Frage von Tragosso, 107

Ist der Nicht-Organspendeausweis offiziell anerkannt?

Huhu.

Meine Frage bezieht sich auf den sogenannten 'Nicht-Organspendeausweis'. Ich habe davon hier schon mehrmals gehört und auch mal selbst im Internet danach geguckt, bin mir aber etwas unsicher ob dieser überhaupt anerkannt ist.

Meine Frage wäre ob dieser Ausweis rechtlich gültig ist, genauso wie der normale Organspendeausweis.

Ich besitze zwar einen normalen Organspendeausweis, würde mir aber sonst lieber einen Nicht-Spendeausweis zulegen um Verwechslungen zu vermeiden.

Auch würde mich interessieren, ob man den Nicht-Spendeausweis auch woanders herbekommen könnte als ihn sich selbst auszudrucken. Den normalen findet man ja öfter mal bei Ämtern etc.

Antwort
von cyracus, 30

Deine Entscheidung ist gut, denn:

So wie hier ja auch von einigen wird allgemein empfohlen, auf dem allgemein benutzten orangefarbenen O-ausweis das Nein anzukreuzen. - Hiervon rate ich ab,
denn mir wurde aus Insiderkreisen berichtet: Es sollte schnell gehen, man schaute in die Sachen desjenigen, dessen Organe man entnehmen wollte, sah den orangenen O-ausweis und ging ans Werk = ans Ausschlachten. Später sah man: Auf dem O-ausweis war das "NEIN" angekreuzt. - Im Internet werden zum Runterladen NICHT-Organspenderausweise angeboten, zum Beispiel wenn man googelt mit

nicht organspendeausweis bioethik

mit dem auch erklärt wird:

     Ich widerspreche jeglicher Hirntod-Diagnose !!!

       Ich widerspreche grundsätzlich jeglicher Entnahme von Organen,
       Gewebe oder Knochen.
Der Hirntod bedeutet für mich nicht den
       Tod des Menschen, sondern einen unumkehrbaren Prozess im
       Sterben, den es zu achten und zu respektieren gilt und der
       liebevoller Begleitung bedarf.

       Ich lehne daher im Bewusstsein aller Konsequenzen auch den
       Erhalt eines Spenderorgans ab.

Es reicht aber auch ein Zettel mit

     Name
       Geburtsdatum
       Adresse
       Deine Erklärung
       Wer benachrichtigt werden soll - Person(en) Deines Vertrauens
       Datum
       Unterschrift

Auf solch einer selbst hergestellten Erklärung hast Du auch mehr Platz, zum Beispiel, wenn Du mehr als eine Person Deines Vertrauens angeben willst (habe ich auch). Den die eine Person, die Du benennst, kann ja grad (aus welchen Gründen auch immer) verhindert / nicht erreichbar sein.

Es wird empfohlen, alle zwei Jahre den O-Ausweis mit neuem Datum neu zu unterschreiben, damit gewährleistet sei, es handele sich um den aktuellen Willen des Erklärenden. - Abgesehen mal davon, dass es sowieso eine Unverschämtheit ist, dass wir uns überhaupt gegen Ausgeschlachtetwerden bei lebendigem Leib so wehren müssen, sollte folgende Erklärung ausreichen:

     Solange ich keine anderslautende Erklärung abgebe,
       gilt diese als aktuell!

Genau so gilt es ja auch bei Testamenten.

Achtung!  Diese Erklärung gilt für Deutschland! In anderen Ländern
                gilt das jeweilige Ländergesetz - auch für Touristen.
                Entsprechende Infos und Deine Unterlagen in der
                jeweiligen Landessprache bekommst Du von orgaNOs
                Protection
(= deutsch), google so und geh dort auf die
                grüne Info-Leiste.

Gib Deine Erklärung unterschrieben auch Deinen Lieben, denen Du vertraust, damit sie im Falle eines Falles den Transplantationsbeauftragten in der Klinik damit nur unter der Nase wedeln müssen. Denn die Angehörigen stehen in solch einer Situation ja unter Schock, und die Transplantationsbeauftragten sind - so wie
deren Bezeichnung ja schon sagt - beauftragt, die "Spendebereitschaft" zu erhöhen.

Warum der "Hirntod"-Diagnose widersprechen? Lies dazu hier in dem
Offener Brief über die dunkle Seite der Organspende
in dem Abschnitt
Hattet Ihr Euch das so vorgestellt? Vermutlich nicht.
zu den Krankenkassenkosten.
http://diagnose-hirntod.de/offene-briefe/offener-brief-uber-die-dunkle-seite-der...
Dies im Zusammenhang mit den Aussagen von Professor Coimbra (ich meine, die sind Dir bekannt):
http://diagnose-hirntod.de/apnoe-test/

.

Pass und Personalausweis sind ja behördliche Dokumente. Was die sogenannte "Organspende" angeht, gilt die einfache eigene Erklärung, ob man sich ausschlachten lassen (sprich: "spenden" angeblich NACH dem Tod) will oder nicht. - Findet man keine Erklärung von uns, werden die sich im Schock befindlichen Angehörigen gefragt (die möglicherweise auch noch eine andere Meinung als man selbst hat), und auch deren Aussagen gelten dann.

.

Bevor der damalige Bundes"gesundheits"minister Bahr das Gesetz hat ändern lassen hin zur eingeschränkten Zustimmungslösung (= bei Nichterklärung werden die Angehörigen gefragt), galt ja die 100%ige Zustimmungslösung. Damit durfte nur ausgeschlachtet werden, der selbst zugestimmt hatte. Keine Zustimmung war gleichbedeutend mit Nein, was ja normal ist. - Schließlich können unsere Angehörigen auch nicht über unseren Kopf hinweg entscheiden, ob wir jemanden 100 Euro oder irgend etwas anderes "spenden", das entscheidet jeder ganz persönlich selbst.

Kommentar von Tragosso ,

Vielen Dank. Gibt es den Nicht-Spendeausweis auch anders als online? Ich habe leider keinen Drucker.

Kommentar von cyracus ,

Soweit ich weiß nicht - hast Du keinen Freund, der Dir das ausdrücken kann?

Aber handschriftlich ist das ja auch okay. Der Arzt Dr. Bavastro zeigte mal in einer Sendung seine handschriftliche Erklärung, die er in seinem Portemonaie hat. Darauf stand lediglich, Name, Anschrift und Erklärung, dass er KEIN Organspender ist. Das war allerdings noch, als die 100%ige Zustimmungslösung galt. - Inzwischen hat er wohl Namen von (mindestens einem) Familienangehörigen drauf, bei denen er sicher ist, dass die in seinem Willen handeln.

Wenn es in Deiner Nähe ein Internetcafe gibt, in dem Du auch was ausdrucken lassen kannst, könntest Du Dir den ja auch dort ausdrucken lassen. Und in einem Copyshop könntest Du Dir den mehrmals fotokopieren lassen, damit Du immer leere Formulare hast, falls sich bei Dir etwas ändert (zum Beispiel Nennung der Person Deines Vertrauens).

Am günstigsten wäre das aber wohl über einen Freund mit Drucker.

Kommentar von Inkonvertibel ,

DH

Antwort
von Darkmalvet, 11

Hallo Tragosso

Ja, der Nicht Organspendeausweis ist anerkannt, da es egal ist in welcher Form du deine Einstellung zur Organspende festhältst

Das kann ein Organspendeausweis sein, ein handgeschriebener Zettel, eine Patienenverfügung zum Theme Organspende, oder eben ein Nicht Organspendeausweis.

Nur ein Testament taugt nichts, da diese für gewöhnlich erst verlesen wird, wenn das Thema Organspende schon durch ist.

LG

Darkmalvet

Antwort
von Mucker, 26

Auch wenn du ihn nicht selbst ausdrucken kannst - so hast du doch sicher Freunde , die dir einen Nicht-Organspendeausweis ausdrucken können. 

Hier können sie ihn ausdrucken:

www.kritischebioethik.de/nicht-organspendeausweis-21-12-04.pdf

Antwort
von JoeBlack92, 43

Was genau meinst du mit "anerkannt" denn? Die Form des Ausweises ist im Grunde Piepegal, den gibt es nur der Form und Bequemlichkeit halber und um Menschen dazu anzuregen Spender zu werden. Du kannst dir auch selber einen Schein ausdrucken wo draufsteht was du spenden willst, und den dann unterschreiben. Das wäre genauso ok. Wichtig ist, das eine Willenserklärung vorhanden ist. Und ich würde mir da wenig sorgen machen, wenn du nicht explizit deinen Willen zum Spenden zum Ausdruck bringst dann darf niemand dir einfach was rausschneiden. Dieser Nicht-Organspendeausweis ist in meinen Augen reine Paranoia, und ob man einen hat oder nicht macht genau 0 Unterschied. Da kommt es auch nicht zu Verwechslungen.


Kommentar von Tragosso ,

Okay, dass es egal ist in welcher Form ich meine Entscheidung festhalte, war mir nicht bewusst.

Antwort
von Annabell2014, 46

Der normal Ausweis reicht doch aber! Da hast du auch die Möglichkeit anzukreuzen, das du kein Spender bist. 

Ich habe von eine Nicht-Spender-Ausweis noch nie gehört. 

Kommentar von cyracus ,

Doch, es gibt Nicht-O-ausweise, wie zum Beispiel dieser:

http://www.kritischebioethik.de/nicht-organspendeausweis-21-12-04.pdf

Ich habe mir einen eigenen gemacht - so wie hier in meiner Antwort beschrieben. Er hat in etwa dieselbe Größe wie der von bioethik und passt in mein Portemonaie.

Antwort
von quanTim, 49

du kannst dir einen ganz normalen organspenderausweis holen. dort kanst du dann ankreutzen ob du spenden willst oder nicht.

das ist das leichteste um keine verwirrung zu stiften, falls du mal in die unglückliche situation geräts.

Kommentar von Tragosso ,

Den habe ich ja. Den anderen hätte ich nur haben wollen, weil es damit eindeutiger wäre als nur mit einem Kreuz. Das kann eventuell verwechselt werden und das wollte ich vermeiden.

Antwort
von Wohlfuehlerin, 42

nur mit deiner einwilligung im spenderausweis dürfen deine organe  verwendet werden.. machs's doch nicht so kompliziert.

Kommentar von Tragosso ,

Ich machs nicht kompliziert, es ist einfach nur eine Frage. Wenn nicht, dann ist es auch egal.

Antwort
von Yachana, 20

Ich habe einen Nicht-Spendeausweis, weil damit klar ist, dass ich nicht zur Ausschlachtung in Frage komme.   Mir ist es zu gefährlich den offizeillen Ausweis zu benutzen, weil der so beworben wird, als sei es ganz klar, dass wenn man 'einen Organspendeausweis' hat, dort ein Ja angekreuzt hat.  Durch die ständige  Gehirnwäsche kann das dazu führen, dass die entsprechendne Leute im Fall des Falles dneken: Ah,  sie hat eine Organspendeausweise, also ist sie Spenderin. Dieses Missverständnis kann man durch einen Nicht-Organ-Spendeausweis  von vornherein verhindern.

 Im Grunde muss man aber auch gar keinen Organspendeausweis ausfüllen.  also Angehörige hast,  mit denen du zusammen lebst, musst du denen nur ganz deutlich sagen das du nicht spenden willst, dann müssen sie das im Falle eines Falles auch zu weiter geben.  die dürfen ja nicht selbst irgendetwas entscheiden, sondern müssen deinen Willen weitergeben.  Falls du alleine, ohne nähere Verwandte lebst, musst du eigentlich gar nichts ausfüllen denn in Deutschland sind wir glücklicherweise immer noch in  der Lage, dass man grundsätzlich kein Spender ist.

 wie gesagt: aufpassen bei Reisen ins  Ausland.  dort gilt in vielen europäischen Ländern die so genannte Widerspruchslösung. Dann musst du in dem jeweiligen Land in der Widerspruchsbehörde deinen Widerspruch einlegen, falls im Falle des Falles nicht ausgeschlachtet werden willst. Du solltest außerdem eine entsprechende Erklärung in der Landessprache in deinem Geldbeutel mitführen.  zusätzlich!  Zu bedenken ist auch, dass in vielen Ländern bereits bei Herzstillstand entnommen wird, nicht nur beim Hirntod.   das gilt für die Länder: USA, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Österreich, Tschechien, Slowenien, Italien, Spanien und Portugal.  die Zeitspanne zwischen Herzinfarkt, mit Herzstillstand und Aufschneiden,  ist von Land zu Land unterschiedlich, und beträgt zwischen zwei und 10 Minuten. Ja, tatsächlich, in manchen Ländern wird man bereits 2 Minuten nach dem  Herzinfarkt aufgeschnitten und ausgenommen.

 Spanien ist in dieser Beziehung ein ganz gefährliches Pflaster.  die sind auch bei der Organspende in Europa ganz vorne.  unbedingt Widerspruch bei der  spanischen Widerspruchsbehörde einlegen.   dieses verbrecherische System ist ziemlich gut durchorganisiert weltweit denn hier wird sehr viel Geld verdient.    wollte man wirklich Leben retten, könnte man damit anfangen, die Hygiene in den Krankenhäusern zu verbessern.  allein in Deutschland sterben jedes Jahr  ca. 20.000 Patienten weil man  an der Hygiene spart.   da regt sich wieder bei den Kirchen noch sonst bei Verantwortlichen die christlichen Nächstenliebe, die bei der Organspende immer fleißig beschworen wird.  wahrscheinlich liegt das daran, dass bei der Organspende verdient wird, während die Hygiene etwas kosten würde.

Kommentar von cyracus ,

DH !!

Was das Ausland angeht: In Österreich muss man sich ja in die Widerspruchslösung eintragen lassen (was dort viele Einheimische nicht mal nicht wissen).

Ansonsten empfehle ich, sich an die Initiative

orgaNOs protection (die Seite ist auf deutsch)

zu wenden. Von dort bekommt man passend zu den aktuellen O-Gesetzen die Papiere in Landessprache und Hinweise, wie man vorgehen muss, um sich auch wirklich zu schützen.

Denn so wie ja auch in Österreich reicht es meist nicht, die Unterlagen bei sich zu haben.

Bei orgaNOs arbeiten weltweit Ehrenamtliche, deshalb ist man dort auf dem aktuellen Stand.

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