Frage von inesmarleen, 77

Ist die Kündigung wirklich ungültig vor Gericht?

Hallo, wir haben einen Vodafone-Mobilvertrag fristgerecht, schriftlich direkt im Laden gekündigt (in September 2013). Die Kündigung wurde vom Mitarbeiter an die Zentrale gefaxt und wir haben das Fax-Bestätigungsschreiben erhalten. Daraufhin haben wir einen neuen Vertrag direkt am gleichen Tag vor Ort abgeschlossen. Somit hatten wir zwei Verträge zur gleichen Zeit laufen obwohl nur einer benötigt/genutzt wurde. Von vornherein nicht optimal.. Wir waren auch nachlässig und haben eine Kündigungsbestätigung nicht erhalten bzw. haben auf sowas nicht gewartet/geachtet, da wir ja eine Bestätigung des Faxes erhalten haben.

Nach einiger Zeit ist uns allerdings aufgefallen, dass immer noch das Geld für den bereits gekündigten Vertrag abgebucht wird. Da wir ja wieder einen Vodafone-Vertrag abgeschlossen hatten ist dies recht spät aufgefallen.... Nach weiteren Kündigungen, welche nicht akzeptiert/angeblich nicht eigegangen sind, haben wir die Zahlung (Mai 2015) für den Vertrag eingestellt.

Jetzt haben wir ein Schreiben vom Inkasso-Unternehmen (Januar 2016) erhalten, wonach wir den gesamten Vertrag nachbezahlen sollen.

Ich meine wir waren immer wieder in den Stores und haben mit den Mitarbeitern die Kündigung besprochen, sollten dann immer wieder die Bearbeitung abwarten und nichts ist passiert!! Jetzt ist die Frage ob wir den Betrag (es geht hier echt um Geld) zahlen sollten bzw. den Betrag, welchen wir bereits gezahlt haben auch zurück fordern können?!

Und ob unsere Faxbestätigung und Gespräche mit den Mitarbeitern (die erinnern sich ja daran-würde ich vorher abklären ob diese vor Gericht aussagen) "ausreicht".

Und wir brauchen bitte keine Vorwürfe, dass wir das nicht per Einschreiben mit Rückschein abgeschickt haben oder im Allgemeinen zu naiv waren und den Mitarbeitern zu viel vertraut haben, im Nachhinein ist man immer schlauer..... Bitte nur ernste Antworten und Ratschläge ob man damit vor Gericht eine Chance hat. Vielen lieben Dank!!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo inesmarleen,

Schau mal bitte hier:
Kündigung Vodafone

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 42

Wir waren auch nachlässig und haben eine Kündigungsbestätigung nicht erhalten

Im Zivilrecht muss auch keine Kündigungsbestätigung erfolgen. Eine Kündigung ist nicht zustimmungspflichtig. Nur empfangsbedürftig.

Jetzt haben wir ein Schreiben vom Inkasso-Unternehmen (Januar 2016)
erhalten, wonach wir den gesamten Vertrag nachbezahlen sollen.

Inkassobüros sind uninteressant. Die Forderung war streitigt, die Einschaltung des Inkassobüros daher rechtswidrig.

Und ob unsere Faxbestätigung und Gespräche mit den Mitarbeitern (die
erinnern sich ja daran-würde ich vorher abklären ob diese vor Gericht
aussagen) "ausreicht".

Das kommt sehr darauf an. Ist auf dem Faxbericht eine Kopie des Schreibens zu sehen inkl. Zeit- und Datumsstempel sowie korrekter Empfängernummer, dann ist das als Nachweis geeignet.

Du schreibst in der ersten Person Plural, also gibt es Zeugen für die Besuche im Store? Wurden Gesprächsprotokolle angefertigt? Wer sind die Zeugen?

Kommentar von mepeisen ,

Das kommt sehr darauf an. Ist auf dem Faxbericht eine Kopie des Schreibens zu sehen inkl. Zeit- und Datumsstempel sowie korrekter Empfängernummer, dann ist das als Nachweis geeignet.

Die Faxbestätigung ist ein Beweis, dass irgendetwas die Vodafone erreicht hat. Ab da gilt die Vermutung, dass es auch wirklich die Kündigung war, da alles andere keinen Sinn ergibt. Wenn es nicht völlig schief läuft, liegt damit die Beweislast, dass es beispielsweise eine Werbebroschüre war beim Anbieter.

Antwort
von mepeisen, 40
Wir waren auch nachlässig und haben eine Kündigungsbestätigung nicht erhalten bzw. haben auf sowas nicht gewartet/geachtet, da wir ja eine Bestätigung des Faxes erhalten haben.

Das hat nichts mit Nachlässigkeit zu tun. Eine Kündigungsbestätigung braucht es nicht. Ihr müsstet vor Gericht nur nachweisen, dass die Kündigung erfolgreich im Machtbereich des Anbieters ankam und mit der Faxbestätigung habt ihr diesen Nachweis.

Ich würde folgendes machen:

1. Strafanzeige gegen die handelnden Mitarbeiter des Shops und des Anbieters wegen gewerblichen Betrugs. Begründung: Lüge, dass angeblich die Kündigung nicht einging, obwohl ihr eine Fax-Bestätigung habt. Weitere Kündigungen wurden nicht akzeptiert, was rechtlicher Quatsch ist, denn einer Kündigung kann der Anbieter nicht widersprechen.

2. dem Inkasso schreiben, dass man soeben Strafanzeige erstattet hat und dass man sämtlich zu viel abgerechneten Gebühren zurück verlangt binnen 14 Tagen, andernfalls würde man diese gerne via Gericht zurückfordern und sollte das Inkasso weitere Drohungen aussprechen, würde man die Inkasso-Mitarbeiter wegen Beihilfe zum Betrug und wegen Nötigung anzeigen.

Dann abwarten, wie sie reagieren.

Antwort
von franneck1989, 46

Eine Kündigung ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung und muss entgegen der landläufigen Meinung nicht extra bestätigt werden.

Erfolgte die Kündigung also fristgerecht spätestens 3 Monate vor Vertragsende und habt ihr dafür noch die Faxbestätigung, seit ihr auf der sicheren Seite. Dann könnt ihr die Forderung zurück weisen.

Antwort
von Geheim0815, 36

Eine Kündigung ist nicht ungültig, sie muss nur bewiesen werden können. Könnt ihr das nicht werdet ihr vor Gericht scheitern. Ob die Aussage des Shopmitarbeiters (wenn er sie denn wirklich macht) ausreicht ist letztendlich Ermessenssache des Richters, ich persönlich würde es nicht drauf ankommen lassen.

Gekündigt wurde der Vertrag ja nun schon von seiten von Vodafone, zulässig sind max. 50% der monatlichen Grundgebühr + ggf. ein Schadensersatzanspruch für ein Handy. Das Inkassobüro muss nicht bezahlt werden da ihr ja schon erklärt habt das ihr nicht zahlen wollt. Wenn ihr daran festhaltet wird es zur Zahlungsklage kommen die ihr (siehe oben) vermutlich verlieren werdet. Daher zahlen sofern notwendig und beim nächsten mal auf eine Bestätigung beharren.

Kommentar von mepeisen ,

Du hast offenbar überlesen, dass der TE ein Faxprotokoll hat.

Kommentar von Geheim0815 ,

Ah, ja. Hatte das beim beantworten irgendwie so im hinterkopf das die Bestätigung irgendwo im Laden ist. Dann gibts ja den entsprechenden Beweis und einem Möglichen verfahren steht nichts im wege :). Natürlich noch rückforderung der zu viel abgebuchten Beiträge verlagnen.

Antwort
von entmar, 39

Ich persönlich würde direkt bei Vodafone anrufen und mit denen Sprechen. Die im Laden sind "nur" Vermittler und können recht wenig ausrichten. Am besten anrufen, schildern und den Beweis des Faxprotokolls ansprechen. Wenn du die richtige Person am Telefon hast, ist die Chance groß eine Lösung zu finden.

Kommentar von mepeisen ,

Erstens wird Vodafone sowieso nur monoton sagen "Klären sie das mit dem Inkasso". Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen und zweitens klärt man solche Dinge nicht mehr am Telefon. Nur schriftlich. Warum? Am Telefon wird einem auch oft nur Blödsinn versprochen und beweisbar sind die Aussagen und Versprechungen am Ende auch nicht.

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