Mein Sohn hat schonn wieder ein Mittelohrentzündung. Und wieder Antibiotika verschreiben bekommen. Das ist bestimmt mindestens das 25. mal das er so etwas nehmen muss (er ist aber erst 7 Jahre alt). Mein Arzt sagt, das sei nicht schlimm. Ich glaub ihm aber nicht, wer kennt sich damit aus?
In Deutschland werden allgemein zu viele und zu schnell Antibiotika verordnet. Die Krankheitserreger werden in immer stärkerem Maß resistent gegen die Medikamente. Das wird irgendwann ein sehr großes med. Problem werden.
Andererseits gibt es Krankheiten bei denen Antibiotika wichtig und hilfreich sind.
Deine Sorgen bezüglich Deines Sohnes kann ich gut nachvollziehen. Vielleicht solltest Du einen Arztwechsel überlegen. Wichtig wäre es die Abwehrkräfte Deines Sohnes zu stärken, die Antibiotikakeule ist langfristig keine gute Lösung.
Ja! Das Antibiotikum bekämpft alle Bakterien in unserem Körper, auch die für uns notwendigen im Darm, Scheide usw. Viele Ärzte verschreiben sie bei Grippe oder grippalen Infekten, nur diese werden durch Viren hervorgerufen, da richtet das Antibiotikum nichts aus! Es schadet uns nur und macht uns schlapp! Wo sie aber gegen Bakterien gut helfen, vorrasgesetzt diese sind nicht gegen das bestimmte Antibiotikum resistent, was sich aber im Labor untersuchen läßt. Ich würde sie nur nehmen wenns nicht anders geht.

Meine Vorredner haben sicher recht, aber die laufende Behandlung solltest Du nicht abbrechen. Ein Antibiotikum zeigt grundsätzlich rasche Wirkung und man ist versucht, es gleich wieder abzusetzen wenn die Symptome verschwinden. Zur Heilung ist aber die volle Dosis nötig.

Wenn das Antibiotikum oral eingenommen wird, dann wird die Darmflora davon erheblich in Mitleidenschaft gezogen.
Du solltest Deinem Sohn also einige Tage nach der vollständigen Einnahme einen Drink mit einer Kultur von Darmbakterien geben, damit die Verdauung sich wieder normalisieren kann.
Auch dafür bekommst Du vom Arzt vermutlich ein Rezept, wenn Du danach fragst.
Mit dem Immunsystem hat das nicht viel zu tun! Aber die Einnahme von Antibiotika muß man immer abwägen. Bei zu häufiger Einnahme und vorallem nicht richtiger Anwendung können Bakterien Resistenzen entwickeln und werden immun gegen diese Art von Antibiotika. Dadurch können diese nicht mehr wirken. Wenn nun gefährliche Bakterien auftreten gegen die der Körper keine Abwehrkräfte hat, bleiben diese Antibiotika wirkungslos. Da Antibiotika auch in der Tiermast (auch wenn es seit neuestem nicht mehr erlaubt ist, es dem Futter beizumischen) benutzt werden steigt die Gefahr der Resistenzen zusätzlich. Inzwischen gibt es viele Bakterienstämme die gegen die meisten Antiobiotika restistent geworden sind. Bakterien können ihre Eigenschaften (also auch der Antiobiotikaresistenz) mit anderen Bakterienstämmen austauschen. Hinzukommt daß durch die Einnahme von Antibiotika auch die für den Körper nützlichen Bakterien dabei abgetötet werden, die sowohl im Darm für die Verdauung sorgen als auch gleichzeitig den Raum einnehmen den Pilzerreger sonst einnehmen können. Deshalb steigt auch die Gefahr ein Pilzerkrankung, wenn Antibiotika eingenommen werden.
Ja, es ist schaedlich. Das Immunsystem reagiert und reagiert immer weniger auf die Wirkstoffe. Was besonders unangenehm, wenn Antibiotika sehr dringend und der Arzt, der einen Patienten nicht kennt (z.B. in den Ferien) ueberrascht, dass keine Besserung eintritt.
In erst 7 Jahren schon so oft Antibiotika ist schon sehr heftig ! Je öfter der Körper Antibiotika bekommt, desto schneller baut er Resistenzen auf. Das heißt, es müssen in absehbarer Zeit immer stärkere Mittel gegeben werden, damit das Immunsystem reagieren kann.