Ist die Einheit der Welt in der Materie ewig und unendlich?

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3 Antworten

In der Physik gelten Erhaltungssätze, z.B. Energieerhaltung, Masseerhaltung usw. Es kann zwar auch Energie in Masse umgewandelt werden und zurück, aber letztendlich ist das nur eine Umformung, so wie aus Regentropfen sich ein See bilden kann oder Wasserdampf usw. Es bleibt also alles bestehen, es kommt nichts dazu und nichts weg, es wird nur umgewandelt, ewig.

Unendlich ist für uns Menschen schon viel schwieriger, denn wir können nicht weiter sehen als unsere gerade besten Radioteleskope, und das ist wohl nicht das ganze Universum. Ob es also einen Rand gibt oder nicht, ob das Universum endlich ist oder nicht, kann derzeit also nicht entschieden werden.

Was meinst du mit "Einheit"? So etwas wie eine höhere Einheit, ein großes ganzes, von dem alles ein Teil ist, Mutter Natur? Ewiges Leben? Auch das ist schwer für uns Menschen festzustellen, denn wir können nicht ewig in die Vergangenheit sehen, und noch weniger in die Zukunft. Fest steht aber, das auch in extrem alten Gesteinsschichten schon Spuren von Leben existieren (ich glaube 4,3 Milliarden Jahre alt, das Alter der Erde wird mit 4,5 Milliarden Jahren angegeben). Vielleicht gab es das Leben also wirklich schon ewig (z.B. Panspermie).

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Hallo Artemis991,

um eine philosophischen Ansatz zu wählen, der zunächst Rücksicht auf alle relevanten Umstände deiner Vermutung gibt ist sicher zu fragen: Ist die "Einheit der Welt", wie du sie beschreibst, in der Materie überhaupt wiederzufinden?

Letztlich sind die Begriff ewig und unendlich, die du im Anschluss noch an deine Frage anhängst, nämlich so ausgelegt, dass sie erst relevant werden, wenn die vordergründigen, allgemeinen Hauptfragen zu diesem Thema geklärt sind.

Außerdem ist die Frage ob sich die Einheit der Welt, wenn sie denn existiert, eher auf qualitativer oder auf quantitativer Ebene abzeichnet?! Mit anderen Worten: Welcher wissenschaftliche Zuständigkeitsbereich eignet sich am ehesten um die Frage nach einer Einheit der Welt, seriös zu diskutieren.

Die Physik beschreibt, auf welchem Wege sich Materie zu festen Strukturen bindet. Sie beschreibt auch, wie sich diese Strukturen zeitlich und räumlich weiterentwickeln. Zusammen mit dem Wissenschaftszweig der Chemie und der Mathematik ist davon auszugehen, dass alle grundlegenden Mechanismen, die mit dem Erhalt, der Stabilität und dem Charakter von Materie zu tun haben, wissenschaftlich fundiert erklärt werden können. Natürlich nicht voll umfänglich, sondern stets mit einem Maß an Unwissenheit.

Eine einheitliche Welt, wird in der Physik durch die 4 Grundkräfte gebildet, die abhängig vom situativen Kontext entweder in physikalische Prozesse integriert sind, oder für bestimmte Prozesse außer Acht gelassen werden können. Die schwache Kernkraft spielt beispielsweise bei der physikalischen Fallbewegung keine Rolle, und ist trotzdem Teilkomponenten des zu beschreibenden Systems. 

Neben den Grundkräften selber, ist in der Physik aber auch der Aufbau der Materie als überaus einheitlich anzusehen. Für die Welt, die wir mit unseren Augen um uns herum wahrnehmen können, reichen Up-Quarks, Down-Quarks, Elektronen und Neutrinos. Diese Teilchen bilden die sichtbare Welt, und obwohl nur sie als Erbauer von Strukturen infrage kommen, finden wir in der Welt viele unterschiedliche Muster, die sich letztlich nur in ihrer zugrundeliegenden Teilchenkonfiguration voneinander unterscheiden. Die Einheit der Welt erkennt man also schwer, als Beobachter im Makrokosmos. Verkleinert man die Skalen jedoch auf quantenmechanische Zuständigkeitsbereiche so wird klar, dass letztlich immer die gleichen Teilchensorten zur Strukturbildung beitragen und Systeme nur dadurch voneinander differenzieren, dass sie räumlich und zeitlich verschiedenartig geordnet sind.

Wenn wir jetzt fragen ob diese Einheit der Welt, die sich physikalisch durch einheitliche Grundbaustoffe nämlich den Quarks und Elektronen auszeichnet, ewig und unendlich ist, wäre eine physikalische Betrachtung zu wählen, die die beteiligten Teilchenkonfigurationen, die zum Aufbau und Erhalt von Strukturen führen, zeitabhängig untersucht. Beispielsweise wäre zu gucken, ob bereits 3 Milliarden Jahre nach dem Urknall, dieselben Teilchen in der Strukturentwicklung mitgewirkt haben, wie heute auch. Davon ist auszugehen, denn Strukturen die heute im Kosmos gefunden werden, gab es auch zu dieser Zeit schon in anderen Maßen. Die Einheit der Welt in der Materie, war zumindest im Zeitraum von der Vergangenheit bis zum heutigen Zeitpunkt in ihrer Qualität konstant. Wie sich alles weiterentwickelt ist schwer zu sagen. Kosmologen sind sich sicher, dass im zunehmenden Expansionsverlauf des Kosmos eine ominöse Größe namens Dunkler Energie die Überhand gewinnt. Inwiefern sie auf die Einheit der Welt, die in quantenmechanischen Zuständigkeitsbereichen zu finden ist, zurückwirkt, ist im allgemeinen schwer zu sagen.

Lg Nikolai

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Die sog. Naturphilosophen von Parmenides über Heraklit bis Epikur waren Monisten. D.h. das Sein ist ein Einziges, ohne Anfang und ohne Ende und ein unendlicher Prozess. Die Monisten lehnen den Dualismus von Geist und Materie ab. Beides sind wie die Kräfte (Gravitation) nur Erscheinungsformen.

Siehe:

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