Ist die Demokratie eine Diktatur?

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12 Antworten

Klares Nein, allerdings transformiert sich die Demokratie in seiner elektoralen Grundausstattung zur Selbstlegitimation, immer mehr in eine Dekokratie lobbykratischer Re-Feudalisierung und Privatisierung der Macht – „Das heißt, dass neben den offiziellen Strukturen, neben den demokratischen Strukturen, dass die inoffiziellen Strukturen zunehmend wieder an Gewicht gewinnen. Und diese Eliten, diese selbst ernannten Eliten, die oben sitzen, die schotten sich zunehmend ab.“ (Rudolf Stumberger in: „Re-Feudalisierung und Privatisierung der Macht?“ – siehe: http://www.deutschlandfunk.de/re-feudalisierung-und-privatisierung-der-macht.724.de.html?dram:article_id=99848)

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Ist die Demokratie nicht letztlich auch eine Diktatur ? Nein, und ich frage mich, wie man überhaupt darauf kommt. Ich meine, nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Demokratie von den Aliierten eingeführt Du irrst. Die erste Demokratie in Deutschland war die Weimarer Republik.
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Kommentar von RareLoLSkins
20.06.2016, 17:39

Das stimmt. Jedoch wurde sie 1933 abgewählt. In wiefern das Volk wusste auf was es sich einließ, ist eine andere Frage. Diese Möglichkeit haben wir heute nicht. Ich bin seit Jahren CDU-Wähler, bin also fest für die Demokratie. Trotzdem sollten Menschen doch die Möglichkeit haben, das zu fordern was sie wollen. 

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Diktatur ist genau das Gegenteil von Demokratie. Demokratie heißt ja nicht, daß man nicht trotzdem Regeln vorgesetzt kriegt, die man umsetzen muß. Nur (wenn auch indirekt) geht in die Herrschaft ja vom Volke aus und nicht von einer einzelnen Person. Die Verassung hat sich Deutschland auch selbst gegeben und nicht die Aliierten (wobei die natürlich darauf geachtet haben werden, was sich in Deutschland so tut). Und der Verfassungsschutz kann ja ruhig beobachten, denn die Verfassung ist ja unsere wichtigste Grundlage. Und nur, weil eine Partei die Verfassung ändern will, ist es ja nichts schlimmes. Die kann ihre Änderungswünsche einbringen und wenn sie eine 2/3-Mehrheit zustande kriegt (und das kann der Wähler durch Abgabe seiner Stimme ja beeinflussen), kann auch die Verfassung wieder geändert werden (mal von den ersten Artikeln abgesehen, die ja Grundwerte festlegen). Bei einer Diktatur würde das eine einzelne Person ganz nach Belieben machen können.


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  • Du glaubst du, dass die demokratische Regierungsform nicht dem Willen der Mehrzahl der Bevölkerung entspricht, sondern gegen deren Willen ausgeübt wird?
  • Dass also die Mehrzahl der Deutschen eine Diktatur durch eine Person oder eine Personengruppe vorziehen würde?
  • Wenn das aber nicht so ist, ist die Demokratie doch genau Volkes Wille.
  • Und jetzt kommen wir zum Fehler in deiner Argumentationskette: Die demokratischen Regeln wurden nicht von den Alliierten, sondern vom Parlamentarischen Rat im Grundgesetz festgelegt. Dieser Rat war demokratisch legitimiert und entstammte den westlichen Landesparlamenten
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Kommentar von RareLoLSkins
20.06.2016, 17:45

Ich sage doch gar nicht, dass die Deutschen keine Demokratie wollen. Ich sage nur, dass nicht die Möglichkeit besteht eine andere Regierungsform zu wählen, sollte jemand das wollen.

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Nein.

Weil Diktatur ist wo nur eine Person bestimmt was passiert und bei einer Demokratie wie in Deutschland können alle mit bestimmen auch wenn eine Partei nicht alles so macht wie du es möchtest macht sie ja etwas was du möchtest.Also beim wählen nimmst du ja die Partei die am meisten das erfühlen kann was du dir vorstellst.

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Kommentar von RareLoLSkins
20.06.2016, 17:41

In der DDR hatte seine Partei das sagen und hat andere Menschen unterdrückt. Es muss also nicht zwingend eine Person sein

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Weimarer Republik war auch eine Demokratie und die NS.-- Sozialisten sind demokratisch gewählt wurden.Daher haben die heutigen Machthaber höllisch Angst das gleiche Schicksal zu erfahren.Im Prinzip trauen sie den Volk nicht über den Weg. Mit Volksabstimmungen haben sie ihre Probleme.Ebenso die Direktwahl des Bundespräsidenten. Diktatur ist das Letzte was ich mir wünsche da ich sie schmerzhaft kenne.Daher verurteile ich auch jene Gleichschaltungen unserer Medien.Die Bürger merken das in diesen Lande politisch was im Gange ist.Ein Linksrutsch der ehemaligen konservativen Parteien.Daher hat es auch die AFD sehr leicht eine Volksabstimmung zu fordern.Diese Republik wird eher durch die Leute demontiert welche sie mal erschaffen hat.

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Ist die Demokratie nicht letztlich auch eine Diktatur ?

Ja, sie kann es sein, wenn z. B. bei einer direkten Demokratie eine Mehrheit die Minderheit mit unwürdigen bzw. verbrecherischen Entscheidungen tyrannisiert und diese Minderheit keine Möglichkeit hat, sich dagegen zu wehren.

Ich meine letztlich wird uns die Demokratie ja aufgezwungen, ohne das wir entscheiden können, ob wir nicht lieber etwas anderes wollen.

Das könnte man so sehen, wenn man als Einzelner argumentiert. Allerdings hat sich die Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa sowie vielen anderen Ländern der Welt für die Demokratie entschieden, weil sie viele Vorteile bietet, z. B. das Recht für jeden Bürger, sich an der Gestaltung von Politik zu beteiligen. Der Einzelne, der damit nicht zufrieden ist, kann natürlich versuchen, sich gegen diese Entscheidung aufzulehnen. Wer allerdings keine bessere, überzeugendere Idee als "Demokratie" hat und dem Volk seine Souveränität entwinden sowie die Bürger ihrer demokratischen Mitwirkungsrechte berauben will, der muss mit dem Widerstand des demokratisch gesonnenen Teils des Volkes rechnen.

Ich meine, nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Demokratie von den Aliierten eingeführt ...

Dieser Irrtum ist historischer Unkenntnis geschuldet. Schon das Kaiserreich war in deutlichem Maße demokratisch, eine moderne parlamentarische Demokratie war dann die Weimarer Republik. Die Alliierten brauchten also nach dem WK II in Deutschland die Demokratie nicht "einzuführen", sondern lediglich wieder zuzulassen. Das haben sie getan. Die demokratische Verfassung der Bundesrepublik, das Grundgesetz, haben Deutsche erarbeitet, die die Demokratie- und Verfassungsgeschichte Deutschlands gut kannten. Das vom Parlamentarischen Rat erarbeitete Grundgesetz ist nicht nur die bisher beste deutsche Verfassung, sondern eine der hervorragendsten und vorbildlichsten Verfassungen überhaupt, die Menschen bisher konzipiert haben!

und nachdem hatte wir ja nie die Möglichkeit zu entscheiden ob es nicht etwas anderes möchte.

Diese Möglichkeit bestand immer und besteht bis heute. Sie ist im Art. 146 des Grundgesetzes geregelt. Aber es besteht seitens der Mehrheit des Volkes keinerlei Bedürfnis, unsere Verfassung zu ändern bzw. zu erneuern.

Und Parteien, die etwas anderes fordern werden vom "Verfassungsschutz" beobachtet.

Ja, und mit Recht! Denn diese Parteien wollen etwas völlig anderes als das Volk, sie haben Vorstellungen, die den Interessen des Volkes nicht entsprechen und den Bürgern zum Nachteil, lediglich den bewussten Parteien, ihren Funktionären und vielleicht noch ihren Anhängern zum Vorteil gereicht. Viele Ziele dieser Parteien sind schlicht verbrecherisch!

MfG

Arnold

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Der einzige Denkfehler es Diktatur zu nennen. 

Ja, es gibt eigtl. auch keine Demokratie, sondern eine Oligarchie, in der Eliten, heimische und ausländische ohne irgendjemanden zu fragen entscheiden was "gut fürs Volk" sein soll. 

Und ja, bei ernsthafter und vor allem öffentlicher Kritik des Systems wirst du gleich als ganz, ganz böse abgestempelt, weil du gegen die heilige Demokraite, Menschenrechte(die Liste dieser falschen Heiligtümer ist lang) usw. bist.

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Kommentar von PatrickLassan
20.06.2016, 16:36

Wer Kritik äußert, muss damit leben, dass man ihn selbst auch kritisiert.

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In einem hast du recht: Man hätte 1949 über das Grundgesetz abstimmen sollen, das ganze Volk. Genauso 1989/90, das ganze deutsche Volk hätte in einer demokratischen Volksabstimmung die Verfassung beschließen müssen. So war es im alten GG sogar vorgesehen, aber Kohl etc. wollte nicht. 

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Hallo RareLOLSkins,

Wir leben in einem System, das sich „Der Westen“ nennt und vorgibt, demokratisch organisiert zu sein. Eine Gesellschaft, die den Anschein erweckt, durch das Volk regiert zu werden. Die Realität sieht jedoch völlig anders aus. In Wirklichkeit ist das, was man uns als Demokratie verkauft, ein gigantisches Täuschungsmanöver, um einer sehr kleinen Geldelite die Möglichkeit zu geben, global ihren Willen durchzusetzen.

Damit das möglichst ohne großen Widerstand geschieht, werden alle Entscheidungsträger in allen Bereichen der Gesellschaft über entsprechende Think-Tanks, Stiftungen oder Kaderschmieden auf Linie gebracht. Nur wer hier besteht, wird in eine Führungsposition durchgereicht. Diese subtile Gehirnwäsche durch das System selbst ist derart geschickt gemacht, dass selbst diejenigen, die in den bekanntesten Think-Tanks mitmischen, permanent bestreiten, dass es einen solchen Einfluss gibt.

Fakt ist: Wer den Eliten auch nur ansatzweise die Macht streitig macht, wird zeitnah aussortiert. Sollte er es dennoch zu gesellschaftlichem Einfluss bringen, sieht er sich einer durch die Bank embeddeten Pressemaschine gegenüber, die ihn wann immer es nötig ist, diffamiert, jobbt und ins völlige gesellschaftliche wie finanzielle Abseits bugsiert. Isolation als Strafe für nicht geleistete Unterwürfigkeit. Das größte Tabu-Thema in dieser gelenkten Demokratie ist das Hinterfragen der tatsächlichen Machtstrukturen.

Dementsprechend hast Du mit Deinen Überlegungen absolut Recht!

LG Julian

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Kommentar von FrageAntwo
20.06.2016, 16:43

Belege mir diesen Quatsch mit seriösen Q

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Ich würde unser gegenwärtiges System eine "Softdiktatur" nennen, also Scheindemokratie.

Es gibt keine völkisch vereinbarte Verfassung, sondern ein "Grundgesetz". Allein der Artikel 146 verrät den "diktatorischen" Charakter des GG:

Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit
Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine
Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von
dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Außerdem repräsentiert unser Parteiensystem nicht das Volk, weil es bei entscheidenden Fragen keine Volksbefragungen gibt. Und diejenigen, die gewählt haben, repräsentieren nicht das Volk, weil die Mehrheit eigentlich "Nichtwähler" sind.

Nicht zu vergessen die allierte Besatzung, v.a. durch die USA (z.Z. über 50.000 Soldaten). Damit wird u.a. der "militärisch-industrielle Komplex" durchgesetzt (z.B. US-Drohnen-Koordinierung von deutschem Boden aus oder deutsche Waffenexporte in aktuelle Kriegsherde).

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