Frage von carn112004, 65

Ist die Behauptung, gesetzliche Verbote würden eine abtreibungswillige Schwangere niemals von einer Abtreibung abhalten von irgendwem eigentlich ernst gemeint?

Oder irgendwie begründbar?

Denn z.b. da:

http://www.t-online.de/eltern/familie/id_19773086/aerztliche-schweigepflicht-gil...

ein Fall in dem eine 15-jährige eigentlich abtreiben wollte, aber es schon zu spät für Abtreibung nach Beratungsregelung war:

"Die 15-Jährige entschied sich daraufhin für eine Abtreibung und bat ihre Ärztin ausdrücklich, den Eltern nicht Bescheid zu sagen.

In einem Krankenhaus stellte sich heraus, dass sie bereits in der 14. Schwangerschaftswoche war und ein Abbruch auf dem Weg der sogenannten Beratungslösung nicht mehr möglich war."

"Ein Schwangerschaftsabbruch im Rahmen der medizinisch-sozialen Indikation wäre aufgrund ihres jugendlichen Alters und der damit verbundenen Unreife möglich gewesen."

"Erst kurz vor der Geburt des Kindes kam das Mädchen mit seiner Mutter wieder in die Praxis."

Sie wollte also abtreiben, war aber zu spät für Beratungsregelung, hätte aber eventuell nach medizinischer Indikation abtreiben können, hat es aber nicht => bereits die Hürde nicht mehr nach Beratung sondern nur aufgrund medizinischer Indikation abtreiben zu können, führte dazu, dass obwohl sie eine Abtreibung wollte, keine Abtreibung stattfand => das gesetzliche Verbot bzw. die gesetzliche Regel, dass Abtreibung nach Beratung nur bis zur 12 Woche nach Befruchtung geht, hat hier eine Abtreibung verhindert => insofern irgendjemand behaupten wollte, Verbote würden nie Abtreibungen verhindern, ist das widerlegt

(Und nein, ich frage hier nicht, wie eine solche quasi gesetzlich bedingte Fortführung einer Schwangerschaft ethisch zu werten ist; sondern nur nach Meinungen/Argumenten dazu, ob Verbote wirken)

Antwort
von Steffile, 46

Ich glaube nicht, dass irgendjemand "niemals" behaupten wuerde. Das waere eine unwissenschaftliche Aussage und nur polulaer.

Es ist aber Tatsache, von vielen Studien belegt, dass die Zahl der illegalen Abtreibungen und damit die Gesundheitsrisiken fuer die Frauen stark steiegen, wenn Abtreibung illegal ist.

Kommentar von carn112004 ,

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/4760449/Verbote-verhindern-Abtre...

"Abtreibungsverbote verhindern Abbrüche nicht. Sie drängen Frauen in die Illegalität und gefährden Gesundheit und Leben von Frauen."

Im von mir in Eingangsfrage verlinkten Fall hat Abtreibungsverbot bzw. -einschränkung wohl Abtreibung verhindert und die Schwangere wurde nicht in die Illegalität gedrängt.

http://www.woman.at/a/was-verbot-abtreibungen-bewirkt

"Denn Verbote verhindern keine Abtreibungen. Sie sorgen einzig dafür, dass Frauen diese unter oft fragwürdigen sowie unhygienischen Maßnahmen im Geheimen durchführen und somit ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Das beweist eine Analyse der Daten von Abtreibungen weltweit in den Jahren 1990 bis 2014 durch das Guttmacher-Institut. "

"einzig" drückt gerade aus, dass niemals ein Verbot eine Abtreibung verhindert.

Besonders dumm ist ferner die Behauptung, dass entsprechende Guttmacher-Studien sowas "beweist"; als rein vergleichende Studien können die höchstens Korrelationen erfassen und somit gar nichts beweisen.

Antwort
von armeskaenguru, 21

Hallo

Nein, gesetzliche Verbote haben nun beschränkt Einfluss. In Ländern, wo Abtreibung verboten ist, gibt es mehr Abtreibung als in Ländern, wo es legal ist. Es sterben in Ländern, wo es verboten ist, viele Frauen, weil die Abtreibung unprofessionel durchgeführt wird.

Beim besagten Fall hätte das Mädchen im Ausland (z. B. Holland) abtreiben können. Da könnte es dann höchstens an den Finanzen scheitern, weil niemand dafür zahlen würde. Was hat es dem Mädchen gebracht, dass es aufgrund gesetzlicher Regeln nun das Kind gebären musste?

Freundlichen Gruss

tm

Kommentar von carn112004 ,

"Was hat es dem Mädchen gebracht, dass es aufgrund gesetzlicher Regeln nun das Kind gebären musste?"

Eventuell nichts, aber ich bin immer wieder über die Gewissheit mancher irritiert, die behaupten, Verbote würden keine Abtreibungen verhindern; finde es ein bischen mutig bei ca. 190 Ländern weltweit und dutzenden oder hundert Millionen ungeplanten Schwangerschaften jährlich zu behaupten, dass es keinen einzigen Fall gab, bei dem ein Gesetz eine Abtreibung verhindert.

Kommentar von armeskaenguru ,

Hallo

Ich habe doch nicht gesagt, es würde in keinem Fall verhindert.

In 190 Ländern ist es also verboten, trotzdem gibt es weltweit 56 Millionen Abtreibungen und davon am meisten in Ländern, wo es verboten ist... Am ehesten trifft ein Verbot nur die, die eh arm, jung und am schwächsten sind.

Freundlichen Gruss

tm

Antwort
von Deamonia, 14

Die Behauptung ist falsch, wer sich vom Gesetz davon abhalten lassen würde ist nicht wirklich Abtreibungswillig, sondern hegt irgendwo noch zweifel. 

Es gibt für so gut wie jeden Fall eine Ausnahme, aber diese extremen Ausnahmen werden aus der Statistik für Gewöhnlich rausgerechnet. 

Es gibt schließlich auch Leute die einen Flugzeugabsturz überlebt haben, und trotzdem würde niemand die Behauptung "Flugzeugabstürze sind Tödlich" in Frage stellen, oder? 

Dein Beispiel hat damit allerdings überhaupt nichts zu tun, Abtreibung nach Medizinischer Indikation hat nämlich weniger Hürden als die Abtreibung nach Beratung. Bei Medizinischer Indikation kann man einfach einen Abtreibungstermin machen und fertig. 

In dem von dir genannten Fall ist stark davon auszugehen, das die Eltern anders als es das Mädchen erwartet hat, ihr Unterstützung geboten haben, statt sie zu verstoßen, und sie hat sich deswegen für das Kind entschieden.

Hätte ich damals nicht abtreiben "dürfen", glaub mir, ich hätte trotzdem kein Kind bekommen! 

Es gibt sogar Frauen, die sich in der Schwangerschaft extra ungesund verhalten (Alkohol & Drogen) um den Fötus so weit zu schädigen, das sie mit medizinischer Indikation Spätabtreiben dürfen. 

Kommentar von carn112004 ,

"In dem von dir genannten Fall ist stark davon auszugehen, das die Eltern anders als es das Mädchen erwartet hat, ihr Unterstützung geboten haben, statt sie zu verstoßen, und sie hat sich deswegen für das Kind entschieden."

Warum irgendwas vermuten, statt einfach den Artikel zu lesen?

Die Ärtze wurden VERKLAGT, weil sie die Eltern NICHT INFORMIERTEN und dadurch der 15-jährigen ein Schaden entstand. So eine Klage wäre total sinnlos und würde auch niemand probieren, wenn die 15-jährige zeitnah nach dem Klinikbesuch die Eltern informiert hätte, denn dann wäre der behauptete Schaden aufgrund dessen, dass die Eltern nichts wissen, ja nie entstanden.

Aber ich kann dir gerne das Urteil selbst verlinken:

https://openjur.de/u/130890.html

"Die Klägerin meint weiter, die Beklagte sei zur Zahlung von Unterhalt für das geborene Kind verpflichtet. Hierzu behauptet sie, dass es bei einem rechtmäßigen Verhalten der Beklagten zu einem Schwangerschaftsabbruch gem. § 218a Abs. 2 StGB wegen medizinischer Indikation aufgrund des Alters der Klägerin, der damit einhergehenden Unreife und der durch die Geburt
entstehenden Belastung gekommen wäre."

Klage behauptet also eindeutig, dass das Mädchen die Abtreibung nach § 218 Abs. 2 StGB hinbekommen hätte, wenn die Eltern informiert worden wären, und sie die Abtreibung nicht hinbekommen hat, weil die Eltern nicht informiert wurden.

Du hast also mit deiner Vermutung vollständig unrecht, es sei denn natürlich du unterstellst der Betroffenen, dass ihr Vorbringen vor Gericht von vorne bis hinten erlogen war. Also jetzt einfach ein "Sorry, hast ja recht.".

"wer sich vom Gesetz davon abhalten lassen würde ist nicht wirklich Abtreibungswillig, sondern hegt irgendwo noch zweifel."

Und hat irgendwo mal irgendwer ermittelt, wieviele Frauen noch Zweifel in der Art haben und trotzdem abtreiben?

Kommentar von Deamonia ,

Die Klage wurde aber abgewiesen, daher ist es ja eben als unwahr bewiesen was sie behauptet, und bestätigt meine Position.

Die Ärztin hat sich völlig Korrekt verhalten, die Eltern nicht zu informieren.

Das Mädel hat das Kind bekommen und sucht nun jemanden der dafür zahlt, ganz einfach. Ja, das unterstelle ich der Betroffenen!  

Denn die Eltern haben ja früher oder später von der Schwangerschaft erfahren, und dann wäre eine Spätabtreibung immer noch möglich gewesen. 

Kommentar von carn112004 ,

Ok, immer noch zu faul zum Lesen und zum Denken.

Und die Behauptung, dass weil die Klage abgewiesen wurde, eine bestimmte Behauptung ihrerseits als unwahr bewiesen wurde, ist schlicht dumm.

Es bleibt dabei, sie hat angegeben, dass sie eine Abtreibung nach Beratung vornehmen wollte, dafür war es zu spät, wäre die Frist länger gewesen hätte sie ihrer eigenen Behauptung nach abgetrieben; folglich behauptet zumindest eine, dass sie keine Abtreibung vorgenommen hat, weil das Gesetz Abtreibungen einschränkt. Daran ändert sich auch nichts, wenn du zu faul zum lesen bist.

Kommentar von Deamonia ,

Hätte ich es nicht gelesen, wüsste ich nicht, das die Klage abgewiesen wurde. 

Du magst meine Feststellungen ja für dumm halten, das macht sie aber nicht weniger wahr. 

Bei einer Medizinischen Indikation gibt es keinerlei Frist mehr, man kann bis vor der Geburt abtreiben, ohne Vorgespräch. Daher ist die Aussage des Mädchens das sie abgetrieben hätte, wenn die Frist länger wäre schlichtweg gelogen, denn für sie gab es dank der medizinischen Indikation keine Frist mehr. 

Das Mädchen behauptet im Klartext, das wenn ihre Eltern davon gewusst hätten, sie abgetrieben hätte, aber da die Eltern es nicht wussten hat sie nicht abgetrieben. Das hat absolut nichts mit Fristen oder Verboten zu tun, da es für sie, wie schon gesagt, keinerlei Fristen mehr gab.

Allerdings werde ich mich nicht weiter mit dir unterhalten, da du hier haltlose und unwahre Behauptungen über MICH aufstellst, und dich in Beleidigungen flüchtest, wenn dir die Argumente ausgehen.

Kommentar von carn112004 ,

"Du magst meine Feststellungen ja für dumm halten, das macht sie aber nicht weniger wahr."

Nein, diese Behauptung:

"Die Klage wurde aber abgewiesen, daher ist es ja eben als unwahr bewiesen was sie behauptet,"

ist juristisch schlicht totaler Unfug; als letzter Tipp, durch ein negatives Urteil/Abweisung einer Klage wird NIEMALS BEWIESEN, dass irgendeine Behauptung unwahr ist. Das passiert nämlich wenn nicht durch das Urteil, sondern durch die Beweisaufnahme.

"Allerdings werde ich mich nicht weiter mit dir unterhalten, da du hier
haltlose und unwahre Behauptungen über MICH aufstellst, und dich in
Beleidigungen flüchtest, wenn dir die Argumente ausgehen."

Sorry, es ist keine Beleidigung, sondern obejktive Tatsache, dass die Aussage
"Die Klage wurde aber abgewiesen, DAHER ist es ja eben als unwahr bewiesen was sie behauptet,"
Unfug und dumm ist.

Und zu faul zum Lesen bist du nachweislich da unter:

"

Tatbestand

"

seitens des Gerichts ausgeführt wurde:

"
Die am 29.01.1991 geborene Klägerin suchte zusammen mit ihrer Mutter die
gynäkologische Praxis der Beklagten am 09.11.2006 mit dem Wunsch zur
Kontrazeption auf. Im Rahmen einer dabei durchgeführten Sonographie
stellte die Beklagte eine Schwangerschaft der Klägerin fest. Die Mutter
der Klägerin erfuhr hiervon nichts, da sie sich währenddessen im
Wartezimmer aufhielt. Die Klägerin wünschte die Vornahme eines
Schwangerschaftsabbruchs. Die Beklagte vereinbarte daraufhin für die
Klägerin zunächst einen Termin bei einer Beratungsstelle und überwies
sie anschließend ins Krankenhaus. Im Kreiskrankenhaus H wurde am
10.11.2006 festgestellt, dass sich die Klägerin bereits in der 14.
Schwangerschaftswoche befand und somit ein Abbruch im Wege der
Beratungslösung nicht mehr in Frage kam. Die Beklagte wurde hierüber am
13.11.2006 von der Oberärztin des Kreiskrankenhauses H, Dr. X,
unterrichtet.

"

, womit das da stehende unstrittig also als wahr im Prozess galt; als wahr galt somit:

1. sie wollte abtreiben;

2. konnte aber nicht wegen der Frist

Sorry, wenn man sowas überliest, dann hat man nicht mit genug Sorgfalt gelesen.

Du hast schlicht keinen Nerv für eine Diskussion; gibts leider viel zu häufig.

Kommentar von Deamonia ,

Ich werde mich nicht zum X-ten mal wiederholen, lies meinen letzten Kommentar, insbesondere im Bezug auf die Fristen.

Ich werde mich nicht auf dein Niveau der fortgesetzten falschen Behauptungen herablassen, viel Spaß weiterhin da unten.

Kommentar von carn112004 ,

Und du lies bitte, dass das Gericht unstrittig in seinem Urteil festgestellt hat, dass sie abtreiben wollte, dieses aber erstmal daran scheiterte, dass es eine 12 Wochen Frist gibt; die 12 Wochen Frist hat also eine Abtreibung verhindert.

Tut es emotional weh zugeben zu müssen, dass Gesetze Abtreibungen verhindern können? Oder wo liegt das Problem?

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