Frage von esthmon, 40

Ist die Ausbildung doch nicht das richtige für mich?

Hallo Leute, Ich bin zur Zeit ziemlich verzweifelt. Im August habe ich eine Ausbildung zur kauffrau für speditions- und Logistik Dienstleistungen angefangen. Nach einer Woche Arbeit fiel ich 6 Wochen wegen Krankheit aus - das ist schon mal ein echt mieses Gefühl.

Als ich wieder auf Arbeit kam erfuhr ich das meine derzeitige Ausbilderin nur noch bis Ende des Jahres in Betrieb bleiben wird. Seitdem war sie immer unfreundlicher zu mir und kritisierte mich immer mehr das ich zu langsam bin, bei allem zu oft nachfrage und mir zu wenig aufschreibe.

Nun kurz vor Ende der Probezeit hatte ich ein Gespräch mit meinem Vorgesetztem. Er ist zufrieden mit meinem Erscheinungsbild, ich bin respektvoll und frage andere ob ich ihnen Arbeit abnehmen kann. Aber ich muss mich mehr konzentrieren und Gas geben. Er meinte er möchte an mir festhalten im Betrieb aber ich darf mich auch nicht damit quälen und es wird nicht einfach werden.

Das klingt erstmal nicht so schlimm aber ich empfand das Gespräch dadurch als sehr negativ und habe seitdem ständig Zweifel ob mich das alles überhaupt interessiert oder nicht. Es klang für mich auch so als ob ich jetzt schon meine einfachen Aufgaben nicht erfüllen kann, wie soll das dann später werden ? Ich glaube weniger das ich es nicht kann als das es mich einfach nicht interessiert.

Nun habe ich für drei Wochen Berufsschule (schon eine Woche fast um) und danach möchte er nochmal ein Gespräch mit mir führen und festlegen ob ich im Betrieb bleibe oder nicht. Die Berufsschule läuft bisher gut, ich habe aber auch ein Fachabitur mit Wirtschaft und man braucht für diesen Beruf nur die mittlere reife.

Ich bin nun voller Zweifel, denke an nichts anderes als dieses Gespräch und glaube das Ich diesen Beruf nicht für immer machen will. Durch dieses nächste Gespräch habe ich das Gefühl bis dahin entschieden haben zu müssen ob ich nun diese 3 Jahre Ausbildung mache. Auch weil ich bis dahin ja noch in der Probezeit bin und einfacher kündigen könnte. Ich möchte jetzt nicht drei Jahre lang eine Ausbildung machen die mir gar nicht liegt. Habe aber auch noch keine genauen Vorstellungen von einer anderen Ausbildung und weiß nicht ob ein Wechsel jetzt noch möglich

Ich hoffe hier einfach das mir jemand sagen kann was ich jetzt tun kann, was ich in diesem Gespräch sagen kann, oder ob es jemandem schon mal ähnlich ging.

Danke schon mal im voraus.

Expertenantwort
von judgehotfudge, Community-Experte für Ausbildung, 40

Hallo esthmon und willkommen bei GF!

Das klingt erstmal nicht so schlimm aber ich empfand das Gespräch dadurch als sehr negativ und habe seitdem ständig Zweifel ob mich das alles überhaupt interessiert oder nicht.

Das verstehe ich nicht. Entweder es interessiert Dich oder nicht. Das ist doch nicht von einem Gespräch abhängig.

Nun habe ich für drei Wochen Berufsschule (schon eine Woche fast um) und danach möchte er nochmal ein Gespräch mit mir führen und festlegen ob ich im Betrieb bleibe oder nicht.

Auch das verstehe ich nicht. Da können sich doch in der Berufsschule keine neuen Erkenntnisse ergeben - besonders nicht bei ihm.

glaube das Ich diesen Beruf nicht für immer machen will.

Das musst Du auch nicht, selbst wenn Du die Ausbildung erfolgreich abschließt.

Habe aber auch noch keine genauen Vorstellungen von einer anderen Ausbildung und weiß nicht ob ein Wechsel jetzt noch möglich

Prinzipiell wäre ein Wechsel schon möglich - aber nicht, wenn Du nicht weißt, wohin Du wechseln willst.

Antwort
von hertajess, 32

Für mich klingen Deine Ausführungen nach mangelnder Ausbildungsreife. Das Leben ist nun mal kein Zuckerschlecken. Ich hätte mir in meinen beiden Ausbildungsplätzen gewünscht ich hätte Notizen machen dürfen. War aber nicht der Fall. Ich hätte es auch gut gefunden wenn es vor Ende der Probezeit zu einem Gespräch mit dem Chef gekommen wäre. War aber auch nicht der Fall. Schlechte Laune der Ausbilder in der Praxis? Wenn ich mich deswegen gejuckt hätte hätte ich zumindest meine Umschulung nicht geschafft. Da bin ich in der Praxis gemobbt worden. Aber: Ich habe die Geschichte umgedreht. Da haben sie geschrien wie am Spieß.

Das Leben ist nicht dazu verpflichtet Dich mit Glacéhandschuhen anzufassen. Schon gar nicht in diesem Berufsbereich. Und wenn Du davon träumst mit einem Wirtschaftsstudium kämst Du nach Wolkenkuckucksheim dann lasse Dir schriftlich geben: Das ist eine Täuschung. Da wird zwar mit anderen Mitteln gekämpft aber es wird bis aufs Messer gekämpft. Das ist dann eine andere Geschichte als schlechte Laune. Diesbezüglich könntest Du durchaus nachfragen wo die Ursache liegt. Dich also für Deine Mitmenschen interessieren. Was die Arbeitsgeschwindigkeit angeht: Üben. Das kannst Du auch nach Feierabend wenn Du willst. Wärest Du ganz bestimmt nicht der erste Mensch dem seine Zukunft wert ist ein wenig Freizeit zu investieren damit sie auf ordentlichen Füßen steht. 

Antwort
von harleyman, 31

Ob du dich dafür interessierst oder nicht kannst nur du selbst beurteilen. Dein Vorgesetzter wollte dir sagen, dass dieser Job kein Zuckerschlecken ist, und dich einfach motivieren. Aber Job ist eben harte Realität und da zählt erst mal nur Leitung. Werde dir über deine Ziele klar, und sei selbstkritisch mit dir, wie du dich in deiner Ausbildung machst.

Antwort
von JulchenXXY, 34

Sprich mit jemandem aus deinem Umfeld (Kollege, Lehrer,...). Als Ferndiagnose ist das schwer zu beurteilen. Mach eine Liste mit pro und  con. Informiere Dich über Studiengänge. Entscheiden musst du selber.

Ich habe mein Studium nach einem Semester abgebrochen und es nicht bereut. 

Viel Erfolg! 

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