Ist die Bargeldabschaffung die letzte Möglichkeit um Banken in Krisenzeiten liquide zu halten?

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6 Antworten

Die Abschaffung des Bargeldes ist die große Versuchung von Politikern, die sich in allen Reden gern als Demokraten feiern, die aber in Wirklichkeit die totale Kontrolle über die Bürger anstreben. Nicht nur, dass man dann alle Vermögensbestände und Vermögensflüsse einsehen könnte. Die Finanzgeschäfte sind das Nervensystem einer modernen, globalisierte Massenwirtschaft. Wenn Du das kontrollieren kannst, braucht man Steuererklärungen nur noch für die Rückzahlungsansprüche - falls es dann noch was zurückgibt. Das ist die Einleitung der moderen Sklavenhaltergesellschaft. Selbstverständlich bedeutet das, dass auch die Banken zu staatlichen Verwaltungsstellen umfunktioniert werden für ein unbegrenztes Schalten und Walten der Politiker. Das läuft auf eine moderne Form des Supersozialismus hinaus - was aber die Möchtegern-Sozialisten nicht so richtig begreifen. Die Politik muss dann nur noch moralisch begründen, dass sie besser als das Individuum weiß, was für die Gesamtheit der Individuen - das einzelne Individuum eingeschlossen - gut ist. Sollte dann das einzelne Individuum nicht einverstanden sein, hat es halt nicht das richtige Bewusstsein! (Ist ja jetzt schon ein Argument der Sozialisten!) Wahrscheinlich sind dann jetzt als kriminell verstandene Strukturen der einzige Ausweg, sich der Allkontrolle des Staates zu entziehen. Ein Buch dazu könnte den Titel tragen: Stalins Traum.

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Kommentar von krzzr
27.06.2016, 14:05

schon jetzt kannst du kein bargeld auf fremde konten einzahlen..

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Kommentar von andre123
27.06.2016, 14:59

Also spitz formuliert würde dies ja bedeuten, daß Sie Steuerbetrug, Verschleierung von Vermögenswerten etc als berechtigte Form der Umgehung von Abgaben gutheißen. Denn nichts anderes bedeutet es, wenn man Gründe sucht, warum Vermögensgegenstände und Bewegungen nicht kontrolliert werden sollen. Welche größere Steuergerechtigleit kann es geben, als eine exakte Aufnahme der tatsächlichen Summen.  Da die Staatsausgaben ja zwangsläufig anfallen hieße alles andere, der Ehrliche (oder Dumme) zahlt für den "Verschleiernden " mit. Und es sind in der Regel eher die oberen 10 % welche in der Lage sind , die wenigen derzeit  vorhandenen  Kontrollen zu unterlaufen.   

Und ja,  wenn das Individuum eine andere Meinung  hat als das bestehende  Gesetz dann hat es halt Pech gehabt ! Demokratie und Sozialstaat sind schließlich keine Einbahnstrasse.  Steuern , so ärgelich sie auch für den Einzelnen sein mögen, dienen schließlich der Allgemeinheit und wurden von denen beschlossen, die vom Volk dafür gewählt wurden.  

Und um bei Ihrer Metapher zu bleiben, die "Sklavenhalter" sind  in der Regel diejenigen, welche ein Interesse daran haben, ihre tatsächlichen Vermögenswerte zu verschleiern. Eine Offenlegung durch absolute Kontrolle der Finanzgeschäfte würde der Umverteilung zugute kommen.

Auch die Argumentation , daß System sei dann anfällig für Korruption ist recht schwach.

Ich sehe zwar auch die Durchsetzung als sehr problematisch an, aber mit dem gleichen Argument könnte man auch sagen  Es macht keinen Sinn Geschwindigkeitbegrenzungschilder aufzustellen, da sich eh  kaum einer daran hält


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Es ist dies die Politik der gläsernen Taschen, dann haben wir Orwell-Verhältnisse in Reinstkultur.


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hmm, ich glaube kaum, dass das Geld "unbar" nach Panama gelangte, das wäre ja nachvollziehbar. Es ging dort außerdem nicht um Geldwäsche ( aus illegal mach legal ) sondern primär um Steuervermeidung.

Theoretisch kann eine Bank nicht illiquide werden, so lange die Zentralbank unbeschränkt, zur Not unbesicherten Kredit an die Geschäftsbank gewährt.

Die u.U. geplanten Einschränkungen ( niemand, aber wirklich niemand außer ein paar abgedrehten Verschwörungstheoretikern spricht von Abschaffung ) haben nichts mit einer schwachen Wirtschaft zu tun.

Eine massive Flucht ins Bargeld könnte aber der Wirtschaft u.U. schon kräftigen Schaden zufügen, da die Banken ja mit einer Kreditsprerre versuchen würden , sich zu "wehren".

So kaputt wie die Leute in diesem Land sind halte ich es natürlich nicht für ausgeschlossen, dass es soll Vollpfosten gibt, die eine zusammenbrechende Wirtschaft auch noch "geil" finden.

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Nein, ist es nicht.
Alles was an tun muss ist die Banken zu regulieren.
Geld ist hoheitlich, nicht die Privatveranstaltung der Banken.

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Also der Bargeldumlauf ist im Vergleich zum Buchgeld und erst recht zu den Finanzderivaten eine zu vernachlässigende Größe.

Das das Bargeld abgeschafft werden könnte, um die Liquiditätesversorgung der Banken zu gewährleisten ist wirklich  absoluter Unfug.

Schon eher die Überlegung, ob wirtschaftspolitisch gewollt, damit vermieden werden soll, daß Bargeld dem Buchgeld vorgezogen wird, um (zukünftige)Negativzinsen auf Konten auch für Privatkunden vermeiden zu können. 

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Die wollen schon das Bargeld abschaffen um ein Negativzins zu erreichen, wenn es den Banken durch ihre Spekulationen schlecht geht ehöhen sie einfach den Negativzins, das wäre dann die totale Kontrolle, meist natürlich der kleinen Leute, weil die Reichen haben ihre Offshorekonten.
Was das Wirtschaftssystem angeht, wackelt es an allen Enden und es ist schon betrügerisch und eigentlich müsste das System auch neugestartet werden, nur dann würden die Reichen ihr Geld auch verlieren, daher will das keiner, das kapitalistische System krankt und bis es kippt, das wird noch dauern, weil die Zinsen können die Schuldnerstaaten noch erbringen, so lange das noch so ist, wird es dauern.

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Kommentar von andre123
27.06.2016, 14:35

Absolut richtig, der (mögliche zukünftige) Negativzins ist der eigentliche Grund für die Forderung. Allerdings sind "die"  hier ausnahmsweise mal nicht die Banken, sondern die Politik.

Der Abbau der Staatsschulden durch die  Nullzinspolitik, und das "Pumpen " von Geld in den Wirtschaftskreislauf um diesen aufrecht zu erhalten sind die Gründe.

Die Banken haben davon extreme Nachteile, es liegt nicht in deren Interesse, da aktuell fast das komplette Zinsmargengeschäft wegfällt. (keine Fristentransformation  mehr lohnend  usw)

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