Frage von kayserm, 73

Ist der Islam Demokratiekompatibel?

Oder schließt es sich automatisch aus?

Ich kenne nämlich keinen enzigen Staat, wo die Mehrheit der Bewohner Moslems sind und der Staat dennoch eine echte Demokratie ist.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeterKremsner, 39

Die Türkei hat es einige Zeit geschafft, generell ist eine Religion in so fern Demokratiekompatibel solange sie vom Staat entkoppelt ist.

Die Christlichen Staaten haben diesen Prozess (mit einigen Ausreißern) größtenteils hinter sich, außer man nimmt den Vatikan dazu, der ist eine vom Papst regierte Monarchie.

In den Islamischen Ländern wird das ab und zu immer wieder Versucht und am längsten hat es in der Türkei gehalten.

Antwort
von atzef, 16

Islam wie Christentum existieren in einer Vielfalt von Glaubensrichtungen. Schwer, die alle zu überblicken.

Beide Religionen haben ihre Blüzezeit als Legitimationsideologien feudaler Herrschaft gehabt.

Beide zun sich schwer damit, dmokratische verhältnisse zu akzeptieren. Immerhin hat das Christentum in weiten Teilen vorgemacht, dass eine archaische und antidemokratische und inhumane Religion sich im Laufe der zeit ztivilisieren und anpassen kann.

Antwort
von voayager, 14

`nen bloßen 4-jährig stattfindenden bloßen Wahlzirkus, plus ein installiertes Parlament, das kriegen auch einige islamische Staaten hin, sooo herausfordernd und revolutionär ist eine bürgerlich-repräsentative Demokratie nun wieder auch nicht. Die Herrschenden können mit ihr ganz gut leben und sich damit arrangieren, sicherlich nicht alle, wohl aber etliche.

In Libyen unter Gaddafi gab es gewisse Formen einer Basis-Demokratie, also einem islamischen Staat, das ging als oauch. Dann würde ich mal sagen, dass Tunesien in etwa eine typische bürgerliche Herrschaftsform gleichfalls besitzt, inklusive Wahl und Parlament.

Warum sollte es im Islam auch keine bloße repräsentative Demokratie geben, wenn doch das Christentum es auch hingekriegt hat. Die Jesu-Religion steht doch nicht auf den höheren Zinnen, als der Islam!


Antwort
von Ree83, 50

Streng genommen nicht kompatibel, für moderne Moslems aber kein Problem.
Ist aber auch nichts anderes als bei Christen, Juden etc...kommt immer drauf an wie man was auslegt, gibt immer altmodische Auslegungen, überall.

Kommentar von CharaKardia ,

Im Gegensatz zum Christentum sind islamische Religion und politische Führung schon immer ineinander verwoben, aber heute schließt das eine das andere nicht mehr aus. Sooo lang haben wir in Deutschland ja auch noch keine Demokratie, unsere ist mit Unterbrechung auch noch keine 100 Jahre alt. Dazu kommen zahlreiche Monarchien in anderen Ländern, pseudodemokratische Strukturen in Russland usw.

Kommentar von Ree83 ,

Finde es klappt nirgendwo mit der Kombination aus Kirche und Staat. 1 Weltkrieg für Gott und Vaterland...2 Weltkrieg fand Hitler die Kirche nicht so dolle aber hat es akzeptiert, Türkei z.B. macht grade auch wieder einen Gang zurück. Kirche und Staat sollten IMMER und ÜBERALL getrennt sein, immer. Religion private Sache, der Rest offiziell.

Kommentar von Hupfdohler ,

Christentum und Staat waren gerade in Deutschland auch sehr lange verwoben. Im alten Reich waren drei von sieben Kurfürsten (die sieben Kurfürsten durften den König/Kaiser wählen) katholische Bischöfe. Und bis heute sind die großen Kirchen und viele kleinere Religionsgemeinschaften Körperschaften des öffentlichen Rechts mit dem einen oder anderen Sonderrecht.

Kommentar von Ree83 ,

Danke, ich weiss jetzt nicht ob du "dafür" oder "dagegen" bist, aber deine Beschreibung ist top!

Antwort
von Manja1707, 29

Nein ist er nicht, da das Religionsgesetz Scharia über dem weltlichen Gesetz des Staates steht.

Antwort
von earnest, 20

DEN Islam gibt es nicht.

Es ist offensichtlich, dass die extremistische Auslegung dieser Religion NICHT demokratiekompatibel ist. 

Hier gibt es keine Automatik, nur eine "Einzelfallentscheidung".

Gruß, earnest


Antwort
von Gebraucht123, 23

Ja natürlich, das geht

Antwort
von Hupfdohler, 50

Indonesien ist mehrheitlich von Moslems bevölkert und schon weitgehend demokratisch.

Kommentar von earnest ,

"Weitgehend demokratisch" empfinde ich im Hinblick auf Indonesien trotz des Weichmachers als eine sehr gewagte Formulierung.

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