Frage von kike3, 274

Ist die AFD rechts/ eine rechte Partei?

Antwort
von kath3695, 70

Eine rechte Position zeichnet sich häufig durch die Infragestellung der rechtlichen Gleichheit von verschiedenen "Menschengruppen" aus.

Darunter zählt sowohl Rassismus als auch Sexismus, Homophobie, Transphobie oder Antisemitismus. Auch die sogenannte "Islamisierung" ist ein Teil davon, dass sie eine Religion als Feindbild mit sich führt.

Das waren selbstverständlich nur Beispiele und es gibt viele weitere Themenbereiche für eine derartige Diskriminierung.

Kommentar von kath3695 ,

So weit weicht das ja aber nicht ab. Zumindest auf den Gesichtspunkt bezogen, den ich angesprochen habe. Dass es noch andere Aspekte gibt, wollte ich damit niemals abstreiten.

Kommentar von Christian45xxx ,

Je nachdem wie man es sieht. Deine Definition ist auf den Schlußsatz zugehend aufgebaut und fängt deine politische Meinung ein. Meine verlinkte Definition führt dagegen die historische ursprüngliche Bedeutung und die volkstümliche Vorstellung wieder.

Daran erkennt man, wie groß der Interpretationsspielraum ist. Es können zwei Leute von einer rechten Partei reden und doch unterschiedliches meinen.

Leider ist dieser Sprachgebrauch zum gängigen Alltag geworden. In der Politik weil man Argumentationsspielraum braucht oder erst garnicht verstanden werden will. Beispiele: kalte Progression, Populismus....

In der Bevölkerung weil viele meinen sie klingen gebilderter oder weil sie in einer Diskussion mit dehnbaren Fachbegriffen erhoffen den anderen dumm da stehen zu lassen. Das Resultat ist, dass man an einander vorbei redet und letzendlich hat dann wirklich keiner mehr eine Ahnung von der Materie, weil die Wörter gerade im Internetzeitalter einer sehr schnellen Transformation unterlegen sind. Bsp.: Satire

Früher war die Satire die verschriftlichte Form der Karrikatur, also mit Übertreibung etwas ins Lächerliche ziehen, jetzt ...naja siehe Böhmermann.

Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Mmh, hab den Faden verloren darum einfach ein schickes Zitat zum Schluss

Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst...

aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist.

Elias Canetti

Kommentar von kath3695 ,

Ich finde, dass man den Fall Böhmermann nicht gerade als Beispiel nehmen sollte. Immerhin gibt es ja ein Strafverfahren wegen "Satire" oder eben doch nicht mehr Satire. Wenn wir Parteien nicht in dieses Spektrum einsortieren sollen, wie sollen wir sie sonst unterteilen?

Kommentar von Christian45xxx ,

1.Strafverfahren durch politischen Zwang

2. Meiner Meinung nach findet man die Differenzierung in den Parteiprogrammen, in den Plänen der Parteien, in den Wahrheitsgehalt und der Verlässlichkeit der Aussagen. Der Gebrauch von pauschalen Einordnungen wie rechts und links fördert nur das typische Klischeedenken und verhindert offene Diskussionen. Nehmen wir die AFD. Sie hat Inhalte, die man als rechts bezeichnen würde, aber auch Inhalte, die man in den Parteiprogramm der Linken finden könnte. Kann man pauschal sagen rechte Partei? Oder die Grüne und die Grenzsicherung?

Ab hier ist Frustfressen angesagt und an sich nichts passendes zur Frage:

Schau dir mal Bundestagsdebatten der 70er u. 80er an. Das ist Politik mit klaren Standpunkt Vertretungen, die natürlich Angrifffläche geboten hat, aber auch für etwas stand. Das ist auch der Grund warum ich der Meinung bin, dass die AfD der politischen Kultur in Deutschland gut tut. Jetzt ist sie natürlich kaputt geredet worden, hauptsächlich durch das typisch inhaltslose Gerede. Der Zulauf der rechtsextremistischen Szene kam doch erst hierdurch voll in Gang. Trotzdem zwingt ihre Popularität die etablierten Parteien sich sachlich mit den Problemen des Landes auseinander zu setzen und nicht mehr den Kurs der Parolen und Phrasen zu gehen.
Mir klingt noch im Ohr "Die Linke ist regierungsunfähig", da wahr der Sprachgebrauch der Politiker ja schon fast agitatorisch. 

Das hat diesmal bei der AfD nicht geklappt. Statt dem ganzen auf dem Leim zu gehen hat die Bevölkerung diesmal weggehört, weil sie das Vertrauen in die Medien und Politik verloren haben.

Verständlich wenn man einer Eurodebatte auf ARD folgt und plötzlich unisono verbal auf Lucke eingestürzt wird weil er ein Satzgefüge gebraucht hat (ALtkanzler Schmidt im übrigen auch) das in die faschistische Szene passt. Komische Logik, faschistisch weil er Deutsch spricht. Und das man dann die Unabhängigkeit der Öffentlichen anzweifelt verständlich.

Jetzt haben wir den Salat und eine AfD, die nun wirklich gefährliche Ansichten vertritt. Das wäre nicht passiert, wenn man sich von Anfang an sachlich mit der Partei auseinander gesetzt hätte. Ich frage mich allerdings ob man dazu noch fähig ist. Wahlkampf ist heute inhaltsloser als in den USA. Parolen wie "Wir schaffen das", "Refugees welcome", "Wir sind nicht das Weltsozialamt", "Mut zu Deutschland" reichen um Wähler zu bekommen, die sich dann ihre Weltanschauung rein interpretieren dürfen. Kommunikation findet dabei aber nicht statt. Das Schlimme ist, es gibt Leute die dann noch meinen sie hätten den vollen Durchblick, den wahrscheinlich noch nicht einmal die Politiker selbst haben.

P.S.: Wenn du eine Aussage kommentierst wäre ich sehr dankbar, wenn auch dort der comment-button gebraucht wird, damit man darauf antworten kann. Sonst bekommt man keine Meldung.

Antwort
von HenrikHD, 148

Die AfD ist definitiv Rechts. Aber nicht zwingend Rechtsradikal. (Beatrix von Storch mal ausgenommen)

Antwort
von Christian45xxx, 115

JA, die Partei ist rechts der CDU einzuordnen.

Das macht den Lobbyvertretern dort Angst. Haben früher die Unternehmen eine nationalistische Politik gestützt, sind heute die Konzerne Global aufgestellt und orientiert am Weltmarkt. Die Binnenwirtschaft kommt so leicht unter und eine Verarmung der Gesellschaft ist nicht weiter für sie relevant. Deshalb sieht es die CDU auch nicht gerne, wenn sich eine Partei rechts von ihr etabliert. Dumm nur, wenn man national das Vertrauen der Bevölkerung dann schon verloren hat und argumentationslos immer mit der Nazi-Keule schwingt.

"Menschlich ist es sich zu irren, bösartig ist es wissentlich an einer Irrung festzuhalten" passt da gut, wer auch immer das gesagt hat.

Dieses Zitat kommt mir immer in den Sinn wenn man neuen Parteien auf diese Art angeht. Die selbsternannten Volksparteien wirtschaften die Bevölkerung seit Schröder in die Armut und in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft....

und dann sollen sie die einzig wählbaren Parteien sein? Wer da raus möchte muss anders wählen. Ich bin mir nur nicht sicher ob dies die AFD sein soll. Ich wäre mehr für die Linke. Definitiv Arbeitnehmer freundlich eingestellt und bemüht, jetzt durch den Druck der AFD sogar gezwungen eine formgebende Partei zu sein da ihnen die Protestwähler weglaufen. Heißt bis 2017 sollten Konzepte auf dem Tisch sein, die durchführbar sind. 

Wer will das sich was ändert darf aber so oder so nicht wieder SPD, CDU und Grüne das Ruder uneingeschrängt überlassen. Es muss eine Partei her, der man die Chance gibt sich zu irren und sich zu korrigieren. 

Kommentar von Caesar3 ,

Bedenklich nur, dass immer mehr hier eingebürgerte Menschen mit muslimischem Familienbackground Wahlrecht bekommen werden und dementsprechend auch der Anteil der Stimmen für die Grünen und latent der SPD und der Linken auf Kosten der anderen Parteien steigen wird.

Ob dadurch der Arbeitende nicht noch mehr der Dumme sein wird, bleibt jedem selbst überlassen.

Kommentar von TeeTier ,

... immer mehr hier eingebürgerte Menschen mit muslimischem Familienbackground ...

Also "Deutsche"!

Was ist daran bedenklich, wenn Deutsche in Deutschland Wahlrecht haben? Sei lieber froh, dass es so ist! :)

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