Frage von Hantelbank, 41

Ist die EZB das einzige Kreditinstitut, das neue Euros "erschaffen" darf, aus inflationären Zwecken?

Ich hab mir gerade die Bilanz der EZB 2014 angeschaut und mir ist aufgefallen, dass der Punkt der Aktiva Seite

Intra-Eurosystem-Forderungen Forderungen im Zusammenhang mit der Verteilung von EuroBanknoten innerhalb des Eurosystems

mit dem Punkt der Passiva Seite:

Banknotenumlauf

Genau übereinstimmen.

Neben der Frage, ob evtl noch die NZBen Euros "erschaffen" dürfen, würde dann auch die Fragen aufkommen, woher elektronisches Geld kommt, da es ja mehr digitales Geld als gedrucktes gibt. Und ob es eventuell keinen Euro nirgends mehr gäbe, wenn alle Schulden getilgt wären.

Antwort
von FrageSchlumpf, 41

Also inflationäre Euros können die Geschäftsbanken viel einfacher schaffen. Die Zentralbank tut sich damit außerordentlich schwer, da sie eigentlich nur im Geschäft mit Banken aktiv ist. Interbankgeschäfte blähen zwar - je nach Definition - auch die Geldmenge auf, sind aber nie inflationär , genauso wie Anstiege der Geldmenge aufgrund der Ersparnisbildung.

Die exakte Übereinstimmung des von dir genannten Aktivpostens mit dem Passivposten kann ich mir nicht wirklich erklären. Könnte damit zusammenhängen, dass das Bargeld effektiv von den NZB's ausgegeben wird, aber bei der EZB als Passiva verbucht wird.

Aber wie gesagt, die Zentralbank kann nicht und macht das auch nicht, einfach Bargeld ausgeben. Das wird ja immer nur auf Bedarf gemacht, daher ist der Bargeldumlauf ein schlechter Indikatro für Inflationstendenzen.

Elektronisches Geld entsteht durch Kreditgewährung, wobei der Begriff "Entstehung" falsch ist, weil kein Vermögen entsteht. Es entsteht maximal Kaufkraft gegen Schulden.

Antwort
von soissesPDF, 3

Jede nationale Notenbank kann frische Euros drucken.
Theoretisch könnte das auch Griechenlands Notenbank.
Die haben aber nur Druckplatten für 20€ Noten.
Es wären mithin 'ne Menge 20€-Noten zu drucken um das griechische Problem zu lösen.

Elektronisches Geld kann jede Bank einfach schaffen, Kredite sind nichts anderes als eine elktronische Gutschrift.
Dagegen buchte die Bank nur die Forderungen aus Zinsen aus eben diesem Kredit.

bargeld selbst ist der gringste Betrag der umlaufenden Summen.

Antwort
von Vienna1000, 37

Logisch. Wenn mans ich mit Bilanzen etwas auskennt weiss man, dass alles "doppelt" gebucht sein muss ;-) Ja, in der Anfertigung von "Euros" muss das alles in diesem System auch integriert sein, also kann das nur "auf Weisung" geschehen, dass Banknoten / Münzen von den jeweiligen Ländern gedruckt werden. Das ist u. a. das "Griechenland" Problem, weil die KÖNNTEN Euros drucken/prägen und wenn se das machen würden, wäre dieses System "zum Teufel". Im Endeffekt ist es genau "andersrum" unsere Zahlungmittel beruhen auf dem "elektronischen Geldverkehr" und werden in diesem System - wie du an der Bilanz sieht - nur "entnommen" die werden also.. Hm.. genau genommen gehandhabt, wie ein vergebener Kredit aus dem System. Dieses "1,44 Billionen Euro auf den Markt werfen" < Wie es getan wurde > heisst nun "umgangsprachlich" "Geld nachdrucken." In Wahrheit wird da nirgends auch nur ein Euro gedruckt. Das ist genau genommen eine ganz simple Computermanipulation - da werden dann "Zahlen" überwiesen die es eigentlich gar nicht gibt.

Kommentar von Vienna1000 ,

Im übrigen - also da könnte ich jetzt im Detail falsch liegen - bewirkt der Umtausch von Geld in Gold eine Aktiv/Passiv Minderung, da das System im Grund auf Edelmetall aufgebaut ist. Das ist aktuell recht spannend <um nicht zu sagen schon dramatisch blöd> wenn in der Presse die Möglichkeit diskutiert wird, eine 25% Abgabe auf Vermögen >250.000 Euro zu verlangen um die Staatsschulden abzutragen. Bei ner Nullzinspolitik + diesen Aussichten hätte ich - wenn ichs denn hätte - Goldbarren im Wandschrank liegen und nicht auf der Bank ;-)

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