Job futsch, Geschäft weg, Studium unterbrochen: Tausende junge Deutsche müssen ihre Karrierepläne nach der Einberufung zur Bundeswehr begraben. Ein neues Schwarzbuch beschreibt, welche Folgen die willkürliche Musterungs- und Einberufungspraxis hat. Auch meinem Bruder ging es so. Er ist eingezogen worden und hat seinen Job als freiberuflicher Kameramann aufgeben müssen. Er hatte sich einen Namen gemacht und ziemlich gute Angebote gehabt. Jetzt muß er von vorne anfangen und sich mit einem absoluten Anfängergehalt begnügen...Was kann man dagegen tun?
Wenn man sich direkt nach der Schule erkundigt und sich nicht versucht zu drücken, ist es gar nicht so willkürlich! Meist denken die jungen Männer, der Kelch wäre an ihnen vorbei und dann kommt die Einberufung aus heiterm Himmel! Da sage ich selbst Schuld!

Die allgemeine Wehrpflicht ist meiner Ansicht nach längst überholt und sollte abgeschafft werden. Die Bundeswehr wurde geschaffen als reine Verteidigungsarmee um unser Land zu schützen, dies ist beides längst nicht mehr der Fall. Und ich bin sehr wohl auch der Meinung, dass die Mitarbeiter/Innen in den Kreiswehrersatzämtern, die für die Einberufung zuständig sind, unverantwortliche Jobkiller sind. Als Freiberufler kann ich ein Lied davon singen und gleich noch eine Ode anschließen über Betriebsprüfer vom Finanzamt, die von nichts eine Ahnung aber zu allem eine Meinung haben.

Ich verstehe die Aufregung nicht. Jedem ist klar, dass nach der Schule bis zu einem Alter von ca. 27 so ein Lebensabschnitt auf einen zukommt. Wenn man nicht zur Bundeswehr möchte gibt es viele Alternativen; z.B. auch der freiwillige Dienst beim Roten Kreuz etc. neben dem Studium/Beruf. Wer da jammerst ist selber Schuld.

So lange es in "tiesem unßerem Lanthe" eine Bundeswehrpflicht (und parallel dazu den Zivildienst) gibt, wird es jedes Jahr wieder zig tausend junge Kerle zwischen 18 und 27 treffen.
Das kann man nur über die Politik ändern. Also nicht rumjammern, sondern politisch engagieren und für die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht Lobbyarbeit machen.
Man sollte genau aufschreiben welchen Schaden man hatte. Alle Einnahmeausfälle und den geschätzten Wert der entgangene Kontakte. Dann sollte man sich einen guten Anwalt nehmen und Schadenersatz von der Bundesrepublik Deutschland verlangen. Das ist Dein gutes Recht, schließlich haben Eure Eltern geschuftet, damit aus ihren Kindern etwas wird. Und die Dumpfbacken von der Olivgrünen Zunft haben es verbockt.
UlfDunkel am 4. September 2007 12:05 Du meinst die Jäger, oder wie? :-)

Zwar bin ich aus verschiedenen Gründen gegen die Wehrpflicht, aber da wir sie nun mal haben, verstehe ich nicht, warum Dein Bruder erst "toter Käfer" gespielt hat und sich nun beschwert, dass er zu einem für ihn ungünstigen Zeitpunkt gezogen wurde.
Mit 18 Jahren hatte er sich ja wohl noch keinen Namen gemacht als freiberuflicher Kameramann?

Das ganze Leben ist ungerecht. Der Bundeswehr interessiert es überhaupt nicht, ob durch die Einberufung die Existenz gefährdet oder gar zerstört wird. Das ist dann wieder ein ALG2-Fall.
Kabark am 4. September 2007 12:53 
Es gibt bei uns im Lande keine Wehrgerechtigkeit mehr. Alles nur noch Willkür oder du hast eine gute Ausrede.
Ich verstehe das ganze Gejammer nicht. Jeder weiß, daß man ab 18 Jahren seinen Wehrdienst leisten muß. Ich habe meinen Wehrdienst gleich nach der Ausbildung absolviert, habe mich berufsnah einsetzen lassen und kann sagen, daß die 15 Monate nicht ganz für die Katz' waren. Ich habe beruflich dazugelernt und eine besondere Lebenserfahrung gemacht. Allerdings wenn ich bis 28 Jahre warte, daß der Bund mich nicht findet oder vergisst, der braucht sich dann nicht zu wundern, wenn dann urplötzlich der Einberufungsbescheid kommt. Außerdem kann man immer noch verweigern oder Ersatzdienst leisten.

Wenn man heutzutage nicht möchte, muss man nicht unbedingt zum Bund. Es gibt noch den Zivildienst und wenn man körperlich nicht ganz fit ist, wird man ausgemuster. ImÜbrigen kann man auch den Zeitpunkt des Diensantritts recht frei aussuchen, im Sinne von Frühjahrs- oder Herbst-Einzug.
@Zecke: Was meinst Du hier konkret mit "sich drücken"?
Er meint: Wer gehorcht verliert.
Ich meine, ich bin auch kein Verfechter der Wehrpflicht, dass die jungen Leute in jeder Hinsicht eine passive Haltung haben und nur machen was sie wollen. Es gibt aber auch Pflichten und um diese einzuhalten muss man sich manchmal auch informieren, eben nicht nur über seine Rechte!
Die Wehrpflicht ist längst sozial ungerecht, weil eben nicht mehr jeder Wehrpflichtige einberufen wird.
Außerdem gibt's das Recht, den Kriegsdienst zu verweigern.