Frage von Markusanswer, 42

Ist der Umstieg auf ein Dobson Teleskop sinnvoll?

Hallo, Es geht mal wieder um Die Astronomie! Nachdem mir mein Celestron 130 SLT etwas zu klein wird möchte ich mir ein größeres Teleskop zulegen..... Ich dachte zuerst an ein 10" Newton, aber nachdem ein gutes Gerät schon um die 3000€ kostet kommt so etwas nicht in Frage. Also habe ich mich über Dobson Teleskope informiert. Hier sind schon einige 12" Teleskope um etwas mehr als 1000€ zu haben. Sind diese Teleskop trotzdem mit Newtons zu vergleichen oder sollte ich lieber auf ein Newton sparen?

Expertenantwort
von Startrails, Community-Experte für Astronomie, 13

Ah, da wurde wohl jemand vom Öffnungsfieber befallen? ;-)

Ansonsten wüsste ich jetzt nicht was gegen den Kauf eines 12" Dobson sprechen sollte - habe selbst einen. In Verbindung mit den Nagler-Okularen die ich günstig auf eBay bekommen habe, macht das Beobachten einfach riesig Spaß.

Du solltest dir nur vorher im Klaren sein, dass das wirklich ganz schön große Geräte sind. Sofern du auf dem eigenen Grundstück beobachten kannst, kannst du dir ein paar Räder an die Rockerbox montieren. Das habe ich auch gemacht und im Nullkommanichts steht das Gerät da wo ich es will.

Wenn möglich, dann solltest du auch gucken was für einen OAZ das Teleskop hat. Schau nach einem Gerät welches über einen 2"-OAZ verfügt. Dazu dann ein schönes Übersichtsokular in 2" und du siehst viel Raum im Okular.

Nun weiß man nicht so wirklich was du alles schon für Zubehör besitzt. Auf jeden Fall darf das Justier-Werkzeug nicht fehlen. Ich selbst habe ein Concenter Justierokular und einen Justierlaser. Den Laser nehme ich nur wenn es mal schnell gehen muss. Mit dem Concenter kannst du so genau justieren, dass sogar die finale Justage am Stern entfallen kann.

Zum Übersichtsokular habe ich ja schon was geschrieben. Bei dem sollte wirklich darauf geachtet werden, dass es kein Billigkram ist.

Bei den Okularen ist es beim Dobson sinnvoll wenn sie über etwas mehr Eigengesichtsfeld verfügen aufgrund der Schubserei. Bei viel Gesichtsfeld dauert es länger bis das Objekt aus dem Blickfeld verschwindet. Ich selbst nutze die Okulare der Serie HR Planetary. Die haben ein sehr angenehmes Einblickverhalten und ihr Gesichtsfeld beträgt 66°. Auch die Goldkanten sind nicht schlecht und kosten sogar noch etwas weniger.

Div. Filter (OIII oder UHC) können später noch angeschafft werden. Bei diesen solltest du aber wirklich drauf achten, dass du dir kein Billigzeug kaufst. Wenn ich mir da so die Durchlass-Linien von so manchem Hersteller ansehe, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass die mehr zeigen sollen ;-)

Noch Fragen zu irgendwas? Dann einfach immer her damit...

Antwort
von DanielDewald, 26

Dafür Müsste man natürlich erst mal wissen was du damit anstellen möchtest. Für Astrofotographie ist ein Dobson z.B. vollkommen ungeeignet (wegen fehlender nachführung). Dobson sind hauptsächlich wegen des geringen Preises der Aufhängung (vor allem bei größeren Öffnungen) und besserer transportierbarkeit interessant. Die entsprechenden Nachteile (keine motorische nachführung, schwieriges halten des Objektes im okular, objektsuche nach Koordinaten kompliziert, etc.) nimmt man entsprechend wissentlich in Kauf. Die Frage ist eben was ist dir wichtig?

Kommentar von Markusanswer ,

Astrofotographie möchte ich eigentlich nicht betreiben. Das auffinden von Objekten fällt mir dank einer App sehr einfach. Mich würde aber hauptsächlich interessieren ob ein Dobson von der Bildqualität mit einem Newton mithalten kann. Momentan geht es mir eher darum ein Objekt selbst aufzufinden ohne Goto Steuerung  da ich diese sehr selten bis garnicht verwende.

Kommentar von DanielDewald ,

Dobsons SIND (in der Regel) Newtons. Einziger Unterschied ist (meistens) eine sehr große Öffnung und eine vergleichsweise kurze Brennweite. Alle anderen Eigenschaften sind bei Dobsons weitgehend gleich. Du könntest jedes Newton das auf einer paralaktischen Aufhängung sitzt auch zum Dobson umbauen. Vorteil der Dobson Aufhängung ist wie gesagt bessere transpotierbarkeit und leichterer Aufbau selbst bei überdimensional großen Teleskopen.

Kommentar von Markusanswer ,

Dake für deine Antwort!!;)

Antwort
von derastronom, 21

"Ist der Umstieg auf ein Dobson Teleskop sinnvoll?"

Ja, definitiv. Für visuelle Beobachtung von insbesondere nebelhaften Objekten braucht man Öffnung, viel Öffnung. Und nirgends bekommt man so viel derselben um relativ wenig Geld. Ab 20 cm wird es sinnvoll, 25 machen deutlich mehr an Wahrnehmung aus, ab 30 kommt heftig Freude auf. Allerdings sollte man erwähnen, dass ein dunkler Himmel unersetzlich ist.

Die Nach-Schubserei (Nachführen per Hand) bekommen die meisten recht unproblematisch nach etwas Gewöhnung hin.

Enorm wichtig ist die exakte Justierung. Die erlernt man aber schnell. Gut justierte Newtons sind auch bei Planeten sehr feine Instrumente, ganz im Gegensatz zu hartnäckigen Gerüchten, die behaupten, dass dafür Linsenteleskope besser seien. Im leistbaren Bereich ist das schlichtweg unrichtig.

Du kannst Dobsons manchmal recht preisgünstig erstehen. Worauf Du aber achten solltest, ist eine verbindliche Aussage über die Qualität des/der Spiegel(s) zu bekommen.

Auch wichtig: ein guter Okularauszug und ggf. Lüfter, gute Okulare, evt. auch schon gleich Nebelfilter.


Unterschätze die Größe der Geräte nicht, die Fotos täuschen da gerne ... :-)

 

Kommentar von Markusanswer ,

Danke für deine ausfühliche Antwort! Ich werde mir das Orion Skyquest 12" zulegen und freue mich schon auf meine ersten gut erkennbaren deepsky Objekte!! :)

Kommentar von derastronom ,

Eine gute Wahl! LG

Antwort
von ichweisnix, 5

Dobson sind meistens Newton Teleskope. Die Besonderheit ist das eine Azimut-Montierung verwendet wird, bei der die Achsen durch den Schwerpunkt des Tubus gehen. 

Dadurch werden keine Ausgleichsgewichte benötigt und die Montierung ist recht einfach aber dennoch stabil.

Der Nachteil der Montierung ist, das um die scheinbare Rotation des Himmels auszugleichen um beide Achsen bewegt werden müssen. Außerdem dreht sich das Bild dabei. 

Bei Parallaktische Montierung wird eine Achse parallel zur Rotationsachse der Erde ausgerichtet, so das die Erdrotation rein durch diese Achse vollständig ausgeglichen werden kann. Diese Ausrichtung muß man natürlich vor der Beobachtung erstmal durchführen, um die Vorteile der Parallaktischen Montierung nutzen zu können.







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