Frage von xMarmelinchen, 196

Ist der Hauskauf sinnvoll?

Mein Partner und ich möchten gerne ein Haus kaufen. Vielleicht kennt ihr euch da schon etwas besser aus und könnt sagen, ob man zur Bank gehen sollte oder ob es sinnlos ist. Monatliches Nettoeinkommen von uns beiden ist ca. 3250 € netto. (Vermerk: Wir wohnen im Osten). Unsere derzeitige Warmmiete beträgt 725 €. Aktuell hat jeder von uns noch eine Autorate abzuzahlen: 120 € und 190 €. Wir sind beide mitte 20 und wollen in ca. 15 - 25 Jahren das Haus abbezahlt haben. Da wir irgendwann als Renter sowieso nicht mehr unsere Miete bezahlen können und somit vorsorgen. Das Haus darf 150.000-180.000 € kosten - so dachten wir. Oder sind wir da völlig auf dem falschen Dampfer?

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Antwort
von Funfroc, 91

Hallo,

das wäre im Zweifel halt mal durchzurechnen. Ich empfehle erst mal für eine ganz grobe Eigenrechnung http://www.zinsen-berechnen.de/kreditrechner.php

Je nachdem, ob Ihr Eigenkapital habt oder nicht, kann das gutgehen oder auch nicht. Je mehr Eigenkapital, desto weniger Kredit, und je mehr Sicherheiten, um so niedriger der Zins.

Der Zins ist hier sehr entscheidend. Bei 150.000 und 25 Jahren Laufzeit ist der Unterschied zwischen 3% und 4% am Ende effektiv bei ca. 25.000 € - damit habt ihr eine montaliche Rate, die Richtung 800 € geht.

Denkt immer voraus, was wäre wenn. Blos nicht zu knapp kalkulieren. Denn wenn dann ein Kind dazukommt, ein Auto kaputt geht, am Haus etwas saniert werden muss, ....., kann es auf einmal ins Auge gehen.

Lieber einmal mehr durchrechnen und immer vom ungünstigen Fall ausgehen. Wenn auch der klappt, dann viel Spaß im Eigenheim.

LG, Chris

Antwort
von DerHans, 105

Wichtig ist vor einem Kauf einer Immobilie, dass man seine berufliche Zukunft gefestigt hat. Sonst erweist sich dieses "Eigenheim" schnell als Klotz am Bein.

Man kann es längst nicht so ohne weiteres wieder verkaufen.

Antwort
von Zappzappzapp, 26

Eine Finanzierung sollte möglich sein, wobei die nicht unwichtige Frage noch wäre, ob und wie viel Eigenkapitel vorhanden ist. Ich denke nicht, sonst hättest Du das wohl erwähnt.

Auf dem "völlig falschen Dampfer" seid Ihr auf keinen Fall, die Planung hört sich vernünftig an.

Geht einfach für eine Beratung mal zu einer Sparkasse oder Volksbank, dann erhaltet Ihr eine erste Einschätzung, ob und unter welchen Voraussetzungen Ihr einen Kredit erhalten würdet.

Wenn Ihr dann ein Haus gefunden habt und den Kredit wirklich braucht, muss natürlich geklärt werden, wo man die besten Konditionen bekommt. Auf jeden Fall sollte man sich dann die heutigen günstigen Konditionen für die gesamte Kreditlaufzeit sichern, auch wenn der Zinssatz ein wenig höher ist je länger er fest ist.

Wichtig ist auch, dass man sich selbst so gründlich wie möglich informiert, damit man weiß, worüber man redet. Das ist hier im Forum nicht so umfangreich möglich wie es nötig wäre.

Dies wäre z.B. eine Möglichkeit, nicht zu teuer und leicht verständlich:

https://www.test.de/shop/eigenheim-miete/immobilienfinanzierung-sp0295/#

Wenn man das gelesen hat, ist ein großer Teil der Fragen beantwortet.

Antwort
von LC2015, 61

Da wir irgendwann als Renter sowieso nicht mehr unsere Miete bezahlen können und somit vorsorgen.

Hach ja, das alte Märchen vom Eigenheim als Altersvorsorge. Klingt zunächst
einleuchtend, Rechnungen belegen jedoch, dass das Eigenheim eher ein
Luxusgut als eine Altersvorsorge ist.

Ich hab mal mit folgenden Eckdaten exemplarisch gerechnet, du kannst ja mal mit deinem Partner ein Excel-Sheet dazu bauen und die Daten ggf. an eure Situation anpassen.

  • Kaufpreis 180 000€
  • Eigenkapital 50 000€ -> Kredit 130 000€
  • Tilgung p.a. 4% (dann dauert die Rückzahlung 25 Jahre)
  • Kreditzinssatz 2%
  • Kalkulationszinssatz für Eigenkapital 3% (das ist sogar zurückhaltend geschätzt bei dieser Anlagedauer, wenn man nicht nur Sparbücher als Anlageoption sieht)
  • Jährliche Rücklagenbildung zur Instandhaltung 0,8%
  • Jahresmiete eines vergleichbaren Objekts 4% vom Kaufpreis (180 000€)
  • Betrachteter Zeitrahmen 25 Jahre


Das Ergebnis ist der Berechnung ist ziemlich ernüchternd. Insgesamt werden 33 800€ an Zinszahlungen fällig. Für die Instandhaltung werden insgesamt 36 000€ zurückgelegt. Die Kapitalkosten, die sich aus der Tatsache ergeben, dass man durch den Hauskauf die 50 000€ Eigenkapital nicht für 25 Jahre zu 3% anlegen kann, belaufen sich auf insgesamt 54 688,90€.
Die 4% Tilgung + Zinsen + Instandhaltung + Eigenkapitalkosten liegen über den zu tätigenden Mietzahlungen. Im ersten Jahr wären z.B. 7200€ Miete zu zahlen, während beim Hauskauf 5200€ zur Tilgung, 2600€ Zinsen, 1440€ zur Rücklagenbildung und 1500€ entgangene Eigenkapitalrendite (Eigenkapitalkosten), d.h. insgesamt 10 740€ aufgewendet werden. Somit ergibt sich im ersten Jahr bei Mieten statt kaufen ein Zuwachs des Geldvermögens in Höhe von 3540€. In den anderen Jahren ist dies ähnlich, insgesamt kommt so eine Differenz von 74 488,90€ zusammen, die beim Mieten zum Vermögensaufbau dienen könnte.

Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für das Haus in 25 Jahren (Anschaffungspreis, Zinszahlungen, Rücklagen, Eigenkapitalkosten) auf 434 488,90€. Das Vermögen, was man dann besitzt ist 180 000€ wert (hoffentlich).

Beim Mieten baut man zwar mit der Miete selbst kein Vermögen auf, aber da in einer Vollkostenrechnung die Miete günstiger ist (s.o.) kann man den Differenzbetrag zum Vermögensaufbau nutzen. Interessanterweise führt dies zu einem Vermögen von 124 488,90€. Und dabei wurde jetzt unterschlagen, dass die monatlichen Einsparungen beim Mieten gegenüber Kaufen zu 3% angelegt werden könnten. In der Rechnung wurden lediglich die 50 000€ EK angelegt. Fairerweise muss man jedoch dazu sagen, dass beim Hauskauf nicht berücksichtigt wurde, dass die Instandhaltungsrücklagen ebenfalls zu 3% angelegt werden könnten, aber da ich nicht die Zeitpunkte, zu denen sie verbraucht werden, festlegen wollte, habe ich der Einfachheit halber darauf verzichtet und eben die Einsparungen bei der Miete als Ausgleich auch nicht verzinst.
Inflation wurde ebenfalls nicht berücksichtigt, die könnte, wenn sie hoch genug ist und die Reallöhne mitsteigen oder zumindest stagnieren, ebenfalls positiv für den Hauskauf auswirken.

Um noch mal die Rechnung zusammen zu fassen:
Hauskauf: Nach 25 Jahren hat man ein Haus, das 180 000€ wert ist und muss keine Miete mehr zahlen, dafür aber Instandhaltung und lästige Dinge wie Grundsteuer.
Miete: Nach 25 Jahren hat man 124 488,90€ auf dem Konto. Während sich mit dem 180 000€ Betonklotz namens Haus keine Brötchen bezahlen lassen, kann man mit diesem Geld schöne Dinge kaufen und eine Weile die Miete zahlen.

Klar, das Rechenbeispiel ist nicht perfekt, es soll jedoch auch nur illustrieren, dass ein Eigenheim keine Altersvorsorge ist. Der "Vorsorgeeffekt" entsteht einfach dadurch, dass man durch den Kredit usw. gezwungen wird, disziplinierter mit dem Geld umzugehen. Die Einsparungen, die man beim Mieten hat, werden nämlich von den meisten Leuten einfach verschleudert.

Kommentar von Athenchen ,

Ein Märchen ? 

Selbst wenn es 25 Jahre dauert und man  viele Zinsen zahlt, so ist es dennoch eine Altersversorge!

In einigen Regionen (wie bei uns am Bodensee) steigen die Mietpreise ins Unermessliche und man zahlt für eine 3 Zimmer Wohnung 800 -1000 € kalt. Wer weiß, wie das ganze in 25 Jahren aussieht.

Wenn man eine Wohnung/Haus kauft und sie/es bereits abbezahlt ist, stehen die Ausgaben für die Rücklagenbildung  (für die Instanderhaltung) & der Grundsteuer, in keiner Relation zu den jährlichen Mietausgaben.

Es ist bei weitem sicherer etwas in der Hand zu haben, als sein hart verdientes Geld einem Vermieter in den Rachen zu stecken. Und wenn die Region dann noch stimmt & der Wert der Immobilie steigt, hat man alles richtig gemacht :)

Kommentar von LC2015 ,

Hast du meine Beispielrechnung überhaupt gesehen und vor allem verstanden? Im obigen Beispiel hat man, wenn man mietet, nach 25 Jahren 124 488,90€ auf dem Konto. Wenn man kauft hat man 0€ und ein Haus, das - wenn man Glück hat - noch immer 180 000€ wert ist. Vielleicht auch mehr, eventuell aber auch deutlich weniger.

Von dem Geld, das man als Mieter bis dahin aufgebaut hat, kann man nach wie vor eine Rendite erwarten, die es einem erlaubt, einen großen Teil der Miete auszugleichen. Trotz dieser Tatsache dürfte die Miete zwar etwas teurer als die Ausgaben beim Eigenheim sein, aber man hat dafür auch ein sechsstelliges liquides Vermögen zur Verfügung und das sollte man nicht unterschätzen.

Wenn du z.B. gerade in Rente gehst und eine große Reise planst, geht beim Eigenheim vielleicht gerade die Heizung kaputt und dann hat sich das mit der Reise ganz fix erledigt, kannst ja schließlich nicht deinen Schornstein verkaufen um trotzdem verreisen zu können. Als Mieter rufst du beim Vermieter an, fliegst drei Wochen weg und danach ist alles wieder in Butter.

Wenn man Kinder hat und diese mal ausziehen, sitzt man da zu zweit in der Riesenhütte und weiß nicht was man damit anfangen soll. Als Mieter ziehst du halt in eine kleinere Immobilie, damit sinken die Kosten weiter.

Mieten ist einfach flexibler und die vermeintlichen finanziellen Nachteile sind vergleichsweise gering, wie die Rechnung in meiner Antwort nahelegt. Weitere Risiken, die man als Mieter besser abfedern kann sind z.B. Scheidungsfälle, Verlust des Arbeitsplatzes usw. Abgesehen davon ist es heutzutage auch durchaus verbreitet, mehrmals im Berufsleben den Arbeitgeber zu wechseln, um die eigene Karriere voranzubringen. Ein Eigenheim ist dann nur ein Klotz am Bein, den man eventuell mit einigen Verlusten kurzfristig verkaufen muss.

Ich will damit nicht sagen, dass ein Eigenheim immer die schlechtere Wahl usw. ist. Aber man muss meiner Meinung nach eben verstehen, dass ein Eigenheim eher als Luxusgut, denn als DIE Altersvorsorge zu verstehen ist und man sollte die Risiken nicht ausblenden.

Wenn man beispielsweise verbeamtet ist oder allgemein einen sehr "linearen" und sicheren Karriereweg eingeschlagen hat, ist es sicher schön, die mit einem Eigenheim verbundenen Freiheiten zu genießen und im eigenen Haus zu leben. Aber ein recht großer Teil der Hauskäufer gehört eben nicht zu dieser Gruppe und dann sollte man sich das sehr genau überlegen, weil die finanziellen Vorteile eben nicht mal annähernd so groß sind, wie allgemein angenommen.

Kommentar von Zappzappzapp ,

Ihr habt beide Argumente genannt, die (weitgehend) richtig sind.

Jeder, der erwägt, sich eine Immobilie  zu kaufen, muss eben für sich entscheiden, was ihm wichtiger ist, z.B. mal ganz grob betrachtet Altersvorsorge (das ist eine abbezahlte Immobilie allemal) oder Unabhängigkeit und eine größere Geldsumme auf dem Konto.

Die Fragesteller haben aber die Vorstellung, sich ein Haus als Altersvorsorge zu kaufen und möchten wissen, ob sie eine Finanzierung hinbekommen würden. Das war die eigentliche Frage.

Ob sie es dann wirklich tun und die entsprechende Entscheidung zu treffen, folgt erst danach.

Antwort
von Missiie2016, 119

Naja eine Finanzierung wäre erstmal grundlegend möglich.
Aber ganz genau, sagt euch das dann erst die Bank :) Also keine Scheu.

Wo ich mir eher Sorgen mache, ist eine Immobilie in diesem Preissegment zu finden.
Es sei denn, ihr wollt sehr sehr ländlich wohnen und evtl. eher ein kleines Haus. Dann könnte das in Ost-Deutschland schon was werden.

Antwort
von Hardware02, 54

Es gibt jedes Jahr so Special-Hefte zur Kapitalanlage in Immobilien. Von diesen solltet ihr euch mal eines ansehen. Da werden Karten gezeigt, die Deutschland in unterschiedliche Regionen einteilt. In manchen lohnt es sich, zu kaufen, in anderen Regionen sollte man mieten. 

Du schreibst da "im Osten" - das ist leider nicht sonderlich aussagekräftig. In Leipzig oder Dresden könnte sich ein Kauf durchaus lohnen. Aber wenn ihr in einer strukturschwachen Region wohnt, oder gar in den Gebieten, die damals von dem großen Hochwasser betroffen waren, sieht es schon wieder anders aus. 

Und wie sieht es eigentlich mit Mietern bei euch in der Gegend aus? Muss man lange suchen, bis man jemanden findet? Muss die Wohnung tiptop in Ordnung sein? Oder ist es nicht so schlimm, wenn z.B. im Bad die Fugen schimmeln? ... Oder möchtet ihr in diesem Haus auch als Rentner noch selber wohnen, d.h. es nie vermieten?

Antwort
von studiofkw, Business, 23

Hallo Ihr beiden,

mein Job ist es den Kauf und den Verkauf von Häusern zu begleiten und zu betreuen. Meine Antwort soll an dieser Stelle lediglich zum nachdenken anregen und nicht mehr...

Zum einen könnte es schwierig werden, je nach Lage, wir arbeiten vorwiegend in Dresden, ein Haus für ca. 180.000 zu bekommen. Darüber hinaus sollte man dann auch auf den Zustand achten, den anders als bei einer Eigentumswohnung, wo es eine Gemeinschaft gibt, die auch Nachteile haben kann, zahlt man bei seinem Haus alles selbt.

Angenommen dass Haus ist mit 60 abgezahlt und ein paar Jahre später muss das Dach erneuert werden, sollte man dann schon einen guten 5 stelligen Betrag bereit halten. In diesem Fall gibt es einige die ein Haus als direkte Altersvorsorge in Frage stellen. Wichtig ist lediglich, dass man sich die laufenden Kosten bewusst macht und nicht glaubt mit dem Kaufpreis und der Rate jeden Monat ist es getan. Man darf auch bedenken, es kann nichts steuerlich angesetzt werden...

Stellt euch selbst viele Fragen um so herauszufinden ob dies die richtige Entscheidung ist, denn eins sollte man nicht vergessen:

Eigentum verpflichtet...

Antwort
von Pondus, 35

Ich gehe davon aus, dass Ihr aktuell kein Eigenkapital angespart habt. Nicht alle Banken finanzieren die Kaufnebenkosten mit, am ehesten Eure Hausbank bzw. eine Bank am Ort des Objekts.

Eine Finanzierung über 200.000 Euro würde Euch im Monat ca. 1.000 Euro kosten, damit Ihr in der vorgesehenen Laufzeit das Haus abbezahlt habt.

Rein rechnerisch ist die Finanzierung machbar. Ohne weitere Details kann ich aber nicht sagen, ob die Bank Euch eine Finanzierung incl. der Kaufnebenkosten bewilligt, da noch zwei PKW-Kredite laufen.

Je nach Zinssatz der PKW-Kredite ist zu überlegen, ob diese nach dem Kauf über die Hanseatic-Bank als Nachrangdarlehen auf die Immobilie umfinanziert werden sollten.

Aber es bleibt dabei, der erste Schritt ist zur Hausbank und im Gespräch klären, ob die Bank die Finanzierung begleitet, denn das Einkommen ist ausreichend für die angefragte Summe.

Antwort
von Athenchen, 95

Wenn ihr kein Eigenkapital habt, dann kommt das mit der Summe hin. 

Es macht auf jedenfalls Sinn zu kaufen. Vor allem jetzt wo der Zins so günstig ist. 

Antwort
von Sonnenstern811, 35

Eines solltet ihr unbedingt nicht außer acht lassen.Unser Staat wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten reichlich zusätzliche Einnahmen brauchen.Wie kann man die sehr leicht generieren? Richtig, mit immer weiter steigenden Grundsteuern. Dagegen kann sich keiner wehren, das Objekt nicht außer Landes schaffen usw.In

Griechenland hat man dieses Geld praktischerweise über die Stromrechnung eingezogen. Das wäre auch bei uns durchaus praktikabel. Schau nur mal, wie in manchen Bundesländern die Grunderwerbsteuern nach oben geschossen sind. Du triffst auf dreistellige Zuwächse. Dasselbe wird sicher auch mit den Grundsteuern passieren. Dies ist nur ein Kriterium, aber vielleicht nicht mal das unwichtigste.

Antwort
von chvoyage, 25

1. Die vielfach vorgebrachten Kosten für Grundsteuer usw. zahlt jeder Mieter über die Nebenkostenabrechnung auch, weil der Vermieter das umlegen darf = falsches Argument.

2. Die Zinsen sind auf einem historischen Tiefststand ! = bessere Voraussetzungen zur Bildung von Eigentum wird es kaum noch einmal geben.

3. Die Infaltion ist äußerst niedrig (noch), aber 2,5 % Zinsen sind für den aktuellen Markt relativ hoch aber dennoch akzeptabel bei einer sehr langfristigen Laufzeit (15 Jahre +)

4. euer Ansatz Eigentum zu Bilden ist sehr vernünftig, das in einem Beitrag genannte Beispiel mit einer Verzinsung von eff. 3% ist doch mehr als irritierend. Wo bitte bekommt man bei einer langfristigen anlage heute 3% Zinsen? (er soll doch mal erzählen wo er die 3% erwirtschaften will)

5. ohne Eigenkapital eine Immobilienfinanzierung zu bekommen ist schwierig (daher wohl auch der relativ hohe Zinsfuß von 2,5%) aber möglich, ich würde da immer eine örtliche Sparkasse oder Genossenschaftsbank empfehlen. Niemals eine von den Großen (Commerzbank usw).

6. Die Rechnung ist relativ einfach: Kapitalbedarf= Kaufpreis + Erwerbskosten (Notar ect. = ca. +10%) + Investitiionsstaukosten (Reparaturen Umbaukosten ect.)

7. Das immer unterschätzte Problem liegt bei der Ermittlung des angemessenen Kaufpreises. Dafür braucht man seber entsprechende Fachkenntnisse oder einen wirklich guten Berater. In einer Immobilie können versteckte Kosten zu einer üblen Überraschung werden.

Es ist von allergrößter Wichtigkeit, den wirklichen Immobilienwert zu ermitteln (hängt im wesentlichen von der Lage, Lage,Lage und vom Zustand ab (Wärmedämmung, Heizungsalter, Elt-Installation, Fußböden, Deckenkonstruktion, Wandaufbau, Fenster)

Das Geschäft wird immer beim Kaufpreis gemacht!

Wenn Ihr eine Immobilie gefunden habt, die von der Lage und vom oberflächlich eingeschätzten Zustand attracktiv erscheint, sollte man anfangen tiefer zu graben und einen Fachman einschalten (Bauing. oder Architekten, niemals einen Makler der vorgibt davon etwas zu verstehen)

Wenn das Objekt dann immer noch interessant ist, kann man relativ einfach die Rendite der Investition ermitteln.

Dafür muss man wissen was eine Rendite ist und wie man die ehrlich ermittelt.

Wenn die effektive Rendite > 3% liegt ist es i.O. Ideal wären mindestens 5%.

Kaufpreis 180.000,- € +10% Erwerbskosten = 198.000,-  ~ 200.000,-- €

Investitionsstau geschätzt 30.000,--€ (sind schnell weg) = 230.000,--€

Kapitalbedarf = 230.000,-- €

Zins 2,5%  +Tilgung 2% = 4,5 %

230.000,-- € x 4,5% = 10.350,--€/a / 12 Monate = 862,50 € Kaltmiete/M

(zuzüglich Nebenkosten wie Heizung, Grundsteuer, Müllabfuhr, Wasser , Strom )

Wer diese Prozentrechnung beherrscht kann sich auf einem Bierdeckel ausrechnen, wie hoch die Kosten sind.

Wenn es gelingt eine Immobilie zu einem fairen Preis zu kaufen und man sich nicht dabei übernimmt (es muss leistbar sein) kann man keine bessere Alterversorgung bilden.

Vorraussetzung ist, dass man stabile Lebensverhältnisse hat und sich langfristig an die Immobilie binden will und kann.

Für einen der alle 5 Jahre die Stadt wechselt, ist das eher nichts (wenn es sich um ein Haus handelt, bei einer Eigentumswohnung in einer Stadt sieht das wieder anders aus, weil diese leichter vermietbar ist).

Wichtig ist vor allem, dass man sich die Immobilie leisten kann. wer nach dem Kauf kein Geld mehr für den Urlaub hat, der hat sich übernommen und das ist mehr als gefährlich und kann am Ende zu einer Zwangsversteigerung führen.

Auf jeden Fall sollte man selber im Stande sein, die Finanzmathematik soweit verstanden zu haben, dass man sich selber die Rendite ausrechnen kann. Wer sich auf Finanzberater oder Bankberater verlässt und diesen Leuten glauben muss, weil man es selber nicht versteht, der fährt auch mit verbundenen Augen Auto.

Die Berater stricken immer gerne komplizierte Modelle, die man dann nicht mehr verstehen kann. Das ist aber auch nicht erforderlich.

Was man wissen muss ist, welcher effektive Jahreszins bei zeitgleicher Verrechnung der Zinsen unter dem letzten Strich herauskommt. Mit welchem Modell das konstruiert wird ist irrelevant.

Eine möglichst lange Laufzeit des Darlehens ist extrem wichtig.

Ich lasse mir auch immer schriftlich bestätigen, dass mein Kredit von meiner Bank nicht weiter verkauft werden darf, ist aber nicht einfach das durchzusetzen.

Also noch einmal:

Lage, Lage, Lage, Lage, Lage, Lage ....

Lange Laufzeit / effektiver Jahreszins => selber die Rendite ermitteln können.

wirklichen Immobilienwert ermitteln (10.000,- € spielen dabei nicht die entscheidende Rolle)

Investitionsstau ermitteln und am Ende 10.000,- draufschlagen als Sicherheit.

Wenn die Rechnung dann aufgeht, dann zuschlagen.

Empfehlung: Ich würde eine möglichst niedriege Tilgung anstreben (1%) und zusätzlich Sondertilgung (10.000,-€/a) vereinbaren. Das verschafft einem Flexibilität.

Viel Glück.

Antwort
von Stellwerk, 93

Wenn Ihr feste Arbeitverträge habt, sollte das gehen. Je nach Bank wird wahrscheinlich ein gewisser Anteil an Eigenkapital fällig, also wäre es gut, wenn Ihr schon eine gewisse Summe angespart habt. Ansonsten einfach mal bei verschiedenen Banken anfragen, was die Konditionen sind.

Kommentar von Athenchen ,

Ansonsten ist es mit einem Nachrangdarlehen möglich! 

Antwort
von AnnaStark, 77

Ich denke, da macht Ihr einen Rechenfehler. Die monatlichen Raten sind zwar etwa die jetzige Miete, aber ein haus hat auch Betriebskosten, wie Grundsteuer, Müllabfuhr, Strom, Strassenreinigung, Schornsteinfeger, etc. Diese monatlichen Kosten kommen noch dazu. Nicht erwähnt die reparaturkosten, die manchmal anfallen, Gartenpflege etc.

Wenn Du locker 400,- dafür im Monat rechnest, kanns eher klappen, wenn Dir dann noch genug zum Leben übrig bleibt.

Antwort
von pluggy, 74

Hier gibts nur einen Rat: Sofort zu einer serioesen Bank oder Bausparkasse. Mit einer monatlichen Belastung von ca. 500 Euro als Kaltmiete bekommt ihr schon was ordentliches bei den heutigen niedrigen Zinssaetzen.

Antwort
von kenibora, 39

Finde es sehr sinnvoll unter genannten Umständen und Vorraussetzungen...Wie ist oder wäre der Nettoverdienst bei später vielleicht nur einem Gehalt? Sehr wichtig, wie alt ist das Haus? 2 Autos....hoher Kostenfaktor! Nehmt Euch einen Steuerberater und lasst Euch beraten!


Antwort
von Harald2000, 41

Wenn ihr ein sogen. "Handwerkerobjekt" findet, könnte es zusammen mit der "Muskelhypothek" klappen.

Antwort
von myzyny03, 78

Habt ihr Eigenkapital?

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