und meine Interessen nützlich. Die haben dann mit Kunst nichts zu tun,- nutzen sie aber für ihre Zwecke. Also,- eine sehr vielschichtige Betrachtung ist möglich.

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Manchmal will die Kunst auch provozieren, polarisieren und wachrütteln.

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Kommentar von Dichterseele
14.11.2016, 14:34

Nicht die Kunst, sondern die Künstler.

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Die Kunst gibt es nicht und Absichten hat bewusst oder unbewusst der Künstler, nicht sein Werk. Die Frage ist also unsinnig.

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Kommentar von LiloB
12.11.2016, 13:44

nimm das "die" weg - und die Frage ist keineswegs unsinnig- was Du auch an den Antworten sehen kannst!

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Nein! Kunst ist Ausdruck der Schaffenskunst der Künstler.

Mein Vater war Bildhauer und mußte sich ausdrücken.

Das war keine Illusion.

Eines seiner Werke steht im Kölner Dom, und wird Dich und mich überdauern.

Keine Illusion, sondern wahre Realität!



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Stimmt: Fast immer.

Glücklicherweise gibt es die relevanten Ausnahmen.

Gruß - Robert :  )


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hä ???   woher hast du denn diesen schwachsinn?

kunst will darstellen, anerkennung, vermittlung von stimmung und gefühlen, etwas vermitteln usw. ....

als zweck kann sie natürlich wohltätig sein und illusionen vermitteln.

"fast immer" und "nichts anderes" sind begriffe, die mit kunst nicht vereinbar sind. da ist die palette einfach zu vielfältig.

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Vielleicht gibt mir meine Kunst die Illusion, ein Künstler zu sein ;) 

was ja mir wohltut und auch ansonsten harmlos ist :)

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kommt ja auf die epoche an. im expressionismus geht es zB viel darum gefühle auszudrücken und zu verbildlichen. ansonsten wollen die meisten künstler ja etwas mit ihren bildern bezwecken, sagen oder zum ausdruck bringen. nur illusion glaube ich nicht.

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