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Ist der Ingenieurmangel nicht hausgemacht in Deutschland?

gefragt von Edgar NiklausEdgar Niklaus am 20.08.2007 um 17:41 Uhr

Egal wo man hinschaut im Fernsehen jeder sagt oh Mathe oh Physik da habe ich keine Ahnung das verstehe ich nicht. Ich mache lieber Deutsch oder Musik oder Kunst. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass dies auch in vielen Familien so gehandhabt wird. Wie will man Kinder und junge Menschen überzeugen, das Mathe und Physik die Grundlagen für ein technisches Studium sind.


Reply


Knowledge
beantwortet von Knowledge am 20. August 2007 19:44
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Edagar, du hast in deiner Vermutung recht. Speziell hier im Norden kokketieren manche Leute sogar damit, nichts von Technik verstehen zu können. Und die Kinder der Eltern, die so reagieren, übernehmen die Einstellung dankbar. Dazu kommt, dass in Schulen Physik und Mathematik "Arbeitsfächer" sind und man in Musik und Kunst sehr viel leichter gute Noten holen kann (wer will Kindern diese Strategie verdenken?). Überleg mal, an welche Facette du bei einem Leonardo da Vinci denkst? An seine technischen Erfindungen oder die "Mona Lisa"? Angesehen ist eher die Kunst (in Bildern, Sprache, Musik) als die Kunst eines Ingenieurs (in Genius). Die Darstellung ist sicher etwas pauschal (ich weiß, im Süden wird es etwas anders gesehen), aber grundsätzlich scheint sie mir den Kern der Sache zu treffen. Und diese Grundhaltung, Ingenieure als "schmutzige" Helfer und Ideen-Umsetzer der Geistesmenschen zu sehen, müsste langfristig geändert werden. Hoffentlich bin ich da nicht zu philosophisch...ggg (übrigens, ich bin promovierter Ingenieur und im Norden, der Höhle des Löwen, tätig).

Kommentar von 5df7058b97f13b311b72b8071e27817bsmallBedburdyck am 21. August 2007 02:40

Hallo Knowledge, du beschreibst die Wirkung einer verfehlten (Schul)Politik!

Kommentar von 1e984dbe12c8a779526c498701b8bc73smallKnowledge am 21. August 2007 17:46

Kann schon sein....zumindest hier...ggg.


Bedburdyck
beantwortet von Bedburdyck am 20. August 2007 17:59
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Ich glaube, ja! Lange Zeit hat die Industrie Personal in den Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen eher reduziert, als aufgestockt. Zudem hat man bei den über 50-jährigen mit Hilfe einer kurzsichtigen Arbeitsmarktpolitik kräftig Personal abgebaut.

Jetzt, wo die Wirtschaft sich erholt, fehlen Ingenieure überall. Irgendwo habe ich gelesen, dass alleine VW mehrere Hundert Ing's sucht.

Es fehlen vor allem Leute im Maschinenbau und im IT-Bereich. Dieser Bedarf ist kurzfristig von den Hochschulen nicht zu decken.


anonym
beantwortet von weckmannu am 21. August 2007 08:33
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Nach Physikstudium habe ich der Industrie im Computerbereich gearbeitet. Es war überall so, daß die kaufmännischen Positionen weit höher bezahlt werden und größeres Renomme haben als die technischen Positionen. Solange man das nicht ändert, werden die Studenten zögern, ein Ingenieurstudium anzufangen. BWL ist kürzer und man hat die Chance Direktor zu werden.


anonym
beantwortet von zinzito am 20. August 2007 18:16
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da ich noch schüler bin kann ich nur sagen das es am bildungssystem liegt das es sowenig ing's gibt. physik wird kaum gefördert, dafür eher sport, musik und kunst. man sollte das bildungssystem eh ändern :P

Kommentar von weckmannu am 21. August 2007 08:38

ganz richtig, man sieht es schon an der Orthographie, daß unser Bildungssystem nichts taugt.

Kommentar von zinzito am 22. August 2007 19:05

naja ich bin hier um antworten zu geben und nicht um einen schönschreib wettbewerb zu gewinnen. aber in gewisser hinsicht muss ich dir schon recht geben. hab deutsch nur als zweitsprache beigebracht bekommen und das sowas von schlecht...


heiermann
beantwortet von heiermann am 12. November 2007 21:23
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Die Förderung der Naturwissenschaften müsste schon in der Schule anfangen. Aber für einen guten Physik- und Chemieunterricht braucht es halt nicht nur gut ausgebildete Lehrer, sondern auch eine individuelle Betreuung der Schüler bei Praktika, Projektarbeiten usw. Dafür fehlt dann meistens wieder das Geld.

Es ist jedenfalls erschreckend, wie wenig Allgemeinbildung viele Abiturienten heutzutage in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern mitbringen. Das Niveau an der Hochschule ist dann oft ein Schock und manch einer gibt nach ein oder zwei Semestern wieder auf.







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