Frage von osakueth, 168

Ist der Verdienst wichtig bei der Wohnungssuche?

Hat man als Geringverdiener ( 1300€ - 1500€ ) überhaupt eine Chance auf eine Wohnung?

Schaut der Vermieter sehr darauf?

Wie ist es in der heutigen Zeit so? Wird man mit dem oben genannten Betrag sofort abgewiesen oder nicht?

Sobald sich einer mir in den Weg stellt, der 2000€ Netto verdient, bin ich doch sofort draußen oder?

Ernsthaft jetzt: Kann ich mich mit dem Verdienst gleich umbringen? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es keinen Sinn macht zu leben, wenn man so wenig verdient.

Klar will der Vermieter seine Miete jeden Monat haben, aber grundsätzlich kann man auch mit 1300€ seine 700€ Miete bezahlen. Wo wäre also das Problem?

Antwort
von bwhoch2, 76

Natürlich kannst Du hinkommen und wenn tatsächlich 300 € pro Monat übrig bleiben, ist es auch kein Problem, wenn mal was dazwischen kommt.

Ich nehme an, am Einkommen kann man im Lauf der Zeit noch was verbessern. Eine Wohnung für 700 € in einer teuren Gegend zu bezahlen und dafür auf ein Auto verzichten zu können, das immerhin auch für ca. 300 € pro Monat steht, ist schon ok.

Worauf Du keinesfalls verzichten kannst, ist im übrigen die Haftpflichtversicherung. Die meisten Vermieter achten darauf, ob eine private Haftpflichtversicherung vorhanden ist. Auch sonst, gerade wenn man einkommensmäßig nicht so gut ausgestattet ist, tut es arg weh, wenn man für Schäden, auch für kleine, immer selbst aufkommen muss. Auch wenn man sich sicher ist, dass man nie was kaputt machen wird, sehen es andere vielleicht mal anders und da muss z. B. die Versicherung auch unberechtigte Ansprüche abwehren. Im übrigen kann man sich ohne eine solche Versicherung sehr schnell ruinieren, wenn man z. B. für einen Verkehrsunfall verantwortlich gemacht wird, bei dem Menschen verletzt werden oder hohe Sachschäden entstehen. Und schließlich ist es nur fair seinen Mitmenschen gegenüber und vermeidet Zoff, wenn man im Fall des Falles, der hoffentlich nie eintritt, aber leicht eintreten kann, Schäden, die man versehentlich einem anderen zugefügt hat, auch wieder ausgleichen kann. Diese Versicherung ist neben der Krankenversicherung die einzige, auf die man nicht verzichten sollte. (Bin kein Versicherungsverkäufer.)

Rücklage für die Rente? Schön wäre es, aber wenn Du im Lauf Deines Lebens Dein Einkommensniveau nicht deutlich steigern kannst, wirst Du im Alter mit der Rente deutlich unter dem Existenzminimum liegen und aufgestockt. Hast Du dann noch private Vorsorge betrieben, wird diese erst einmal auf die Rente draufgesetzt und was dann noch fehlt wird, aufgestockt. Somit wäre es in Deiner Situation gar nicht vorteilhaft, für die Rente was zurück zu legen oder anzusparen.

Aus Sicht eines Vermieters: Wenn Du ordentliche Unterlagen hast mit nach Möglichkeit längerer Betriebszugehörigkeit bei einem Arbeitgeber und zeigst dass Du über Deine Situation gut Bescheid weißt, Deine Schufa in Ordnung ist und auch eine Haftpflichtversicherung vorlegen kannst, hast Du Chancen auf dem Mietmarkt.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Mietvertrag, Vermieter, ..., 61

Ist der Verdienst wichtig bei der Wohnungssuche?

Ja, viele Vermieter verklangen einen Nachweis.

Hat man als Geringverdiener ( 1300€ - 1500€ ) überhaupt eine Chance auf eine Wohnung?

Ja,  es gibt ja auch geförderten Wohnraum.

Schaut der Vermieter sehr darauf?

In der Regel schon

Wie ist es in der heutigen Zeit so? Wird man mit dem oben genannten Betrag sofort abgewiesen oder nicht?

Das kommt darauf an wie hoch die Miete ist.

Sobald sich einer mir in den Weg stellt, der 2000€ Netto verdient, bin ich doch sofort draußen oder?

Das Gesamtpaket muss stimmen; es gibt viele Faktoren.

Klar will der Vermieter seine Miete jeden Monat haben, aber grundsätzlich kann man auch mit 1300€ seine 700€ Miete bezahlen. Wo wäre also das Problem?

Wenn Du arbeitslos wirst, ist Dein ALG auch entsprechend geringer.

Faustregel:

Die Miete sollte nicht mehr als 1/3 vom Einkommen betragen.

Kommentar von chvoyage ,

perfekte Antwort, so kann ich mein Punktekonto nicht erhöhen.

Antwort
von DerHans, 75

Der Vermieter ist natürlich daran interessiert zu wissen, ob eine gute Chance besteht, dass sein Mieter auch die fällige Miete IMMER pünktlich zahlen kann.

Dabei ist dein Monatsgehalt EIN KRITERIUM. Das heißt aber noch lange nicht, dass jemand der 2.000 € verdient, ein besserer Mieter und Zahler ist.

Antwort
von moreblack, 69

Pauschal kann man das sicher nicht beantworten, jeder Vermieter tickt anders.

Wenn jemand einen sicheren Job hat und die Mietkosten in angemessenem Verhältnis zum Einkommen stehen, wird kein Vermieter einfach so jemanden ablehnen.

Wenn ich Vermieter wäre, würde z.B. ein zu hohes Einkommen eines Mietinteressenten mich abschrecken. Z.B. wenn ein Anwalt mit >3000€ Netto eine kleine 2-Zimmer-Wohnung für 500€ warm mieten möchte, würde ich denken, dass der da sicher nicht lange bleiben wird.

Antwort
von chvoyage, 51

Es gilt die Faustregel:  Warmmiete einschließlich allen Kosten für das Wohnen sollte 1/3 des Nettoeinkommens nicht überschreiten.

Suche Dir also eine Wohnung, die Du Dir leisten kannst. Für den Vermieter ist eines von höchster Wichtigkeit und das ist, dass er seine Miete pünktlich und zuverlässig bekommt. Deshalb achtet der Vermieter sehr auf die Solvenz des Mieters und deshalb prüft der kluge Vermieter, ob sich der Mieter vernünftig verhält im Sinne von "wirtschaften können". Ich würde mir an Deiner Stelle deshalb eine Wohnung suchen, die einschließlich aller Nebenkosten max. 500 €/M kostet, dann ist es aber auch schon sehr grenzwertig. Zur Not würde ich überlegen die Stadt zu wechseln.

Antwort
von GravityZero, 74

Mit 1300€ willst du 700€ Miete zahlen? Das stell ich mir aber schwer vor...500€ für alle anderen Ausgaben? Chancen hast du sicherlich, solltest aber eine Wohnung suchen die etwas günstiger ist. Sofern du einen festen Job hast sollte es dann kein Problem sein.

Kommentar von osakueth ,

Warum? Miete inkl Nebenkosten, Strom, Essen. Was brauch man noch, was wichtig ist?

Kommentar von GravityZero ,

Strom, Essen, Versicherungen, evtl. Auto (Sprit, Steuer, Versicherung), weggehen, es geht mal was kaputt, Rundfunkgebühren, Klamotten, Telefon, Internet...

Kommentar von osakueth ,

Versicherungen hab ich keine, Auto hab ich keins. Telefon und Internet = 20€. Rundfunkgebühren sind auch nur ein paar Euros. Strom 50€. Essen 200€. Klamotten hab ich genügend. Wo ist das Problem? 700€ Miete + 50€ Strom + 200€ Essen (wenn überhaupt) + 20€ Telefon/Internet = 970€. Dann hab ich noch 330€ im Monat zum sparen. Geht nicht?

Kommentar von fluffiknuffi ,

Geht. :)

Kommentar von GravityZero ,

Hast du schon mal alleine gewohnt? Gehst du nie mit Freunden weg? Brauchst du nicht mal was für dich? Oder mal ein Bahnticket? Ich finde es schon sehr eng. Du solltest jeden Monat mit ungeplanten Ausgaben rechnen. Außerdem brauchst du ne Haftpflichtversicherung und für deine Rente musst du ja auch was machen. In der Regel sagt man dass die Miete 1/3 des Nettoeinkommens ausmachen darf/sollte, bei dir wäre es über die Hälfte. Und auch wenn du jetzt genügen Klamotten hast brauchst du trotzdem mal was und die Rundfunkgebühren sind übrigens 52€ im Quartal. Das ganze Kleinzeug sammelt sich... Natürlich kannst du damit zurecht kommen, ich würde so aber nicht leben wollen und würde nach einer günstigeren Wohnung suchen.

Kommentar von osakueth ,

Meine Hosen kosten 30€. Freunde hab ich keine. Wenn ich welche hätte, hätte ich ja noch die 330€, die ich zum sparen übrig hab. Das Problem ist, dass es kaum noch so günstige Wohnungen bei mir gibt. Ich wohne nun mal in der teuersten Gegend von Deutschland. Dort zahlst du für eine 100 qm Wohnung schon mal 1800€ kalt. Was soll ich da machen? Eine Haftpflichtversicherung brauch ich nicht. Ist nicht notwendig. Ich sag nicht das ich im Luxus lebe, aber eng wird es nicht. Übrigens. Für 500€ warm bekomme ich hier vllt 15 qm.

Kommentar von Genesis82 ,

Eine Haftpflichtversicherung kostet keine 50 Euro im Jahr - daran solltest du als letztes sparen!

Kommentar von GravityZero ,

Ich kann dir nur raten eine abzuschließen: http://m.rp-online.de/leben/ratgeber/versicherungen/haftpflicht-ist-pflicht-aid-... Ich als Vermieter schaue da übrigens drauf, frage nach und mache meine Entscheidung (unter anderem) davon abhängig.

Antwort
von lesterb42, 38

Nein, du solltest dich nicht umbringen. Wenn du in einer Hochpreisgegend wohnst und nur 1.500 € verdienst, überleg, was da bislang falsch gelaufen ist. Irgendwo must du aktuell doch auch wohnen. Es gibt 3 Möglichkeiten:

-Mehr verdienen

- Weniger ausgeben

- Dort wohnen bleiben.

Antwort
von Bestie10, 65

>Wo wäre also das Problem<

wahrscheinlich weil der Vermieter glaubt das Geld sicherer von einem zu kriegen der 5,000 verdient als mit nur 1.200

Antwort
von LittleMistress, 66

Da hilft nur eins: Ausprobieren!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community