Habt ihr selbst oder eure Kinder Erfahrungen mit solchen Orientierungstagen/Seminaren/Jobtrainings gemacht? Haben sie bei der beruflichen Entwicklung bzw. Berufsentscheidung weitergeholfen?

Nein, es kann gar nicht ausreichend sein. Es geht bei Orientierungstagen eigentlich nur um das Beantworten von bisher aufgetauchten Fragen.
Besser sind schon Praktika. Da haben die Kids Gelegenheit, mal reinzuschnuppern.
Aber ansonsten ist es doch so, dass wir inzwischen lebenslänglich Lernen und uns weiterbilden müssen, um uns an die ständig geänderten Anforderungen anzupassen.

Nein, ich habe im letzten Jahr Abi gemacht, und das Abi sammt Schule hat mir berufstechnisch und für den Einstieg eigentlich gar nichts genutzt! Was man braucht sind Erfahrungen aus Praktika oder ähnlichem! Ich bin mommentan in einer Ausbildungsvorbereitenden Maßnahme von einem Institut der Handwerkskammmer, und diese Maßnahme hat mir den Einstieg ins Berufsleben erleichtert, alles andere nicht!

Die beste Berufsvorbereitung?
Den meisten Ausbildungsstätten würde schon reichen, wenn alle die deutsche Sprache in Wort und Schrift sowie die Grundrechenarten beherrschen würden.

Eigentlich ja. Meine drei Kinder haben es gut gepackt und sind erfolgreich ins Berufsleben eingestiegen auf Grund der guten Vermittlung des Stoffes. Liegt aber viel am Lehrkörper.

Gerade jetzt haben wir Erfahrungen gemacht und sind eigentlich noch dabei: Mein ältester hat gerade einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, der nächste hat Praktika gemacht und kommt dann im Sommer ins letzte Schuljahr. Die Hilfestellung der Schule ist so, wie es in vielen Bereichen ist: nix Halbes und nix Ganzes! Die wertvollste Arbeit haben wir außerhalb der Schule gemacht. Stellensuche, Praktika und ganz wichtig wenn möglich - probearbeiten! So sieht man am besten, ob der Job passt. Außerdem sieht die Schule das irgendwie sehr locker: Bewerbung Praktikum reicht, wenn ihr nach Weihnachten anfangt! Das Praktikum sollte Anfang Februar stattfinden - dass das dann alles innerhalb von 6 Wochen funktioniert ist weltfremd! Die Unternehmen warten nicht auf die Schule oder die Schüler!

Nun, der Berufswunsch meines Sohnes hat sich eigentlich durch einen Sanitäterdienst am Gymnasium herauskristallisiert, er macht nun gerade sein Fachabi im medizinisch-pädagogischen Bereich. Hier hat er seine Praktika absolviert, festgestellt, dass ihm die Arbeit mit Kindern nicht so liegt, dafür aber der medizinische Bereich voll auf seiner Linie liegt. Er schwankt nun zwischen Rettungssanitäter bei der BW und einer Ausbildung zum Physiotherapeuten. Gleichzeitig hat er aber auch feststellen können, dass auch die pflegerischen Bereiche nicht unzumutbar für ihn wären.
Fazit für mich: Berufspraktika bereiten zwar nicht aufs Berufsleben vor, helfen aber schon insofern, dass die Jugendlichen sich über die Berufe und deren Anforderungen ein Bild machen können.

Ich mache jetzt zum zweiten Mal die Erfahrung, dass das nicht ausreicht, was in der Schule vermittelt wird. Man kann als Eltern nur früh genug anfangen, mit den Kindern über das Berufsleben und die verschiedenen Berufssparten zu reden. Auch fand ich das Praktikum (10 Tage) in der Realschule zu kurz und wir haben unsere erste Tochter vier weitere Praktika in den Ferien machen lassen. Das hat sich im Nachhinein als sehr wertvoll herausgestellt.