Frage von KowloonCN, 111

Ist die "deutsche Hilfbereitschaft" eine Art Ersatzreligion für Leute, in deren Leben Religion nur noch eine untergeordnete Rolle spielt?

Diese Hypothese spricht sich ja neuerdings immer mehr herum und man fragt sich das einfach, wenn man gewisse Vorgänge hierzulande beobachtet. Wird dadurch vielleicht auch mit subjektiven guten Taten das eigene Gewissen entlastet und bereinigt?

Antwort
von Konstamoc, 56

hi KowloonCN

ja du hast mir dieser Idee schon einen kleinen Schritt weit recht.

Allerdings würde ich das ganze mehr als eine irrationles Denkweise als als Religion bezeichenen.

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Derzeitig gibt es immer mehr politische oder humanistische Bewegungen die in die falsche richtung gehen und ihrem Ansehen und ihren Zielen mit ihrem extremitischen Verhalten mehr schaden als das sie etwas gutes damit tun.

Als Beispiel kann man den modernen Feminismus nehmen der mit dem eigentlichen Feminismus nicht mehr viel zu tun hat.

Es wird dort zum Beispiel mehr auf eine bevorteilung eines Geschlechts hingewiesen als zu versuchen mit vernümpftigen Argumenten einen Ausgleich zu erziehlen.

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Ein weiteres Beispiel mit den ich mich hir zwar nicht beliebt machen werden ist der positive Rassimus für Flüchtlinge oder Menschen aus anderen Herkunftsländern.

Die Menschen die z.b Flüchtlingen helfen wollen verhindern meist die integration eben dieser in unsere Gesselschaft.

Viele Flüchtlinge kommen mit der Vision in europäische Länder das es ihnen hir an nichts fehlen wird und sie ein Haus und 5000€ bar auf die Hand kriegen.

Allerdings ist eben dies nicht der Fall und die übertriebende und vollkommen unregulierte "Willkommenskultur" macht eben hir große Hoffnung wo einfach die Mittel fehlen und somit ist die entäuschung bei den Menschen groß die sich ein besseres Leben hir erhofft haben.

Aus einer eigentlich noblen und gut gemeinten Geste wird in diesem Fall bloß ein Ventil für die Menschen die etwas gutes tun wollen aber gar keine Ahnung haben was man tun kann.

Und eben dies verursacht sehr große Probleme die auch derzeitig zu sehen sind.

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Die Menschen wollen die Flüchtlingen in diesem Fall möglichst viel helfen versprechen das blaue vom Himmel und am ende haben sie mit ihrem Verhalten den Flüchtlingen mehr geschadet als geholfen.

Einzig und alleine die Idee jemanden in erster linie überhaupt geholfen zu haben wird zum Ziel etwas gutes dadurch zu bewirken wird zweitrangig und eben dort liegt der Fehler !

Und um das nicht zuzugeben wird dieser positive Rassimus immer weiter gestrickt und macht nur noch mehr Probleme.

Eines der besten Beispiele dafür sind die Vorfälle in der Silvester nacht gewesen wo Aufgrund der "Willkommenskultur" und Fehlern die gemacht wurden von der Polizei verlangt wurde Straftaten zu verschleiern was meines erachtens ein absolutes Ahmutszeugnis ist.

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Zu guter letzt noch ein anderes Beispiel was sich nicht mit einem so brissanten Thema beschäftigt.

Viele Menschen geben Bettlern auf der Straße ein bisschen Kleingeld.

Für den Menschen der etwas gibt scheint das geben an sich auszureichen um seinen eigenen drang etwas "gutes" zu tun zu befriedigen.

Allerdings ist die frage tut er damit überhaupt etwas was zum Vorteil des Bettlers ist ?

In den meisten Fällen lautet die antwort darauf nein !

Es gibt inzwischen sehr viele Bettler-Banden die das ganze professionell aufziehen und eben die Menschen die auf den Straßen sind kaum bis gar kein Geld zum leben lassen.

Man hätte dieser Person auch etwas zu Essen geben können allerdings ist dies den meisten Menschen die etwas gutes tun wollen schon zu viel Aufwand und ein 1€ Stück in eine Blechdose zu werfen reicht scheinbar aus um den Drang etwas gutes zu tun genüge zu tun.

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Also ja Menschen tun etwas was aus ihrem Blickwinkel als gut und nobel erscheint allerdings vollkommen am eigentlichen Problem vorbei geht.

Das ganze als Religion zu deklarieren finde ich sehr übertrieben und es macht die Thematik auch nicht leichter.

Es ist nunmal undurchdachtes und irrationales Verhalten mehr aber auch nicht!

Antwort
von Rowal, 30

Natürlich ist das so. Das ist aber nichts neues, sondern wurde bereits sehr klar von F. Nietsche in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts beschrieben. Er stellte z.B. fest:

Je unfrommer die Menschen werden, desto verbissener halten sie an der moralischen Auslegung der Evangelien fest. Dass diese aber zugleich mit der religiösen Auslegung hinfällig wird, merken sie freilich nicht, die Oberflächlichen.  Für diese ist nicht so schlimm, denn ein humanitäres Image macht sich ganz gut.

Das galt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und gilt natürlich auch heute. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts war jedoch die vorherrschende Meinung (und ist es heute irrtümlich wieder) -  von Immanuel Kant beeinflußt - dass eine moralische Gesellschaft ohne Religion möglich sei. Das ist jedoch völlig falsch wie Nietsche bewiesen hat bzw. es ist nur mit dem Erscheinen des Übermenschen möglich, wie Nietsche ihn beschrieben hat. Aber dieser läßt auf sich warten.

Kommentar von Agentpony ,

...dass eine moralische Gesellschaft ohne Religion möglich sei. Das ist jedoch völlig falsch wie Nietsche bewiesen hat...

NietZsche hat in seinem ganzen Leben keinen Beweis seiner Thesen geführt, schlicht und einfach, weil das auf einer metaphysischen Ebene unmöglich ist.

Zudem hat er die Moral an sich infrage gestellt, weshalb der Impetus der von dir paraphrasierten Aussagen, selbst wenn sie so inhaltlich stimmen sollten, schonmal sehr fragwürdig ist.

Zuletzt ist nicht klar, warum Nietzsches Thesen über denen, und nicht beigeordneten derer Kants stehen sollten.

"Tugendhaftes" Verhalten braucht nicht Religion, hat sie nie gebraucht und wird sie auch in Zukunft nicht brauchen, denn die zugrundeliegenden Instinkte sind dem Menschen angeboren.

Antwort
von RudolfFischer, 2

Eine raffinierte Frage, die wohl Statistiker und Psychologen beantworten sollten.

In unserer Kleinstadt sind es überwiegend religiöse Menschen, die praktisch helfen, und beide Kirchengemeinden (kath. und ev.) sind vorneweg und arbeiten bestens zusammen.

Zu den fragwürdigen Dingen gehört für mich, dass man alle Flüchtlinge auf Englisch anspricht, obwohl weniger als die Hälfte etwas Englisch verstehen. Denen will man es anscheinend gar nicht erst zumuten, Deutsch zu lernen. Auch ein Deutschlehrbuch bietet unter 100 geläufigen deutschen Begriffen "Airport" anstatt "Flughafen" an. Diese Selbstverleugnung der Deutschen wird von unseren neuen Bürgern gar nicht verstanden.

Antwort
von Jogi57L, 12

ich denke, dass der "Normalzustand"  eines Menschen ist:

"aus der Fülle der Natur zu leben, sich wohl zu fühlen.... Nahrung, Paarung, Unterkunft und Kleidung... zu haben... und sich ansonsten der Beschaffung obig  Erwähntem widmet... und sich darüber hinaus sonst noch Künsten, Wissenschaft und Forschung widmen kann....

Weshalb "Der Mensch" im Vergleich zu anderen lebenden Wesen ausgerechnet zu "Leiden, schlechtem Gewissen und Entsagen... usw..." geschaffen worden sein soll... ist mir schleierhaft.....auch weshalb eine "Gewissensentlastung2 stattfinden sollte....

( klar... manche haben da aufgrund ihrer Religion/Vorgeschichte/ tatsächlich empfundenem geleisteten  Unrecht......oder sonstwas... permanente Gewissensprobleme....)

Religion ist kein "Allheilmittel"... sondern ein "All-Leidensmittel"

Kommentar von eleteroj2 ,

hallo @Jogi57  ne medaillenverdächtige Antwort. danke dafür.

Kommentar von Jogi57L ,

Danke :-)

Antwort
von Shiranam, 46

Hilfsbereitschaft ist eine objektive Eigenschaft. 

Ich bezeichne sie, nach meinem inneren Kompaß, als positive Eigenschaft.

Was hat das bitte mit einer Religion zu tun? Gar nichts!

Menschen, die keiner Religion angehören, die haben trotzdem eine Ethik, ein Gewissen und eine moralische Ansicht. Sie entscheiden selbst, was sie für richtig halten und im Idealfall richten sie sich auch selbst danach und fordern dies nicht nur von anderen.

Was bitteschön unterscheidet "deutsche Hilfsbereitschaft" von "französischer Hilfsbereitschaft" oder "japanischer Hilfsbereitschaft"? Gar nichts! Also kann man das beschreibende Adjektiv "deutsch" weglassen.

"subjektiv gute Taten" - was ist das? 

Die Beurteilung von Taten ist immer subjektiv.

Deine Frage kommt sehr bissig und manipulativ daher. Was bezweckst Du? 

Willst Du Hilfsbereitschaft schlecht reden? Okay. Bloß bedenke, was mit Dir selbst passiert wäre, wenn Dir noch niemals jemand geholfen hätte. Hast Du wirklich noch nie jemandem geholfen, ohne irgendetwas dafür zu erwarten? Dem Schulkamerad beispielsweise mal einen Radiergummi geliehen?

Kommentar von Grautvornix ,

Siehe Kommentare,  dann kannst du dich Ärgern das du soviel geschrieben hast, und dich freuen, das du ihn durchschaut hast.

Kommentar von Shiranam ,

Stimmt. 

Der Typ ist an seiner eigenen Frage nicht interessiert.

Kommentar von KowloonCN ,

Deutsche und französische, britische, ungarische und mazedonische Hilfsbereitschaft unterscheidet sich sehr wohl, wie ich finde.

Kommentar von Shiranam ,

Für mich ist es gleich, ob mir ein Franzose, ein Brite, ein Ungare oder ein Mazedonier ein Taschentuch schenkt, wenn ich es benötige.

Länder sind nicht hilfsbereit. Das sind allenfalls Menschen.

Für mich ist das Wort "Hilfsbereitschaft" nicht so eng gestrickt, wie es für Dich zu sein scheint. 

Du negierst Hilfsbereitschaft, weil Du "Ausnutzen" im Hinterkopf hast. Ich lese, was da steht, nicht, was Du Dir wohl denkst. Darum haben deine Kommentare auch gar nichts mit deiner Frage zu tun.

Du hättest deine Frage allgemeinverständlich formulieren sollen. Dann hätte jeder gewußt, dass es Dir ausschließlich um das Ausnutzen in der "Flüchtlingsthematik" geht.

Nicht um Religion und nicht um Hilfsbereitschaft. 

Kommentar von KowloonCN ,

Ich gab zu gedenken, ob eine in einer ganz bestimmten  singulären Gesellschaft auffallend Große Hilfsbereitschaft/Leidensfähigkeit irgend einen zu erklärenden Grund hat und stellte die Hypothese in den Raum, dass vielen Menschen möglicherweise etwas vordergründig Sinnstiftendes tun wollen in einer Gesellschaft, die zunehmend weniger religiös im Begriff scheint zu werden. Diesen Drift möchte ich nicht durch die jahrelang steigende Anzahl an Kirchenaustritten untermauern, da ich mir nicht abschließend sicher bin, dass man dies in einen Kausalzusammenhang stellen kann.

Antwort
von Richard30, 13

Es gibt sicherlich Leute, die nur Helfen um sich dadurch besser und überlegener zu fühlen, oft sind das die, die da helfen, wo es einfach ist (also z.B Stofftiere an nen Flüchlingsheim bringen, 10 cent in ne Spendenbox werden, sowas halt). Aber es gibt auch genug, die wirklich helfen, mit der Motivation anderen, naja zu helfen.

Wenn man die Augen aufmacht, sieht man um sich herum genug Leute, die Hilfe brauchen und oft sind es Kleinigkeiten (Aber davon meherere) die halt Helfen, jemanden was tragen helfen, jemanden was einfaches geben e.c.t.

Die Bibel sagt dazu (Ist egal ob man an die Bibel glaubt, aber die aussage trifft es dennoch) ~Wenn du jemanden helfen willst, so tuhe das im heimlichen, lasse die linke Hand nicht wissen was die rechte tut ~ Also damit ist halt gemeint, das du dich damit nicht rühmen sollst oder dir selbst auf die Schulter klopfen sollst. Du gibts etwas, aber vergisst es dann quasi wieder, ignorierst das du das gemacht hast. Und oft geht sowas halt echt mit kleinen Gehsten. Du willst den Obdachlosen helfen? Geh hinn, kauf ihnen wenns kalt ist nen heissen Kaffe, wenns heiss ist ne Flasche Wasser. Also halt so nach dem Prinzip, selbst etwas tuhen, ohne dabei groß und laut zu schreihen und alle darauf aufmerksam zu machen wie Bamherzig man ist.

Hilfbereitschaft sollte ne Lebenseinstellung sein, aber immer nur nehmen nehmen, fordern, verlangen, aber dann sich an nen Flüchlingsheim stellen, paar Teddybären zu verteilen und sich dann nen Monat lang als edler Samariter fühlen ist keine Hilfsbereitschaft.

Dazu aber nen schönes Lied, was ich euch nicht vorenthalten möchte:

Übrigens ein sehr genialer Musiker.

Antwort
von earnest, 2

Da spricht sich überhaupt nichts Derartiges herum. 

Und es nützt auch nichts, dass du so tust, als täte es das.

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