Ist der Kapitalismus auf ausbeutung aufgebaut?

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4 Antworten

Das kommt drauf an, was du unter dem Begriff verstehst. Sowohl von der Idee, am Gehalt eine moralische Grenze zur Ausbeutung festzumachen, als auch von der Theorie, dass Ausbeutung, wenn überhaupt, nur noch im globalen Maßstab existiert (Dritte Welt), würde ich mich klar distanzieren. Schon der kapitalistische Produktionsprozess an sich funktioniert nur so, dass Lohnarbeiter mehr Wert produzieren, als sie ausgezahlt bekommen. Diese Mehrwertproduktion ist das, was Marx als (kapitalistische) Ausbeutung bezeichnete. Die ist also auch in westlichen Ländern ziemlich üblich und hängt gar nicht vom Gehalt ab - denn dass die Unternehmen neben ihrer Pflicht, den Lohn auszuzahlen, auch Gewinn machen, verzinste Kredite tilgen und Miete zahlen müssen, lernt man mehr oder meist weniger direkt in jedem BWL-Kurs. Um dafür aufkommen zu können, setzt man sich als Unternehmer natürlich nicht selbst an die Produktionsmittel, sondern entwickelt Strategien, wie man möglichst viel Umsatz erreicht, sprich die von den Lohnarbeitern gefertigten Waren am besten verkauft - das heißt, wenn man derartige Aufgaben nicht schon an eine Marketingabteilung abgegeben hat. Um es kurz zu machen: Ja, der Kapitalismus basiert auf Ausbeutung, was nichts weiter heißt, als dass die innere Logik des Wirtschaftssystems verlangt, dass die "Arbeitnehmer" mehr Arbeitskraft aufwenden müssen, als ihre eigene (physische und kulturelle) Reproduktion es verlangt.

Ob das eine Notwendigkeit ist, ist eine ideologische Kontroverse. Daher gibt es auch revolutionäre, antikapitalistische Strömungen, die die Frage mit einem Nein beantworten würden. Wer umgekehrt ein praktisches Interesse daran hat, die gegenwärtige Ordnung aufrecht zu erhalten, wird sie natürlich verteidigen, von der "Natur des Menschen" anfangen usw. "Den einzelnen Menschen" kann man aber auch nur dann anführen, weil "der Mensch" schon eine Abstraktion aus einer einseitigen Betrachtung eines gegebenen gesellschaftlichen Zustands ist. Wer ist überhaupt der "einzelne" Mensch gegenüber wem? Handeln Selbstmordattentäter egoistisch? Sind Revolutionäre, die bereit sind zu sterben, auf ihre eigenen Vorteile bedacht? Menschen funktionieren viel konkreter, als irgendeine "Natur" es erklären könnte.

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Kommentar von kokosnuss97
25.03.2016, 10:14

Hast du das selbst geschrieben ?

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Kapitalismus ist Egoimus zum System erhoben!

Dieses System basiert darauf, dass Profit überproportional über den Produktionsfaktoren Boden und Arbeit steht.

= Geld ist wichtiger als Umwelt und Menschen.

Und hier noch eine Doku auf die Frage, ob der Mensch nicht von Natur aus egoistisch ist:

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Lieber für 10,50 € ausgebeutet werden als für 8,50 € nicht.

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jain

allerdings führen die kapitalistischen systeme als bsp das der usa als paradebsp zu solchen situationen

man nehme den nahen osten, davon merken wir wirtschaftlich im westen lange nix, bis es überschäumt und die flüchtlingswellen das wahre gesicht der zusammenhaltenden EU ,, elite `` zeigt

auch deutschland profitierte mit seiner betreilugung an den unsinnigen kriegen der usa lange auf die kosten der arabischen welt

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