Frage von zockerontour, 81

Ist der leibliche Vater erberechtigt?

Hallo, meine Frau ist im Juli 2015 verstorben,wir haben eine Eigentums Wohnung wir haben eine Tochter von jetzt 17 Jahren,sie ist allerdings nicht meine leibliche Tochter. Nun meine Frage wenn ich jetzt die Wohnung meiner Tochter überschreibe,hat ihr leiblicher Vater ,wenn ihr was passiert ein Recht auf die Wohnung, ich wollte die Wohnung wie es im sinne meiner Frau war überschreiben und mir ein lebenslanges Wohnrecht einräumen,sie bekommt ja noch die Wohnung von Oma und Opa,wo sie dann Wohnen könnte.Oder kann man da was aufsetzen lassen vom Notar das der leibliche kein Anspruch darauf hätte. Ich habe das Sorgerecht für meine Tochter.

Antwort
von sergius, 39

Wenn Ihre Frau Alleineigentümerin der Wohnung war und sie ohne Testament verstorben ist, ist die Wohnung (wie der gesamte andere Nachlass) auf die Tochter Ihrer Frau und Sie als Ehemann zu je 1/2 übergegangen (sofern Sie keinen vom gesetzlichen Güterstand abweichenden Ehegüterrechtsvertrag mit Ihrer Frau geschlossen hatten). 

Waren Sie und Ihre Frau zu je 1/2 Miteigentümer der Wohnung, bezieht sich die Erbfolge nur auf die Hälfte Ihrer Frau, so dass nach deren Tod Sie nun zu 1/2+1/4 = 3/4 und die Tochter zu 1/4 Eigentümer wären. 

Ihren Anteil, ob er nun 1/2 oder 3/4 ist, können Sie auf die Tochter übertragen (notarieller Vertrag ist dafür erforderlich) und sich im Zuge der Übertragung ein lebenslängliches Wohnrecht im Grundbuch eintragen lassen.

Wenn die Tochter Ihrer Frau unverheiratet und ohne Abkömmlinge versterben und ihre Erbfolge zuvor nicht testamentarisch anders regeln würde, käme ihr leiblicher Vater zur Alleinerbfolge und würde mithin auch Alleineigentümer der Wohnung (was an Ihrem im Grundbuch eingetragenen Wohnrecht jedoch nichts ändern würde). Wenn das nicht gewünscht wird, sollte die Tochter nach Vollendung ihres 18. Lebensjahres (erst von da ab ist sie unbeschränkt testierfähig) durch Testament bestimmen, wer sie beerben soll (u.U. wird sie Sie einsetzen wollen ?). Wenn sie ihren leiblichen Vater enterbt, d.h. andere als Erben einsetzt, hätte er allerdings einen Pflichtteilsanspruch, der freilich entfiele  a) wenn die Tochter selbst Abkömmlinge haben würde (die dann ihre gesetzlichen Erben sein und den Vater ausschließen würde)  und b) wenn der leibliche Vater vor ihr verstirbt. Vielleicht gibt der leibliche Vater ja auch eine (notarielle) Erklärung ab, dass er auf den Pflichtteil beim Tod seiner Tochter verzichtet; das wäre sicher nützlich und würde die "Gefahr" beseitigen, dass ein etwaiger Erbe  der Tochter bei deren vorzeitigem Tod den Pflichtteils an den Vater (in Geld) zahlen müsste.

Da aber doch nur unter ganz besonderen Umständen die Gefahr besteht, dass die Tochter vorzeitig versterben könnte, sollten Sie beide bis zu ihrem 18. Geburtstag mit der Übertragung des Wohnungsanteils und mit der Errichtung eines Testaments zuwarten. Sonst bestünde mglw. die Notwendigkeit, das Vormundschaftsgericht (Familiengericht) wegen Genehmigung des Übertragungsvertrags einzuschalten.

Antwort
von peterobm, 20

sie ist allerdings nicht meine leibliche Tochter.

weiterhin schreibst von deiner Tochter? ist Sie adoptiert? Damit besteht kein verwandschaftliches Verhältnis zum Erzeuger.

Kommentar von zockerontour ,

Nein,ist nicht adoptiert sie war 3 jahre alt wo wir uns kennengelernt haben.

Der Leibliche Vater hatte als sie 2 jahre alt war den letzten  Kontakt mit ihr.

Antwort
von wfwbinder, 30

In der Frage steckt mehr drin, als Du denkst.

1. Schenkung der Wohnung am besten erst, wenn die Tochter 18 ist, weil sie mit der Schenkung ja auch Pflichten übertragen bekommt.

2. Glück hast Du, weil die Freibeträge auch Stiefkindern zustehen.

3. Den Vater der Stieftochter könnt ihr nicht ausschließen. Die Tochter könnte Dich im Gegenzug zur Schenkung zum Alleinerben einsetzen. Dann bekäme der leibliche Vater im Falle ihres Todes nur den Pflichtteil in Höhe von 1/2.

Antwort
von imager761, 33

Warum so kompliziert?

  1. Schenke deiner Tochter nach ihrem 18. Geburtstag ganz im Sinne deiner verstorbenen Frau die Wohnung im Zuge der vorweggenommenen Erbfolge,
  2. lass dir ein Wohnungsrecht grundbuchlich eintragen und vereinbare
  3. eine Rückauflassungsvormerkung in eurem Schenkungsvertrag, wonach die Wohnung bei Vorversterben der Schenkungsnehmerin, deine Tochter, wieder an dich zurückfällt, sofern sie kinderlos und unverheirtate verstürbe, wodurch allein  ihr leibl. Vater überhaupt nur zur ihrer Erbfolge gelangen würde :-)

G imager761

Kommentar von EHECK ,

und wie soll er etwas verschenken wenn er garnicht der einzige Eigentümer ist?

Si andere Antworten.........

Kommentar von imager761 ,

Wo liegt dein Problem? Natürlich kann er nur seinen Miteigentumsanteil übertragen :-)
Frage gelesen? Der Fallschilderung nach "meine Frau ist im Juli 2015 verstorben,wir haben eine Eigentums Wohnung wir haben eine Tochter von jetzt 17 Jahren" gehören im derzeit anteilig neben der Stieftochter Anteile an der Ehewohnung. Bei vermutet hälftigem Besitz der Eheleute 3/4 neben 1/4, da die Tochter die Hälfte des Anteils der Mutter erbte.

Nun will er ihr auch seinen Anteil übertragen, ohne das der erbberechtigte leibliche Vater seiner Stieftochter jemals Zugriff darauf bekäme - und das kann er wie von mir kommentiert zweifellos zielführend vornehmen :-O

Stürbe seine Tochter vor ihm, bekäme er seinen 3/4-Anteil zurück; hätte er ein Nießbrauchrecht, kann der erbenden leibliche Vater gegen seinen Willen nichts über die Wohnung verfügen noch unternehmen :-)

Antwort
von Kyara1807, 35

Oh das sind schwierige Verhältnisse. Wenn der leibliche Vater keinerlei "Rechte" gegenüber der Tochter hat und sie das Sorgerecht und so weiter, dürfe er eigentlich kein Anrecht auf die Wohnung haben. Aber wenn es möglich ist würde ich warten bis die Tochter 18 Jahre alt ist, wenn mich nicht alles täuscht würde es das einfacher machen.
Aber am besten einfach mal den Notar anrufen, der kennt sich da besser aus!

Viele liebe Grüße!

Antwort
von Lilimo, 18

Und wenn Du Deine Stieftochter adoptierst.

Antwort
von iRainer, 38

Als man kann nichts Aufsetzen das er nichts bekommt, bekommen würde er immer seinen Pflichtteil den man nicht umgehen kann. Was man machen könnte bei einen sehr hohen Vermögen einen Gesellschaft grünen (Firma) der alles überschreiben und es als Firmen Kapital laufen lassen.

Das könnte gehen aber ich denke das wird auch nicht so leicht, am besten mal mit einen Anwalt drüber sprechen und sich beraten lassen.

Kommentar von sergius ,

Das ist gequälter Unsinn - es geht um eine Wohnung, nicht um eine Firma

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