Frage von Johannn, 41

Ist der Grenzsteuersatz das entscheidende Merkmal ob die Guenstigerpruefung vom Finanzamt durchgefuehrt wird?

Ich habe eine Verstaendnisfrage zur Abgeltungssteuer und der Guenstigerpruefung.

Ich lese immer wieder, dass der persoenliche Grenzsteuersatz unter 25% sein muss, damit die Guenstigerpruefung moeglich ist.

Nehmen wir folgendes Beispiel..

Eine alleinstehende Person verdient im Jahre 2016 27000 Euro aus Kapitalertraegen. Dies ist das einzige Einkommen der Person. Lassen wir der Einfachheit mal absetzbares wie Krankenversicherung etc weg.

Laut Einkommensteuerrechner kaemen 4548 Euro Steuer + 250,14 Euro Soli, in der Summe also 4798,14 Euro heraus.

Laut Rechner liegt die Durchschnittsbelastung bei 17,77%, der Grenzwert bei 29,97%.

Wuerde Abgeltungssteuer bezahlt, waehren 25% von 27000 6750 Euro. Also ueber 2200 Euro mehr.

Sprich, die Angabe der Kapitalertraege in der Einkommensteuererklaerung waere in diesem Fall guenstiger!

Aber ist eine Guenstigerpruefung moeglich, solang der Grenzsteuersatz ueber 25% liegt?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Johannn,

Schau mal bitte hier:
Steuererklaerung Abgeltungssteuer

Antwort
von Steuerbaer, 22

Nein, das ist nicht möglich. Man kann die Günstigerprüfung zwar grundsätzlich immer beantragen. Wenn die Einbeziehung der Kapitalerträge in die zu veranlagende Einkommensteuer allerdings zu einer höheren Steuerlast führt als durch die Abgeltungsteuer abzuführen sind, findet keine Veranlagung statt. Das Ganze ist auch nachzulesen in Paragraph 32 d (6) EStG. Davon abgesehen, warum sollte man einen Antrag stellen, um freiwillig mehr Steuern zu zahlen :)

Kommentar von Johannn ,

Danke fuer die Antwort dass die Guenstigerpruefung immer zu beantragen ist!

Aber! In diesem Beispiel waere doch die Veranlagung durch die Einkommensteuer guenstiger, nicht die Abgeltungssteuer.

Mit dem Wort Steuerlast ist doch die Summe an Steuern in Euro gemeint oder nicht?

Kommentar von Steuerbaer ,

Ja stimmt. Sorry hatte das wohl zu oberflächlig gelesen: in dem Beispiel ist natürlich die Veranlagung günstiger.

Grundsätzlich sind Einkünfte aus Kapitalvermögen, wenn die Beteiligung im Privatvermögen gehalten wird, mit der Abführung der Abgeltungsteuer abgegolten. Man kann aber auf Antrag überprüfen lassen, ob eine Einbeziehung in die in der Einkommensteuererklärung zu veranlagenden Einkünfte zu einer geringeren Steuerlast (= zahlung) führt. Wenn dies tatsächlich der Fall ist, werden die Kapitalerträge veranlagt, andernfalls (also wenn die Abgeltungsteuer geringer ist), bleibt es bei der Abgeltungsteuer (daher auch GÜNSTIGERprüfung :)

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