Frage von Fred4u2, 271

Ist die katholische Ohrenbeichte gefährlich?

Ich kenne es nur aus dem Fernsehen bzw. vom Hören-Sagen, deshalb frage ich mal eben hier, vielleicht gibt es ja Insider. Man sitze da in so einen kleinem Kabuff nur ein Stuhl darin, daneben sitzt dann so ein Pfarrer oder Priester oder wie man die katholischen Kirchenmitarbeiter nennt. Dieser hört sich dann die gemeinsten Sünden aus der abgrundtiefen Seele des Sünders an. Ist die katholische Beichte denn nicht gefährlich? So mehr Leute über die bis dahin noch geheimen Sünden wissen um so angreifbarer und verletzbarer wird man doch. Wer weiß denn was dieser Kirchenmitarbeiter nachher mit den Informationen macht? Aus der Kirchengeschichte wissen wir doch, dass gerade diese vatikanische Institution nicht gerade eine weiße Weste hat.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JustNature, 84

Die Ohrenbeichte ist überhaupt nicht biblisch verankert. Insofern würde es dringend Zeit werden, diese antike Abstrusität abzuschaffen.

Die Ohrenbeichte wurde wahrscheinlich eingeführt als Überwachungsinstrument gegenüber den "Gläubigen" - so konnte die Macht der Kirche gefestigt werden. Weiterhin war es eine Möglichkeit, daß sich so die Kirche als "Dienstleister" etabliert. Und auch an den auferlegten Bußen konnte man gut verdienen.

Heutzutage würde ich die Ohrenbeichte als harmlos ansehen - die Kirche hat nun andere Informationsnetzwerke. Es mag sogar für viele vielbeschäftigte Pfarrer ein großes Opfer sein, damit sehr viele Stunden zu vertun. Es mag manchen Tiefgläubigen eine "Seelen-Erleichterung" bringen, über ihre Sünden zu sprechen. Insofern würde ich das Ganze nicht als "Gefährlich" sehen sondern als rel. harmlose "Schein-Dienstleistung".

Trotzdem - im Hinblick auf ein aberglaubenfreies Leben - gehört die ganze Beichte weg und die katholische Kirche in ihrer Gesamtheit auch.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo JustNature,

man kann Gläubige besser aufklären, wenn man sachlich-seriös
bleibt, aber wenn man schon gegen Religion agieren will, geht das nur, wenn man auch die richtigen Infos hat.

Zunächst mal ist die Ohrenbeichte zwar nicht in der Bibel genannt, aber sie ist biblisch verankert durch den Auftrag Jesu an die Apostel:
„Wem ihr die Sünden nachlasst, dem sind sie nachgelassen. Wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten.“ Daraus folgt dann vernünftigerweise, dass der Priester die Fakten kennen muss, bevor er entscheidet.

Die Ohrenbeichte wurde wahrscheinlich ….Na, na, das ist
aber schwach!

Zur Historie: In der Urkirche musste jemand, der (als Christ) ein Verbrechen begangen hatte (Mord, Raub, Betrug…) und der damit die ganze christliche Gemeinde unglaubwürdig gemacht hatte, das vor der ganzen Gemeinde bekennen und zeigen, dass er seine Tat so weit wie möglich gut machen will, dass er sie bereut und dass er um Verzeihung bittet. Er erhielt dann eine Strafe von der Gemeinde: Er konnte zu „Sozialleistungen“ angehalten werden, er konnte z.B. zeitweise von Aktivitäten ausgeschlossen werden.

In späterer Zeit entfielen die öffentliche Entschuldigung und die öffentliche Buße. Stattdessen war es zur Erleichterung möglich, seine Verfehlungen nur dem Priester zu nennen, der dann eine Buße aussprach. – Das war dann letztlich der Beginn der Ohrenbeichte.

Stell dir mal bitte vor, hier bei uns wären Jugendprozesse im Strafrecht  nicht mehr öffentlich, sondern eine Sache zwischen den Anwälten, dem Angeklagten und dem Richter, und man würde vor der Urteilsfindung auf Entschuldigung und Einsicht des Jugendlichen
bestehen: Dann hättest du die staatliche Ohrenbeichte.

Antwort
von Dahika, 86

Der Kirchenmitarbeiter ist ein Priester. Und der hat nicht nur Schweigepflicht wie ein Arzt, sondern muss das Beichtgeheimnis wahren. Um jeden Preis. Wenn er das nicht tut, begeht er eine Todsünde. Und da niemand Priester wird, der daran nicht glaubt, wird das Beichtgeheimnis geschützt! Mehr als nur bei Schweigepflicht.

Deswegen ist es also nicht gefährlich. Ich denke mir, es kann sogar extrem entlastend sein. Wenn man daran glaubt, und wer sonst geht schon beichten, wird nach der Beichte vom Priester von seiner Schuld freigesprochen.

Antwort
von Wilfri, 37

Für die Vergebung ist allein Gott der Vater und Jesus Christus zuständig. Menschen können keine Sünden vergeben noch können sie Vergebung vermitteln. Deshalb ist die Beichte auch völlig wirkungslos. Natürlich kann man mit einem Menschen über seine Probleme sprechen, wenn sie vertrauenswürdig sind. Aber das ist ohne Wirkung was die persönliche Beziehung zu Gott anbelangt.

Es gibt von Gott laut Bibel keine besondere globale Autorisierung für das "Beichtamt". Deshalb ist es eine Kompetenzüberschreitung, wenn ein Mensch - auch wenn er sich Priester oder ähnliches nennt - etwas vermittelt, was er nicht leisten kann und darf. Es steht zwar geschrieben, dass die Apostel den Auftrag hatten, anderen Menschen im Auftrage Jesu Sünden zu vergeben. Dazu gehört aber die spezielle auf einen Menschen bezogene Beauftragung durch Jesus. Diese geht nur aus der Verbindung des Beauftragten mit Jesus hervor. Wenn also jemand die Begnadigung weitergibt, der nicht autorisiert ist, dann ist er ein Lügner. Da ist mir der direkte Weg der Sündenvergebung durch das Gebet an den Hohepriester Jesus, der im Allerheiligsten im Himmel Dienst tut für die Menschen, vertrauenswürdiger und sicherer. Menschen können von Gott abfallen und sich dem Unrecht zuwenden. Sie können auch Leistungen verlangen, die Gott nie fordern würde. Deshalb lehne ich - außer in weniger bedeutenden Einzelfällen, dass Beichtgespräch ab.

Antwort
von kgsbus, 36

Ich kenne es nur aus dem Fernsehen bzw. vom Hören-Sagen, deshalb frage ich
mal eben hier, vielleicht gibt es ja Insider.

Man sitze da in so einem kleinen
Kabuff nur ein Stuhl darin,

Dieses Möbel heißt Beichtstuhl. Wobei der Stuhl nur für den Priester
vorhanden ist. In der Regel knien die Beichtenden auf einer Kniebank. Der
Beichtstuhl hat traditionell drei Abteilungen: links ist ein Vorhang und eine
Kniebank, in der Mitte ist der Teil des Priesters mit Sitzgelegenheit, rechts
nochmals eine Beichtabteilung.

Bis zum Vatikanum (ca. 1965) gingen die Katholiken regelmäßig (also alle 4
bis 6 Wochen zur Beichte). Da musste das auch zügig gehen, um den Andrang zu
schaffern.

Heute kann man sich auch zum Beichtgespräch treffen und einen anderen Ort
wählen.

daneben sitzt dann so ein Pfarrer oder
Priester oder wie man die katholischen Kirchenmitarbeiter nennt.

Es ist immer ein geweihter Priester, egal wie der Rang gerade ist: Kaplan,
Pfarrer, Dechant, Ordenspriester oder Bischof – kein Laie und auch keiner mit „niederer“
Weihe: Diakon.

Dieser hört sich dann die gemeinsten
Sünden aus der abgrundtiefen Seele des Sünders an.

Die katholische Kirche ist eine Institution mit klaren Regeln und ist voll
juristisch gegliedert ( Kirchenrecht – im Internet online zu benutzen
). Die Sünden sind klar gegliedert nach einfach und schwer.

Ist die katholische Beichte denn nicht
gefährlich? So mehr Leute über die bis dahin noch geheimen Sünden wissen um so
angreifbarer und verletzbarer wird man doch.

Die Beichte ist nicht gefährlich, sondern für den Gläubigen ein Akt der „Reinigung“.
Da man nicht bei „seinem Pfarrer“ beichten muss, ist das auch gar nicht
problematisch. Wenn ich kein Vertrauen in einen bestimmten Priester habe oder
Angst um meine Daten habe, fahre ich zu einem Kloster in einer Großstadt zum
Beispiel und beichte ganz anomym.

Der Priester steht für Jesus (als Stellvertreter) und klärt mit dem
Beichtenden sein Verhältnis zu Gott. Seit dem Vatikanum hat sich hier aber ein
Wandel in der Handhabung mit dem Sakrament Beichte ergeben. Wie oben
angedeutet, gehen nicht mehr viele Menschen beichten und der Priester sitzt
nicht mehr stundenlang im Beichtstuhl. Man macht heute vielleicht sogar einen
Termin zum Gespräch.

In jeder Messe gibt es heute ein allgemeines Schuldbekenntnis der Anwesenden
und das nehmen dann viele als Ersatz für die einzelne „Ohrenbeichte“. Das
Kirchenrecht schreibt jedoch eine persönliche Beichte jährlich vor.

Wer weiß denn was dieser
Kirchenmitarbeiter nachher mit den Informationen macht?

Der Priester ist zur strengen Vertraulichkeit verpflichtet: Beichtgeheimnis.
Er darf unter Strafe mit niemandem darüber reden; weder mit Polizei oder
Bischof etc. Dafür gibt es Beispiele, dass Priester dafür Strafen und Tötung in
Kauf nehmen.

Aus der Kirchengeschichte wissen wir
doch, dass gerade diese vatikanische Institution nicht gerade eine weiße Weste
hat.

Ich vermute, dass mit „Institution“ eine kirchliche Behörde gemeint ist. Vielleicht
die „Inquisition“ gemeint ist, ein  schreckliches „Gerichtsverfahren“
der mittelalterlichen Kirche. Dort wurden Menschen zum Teil gequält oder sogar
getötet – eine ganz dunkle und üble Geschichte, die aus heutiger Sicht ein
großes Verbrechen war.

Aber selbst diese armen Menschen durften vor ihrer Hinrichtung beichten und
darüber durfte der Beichtvater nicht sprechen. Es ging auch damals um das „Seelenheil“
des einzelnen. Das Verfahren mit der Strafe ging um den Menschen und die
Kirche. Die Beichte um das Verhältnis zu Gott. So kann Kirchenrecht
unmenschlich werden; aber das war ja nicht die Frage zur Beichte.

Zur Beichte gehörren übrigens auch noch die „Buße“ und die „Lossprechung“.

Kommentar von 666Phoenix ,

Der Priester ist zur strengen Vertraulichkeit verpflichtet: Beichtgeheimnis.
Er darf unter Strafe mit niemandem darüber reden; weder mit Polizei oder
Bischof etc.

Und wie wird es geregelt, wenn der Priester zufällig Zeuge wird bei einem Mord, den ich begehe, und ich dann schnell bei ihm die Beichte ablege? Nach deutschem Recht macht er sich strafbar, wenn er das Verbrechen nicht meldet!

Kommentar von kgsbus ,

Als Zeuge sagt er aus. Und bei der Beichte gibt es auch Regeln. Der Priester wird nicht direkt am Tatort die Beichte abnehmen. Sollte es aber so sein, wird er über die Beichte nichts sagen, sondern nur, was er gesehen (Augenzeuge)  hat. Das dürfte kein Widerspruch sein.

Antwort
von JBEZorg, 86

Gläubige vertrauen auf Diskretion. Ob das nicht gefährlich sei... ein ex-CIA Mitrbeiter wurde gefragt welcher Geheimdienst denn besser wäre. Er sage: Natürlich der Vatikan. Sie haben das Beichtgehemnis. Ja, die BEichte kann mssbraucht werden. Aber...

Katholizismus is ein Gesellschaftssystem. Die kollektive Beichte an die Obrigkeit Kirche sichert deren Macht und aber stärkt den kollektiven Zusammenhalt und fördert bestimmte psychische Prozesse. Abwälzung der Verantwortung macht die Mitglieder gesünder in gewisser Weise. Während die Individualisten unweigerlich in ihrer Mitte gefährliche Obstrusitäten ausbrüten in den Köpfen er Einzelnen, die kaum vorbereitet sind die Verantwortung zu tragen für ihr Leben. Die meisten Menschen sind nämlich so. Das ist natürlich so auf die Masse und im Schnitt gesehen. Natürlich kann ein einzelner Katholik ein perverser Serienkiller sein oder ein Protestant ein starker Typ, der sein Leben objektiv zu analysieren vermag und keine Beichtvater braucht.

Das sind unterschiedliche Strategien der Gesellschaftssteurung und -entwicklung.

Für die heute von Werten des extremen Individualismus dominierte westliche Welt mag es absurd erscheinen zu beichten. Aber bedenke doch, dass ein anständiger Mensch eigtl. nichts "gefährliches" zu beichten hätte. Und anständig müsste man eigtl. nicht aus Angst vor Strafe handeln.

Sagen wir es mal so. Ich muss nicht beichten. Aber ich hätte kein Problem damit. Nicht weil ich Jesus 2.0 bin, der perfekt ist, sondern weil ich denke, dass man zu seinen "Sünden"(nicht Sünde im christlichen Sinne natürlich. Das ist grober Unfug) stehen muss wenn man überhaupt ein sinnerfülltes Leben führen will und verantwortlich sein und nicht nur eine Marionette der gesellschaftlichen Vorstellungen und irgendwelchen Obrigkeiten, die dir dafür, dass du deine dreckige Wäsche gut verstecken darfst hinter Gesetzen und Anwälten, "guten Sitten", Gruppenzwang ein "ruhiges Leben" "im System" ermöglichen obwohl du eigtl. garnicht mal so sauber bist.

Kommentar von Dahika ,

Es gibt einen unglaublich guten Film "Der Priester" leider nur im englischen  Original zu kaufen,  der dieses Dilemma beinhaltet.
Ein Priester erfährt während der Beichte eines jungen Mädchens, dass diese vom Vater missbraucht wird. Sie verbietet ihm aber, das jemandem zu erzählen, auch nicht ihrer Mutter. Sie schwört ihn auf sein Beichtgeheimnis ein.
Es wird sehr eindrücklich erzählt, welche Seelenqualen er erleidet. Er will den weiteren Missbrauch verhindern, weiß aber nicht, wie, ohne das Beichtgeheimnis zu verletzten. Die Mutter ist Mitglied in einer wohltätigen Frauengemeinschaft der GEmeinde und lässt ihre Tochter, wenn Treffen (mit dem Priester als Vorsitzendem )  sind, natürlich alleine zu Hause. Mit dem Vater.
Der Priester, der ahnt, was dann passieren wird, löst das Treffen dann abrupt auf und schickt die Mutter nach Hause, die den Ehemann dann erwischt. Sie ist am Boden zerstört und "klagt" den Priester, den sie zuvor verehrt hatte, an: "Was sind Sie nur für ein Mensch? Wie konnten Sie nur schweigen."
Die gesamte Gemeinde wendet sich von ihm ab. Am Schluss zeigt man eine Szene, wo er mit einem Kollegen zusammen das Abendmal verteilt und alle aus der Gemeinde gehen zu dem Kollegen. Bis das Mädchen dann aufsteht und zu ihm geht. Und ihn umarmt. Sie erteilt ihm die Absolution.
Extrem beeindruckender Film. Ab und zu, ganz selten, läuft er auch mal synchr. im Fernsehen. Unbedingt angucken.

Kommentar von JBEZorg ,

Ich glaube kaum, dass ich diese Diskussion(Film) interessan finde.Ich weiss ohnehin wie der Fall liegt. Und der Film dikutiert die Kollision der protestantisch-rechtspositivistischen Werte mit den katholischen vor dem Hintergrund der angeblich allgemen gültigen Moral(was wieder ein Produkt des Positivismus ist). Und?

Der Beichtvater trägt die Verantwortung. Das ist das Grundprinzip eines solchen Systems. Wer die Macht hat hat auch die Verantwortung und muss sich nmittelbar mit der Moral auseinandersetzen, im Gegensatz zu Anderen, die moralische Dispute delegieren können. Der Punkt ist: der Mächtige MUSS sich manchmal über die Moral hinwegsetzen. 

Antwort
von ThomasJNewton, 43

Ganz so einfach ist es nicht.
Letztlich geht es um Vertrauen.

Ich hatte schon Kenntnis von Straftaten, und mir nahe stehende Personen haben sich daran beteiligt. Etwas schlimmer als Verkauf von Hasch.
Ich habe mich nicht beteiligt.

Ich habe sie aber auch nicht angezeigt,
1. weil man nahestehende Personen nicht anzeigt
2. weil die sich darauf verlassen haben
3. weil es sowas wie eine freundschaftliche Schweigepflicht gibt
4. weil ich es nie hätte anzeigen können, wäre ich ein Anzeiger gewesen
Ich habe es nur deswegen erfahren, weil ich so war, wie ich war. Wäre ich anders gewesen, hätte ich es nie erfahren.

Auch wenn es "Freundschaftliche Verschwiegenheitspflicht" juristisch nicht gibt:
Die Schuld muss schon 2 Nummern größer sein, bevor ich Freunde verrate.
Wenn sie eine Nummer zu groß ist, kündige ich die Freundschaft.

All das ist lang vorbei, und längst verjährt. Meine letzte Ohrenbeichte noch mal 30 Jahre länger.
Ich sehe da eher kein Problem.

Solange Gastarbeiter die Messen halten müssen, die nicht mal Namen richtig behalten oder aussprechen können, ist es einfach nur erbärmlich:
Namen von Menschen, die rund 100 Jahre in einer "Gemeinde" gelebt haben.

Wenn der Autopilot oder selbstpfarrende Pfarrer marktreif wird, dann haben wir ein Problem.

Antwort
von Raubkatze45, 75

Ein Priester ist nach kath. Verständnis mehr als nur ein "Kirchenmitarbeiter". Er ist durch die Weihe sozusagen der von Gott befugte Kanal für die Barmherzigkeit Gottes, der im Bußsakrament bei aufrichtiger Reue vergibt. Wenn es die Ohrenbeichte nicht gäbe, fragt sich, wie sich dann das Bibelwort erklärt "Wem ihr die Sünden nachlasst........"  Wie soll das geschehen, wenn  die Sünden nicht bekannt werden?  Dies nur zur Information der Ohrenbeichte.Man sitzt nicht unbedingt im Beichtstuhl, man kann auch direkt in einem Raum ein Beichtgespräch führen.

Der Priester hört nicht nur die schlimmsten Sünden, er hört wohl am meisten die vielen Verfehlungen des Alltags, die jeder von uns begeht. Und der Priester weiß auch, dass er selbst der Vergebung bedarf, also wird er nicht urteilen und weniger schockiert sein über schlimme Sünden als sich freuen, wenn ein großer Sünder umkehrt und die Vergebung sucht.

Was du auch immer  aus der Kirchengeschichte anklagst, die Verletzung des Beichtgeheimnisses wirst du wohl kaum finden. Im Gegenteil wirst du aber Beispiele in der Kirchengeschichte finden, wo Priester getötet wurden, weil sie das Beichtgeheimnis bis zuletzt gewahrt haben. Du musst dir also keine Sorgen um die kath. Beichtpraxis machen, sondern eher darüber, dass es sehr viele Menschen gibt, die kein Sündenbewusstsein haben.

Antwort
von Elfi96, 136

Der Geistliche hat über das, was er hört, Stillschweigen zu bewahren: es gilt das Beichtgeheimnis. Selbst wenn ein Mörder bei ihm im Beichtstuhl sitzt und gebeichtet hat, darf er das nicht der Polizei verraten, obwohl sich der Geistliche mit der Mitwisserschaft einer Straftat vorm Gesetz her strafbar macht. LG 

Antwort
von Klaraaha, 70

Du kannst auch zu einem Psyschologen gehen, wenn du "beichten" willst. Der hat auch Schweigepflicht. Übrigens gibt es das nicht nur bei den Katholiken, auch bei den orthodoxen Kirchen ist das üblich. 

Antwort
von omikron, 98

Dieser katholische Kirchenmitarbeiter hört sich nicht nur die gemeinsten Sünden aus der abgrundtiefsten Seele des Sünders an, sondern auch die alltäglichen Gemeinheiten, die so nebenbei passieren, oder gar gewohnheitsmäßig stattfinden - und trotzdem Sünde sind.

Aber egal, was du beichtest, der Pfarrer bewahrt darüber Stillschweigen und wird kein Wort aus der Beichte weitersagen. Das gilt sowohl bei der Beichte von bereits vollbrachten wie bei geplanten Untaten. Gegenüber dem Staat hat er das Recht auf Zeugnisverweigerung und auch für das Nichtanzeigen einer Straftat wird er (im Fall der Beichte!) nicht belangt.

Aus der Kirchengeschichte wissen wir, dass manche Priester umgebracht wurden, weil sie nicht bereit waren, das, was sie in der Beichte erfahren haben, preis zu geben. Die weiße Weste kannst du dir selber anziehen, sofern du noch nie etwas falsch gemacht hast...

Antwort
von Eselspur, 49

Nein.
Durch das Aussprechen wirst du stärker und souveräner.
Die Vertraulichkeit ist durch das Beichrgeheimnis extrem geschützt.

Antwort
von Nirakeni, 95

Ich hab mal gehört, wenn der Sünder sagt, dass er den oder die töten will wäre er verpflichtet es der Polizei zu melden. Also wenn er das ankündigt. Ob es stimmt weiß ich nicht genau, da ich nicht katholisch bin. Würde mich aber auch interessieren.

Antwort
von nowka20, 18

nicht, wenn der priestrer sich an das beichtgeheimnis hält

Antwort
von jephi, 59

Auch in der evangelischen Kirche gibt es die Beichte. Das Aussprechen der Sünde gibt schon mal eine seelische Erleichterung. Der Pfarrer oder Seelsorger kann dir Ratschläge geben, wenn er nicht weiterweis, wird er vorschlagen, professionelle Hilfe zu suchen. Du kannst dir im Übrigen deinen "Beichtvater" aussuchen. Dieser hat Schweigepflicht.

Kommentar von Bodesurry ,

Du meinst Seelsorge, nicht Beichte. Weshalb der wichtige Unterschied? Beichte meint, eine geweihte Person ist die Verbindungsperson zu Gott. In der evangelischen Kirche braucht es das nicht. Jeder kann mit seinem Anliegen direkt zu Gott kommen.

Kommentar von jephi ,

Ich meine schon die Beichte! Schau mal in den "Kleinen Katechismus" von M. Luther - Fünftes Hauptstück. https://www.ekd.de/glauben/grundlagen/kleiner\_katechismus\_5.html

Antwort
von mirkit, 100

Er unterliegt einer Schweigepflicht wegen dem Beichtgeheimnis. Selbst vor Gericht muss er sich darauf berufen und darf nichts sagen. Ist also total sicher wenn du dem Pfarrer etwas sagts.

Antwort
von voayager, 74

Es kann passieren, dass sich so ein Priester an deinen Mitteilungen in Sachen 6. Gebot regelrecht aufgeilt. Das würde sich dann in etwa so zeigen, dass der Geistliche unbedingt ins Detail gehen möchte, also ganz gezielt nach deinem Sexualleben fragt.

Handelt es sich um einen Kriminellen besteht für diesen die Gefahr, dass der Pfaffe ihn verpfeift. Das kommt zwar sehr slten vor, dennoch passiert es immer mal wieder.

Kommentar von JustNature ,

Ich bin zwar auch ein Kirchengegner. Aber Deine Kritik ist zu unsachlich-hetzerisch und sowas wirft ein schlechtes Licht auf die Kirchenkritiker.

Man kann Gläubige besser aufklären, wenn man sachlich-seriös bleibt.

Kommentar von voayager ,

Das ist nicht unsachlich, das sind Erfahrungswerte.

Und noch was zum Verrat, so mancher Aufstand einst und heute in Lateinamerika scheiterte daran, dass Revolutionäre dort Priestern anvertrauten und dann von diesen an die Staatsmacht verraten wurden. Es gibt aber auch Fälle wo es nur um gewöhnliche Kriminalität geht, das beschreibt der Autor Charriere in seinen weltberühmten Roman "Papillon". Da war es eine kath. Ordensschwester die ihn in die Pfanne haute.

Kommentar von Dahika ,

kath. Ordensschwestern nehmen keine Beichte ab und sind daher dem Beichtgeheimnis nicht unterworfen.

Kommentar von Viktor1 ,

#Dahika
Außerdem hat er seine "Kenntnisse" aus Romanen - das sagt alles.

Kommentar von voayager ,

Nicht nur, habe etliche Leutre gehört, die von begierigen Befragungen von Priestern berichteten. Ich selbst war mal einer solchen Inquisition im Beichtstuhl ausgesetzt. Ich empfand das als Kind überaus störend.

Der Bundschuh-Aufstand scheiterte, weil ein Pfaffe die Mitteilungen eines Aufständischen im Beichstuhl seinem Fürsten mitteilte. Es gibt noch andere Beispiele.

Antwort
von Viktor1, 48

Aus der 2000 jährigen Geschichte der "Ohrenbeichte" sind keine Gefahren bekannt geworden.

dass gerade diese vatikanische Institution nicht 
gerade eine weiße Weste hat.

Nun - weißer als deine bestimmt.

Antwort
von Garriba, 85

Insider? Gefährlich? Da will jemand wieder ganz ganz witzig sein. Bei solch offensichtlicher Trolligkeit wird man sogar als Atheist zum Katholiken

Antwort
von 3plus2, 67

Wenn es dir gut tut, dann kannst beichten, du kannst es auch lassen.

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