Frage von Sarox, 39

Ist der Vermieter bzw Gesellschaft dafür verwantwortlich Reparaturen zu vollziehen?

Guten Tag liebe GF-Community ,

Undzwar bin ich nach langem hin und her Reden mit meiner Mutter zu dem Entschluss gekommen mich hier mal an euch zu wenden und zu recherchieren.

Unsere Küche haben wir derzeit abgebaut und fesgestellt das einiges nicht in Ordnung ist. (Wasserleistung guckt aus der Wand , es war nie eine Lampe in der Küche und Steckdosen sind lose bzw es fehlen einige Steckdosen.).

Dies haben wir in mehreren Telefonaten angesprochen , also daher kam auch der Vermieter bzw die Gesellschaft und hatt sich das angeschaut.

Uns wurde Mittgeteilt das mehrere Kabel/Leitungen sicherheitshalber von Eingang bis nach Küche verlegt werden müssten , um Branntgefahr auszuschließen. Dies ist mit hohen Kosten verbunden , also bat der Mieter bzw Gesellschaft uns eine Mieterhöhung von 20€ zu unterschreiben , damit sie neue Steckdosen und Lampe anbringen.

Wir wollten keine Mieterhöhung desswegen...

Hatt die Gesellschaft in diesem Fall richtig gehandelt ?

ps: habe auch schon selbst Telefoniert mit denen , also ich bitte desswegen um gute Antworten & erfahrene bzw ausführliche Antworten

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
von ChristianLE, 32

Hier sollte grundsätzlich unterschieden werden, welche Arbeiten der Vermieter tatsächlich schuldet und welche nicht.

Defekte Steckdosen muss der Vermieter nach § 535 BGB reparieren, ohne dass er hierfür eine Mieterhöhung verlangen kann. Ggfs. gibt es allerdings eine Kleinstreparaturklausel im Mietvertrag, so dass Du die Steckdosen vielleicht selbst zahlen musst.

Zusätzliche Leistungen, wie die erstmalige Montage von Steckdosen oder Lampen schuldet der Vermieter nur dann, wenn diese vertraglich zugesichert worden sind. Ansonsten heißt es "gemietet, wie gesehen". In dem Fall kann der Vermieter durchaus verlangen, dass er diese Arbeiten nur in Verbindung mit einer Mieterhöhung durchführt.

Selbiges gilt für die Verkleidung/Versetzung der Wasserleitung. Wenn dies bei Mietbeginn schon so gewesen ist und hierdurch kein tatsächlicher Mangel vorliegt, muss der Vermieter dies nicht beseitigen.

Uns wurde Mittgeteilt das mehrere Kabel/Leitungen sicherheitshalber von Eingang bis nach Küche verlegt werden müssten , um Branntgefahr auszuschließen.

Wenn die Kabel grundsätzlich verlegt werden müssen, d.h. unabhängig von Euren Wünschen nach einer Lampe oder zusätzlichen Steckdosen, dann muss der Vermieter das im Rahmen des § 535 BGB auf seine eigenen Kosten durchführen.

20 € pro Monat hierfür halte ich nicht für angemessen, zumal diese Erhöhung sicher dauerhaft ist. In vier Jahren hättet Ihr dann fast 1.000 € nur für die Verlegung der Elektrik gezahlt. Wenn die Erhöhung begründet ist, dann würde ich diese nur unterschreiben, wenn diese auf einen bestimmten Zeitraum (ca. 2 Jahre) begrenzt ist.

Antwort
von bwhoch2, 17

Ihr wohnt seit 20 Jahren in der Wohnung und habt jetzt erst bemerkt, dass es in der Küche keine Lampe gibt???

Im Einzelnen: Die fehlende Lampe war wohl nie ein Problem. Fehlende Steckdosen sind nur dann ein Mangel, wenn sie als bestimmte Anzahl zum Zeitpunkt des Einzugs zugesagt waren. Die losen kann man befestigen und dass die Wasserleitung aus der Wand "guckt" ist kein Mangel, sondern ein Zustand, der wohl schon immer so war und bisher auch nicht gestört hat.

Vermutlich wollt ihr eine neue Küche einbauen, die auch eine Menge Geld kostet und es ist vielleicht wirklich an der Zeit. Um das alles vernünftig zu machen, habt ihr festgestellt, dass die Lampe und zusätzliche Steckdosen schon sehr nett wären. Das bedeutet eine Menge Installationsarbeiten und die Verlegung zusätzlicher Leitungen, was bisher offenbar nicht notwendig war (Stand der Technik vor 20 Jahren).

So gesehen, wäre keine einzige dieser Arbeiten, ausser das Befestigen der losen Steckdosen (kostet ungefähr 0 Cent oder wenn es ein Fachmann macht, rund 50 € / Kleinreparatur zu Lasten des Mieters) wirklich notwendig gewesen.

Ihr bekommt eine neue Küche und die Voraussetzungen dafür soll der Vermieter zahlen? Schon ehrgeizig!

Wenn der Vermieter für die Modernisierung, die ihr notwendig gemacht habt, dafür nun eine Mieterhöhung von 20 € pro Monat will, ist das verständlich. Ihr habt das akzeptiert und solltet glücklich darüber sein, dass Euer Vermieter überhaupt bereit war, auf Eure Anliegen einzugehen.

Was die Miethöhe anbelangt, ist es häufig so, dass bei lang dauernden Mietverhältnissen die Miete weit hinter Marktniveau zurück bleibt. Wann war denn die letzte Mieterhöhung und wie hoch ist euer m²-Preis im Vergleich zu Neuvermietungen in Eurer Gegend. Das kannst Du in immoscout24.de leicht nachrecherchieren. Vermutlich stellt sich heraus, dass noch viel mehr Spielraum, als gerade mal 20 € möglich gewesen wären.

Hättet ihr also die 20 € abgelehnt, hätte der Vermieter selbst recherchiert und vielleicht festgestellt, dass er leicht 50 oder 100 € oder noch mehr an Mieterhöhung von Euch verlangen könnte. Prüfe das mal nach und sprich dann nochmal mit Deiner Mutter und erkläre ihr, dass das mit den 20 € eine billige Sache ist. Einmal die Miete erhöht, gibt der Vermieter vielleicht wieder 3 bis 5 Jahre Ruhe.

Kommentar von Sarox ,

Diese Steckdosen sind eine Notwendigkeit, um dort eine Küche unterzubringen.

Ohne diese Steckdosen, die außer Brandschutzgefahr angeschlossen sind wird da keine Küche vernetzt sag ich mal so.

Ob eine Küche in diesem Zustand heutzutage so gerechtfertig ist ? das vermute ich mal nicht.

Außerdem wurde unsere Miete erst neulich erhöht, zwar bei allen aber anderen haben eine Erhöhung von 10€, wir wiederrum von 20€ seltsamerweise.

Ich bitte dich bis zu100€? an Mieterhöhung wir leben seit 20 jahren hier und das sind 60 qm, du redest das alles so gut, als wärst du von einer Gesellschaft.

Mit 20 jahren a 520€ rechne mal wie viel Geld das ist, da gehe ich von aus das die Wohnung bzw der Wert bestimmt schon abbezahlt wäre...

Ob heutzutage so ein Zustand in einer Wohnung gerechtfertigt ist?

Ich gehe stark davon aus nein, ist es nicht!

Die Technick bzw Sicherheitsmaßnahmen haben sich geändert, daher sollte dieser Zustand umgesetzt werden, also ich würde den Begriff Instandssetzung akzeptabel finden.(<- wie meine GF Helfer herrausfanden wäre dies sogar Akzeptabel.)

Der Vermieter hatt von uns im Laufe der Jahre soviel bekommen und wir sind nette vermieter, da könnte man auch Kulanter weise den Zustand rechtsmäßig machen, sag ich mal, da ich nicht gerne eine Küche mit Brandschutzgefahr angeschlossen habe.

Die Kosten würden in etwa 3000€ betragen, also die Miete soll Lebenslang auf 100€ erhöht werden ja toller spaß, dann sind wir in dreißig monaten (etwa fast 3 jahre) raus und hätten diese Reparatur selber bezahlen können, zumal kriegen wir ALG II und meine Mutter arbeitet nebenbei...die 20€ sind nirgends zuwenig.

In diesem Falle hast du übertrieben, aber der Vermieter nen wenig Klug gehandelt, aber ich nehms dir ned übel die genauen Kosten kanntest du nicht.

PS: Nichtmal unsere Dusche läuft Akzeptabel wasser raus, also das Wasser, da kommt manchmal selbst ein seltsamer geruch, also hoffe dieser geruch kommt nemmer, da geht sonst keiner Duschen, lieber woanders.

Achja warum die neue Küche?

Als gönnen wir uns etwas!, also die war 20 Jahre alt und vieles gelblich außerdem lief Wasser aus dem Kühlschrank, also ein defekt.

Kein Luxus kommt so vor als ob du das sagen möchtest ist auch keine 10.000 Küche, sondern eine die günstiger war.

Zudem ist der Satz gemietet wie gesehen auch einigermassen ok!

Aber du redest ja alles schlecht

Ja wäre ein toller spaß solch eine Mieterhöhung bei unserem verdienst bzw Einkommen

Lg, Sar

Kommentar von bwhoch2 ,

"Diese Steckdosen sind eine Notwendigkeit, um dort eine Küche unterzubringen."

Es gab aber doch vorher schon eine Küche und Steckdosen. Die Anzahl Steckdosen, die vorhanden war, müssen auch wieder sein. Mehr nicht und wenn ihr für Eure Küche mehr braucht, müsst ihr die darüber hinaus gehende Anzahl + die dafür notwendige evt. Zusatzabsicherung bezahlen.

"Ob eine Küche in diesem Zustand heutzutage so gerechtfertig ist ? das vermute ich mal nicht."

Notfalls, wenn man selbst nichts zur Erweiterung der Elektroinstallation beitragen will, muss man die neue Küche den Gegebenheiten anpassen.

"Ich bitte dich bis zu100€? an Mieterhöhung wir leben seit 20 jahren hier und das sind 60 qm"

Ihr zahlt offenbar derzeit einen m²-Preis von € 8,66. Das ist mittleres Niveau und nun kommt es darauf an, wo ihr wohnt. Ob da Luft nach oben, geschweige denn 100 € ist, kann ich natürlich nicht beurteilen und da es erst kürzlich eine Erhöhung gegeben hat, nehme ich an, dass ihr auf Marktniveau seid. Aber das konnte ich nicht wissen.

"Mit 20 jahren a 520€ rechne mal wie viel Geld das ist, da gehe ich von aus das die Wohnung bzw der Wert bestimmt schon abbezahlt wäre..."

Das ist durchaus richtig. Wer als Mieter z. B. 40 Jahre lang die gleiche Wohnung bewohnt, zahlt sie vielleicht sogar 2x. Es gibt Mieter, die erkennen das schon in ganz jungen Jahren und kaufen sich daher eine Eigentumswohnung, die sie dann 20 bis 30 Jahre lang abbezahlen. Vorteil: Es ist ihr Eigentum und wenn sie mal abbezahlt ist, sparen sie sich Monat für Monat eine Menge Geld.

Aber: In der Gesamtbetrachtung, ob es sinnvoll ist eine eigene Immobilie zu kaufen oder lieber zu mieten spielen noch viel mehr Dinge eine Rolle, sodass es keine allgemein gültige Antwort gibt. Fakt ist jedoch: Mit dem Geld, das jemand über Jahrzehnte für Miete ausgibt, könnte man in vielen Fällen auch eine eigene Immobilie bezahlen. Ob nun Vermieter deswegen den großen Reibach machen, ist allerdings fraglich, denn wer ein Haus in Schuss halten will, wird das ganze (Haus)-Leben lang immer wieder investieren müssen und er ist immer hohen Risiken ausgesetzt.

"Die Technick bzw Sicherheitsmaßnahmen haben sich geändert, daher sollte dieser Zustand umgesetzt werden"

Betonung liegt auf "sollte", denn vielfach ist es kein "Muss", ältere Häuse auf den technischen Stand der Gegenwart zu bringen. Jedoch hast du schon recht, wenn das Verhältnis Mieter-Vermieter ansonsten gut ist, wäre ich als Vermieter auch eher kulant. Aber Anspruch hat man eben als Mieter darauf nicht.

3000 € sind auch für den Vermieter eine Menge und es war nichct von 100 € die Rede, sondern von 20 €. Das wären dann 150 Monate ohne jede Verzinsung. (=12,5 Jahre)

Ich kann schon gut nachvollziehen, dass man mal was neues will. Ich weiß, dass man auch für weit weniger als 10000 € eine gute Küche bekommen kann, jedoch darf man die "Nebengeräusche", wie eben hier die mangelhafte Elektroinstallation nicht außer Acht lassen. Wenn sich Euer Vermieter da erst einmal quer stellt, kann ich das gut nachvollziehen.

Mit meinem langen Text will ich Dir nur die Vermietersicht darstellen. Es hilft Dir nichts, etwas zu fordern oder zu beanspruchen, wenn die rechtliche Seite so ist, dass es vermutlich ohne einen vernünftigen Kompromiss nicht geht und ein vernünftiger Kompromiss könnte sein, dass er die Elektroinstallation für 3000 € auf den neuesten Stand bringt und ihr eben 20 € pro Monat mehr bezahlt.

Antwort
von Wonnepoppen, 32

Ich denke, um die Mieterhöhung werdet ihr nicht herum kommen!

kannst dich ja mal bei einem Mieter Bund erkundigen oder einer Verbraucher Zentrale!

Antwort
von rotreginak02, 22

im Mietrecht wird zwischen "Instandsetzung/Reparatur" und Modernisierung unterschieden.
Bei einer Reparatur trägt der Vermieter die Kosten, sofern sie zum ordnungsgemäßes Gebrauch der Mietsache notwendig sind. [für das Anbringen einer Lampe und  "mehr Steckdosen" ist der Vermieter nicht zuständig.]
Bei einer Modernisierung kann der Vermieter nach der Erledigung und Vorlage der Rechnungen bis zu 11% auf die Jahresmiete umlegen, also die Miete in diesem geringen Rahmen erhöhen.

Es ist also nicht richtig, im Vorfeld eine Mieterhöhung zu fordern und sich eine solche durch den Mieter bestätigen zu lassen. Insofern habt ihr richtig entschieden, diese Forderung nicht zu unterschreiben.

Uns wurde Mittgeteilt das mehrere Kabel/Leitungen sicherheitshalber von Eingang bis nach Küche verlegt werden müssten , um Branntgefahr auszuschließen

Dieser Teil wäre also ein Mangel und die Instandsetzung muss vom Vermieter übernommen werden.

Mein Tipp: zeige den Mangel schriftlich an und setze dem Vermieter eine Frist zur Behebung.

P.S.: was mich jedoch etwas irritiert, ist die Tatsache, dass Ihr den Mangel /die Mängel nicht beim Einzug in die Wohnung bemerkt habt....üblicherweise hält man jeden Mangel /Vorschäden in einem Protokoll bei Übergabe der Mietsache fest, und auch, wer den Mangel beseitigen wird (Mieter oder Vermieter, je nach Absprache)

Kommentar von Sarox ,

Wir leben mittlerweile seit 20 Jahren dort

Antwort
von bmke2012, 35

So wie ich das sehe, handelt es sich um eine Instandsetzung und die rechtfertigt keine Mieterhöhung:

http://www.n-tv.de/ratgeber/Mieter-muss-nicht-immer-zahlen-article10170471.html

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