Frage von claudihaass1996, 145

Ist der Mensch ein Produkt der Evolution?

Hallo, die Frage steht eigentlich schon oben, würde mich über Antworten freuen :) genauso wie über Pro und Contra Argumente. :)

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Biologie & Evolution, 105

Man kann sich natürlich darüber streiten, ob die Formulierung "Produkt der Evolution" so glücklich geraten ist, weil man damit eher eine handwerkliche Herstellung verbindet, aber das ist unwesentlich, denke ich. Als Produkt kann man auch die Ergebnisse eines natürlichen Prozesses bezeichnen, z.B. bei chemischen Reaktionen. Und so wie der Mensch sich weiterentwickeln kann, kann auch ein chemisches Produkt weiterreagieren und auch ein wirtschaftliches Produkt lässt sich weiterverarbeiten.

Mir sind jedenfalls keine Gründe bekannt, warum die Menschen als Art nicht aus der Evolution hervorgegangen sein sollten. Es gibt keine grundlegenden Unterschiede zwischen Menschen und anderen Arten, sie lassen sich problemlos und eindeutig in die biologische Systematik einordnen, die Entwicklung der Menschen lässt sich mit den herkömmlichen Prinzipien der Evolution erklären und Fossilien von Vorläufern des Menschen gibt es auch nicht wenige. Und schließlich gibt es auch noch durch evolutionäre Prozesse bedingte Unterschiede zwischen verschiedenen Untergruppen der Menschen, z.B. was Hautfarbe oder Laktoseintoleranz angeht. Wenn innerhalb der Menschheit Evolution stattfinden kann, warum kann sie dann nicht auch durch Evolution entstanden sein?

Eine alternative Darstellung der Herkunft des Menschen ist eigentlich nie auf Tatsachen gestützt, sondern dient nur dazu, den eigenen Narzissmus zu bedienen und die Menschheit in den Mittelpunkt des Universums zu schieben oder ihr sonstwie eine besondere Bedeutung zukommen zu lassen.

Antwort
von kami1a, 27

Hallo! Auch wenn bei solchen Fragen strenggläubige Menschen aufschreien - wissenschaftlich gesehen ist er sogar das Paradebeispiel. Weil er sich eben durchgesetzt hat und den Rest der belebten Natur dominiert und leider zunehmend auch zerstört. Wie bei vielen Tieren auch ist der Mensch vielleicht auch mal in einer Phase in der er droht gegen eine Wand zu laufen. Die zunehmende Enge und Zerstörung der Umwelt stellt an die Evolution ganz neue Herausforderungen. Kriege der neuen Art gehören dazu. 

Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen. Albert Einstein.

Alles Gute.

Antwort
von voayager, 132

diec Frage an sich taugt nix, denn sie suggeriert, dass nur die Natur allein als Schmiede der menschlichen gestaltung entweder in Frage kommt oder halt nicht. Nix geht daraus hervor, ob da nicht auch die vom Menschen selbst geschaffne Kultur diesen maßgeblich geprägt hat. Mithin vertritt der Mathelehrer offensichtlich eine reaktionäre biologistische Auffassung. Mithin gehört er verbal in die Zange genommen!

Im Grunde genommen wurde der Mensch durch seine Kultur maßgeblich geprägt, beginned mit der Steinzeit und dann immer rascher zunehmend. Davor war es hauptsächlich die Natur, die ihn prägte, als auch veranlaßte eine eigene Kultur aufzubauen.

Kommentar von FelixLingelbach ,

Sicher: Hätten unsere Vorfahren nicht die Kultur des Kochens entwickelt, hätten wir heute höchstwahrscheinlich kleinere Gehirne und größere Zähne. 

Wir haben diese Kulturtechniken aber nur entwickeln können, weil andere, biologische Entwicklungen vorangegangen waren. 

Kommentar von voayager ,

ja, das waren unsere Vorfahren andere Menschenaffen, die erst einmal die Grundvoraussetzungen schufen, dass wir uns dann via Kultur zusehens weiter entwickelten.

Kommentar von Effigies ,

Unsere Gehirne konnten nur so groß werden, weil wir alle ein inaktives Gen  haben, das das Wachsum unserer Kiefermuskulatur bremst (MYH16-Gen). Würde ein Schimpanse mit einer offenen Fontanelle geboren würde er sich beim Essen selbst den Schädel spalten.

Hätten wir nicht das Kochen erfunden wäre diese Mutation wohl mangels verwertbarer Nahrung weit weniger erfolgreich gewesen  und beißstärkere Mutationen hätten sich durchgesetzt.  

Kommentar von voayager ,

ständige äußere Veränderungen ergeben dann auch andere Gen-"Positionen".

Antwort
von FelixLingelbach, 137

Als Mathelehrer muss ich dir sagen: nein. Die Evolution produziert nichts. Evolution heißt Entwicklung. Tatsächlich hat sich der Mensch aus anderen Tieren entwickelt. Man kann aber nicht sagen 'Die Entwicklung hat den Menschen entwickelt.' Diese Entwicklung ist einfach passiert, ohne dass es ein Ziel oder einen Zweck gegeben hätte oder jemand sie gewollt hätte. Die Evolution will nichts.

Falsch ist, dass der Mensch von irgendjemanden erschaffen wurde und dann plötzlich da war. So war das nicht. Unsere Vorfahren waren unter anderem Fische, Molche, mäuseartige Tierchen und natürlich Affen. 

Antwort
von Cassie5, 111

Hallo!

Wie soll sich denn aus nichts etwas entwickeln?
Egal wie viel Zeit es gab, aus nichts können doch keine Zellen entstehen!
Und selbst wenn, wie sollte dann ein MENSCH entstanden sein?!

Wenn du mal im Biologie-Unterricht aufgepasst hast, hast du sicher bemerkt wie komplex alles ist.

Eigentlich kann man nur davorsitzen und staunen.

Glaubst du wirklich, der Mensch stammt vom Affen ab?
Aber wo wurde dann der "Zwischenmensch" gefunden?
Es gab Skelettfunde vom Menschen und vom Affen. Wenn die Evolutionstheorie stimmt, müsste man ein Skelett von dem "Affenmenschen" gefunden haben.

Ich erinnere mich noch an diese Begebenheit vor einigen Jahren:

Man hatte einen Knochen gefunden. Die Wissenschaftler waren alle ganz aufgeregt und verbreiteten schnell in den Medien: "Jetzt haben wir den Beweis für die Evolutionstheorie! Wir haben das Skellet eines Millionen von Jahren alten Zwischenmenschen gefunden! "

Weißt du, was sich später herausstellte?

Es war ein Kieferknochen eines Schweines, das vor etwa 300 Jahren gelebt hatte!

Es ist nun mal eine THEORIE, das bedeutet, ein Versuch etwas zu erklären. Große Wissenschaftler streiten sich über die Frage "Woher kommt das Leben?".
Viele von ihnen stehen vor der Verzweiflung und sagen: "Es ist zu komplex, es muss einen Schöpfer geben! "

Glaube nicht, alle Wissenschaftler wären Anhänger der Evolutionstheorie! Viele glauben an das "Intelligent Design" (kurz ID).

Ich ich glaube, dass es einen Gott gibt, der WOLLTE das wir leben. Wir sind kein Produkt des Zufalls!

Ist es nicht eine schöne Vorstellung GEWOLLT zu sein?

Es ist ein wichtiges Thema. Bitte informiere dich dazu.

Mit ganz lieben Grüßen, Cassie

Kommentar von Effigies ,

Glaube nicht, alle Wissenschaftler wären Anhänger der Evolutionstheorie! Viele glauben an das "Intelligent Design" (kurz ID).

Wer an das ID glaubt ist kein Wissenschaftler.  Allein schon weil es bei Wissenschaft nicht um Glauben sondern um wissen geht.

Ist es nicht eine schöne Vorstellung GEWOLLT zu sein?

Genau das ist es, eine Vorstellung, ein Wunschbild.

Religionen entstehen aus Wünschen,  Träumen und vor allem Ängsten. Wissen entsteht aus Fakten.

Kommentar von DiegoderAeltere ,

Von Kreationisten und Evolutionskritikern höre ich immer wieder die gleichen, eingestaubten Argumente, egal, wie oft sie schon widerlegt wurden. Und es wird immer wieder deutlich, dass von denen, die die Evolutionstheorie ablehnen, kaum einer weiß, was sie überhaupt besagt. Schau dir mal das hier an:

http://wp.production.patheos.com/blogs/exploringourmatrix/files/2014/12/creation...

Lass uns mal ausprobieren, ob wir fünf in einer Reihe bekommen.

Wie soll sich denn aus nichts etwas entwickeln?
Egal wie viel Zeit es gab, aus nichts können doch keine Zellen entstehen! 
Und selbst wenn, wie sollte dann ein MENSCH entstanden sein?!

Kein Mensch (außer Anhängern der Schöpfungsgeschichte) sagt, dass die ersten Zellen aus dem Nichts gekommen seien. Weißt du, was Abiogenese ist? Das ist das Forschungsgebiet, dass sich mit der Entwicklung von lebenden Systemen aus "unbelebter Chemie" beschäftigt. Ohne diese chemischen Grundstoffe kann auch kein Leben bzw. Zellen entstehen. Und die Menschen kamen sowieso viel später, weil die ersten eindeutig menschlichen Knochen wenige Millionen Jahre alt sind, während die ersten Spuren von Leben auf diesem Planeten 3,8 Milliarden Jahre alt sind.

Zweite Spalte, vierte Zeile.

Glaubst du wirklich, der Mensch stammt vom Affen ab? 
Aber wo wurde dann der "Zwischenmensch" gefunden? 
Es gab Skelettfunde vom Menschen und vom Affen. Wenn die Evolutionstheorie stimmt, müsste man ein Skelett von dem "Affenmenschen" gefunden haben.

Der Satz "Der Mensch stammt vom Affen ab" ist leider so falsch wie er weit verbreitet ist. Es gibt mehrere hundert Affenarten auf diesem Planeten. Der moderne Mensch (Homo sapiens) ist eine davon. Auch die näheren Vorfahren der Menschen waren Affen. Von denselben Vorfahren stammen auch alle anderen Affenarten ab. Menschen stammen nicht von den anderen heutigen Affen ab.

Es gibt auch keine Grenze zwischen Affen und Menschen. Jeder Mensch ist auch ein Affe, aber nicht jeder Affe ein Mensch. Bei den Fossilfunden von Menschenaffen stellt sich lediglich die Frage, ob das jeweilige Fossil zur Ahnenreihe des Menschen gehört oder nur einen nahen Verwandten darstellt. Die Vorfahren der Menschen haben übrigens eine Reihe von Fossilien hinterlassen, z.B. Sahelanthropus, Ardipithecus, Australopithecus, Homo rudolfensis, Homo habilis, Homo erectus...

Fünfte Spalte, zweite Zeile.

Man hatte einen Knochen gefunden. Die Wissenschaftler waren alle ganz aufgeregt und verbreiteten schnell in den Medien: "Jetzt haben wir den Beweis für die Evolutionstheorie! Wir haben das Skellet eines Millionen von Jahren alten Zwischenmenschen gefunden! " Weißt du, was sich später herausstellte? Es war ein Kieferknochen eines Schweines, das vor etwa 300 Jahren gelebt hatte!

Kannst du eine Quelle nennen? Mir ist schleierhaft, wie man den Kiefer eines Schweins mit dem eines Menschen verwechseln soll. Und schließlich ist genau das, was die Wissenschaft auszeichnet, dass sie Fehler eingesteht und verbessert, um unseren Wissensstand ständig zu verbessern. Wenn es diesen Fund tatsächlich gab, wird heute niemand mehr behaupten, dass es sich dabei um den Kiefer eines Menschenaffen handelt.

Es ist nun mal eine THEORIE, das bedeutet, ein Versuch etwas zu erklären. 

Eine wissenschaftliche Theorie ist etwas anderes als eine Alltagstheorie, hat sich das noch nicht herumgesprochen? Man kann seine Hypothese nicht einfach so als Theorie bezeichnen. Dazu muss sie erst gewissen Standards genügen. Dazu gehört auch die Beweisführung. Für die Evolution gibt es sehr, sehr viele Belege, die man nicht einfach ignorieren kann.

Zweite Spalte, erste Zeile.

Große Wissenschaftler streiten sich über die Frage "Woher kommt das Leben?". 

Siehe oben. Abiogenese =|= Evolution.

Viele von ihnen stehen vor der Verzweiflung und sagen: "Es ist zu komplex, es muss einen Schöpfer geben! "

Dann sollten diese Leute sich überlegen, ob sie den Titel "Wissenschaftler" überhaupt verdienen. Wer angesichts eines Problems sofort aufgibt und die Lösung auf eine hypothetische Hilfskonstruktion verschiebt, geht nicht wissenschaftlich vor.

Erste Spalte, vierte Zeile.

Glaube nicht, alle Wissenschaftler wären Anhänger der Evolutionstheorie! Viele glauben an das "Intelligent Design" (kurz ID).

Wenn 2-3% viele sind. Komischerweise sind diejenigen Wissenschaftler, die die ET ablehnen, gleichzeitig auch immer Mitglieder in irgendwelchen extremistischen religiösen Gruppierungen. Warum wohl?

Ich ich glaube, dass es einen Gott gibt, der WOLLTE das wir leben. Wir sind kein Produkt des Zufalls!

Eben. Das glaubst du nur. Mit Zufall hat die Evolution übrigens eher wenig zu tun. Selektion ist alles andere als zufällig. Götter haben mit der ET auch nichts zu tun.

Fünfte Spalte, dritte Zeile.

Ist es nicht eine schöne Vorstellung GEWOLLT zu sein?

Schön, aber nicht unbedingt richtig. Es ist auch eine schöne Vorstellung, dass die Zuneigung zum Schwarm auf Gegenseitigkeit beruht. Tut sie aber nicht immer.

Es ist ein wichtiges Thema. Bitte informiere dich dazu.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Danke, ich wollt' mich gerade hinsetzen und die Schreibarbeit erledigen, als ich gesehen habe, dass Du schon fleißig warst. =)

Kommentar von DiegoderAeltere ,

Komisch... warum bekomme ich denn keine Benachrichtigung, wenn hier kommentiert wird?

Kommentar von Cassie5 ,

Ich wusste, dass ich mit dieser Antwort Anstoß nehmen würde. Ihr könnt euren Glauben an die Evolution ja auch nicht beweisen! Ich möchte mich hier jetzt auch mit niemanden über dieses schwierige Thema streiten, aber ich finde der Fragesteller sollte auch etwas aus Sicht einer Christin lesen, da er sonst eine völlig einseitige Meinung bekommt und denkt die ET wäre bewiesen, was aber definitiv NICHT stimmt. "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde". Und ich WEIß, dass jetzt sehr viele Proteste kommen werden, aber ich werde beten, dass ihr noch den erkennt, der euch geschaffen hat und liebt.

Kommentar von Mark1616 ,
Ihr könnt euren Glauben an die Evolution ja auch nicht beweisen!

Es ist kein Glaube, es ist Wissen. Die Evolutionstheorie ist eine der am besten bestätigsten wissenschaftlichen Theorien überhaupt. Eine wissenschaftliche "Theorie" zeichnet sich dadurch aus, dass sie logisch, nachprüfbar und widerspruchsfrei ist. Außerdem trifft sie Vorraussagen, anhand derer man die Richtigkeit der Theorie überprüfen kann. Diese Theorie trifft also sozusagen "Prophezeiungen", die bereits wiederholft eingetroffen sind. Was sagst du dazu?

Jeder Mikrobiologe kann dir im übrigen die Evolutionstheorie bestätigen, du musst ihm dafür nur ein paar Tage Zeit geben. Durch die rasante Fortpflanzungsrate von Mikrolebewesen kann man die Aussagen der Evolutionstheorie direkt überprüfen. Was sagst du dazu?

Jetzt darfst du mir auch nochmal erklären, was Wissenschaftler davon hätten, einer falschen Theorie zu folgen. Diese Wissenschaftler wollen "Wissen schaffen", also neue Dinge entdecken. Wie könnte man diesem Ziel folgen, wenn man nicht auf einem richtigen Fundament aufbaut?

Kleine Anmerkung:
Die Computer auf denen wir schreiben basieren im übrigen auch auf wissenschaftlichen "Theorien". Seltsamerweise funktionieren sie erstaunlich gut, nicht wahr? ;)
Die Gravitationstheorie ist auch nur eine "Theorie", ich sehe dich aber nicht umher fliegen. Du gehst genauso wie ich es auch tue. ;)

Antwort
von mychrissie, 40

Natürlich, oder dachtest Du, er ist ein Produkt, das an den Fließbändern der Himmelswerkstatt gefertigt wurde. Wenn das letztere stimmen würde, hätte er sich aber an der Endkontrolle vorbeigeschummelt.

Aber eigentlich habe ich keine Lust mehr, das total ausgelutschte Thema Evolution gegen Kreationismus zu diskutieren. Ich muss die Diskussion mit einem Satz abschließen, den ich bei anderen Diskussionen niemals aussprechen würde.

Die Thesen des Kreationismus sind der bescheuertste Blödsinn, den sich Menschen je ausgedacht haben. Übrigens kein Wunder, dass er in den USA eine besonders große Anhängerschaft hat. Die glauben ja jeden Mist.

Antwort
von Wunnewuwu, 145

Pro: Was soll er denn sonst sein?

Es gibt keine andere Möglichkeit für dessen Existenz, die empirisch nachvollziehbar ist.

Als "Produkt" würde ich den Menschen aber auch nicht bezeichnen. Das klingt so nach dem Ende. Es ist vielmehr so, dass die Evolution eine Entwicklung beschreibt, die niemals endet. Wir sind ein Bestandteil dieser Entwicklung.

LG

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