Frage von HarryKlopfer, 117

Ist die Aussage von Sokrates "Ich weiß, dass ich nichts weiß" vollkommender Blödsinn, weil Widerspruch?

Wenn er nämlich behauptete "Ich weiß, dass ich nichts weiß." Dann beinhaltet diese Aussage schon ein Wissen. Also müsste nach Adam Riese diese Aussage von Sokrates töricht und schwachsinnig gewesen sein. Vielleicht war er ja auch besoffen, als er das sagte

Antwort
von FaljeNieut, 53

Es relativiert in gewisser Form unser/sein Wissen.

Außerdem soll diese Übersetzung auch nicht ganz korrekt sein. Denn eigentlich heißt es: Ich weiß, worüber ich nichts weiß/Ich weiß, dass ich nicht weiß. Mit dieser Übersetzung wäre der Sinn wieder komplett anders und, wie ich finde, leichter nachzuvollziehen.

Kommentar von lalala321q ,

>Ich weiß, worüber ich nichts weiß< macht viel mehr Sinn!!!

Antwort
von PeterSchu, 36

Zunächst ist es mal eine Frage der Übersetzung, denn eigentlich sollte es heißen "Ich weiß, dass ich nicht weiß". Er behauptet also keinesfalls, dass er nichts weiß. Er will nur die Relativität unseres Wissens betonen.

Einerseits ist unser Wissen im Verhältnis zu allem, was an Wissen möglich ist, in der Tat sehr wenig. Und zweitens ist unser Wissen sehr relativ und kann sich durch neue Erkenntnisse ständig ändern. So hat man jahrzehntelang behauptet, dass Spinat gesund sei und viel Eisen enthalten würde, bis man festgestellt hat, dass irgendwann einfach nur ein Kommafehler begangen und weiter gegeben wurde. Alle glaubten also, etwas zu wissen, aber irrten sich trotzdem.

Die Geschichte der Menschheit war schon immer dadurch geprägt, dass man Dinge glaubte und gelehrt hat, aber irgendwann wurden viele dieser Lehren revidiert. Und das wird auch nie aufhören. Auch wir laufen heute sicherlich irgendwelchen Dummheiten hinterher, über die man später mal den Kopf schütteln wird.

Antwort
von lalala321q, 43

ich habe darüber auch schon philosophiert und bin zu dem Schluss gekommen dass man diese Aussage nicht 100% 1:1  nehmen kann. Natürlich weiß Sokrates schon etwas. Er wird wohl wissen wie er heißt. die man einen Schuh bindet, dass man das Saatgut im Frühling aussäht und im Herbst erntet, dass es im Winter kalt ist, dass er weiss dass er nichts weiss, wieviel 1+1 ist usw usw.

Meiner Meinung nach will er mit dieser Aussage nur verdeutlichen dass es da draußen im Universum noch so viele Unerforschtes gibt (das er noch nicht weiß). Außerdem, wenn man immer nur mit dem Kopf herumphilosophiert, dann vielleicht noch Alkohol trinkt.. dann kommt man schnell in eine Art Sackgasse, fühlt sich gefangen und hilflos.

So gesehen ist seine Ausage ,,ich weiß dass ich nichts weiß" nicht so ganz richtig.  Vielleicht macht er sich damit auch kleiner als er ist, vielleicht ist das seine Art der Demut gegenüber dem Universum/Gott. 

Kommentar von HarryKlopfer ,

Wir wissen dieses und jenes, und vieles wissen wir noch nicht. Mit Demut hat das alles nichts zu tun. Demut ist in vieler Hinsicht Gefühlsduselei

Antwort
von Bestie10, 28

sicherlich hörte unser HarryKlopfer noch nie was von nem Oxymoron   

im Fall von Sokrates um ein Paradoxon ...ebenso wie "das einzig Beständige ist die Veränderung"  wegen mir klüger als der Klügste ...

Kommentar von HarryKlopfer ,

Ich befürchtete schon, dass mich jetzt von dir ein hochphilosophisches Gegenargument  in die Knien zwingen würde.  Dein Name ist ja auch höchst respekteinflößend

Kommentar von Bestie10 ,

 willst du dich mit einem Sokrates duellieren

vermute mal gegen einen "unbewaffnete" hätte er es abgelehnt anzutreten

Kommentar von HarryKlopfer ,

Beständig ist einiges. Energie ist weder erzeugbar noch vernichtbar und E = mc^2 ist eine Gleichung für die Ewigkeit. Aber das und einiges andere konnte Sokrates auch nicht wissen.

Kommentar von Bestie10 ,

... für die Ewigkeit ?

weder die Formel von Einstein ist für die Ewigkeit noch sonst was

was versteht man unter Singularität ?

galten die Naturgesetze zum Moment des Urknalls ... kaum

wenn Energie nicht erzeugbar ist, wie entstand dann das Universum aus dem (eigentlich)  "Nichts"

Kommentar von HarryKlopfer ,

Etwas, das weder erzeugbar noch vernichtbar ist, hat ewigen Bestand. Energie läßt sich nur umwandeln, nicht aber erzeugen. Stromerzeuger, wie sich manche Energielieferanten nennen, kann es demnach gar nicht geben. Wie das Universum aus einem Nichts entstehen konnte? Wer sagt denn, dass es nur positive Energie und positive Materie gibt? Und ja, Einsteins weltberühmte Gleichung hat innerhalb einer Singularität tatsächlich keinen Bestand. Das heißt aber nicht, dass sie falsch ist, sondern nur, dass sie im Falle einer Singularität vervollständigt werden muss. 

Kommentar von HarryKlopfer ,

P.S.: Nichts = nicht gleich absolut Nichts. Google mal unter: "Was ergibt 0 + 0 + 0...ad infinitum =?"

Kommentar von HarryKlopfer ,

....vervollständigt werden muss... durch Hinzufügung eines transfiniten Therms vielleicht?!

Antwort
von Maimaier, 25

Eigentlich sagte er "Ich weiss, das ich nicht weiss", (nicht anstatt nichts).

Außerdem aus dem Kontext gerissen. Sokrates hat sich gerne dumm gestellt und die anderen gelobt, dann aber so geschickt immer wieder gefragt bis seine Gegner keine Antwort mehr wussten. Platons "Politeia" ist voll davon. Er selbst hat den Stil glaube ich "Dialektik" genannt, dachte er wäre der klügste, unter anderem weil er das Orakel von Delphi nach einen Lehrer für ihn frage und sie sagten, so einen gäbe es nicht. (Hoffentlich habe ich jetzt nichts durcheinander gebracht)

Gibts heute immer noch. "Hast du gesehen, wer die Vase kaputt gemacht hat?" "Ich weiss von nichts."

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