Frage von tibunn, 66

Ist der Reichtum in einer Gesellschaft nach einer Wirtschaftskrise gleichmäßiger verteilt als vorher?

Ist ein Finanzcrash also eine Art "Reset" ?

Antwort
von Dxmklvw, 13

Ja, wesentlich "gleichmäßiger".

Die zuvor schon viel zu wenig hatten, haben kurz nach dem Ende einer solchen Krise ziemlich gleichmäßig nahezu nichts mehr. Und andere, die vordem schon riesige Vermögen hatten, haben dann das Geld der sozial Schwachen sehr gleichmäßig unter sich aufgeteilt.

Das es dabei auch einige Ausnahmen gibt, liegt daran, daß es bei jedweder Krise auch einige Kollateralschäden gibt.

Der Punkt ist, daß Wirtschaftskrisen nicht einfach nur kommen, sondern daß sie gemacht werden, um entweder aus Graubereichen schon eingefahrene Beute zu sichern oder in Aussicht stehende Beute unter Weglassung jedweder Moral hereinzuholen.

Doch wie jede große Krise bringen auch Wirtschaftskrisen ihre Schwadrone an "Experten" hervor, die als Lautsprecher der grauen Eminenzen fungieren und es tatsächlich regelmäßig erreichen, daß die Masse des Volkes ihren als Beruhigungspillen wirkenden Sprüchen glaubt und so ziemlich alles für wahr hält außer das, was obenstehend beschrieben ist.

Antwort
von dermitdemball, 19

Reiche sind reicher als vor der Finanzkrise



2009 gab es weltweit Vermögenswerte in Höhe von 111,5 Billionen Dollar - so viel wie 2007. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung BCG hervor. Von dem Plus profitieren vor allem die Reichen: So ist die Zahl der deutschen Millionärshaushalte stark gestiegen.



Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/globale-vermoegensstudie-reiche-sin...



Finanzkrise: Reiche werden noch reicher


Trotz der tiefsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren sind die Reichen weltweit noch reicher geworden. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor.



Quelle:  http://www.hintergrund.de/20100615947/soziales/sozialabbau/finanzkrise-reiche-we...



Antwort
von dan030, 7

Es hängt davon ab, ob die Krise "gestützt" bzw. "abgefangen" wird, oder ob es zu einem unkontrollierten Totalcrash kommt.

Beispiel für eine "gestützte" Krise: Finanz- und Eurokrise ab 2008.

Beispiel für einen Totalcrash: Hyperinflation und Währungsreform in den 20er-Jahren in Deutschland.

Man kann zwar nicht pauschalieren, aber als Faustregel schon unterstellen, dass immer dann, wo es den Mächtigen gelingt, die Situation stützend zu erhalten, diese Stützung immer in eine Richtung ablaufen wird, dass gewisse Teile der Bevölkerung protegiert werden, während andere Teile ins offene Messer laufen. Das hat man ja z. B. im Zuge der Eurokrise auch gesehen: letztlich zahlen Durchschnittsbürger für die Rettung von Banken und großen Kapitalanlegern. Das hätte nicht zwangsläufig so laufen müssen, zeigt aber gleichzeitig auf, wem die Politik tatsächlich dient.

Wenn ein komplettes Währungs- und Wertesystem zusammenbricht und gleichzeitig auch noch ein politischer Umsturz stattfindet, kann das hingegen tatsächlich einen "harten Reset" bedeuten. Beispiel: Situation in der SBZ (später DDR) nach dem 2. Weltkrieg.

Antwort
von JBEZorg, 14

Umgekehrt. Die Reichen verlieren ja in der Regel kaum bis wenig und einige bereichern sich noch an der Krise. Die Ärmeren verarmen aber schlagartig.

Das ist kein Reset für die Verteilung. Ein Reset für die Wirtschaft evtl. schon. Wenn z.B. eine Währung kollabiert und massiv entwertet wird sind ja "alle Wetten ungültig", d.h. alle Schulden in der Währung sind plötzlich nichts wert. Für eine überschuldete Wirtschaft ist also eine Wirtschaftskrise mit Hyperinflation ein Neuanfang.

Antwort
von iMasterFinance, Business, 33

Grüße,

also ich denke das kann man absolut nicht pauschalisieren. 

Man kann sich grundsätzlich nur verschiedene Krisen her nehmen und daran deine Behauptung erörtern. Fakt ist jedenfalls, dass es schon ein "Reset" sein kann, aber eben auch nur kann.

Nimmt man sich als Beispiel die Krise nach 1873 her, lässt sich für die Folgezeit wohl ein sehr deutlicher Konzentrationsprozess in der Wirtschaft feststellen. Um dir ein sehr populäres Exempel zu geben, schau dir einmal die Historie und Statistiken rund um den Unternehmer "Krupp" an. In dieser Krise wäre wohl von einer Umverteilung des Reichtums kaum zu sprechen.

Krasse Gegenbeispiele wäre zum einen aber beispielsweise die Zeit der Jakobinerherrschaft in der französischen Revolution, als auch die sozialistischen Umwälzungen im 20. Jahrhundert (z.B. in der Sowjetunion). Dort wurde aufgrund der Kollektivierungen und Enteignungen der Reichtum der Gesellschaft tatsächlich zumindest von "den Besitzenden" genommen, in der Folge aber wohl bekanntermaßen schlechte Ergebnisse erzielt, die letztlich eher zu einer Senkung des Reichtumes dieser jeweiligen Gesellschaften in der Gesamtheit geführt haben. (Um das vielleicht noch zu ergänzen, die hier aufgezeigten Umwälzungen basierten nicht zuletzt auf ökonomischen Krisensituationen)

Folglich hängt die Antwort auf deine Frage sehr stark von der Art der Krise und den gezogenen Konsequenzen ab, grundsätzlich sind Krisenzeiten aber wohl meistens Zeiten, in denen viele Chancen aber auch Risiken bestehen. Wer sie nutzt, gewinnt, wer sie nicht nutzt oder sich verzettelt, verliert. 

MfG

Antwort
von Nightlover70, 31

Keinesfalls- eher im Gegenteil

Antwort
von bronkhorst, 7

Nein - der Wohlstand ist nach einer Finanzkrise zwar an andere Einzelersonen verteilt, aber nicht unbedingt gleichmäßiger.

Nach der Währungsreform nach Kriegsende oder der großen Inflation von 1923 standen die Leute praktisch ohne Geldvermögen da - davon unberührt blieb aber der Besitz in Sachwerten und Unternehmensbeteiligungen; besonders gut dran waren die, die Sachwerte mit Krediten finanziert hatten, denn diese stellten danach praktisch keine Belastung mehr dar.

Antwort
von Roderic, 31

Nein. Definitiv nicht.

Die Kosten einer Wirtschaftskrise trägt immer die breite Masse der Bevölkerung mit ihren Sparguthaben und Rücklagen.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 19

Nein.

Behauptet das wer?

Antwort
von SeelenOnkel, 17

Man muss Vermögen und Einkommen unterscheiden und diese untereinander ebenfalls.

Jede Krise trifft unterschiediche Vermögensbesitzer: Immobilien, Sachwerte oder Unternehmensanteile; Inflation trifft die Sparer.

Die Einkommen der meisten werden von Konjunkturkrisen bedroht; Beamte sind da abgesichert. Wer vorher schon arbeitslos war, merkt direkt nichts^^

Finanzkrisen sind mehr eine chaotische Umverteilung als ein Gleichmachen.

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