Frage von XXLMaster98, 137

Ist der Westen an der Flüchtlingskrise und der Radikalisung der muslimischen Welt im nahen Osten nicht selber Schuld?

Führt der Westen nicht seit Jahren den Kampf gegen den "Terror" und ist dieser daraufhin nicht exponentiell angestiegen?

Hat Amerika nicht Al Qaida geschaffen, um gegen die Russen zu kämpfen?

Hat die Türkei keine Vorteile davon, wenn der IS weiterhin gegen die Kurden kämpft?

Antwort
von Skinman, 74

"selbst Schuld" ist eine sehr grobe Pauschalisierung, aber ich stimme zu, dass der Westen eine ganz erhebliche Mitverantwortung, wenn nicht den überwiegenden Teil der Verantwortung dafür trägt. Und das reicht zurück bis mindestens Ende des 19. Jahrhunderts. Sykes-Picot-Abkommen, Balfour-Deklaration...

Dann ist es natürlich nicht so als habe es nicht progressive Strömungen und Gruppen in der islamischen Welt gegeben, gerade nach dem Zweiten Weltkrieg in den 50-er und 60-er Jahren. Baath-Partei, Panarabische Bewegung, säkular geprägter arabischer Sozialismus... aber da haben die USA und Israel halt ausdauernd alles gegeben, um solche Strömungen weg zu intervenieren. Das hätte ja am Ende das klare Freund-Feind-Schema im Nahen Osten aufweichen können.

Mit klar antiwestlichen, erzreaktionären Kräften wie den Wahhabiten in Saudi-Arabien dagegen kann man hervorragend zusammen arbeiten, so lange dabei ordentlich Profit zu machen ist. Entsprechend macht zwar schon seit Jahrzehnten die Sprechblase vom "Beenden der Abhängigkeit vom Erdöl" die Runde in der Politik der USA, aber de fakto hat man keinerlei echte Anstrengungen in der Richtung unternommen, sondern höchstens Ablenkungsmanöver, um den Anschein von Fortschritt zu erwecken. Als Beleg muss man sich nur mal die Ausnahmeregelungen für Pick-ups von den Abgas- und Verbrauchsregelungen in den USA anschauen.

Und von Afghanistan, Irak, Iran müssen wir an der Stelle ja eh gar nicht erst anfangen.

Kommentar von eccojohn ,

Du schreibst hier schon sehr vielsagend und aussagekräftig und mit Durchblick - wenn du jetzt noch laut denken würdest wäre es so perfekt, das es ebenso wie die Realität wäre.

Daher PERFEKT !

Antwort
von voayager, 67

Ja, auch gewisse NATO-Staatwen tragwen maßgebliche Schuld durch ihre Militärinterventionen. Hinzu kommen noch die massiven Waffenlieferungen.

Antwort
von cherskiy, 61

Mit Deiner Einschätzung liegst Du vollkommen richtig. Ich habe die Hintergründe dazu bei einer ähnlichen Frage bereits kurz skizziert: https://www.gutefrage.net/frage/syrien-konflikt---akteure---interessensdurchsetz...

Die Türkei profitiert nicht nur durch den Kampf des IS gegen die Kurden sondern auch von dem illegalen Verkauf geklauten Rohöls des IS an die Türkei.

Antwort
von paulklaus, 50

Du beantwortest die Frage doch selbst (mit "JA !") !

Kurz gesagt: Was hätten wir für eine RELATIV friedliche Welt, wenn die USA nicht überall in der Welt Kriege provozierten, verbrannte Erde hinterließen und zerstörte Länder in ihre, der USA, gnadenlose Abhängigkeit brächten !!

Ich empfehle die beiden Werke "Bush at war" und "God won't save America !" !

pk

Antwort
von 666Phoenix, 56

Der Westen hat auf alle Fälle eine große Mitschuld! Denk u. a. auch an die Waffenexporte!

Kommentar von Tintenklechs ,

Entschuldige bitte diesen späten Kommentar zum Thema Waffenlieferungen aus dem Westen, also auch aus Deutschen Fabriken. Das hat dann immer den Anschein, als würde sich Herr Gabriel als Unterschriftengeber und die Bundesregierung mitschuldig machen an den Getöteten.

Bekommen die Interessenten keine Waffen aus Deutscher Produktion oder westlicher, dann aus China oder Russland oder Ukrainischer, je nachdem was sie haben wollen. Es geht um Waffen und deren Technologie und Muninachschub, Gebrauchsanleitung, Militärhilfe, das an sich binden.

Beteiligt man sich nicht mehr auf Waffenmessen von Deutscher Seite, ist man schneller raus aus dem technologischen Fortschritt als man vermutet. Die Folge wäre, das die Waffenkonstrukteure die in Pension gehen, ihre Erfahrungen nicht mehr an den Nachwuchs weitergeben können und wettbewerbsfähige Waffen irgendwann nicht mehr in Deutschland hergestellt werden können. Dann kann man wieder bei 'Pfeil und Bogen' irgendwann anfangen.

Außerdem kann man kein Land zu einem Waffenkauf von einem bestimmten Land zwingen. Das suchen sich die Käufer aus.

Und ja, natürlich ist man selber Schuld, will aber auch keinen Islamischen Staat wie er von dem sogenannten IS angestrebt wird mit allen Mitteln und wenn es eine scharfe Axt ist.

Warum selber Schuld. Holland hat nach meiner Meinung überreagiert nach dem Attentat in einem Pariser Konzertsaal und auf Straßencafes und dem sog. IS danach den Krieg offiziell erklärt. Frau Merkel musste ja mitmachen um 'Stärke' zu zeigen und schwupps sind auch wir im Krieg. Da bombardierten vorher aber auch französische Kampfjets Stellungen des IS und vielleicht auch Assad's und trafen sicherlich auch leider Teile der Zivilbevölkerung und auch deshalb der Zorn. Und wer Gewalt sähet wird Gewalt ernten.

Hätte man Saddam nicht entmachtet und gehenkt, wäre es nie so heftig gekommen. Die haben jetzt richtig Bock, die Kämpfer des IS. Das war vermutlich Kalkül, denn man muss sich ja erkenntlich zeigen für die Millionen, die für den eigenen Wahlkampf ausgegeben worden sind. Nach dem Motto, o.k. Boy, Du bist unser Kandidat, aber ganz ohne Eigennutz geht es auch bei uns nicht, wir haben Dir da mal eine Kostenaufstellung gemacht und wenn Du Unruhe im Irak schaffen könntest, wäre es nicht zu Deinem Schaden. 

Kommentar von 666Phoenix ,

Ich habe das saudumme Gefühl, Du willst die Waffenexporte Deutschlands rechtfertigen? Oder irre ich mich und Du meinst es mehr ironisch?

Außerdem kann man kein Land zu einem Waffenkauf von einem bestimmten Land zwingen. Das suchen sich die Käufer aus.

So haben auch die Erfinder der A-ombe argumentiert, nachdem die Amis ihre "Fat Boys" abgeworfen hatten.

Nee, mein Freund, die Hersteller solcher "friedensschaffenden" Waren sollten außer ihrem Profit-Kalkül auch die eventuellen Konsequenzen der Anwendung dieses Gerätes einrechnen!

technologischen Fortschritt

Als ob es auf anderen Gebieten keinen solchen geben würde!

das an sich binden.

Du meintest sicher "das An-sich-Binden"!

Als ob man mit anderen menschenfreundlicheren Waren niemanden an sich binden könne!

Dann kann man wieder bei 'Pfeil und Bogen' irgendwann anfangen.

Das wäre, erstens, ein "Fortschritt" für die Menschheit, denn es würde wieder (so man das als nötig erachten wollte) "richtig" gekämpft und nicht nur Knöpfchen gedrückt werden; zweitens, würde man aufhören, wahnsinnige Ressourcen an Material und Hirn in komplett unnötige Technologien und Systeme zu stecken, und könnte sich einigen wichtigeren Dingen in der Welt zuwenden!

Antwort
von Robert7194, 70

die Wirtschaftspolitik schuld

Antwort
von karapus001, 57

Ja, du hast Recht. Im großen und ganzen sind sie selber Schuld. Zum Wohle der Wirtschaft, aber auch um Einfluss zu gewinnen. Es sind auch paar einige Länder auch mit dabei, die nicht zum Westen gehören.


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