Frage von g1206868, 46

Ist die Entstehung des Menschen evolutionär "vorprogrammiert"?

Vielleicht kann man diese Frage nicht beantworten. Dass heute Menschen existieren, ist das Ergebnis einer biologischen Evolution - so zumindest die gängige Lehrmeinung. Jetzt frage ich mich, ob eine Evolution z.B. an einem anderen Planeten zwangsläufig ebenfalls etwas Menschähnliches hervorbringen würde. Natürlich ist der Mensch auf der Erde das Ergebnis spezifisch historischer Entwicklungen. Z.B. kann man die Verbreitung von Säugetieren nicht losgelöst von der Eiszeit erklären. In der Serie Raumschiff Enterprise wird ja eine Vision entworfen, wonach Außerirdische ebenfalls (offenbar zwangsläufig) Bewusstsein entwickeln. Was meint Ihr. Ist das ein Zufallsprodukt oder eine evolutionäre Notwendigkeit?

Antwort
von Andrastor, 27

Dass heute Menschen existieren, ist das Ergebnis einer biologischen Evolution

So ist es auch, die Evolution ist nicht abstreitbar.

Jetzt frage ich mich, ob eine Evolution z.B. an einem anderen Planeten
zwangsläufig ebenfalls etwas Menschähnliches hervorbringen würde

Nicht zwangsläufig, aber unter den korrekten Bedinungen schon. Die Chance dass diese Bedinungen gegeben sind, ist jedoch gering.

Was meint Ihr. Ist das ein Zufallsprodukt oder eine evolutionäre Notwendigkeit?

Bewusstsein ist nicht gleich Intelligenz. Die meisten höheren Tierarten haben ein Bewusstsein, viele sogar ein Ichbewusstsein, dennoch ist der Mensch die einzige Art mit derartigen intelektuellen Kapazitäten.

Antwort
von matmatmat, 20

Nö. Keine Notwendigkeit in irgend einer Form so auszusehen.

Wäre Acanthostega nicht ausgestorben sondern als unser Vorfahre an Land gegangen hätten wir 8 Finger statt 5. Wären die Dinosaurier nicht fast komplett ausgestorben, würden wir vielleicht mit Klauen am Computer tippen und hätten Schuppen statt Haare. Hätte es nie diesen zufälligen Weg der Wirbeltierevolution gegeben, würden sich hier vielleicht Tintenfische unterhalten. Wenn wir aussterben übernehmen vermutlich die Ratten den Planeten... alles eine lange kette von unglaublich vielen Zufällen.

Bei Star Trek gab es irgend eine Wirre Erklärung das die allermeisten Spezies miteinander Verwand sind? Das ganze ist wohl dem Budget und der Tricktechnik der ersten Serie geschuldet...


Kommentar von NadarrVebb ,

Gut, das du die Vögel miteinbeziehst.

Kommentar von matmatmat ,

Danke Dir. Mit Vögeln - äh - Evolution kenne ich mich einigermaßen aus. Schön, daß es jemandem auffällt.

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Evolution, 12

Die Konvergenztheorie in der Evolutionsbiologie besagt, dass die Evolution bestimmten Zwängen untersteht und die heutige Artenvielfalt mehr oder weniger die einzig mögliche Anpassung an die Ansprüche der Umwelt darstellt.

Das andere Extrem ist die Kontingenztheorie, die besagt, dass die Evolution mehr durch unvorhersehbare Zufälle beeinflusst wird als durch Anpassung an die Umwelt. Bei der Wiederholung der Erdgeschichte könnten kleinste Änderungen der Ausgangsbedingungen zum Aussterben der unscheinbaren Ahnen von ganzen Stammlinien führen, mutationsbedingte Anpassungen könnten früher oder zu spät auftreten oder ganz andere Richtungen einschlagen usw.

Die Debatte wischen den beiden Modellen ist bis heute nicht entschieden, aber ich würde sagen, dass die "Zwänge" sich auf wenige grundlegende Merkmale wie Fortbewegungs- und Wahrnehmungsorgane begrenzen, die weitere Entwicklung aber von sehr vielen Faktoren abhängt und damit kaum Vorhersagen zulässt.

Jedenfalls bei der menschlichen Intelligenz ist für mich eindeutig, dass sie eine sehr spezielle Entwicklung ist und keine Notwendigkeit. Im Gegensatz zu Augen oder Flügeln ist das menschliche Gehirn auf der Erde einmalig entstanden. Seine Entstehung war nur möglich, weil Arten mit passenden Grundvoraussetzungen (K-Strategie, Omnivorie, Sozialverhalten) den richtigen Selektionsdrücken ausgesetzt waren und bei ihnen dann auch noch geeignete Anpassungen auftraten.

So viele Zufälle werden wohl auf den wenigsten bewohnten Planeten zusammenkommen, und wenn, dann nicht zwangsläufig in einem ähnlichen Zeitraum wie bei uns. Zahllose außerirdische Kulturen könnten schon längst untergegangen sein oder erst in Milliarden Jahren entstehen.

Antwort
von Gilgaesch, 21

Wenn man davon ausgeht, dass Evolution immer gleich abläuft, dann schon.

Weil der Mensch wie heute entstand ja weil eine Affenart sich evolutionär dazu entwickelt hat ein größeres Gehirn auszubilden. Ein größeres Gehirn könnte auch auf anderen Planeten zum Überleben beitragen.

Kommentar von matmatmat ,

Ja, aber ob sich überhaupt Affen entwickeln würden, sogar unter genau gleichen Bedingungen ist schon eine riesen Frage...

Und: Der Mensch ist eine Affenart die mit den anderen Affenarten einen gemeinsamen, affenähnlichen Vorfahren hat.

Kommentar von Gilgaesch ,

Ja müssen ja nicht Affen sein aber das ein Tier ein großes Gehirn ausbildet ist wahrscheinlich.

Kommentar von matmatmat ,

Nur, wenn es eine Möglichkeit gibt sich diesen "Luxus" an Energieverschwendung zu leisten und es seine Konkurrenz ausschaltet die ähnlich gut denkt. Sonst wären wir nicht so einmalig auf dem Planeten. Wie oben gesagt, es könnten auch Tintenfische sein oder eben keine Spezies. 4 Milliarden Jahre und wir sind die Ersten... und mal schaun wie es nach dem 6. großen Aussterben weiter geht.

Kommentar von g1206868 ,

Hört sich ernst mal plausibel an. Bin aber noch nicht ganz überzeugt.

Der Mensch kann sich an einem Sternenhimmel erfreuen oder eine Musik vervollkommnen. Diese kulturellen Leistungen haben doch kein evolutionäres Motiv, oder? Daher bin ich noch nicht überzeugt, ob der Mensch nicht doch so etwas wie eine Laune der Natur (oder Gottes?) ist.

Kommentar von Gilgaesch ,

Allerdings ist das Gehirn an sich ein evolutionäres Erzeugniss. Im Grunde genommen ist der einzige Unterschied zum Tier, dass der Mensch seine Instinkte aktiv unterdrücken kann. 

Das wir das können ist aber auch evolutionär bedingt, da wir so unser Gehirn besser nutzen konnten. 

Aus diesem Grund könnte man sagen, dass auch auf anderen Planeten dieser Schritt gegangen werden kann.

Kommentar von matmatmat ,

Das Gehirn ist einfach so leistungsfähig, unsere Kooperation so gut und unsere Kultur so fortgeschritten, das wir uns den Luxus z.B. Kunst leisten können. Würden wir noch wie vor 10000 Jahren - wo unser Gehirn durchaus sehr, sehr ähnlich war - ums blanke überleben und heizen der Höhle kämpfen, hätten wir auch keine Freizeit und Rohstoffe um uns ein Klavier zu bauen.

Antwort
von piadina, 14

Da im gesamten Universum alle nötigen Stoffe/Elemente vorhanden sind, aus denen auch der Mensch "zusammen gebaut" ist, halte ich es definitiv für möglich, dass die entsprechende Mischung noch öfter zu stande kommt.

Ich würde es vergleichen mit einem Versuch, der irgendwann einmal von Forschern gemacht wurde. Man nahm 2 identische Vasen und ließ sie aus gleicher Höhe, im gleichen Winkel auf den Boden fallen. Das Resultat der entstandenen Scherben war natürlich nicht identisch. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass bei zig weiteren Versuchen irgendwann die Scherben völlig gleich sind. Es ist also eine reine Frage der Häufigkeit der Versuche, wann die Konstellation der vorhandenen Stoffe wieder so ist, dass Leben/Menschen daraus entstehen.

Antwort
von sgn18blk, 18

Ich glaube das hängt von vielen Faktoren ab. Auf anderen Paneten herrschen andere Bedingungen als auf der Erde..

Kommentar von sgn18blk ,

Also nein, die Entstehung des Menschen ist nicht vorprogrammiert.

Antwort
von DrBronstein, 2

Es muss nicht so kommen, aber meiner Einschätzung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis intelligente Lebewesen entstehen. Die Nische ist da. Auf kleinen Kontinenten (wie Australien) geht Evolution  langsamer als auf großen (wie Afrika).

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