Frage von Laurent4life, 111

Ist der glaube noch ernst gemeint?

Vorab ich bin atheist und kenne mich mit Religionen nicht so gut aus. Zu meiner Frage: ich habe heute gelesen, das viele flüchtlinge zum christentum konvertieren weil sie enttäuscht vom Islam sind. Wenn man z.B muslim ist glaubt man doch an die geschichte im Koran oder nicht? Für die ist sie tatsächlich passiert. Zu meinem Problem: wenn diese personen vom islam enttäuscht sind stelle ich mir das unwahrscheinlich vor, das die aufeinmal der Meinung sind, das die ganze geschichte im Koran nicht stimmt und der meinung sind ich glaube die geschichte die in der Bibel steht. Ausserdem vermute ich, das die meisten der Personen die Geschichte in der Bibel nicht kennen. Da frage ich mich ob die Religion ernst genommen wird, oder einfach nur als Symbol dafür steht woher man kommt und ob man tatsächlich dran glaubt ist egal.

Antwort
von Spockyle, 52

Religion ist sehr viel mehr als nur das Buch, das dem Ganzen zu Grunde liegt. Ein Glaube hat auch viel mit Dazugehörigkeit zu tun oder eben mit Nicht-mehr-dazu-gehören. Vielleicht wünschen sich auch Familien einfach, dass die eigenen Kinder an christlichen Feiern wie Kommunion bzw Konfirmation teilnehmen können. Wird wohl auch drauf ankommen, wo die Flüchtlinge genau hinkommen. Im christlichen Bayern konvertiert man vielleicht eher als im eher atheistischen Berlin, denke ich, aber sicher bin ich mir da nicht.

Warum ein Einzelner genau konvertiert, kann man so nicht sagen, es wird genauso viele Gründe, die Religion zu wechseln, geben, wie es Konvertiten gibt. In jedem Fall sollte man die Entscheidung einfach ernst nehmen und die Menschen unterstützen, auch wenn sie zu Atheisten werden.

In ihren Grundlagen sind Islam und Christentum gar nicht sooo unterschiedlich und Symbolik kann man erlernen.

Antwort
von JTKirk2000, 28

Ich habe vor allem in meiner Kindheit das große Glück gehabt, dass mir meine Eltern die Freiheit gelassen haben, ob und welcher Religion ich mich anschließen möchte. Wir waren zwar aus Tradition einmal im Jahr in der örtlichen evangelischen Kirche, aber das war es dann auch mit dem religiösen Einfluss in meiner Kindheit. Obwohl ich doch in einem Punkt wahrscheinlich anders als meine Eltern sein werde, nämlich dass mir Religion so wichtig ist, dass ich nach Möglichkeit regelmäßig die Kirche besuchen werde, meinen Kindern, sollte ich irgendwann einmal welche haben, dieselbe Freiheit zugestehen werde, wie es meine Eltern bei mir getan haben.

Nach meinem Verständnis kann man nur mit dieser Freiheit zu wirklichem Glauben finden, denn alles andere wäre nur aufgedrängt. Ebenso hat man durch diese Freiheit auch die Möglichkeit, sofern man irgendwann an einen Punkt gelangt, wo man eine maßgebliche Differenz zwischen dem persönlichen Glauben und der Religion, der man bisher angehörte, entsprechend nach einer Alternative zu schauen, die dem persönlichen Glauben besser entspricht. Genauso war es auch bei mir. Ich lernte mit 10 oder 11 Jahren aus eigener Entscheidung die evangelische Kirche kennen, stellte im Alter von 15 oder 16 Jahren eine Differenz zwischen meinem persönlichen Glauben und der Lehre der evangelischen Kirche fest, wobei mein Glaube aus meiner Sicht im Einklang mit dem geblieben ist, was in der Bibel steht, die auch in der evangelischen Kirche verwendet wird. Daraufhin war ich auf der Suche nach einer entsprechenden Alternative, fand diese schließlich (oder zutreffender wurde ich durch Mitglieder dieser Alternative gefunden) im Alter von 30 Jahren und schloss mich dieser an (wenn es interessiert, kann man dies auf meinem Profil nachlesen. 

Auch wenn in dieser Alternative die Kleinkindtaufe abgelehnt wird, was ich als vollkommen richtig ansehe, wird es als in Ordnung angesehen, wenn Kinder von kleinauf an, das Evangelium kennen lernen. Das würde ich, wie ich schon geschrieben hatte, meinen Kindern nie antun. Sie sollen selbst für sich entscheiden, unabhängig davon, was mir persönlich wichtig ist. Denn mir ist egal, was sie vielleicht wegen der Erwartung anderer machen, wenn es um Religion geht. Vielmehr sollen sie das annehmen, was ihnen persönlich wichtig ist, und woran sie selbst glauben (möchten).

Antwort
von Shiftclick, 39

Die Geschichte im Islam widerspricht sich nicht (oder nur in Details) mit der Geschichte des Alten Testaments. Immerhin berufen sich sowohl die Juden als auch die Araber auf ihren Stammvater Abraham zurück.

Darüber hinaus könnte ich darauf hinweisen, dass Glaube ursprünglich gleichbedeutend war mit dem Ritual und nichts mit dem Glauben an etwas zu tun hatte. Insofern hast du recht, die Glaubenssätze einer Religion sind nicht immer wirklich die Fundamente des Glaubens, sondern wie man lebt und seinen Glauben ausübt. Erst seit der Reformation ist der Aspekt des an etwas Glaubens im Christentum wichtig geworden.

Antwort
von Eosinophila, 47

Hast du vielleicht eine Quelle dazu? Das würde mich durchaus auch interessieren.

Es dürfte wie im Christentum sein. Viele treten aus den Kirchen aus, konvertieren zu anderen Glaubensrichtungen.
Viele sind vom Christentum, oder, wie in meinem Fall, dem Katholizismus, enttäuscht. Gibt ja auch genügend, was dazu Anlass gibt.

Deine Fragen sind durchaus berechtigt. Allerdings ist es oft so, dass Erwartungen, die die Gläubigen haben, nicht erfüllt werden. Ich sehe das oft auf meine Station im Krankenhaus, dass die Patienten fragen: "Gott, wie kannst du mir das antun?". Die sind auch enttäuscht, weil sie einfach nur "ihr Leid" sehen.

Meine Patienten sind aber meistens zu alt, um noch zu konvertieren :)

Ähnlich dürfte es hier sein, oft sind es ja Leute, die sich von Gott / Allah verlassen fühlen, eben ihren Glauben durch ihre Erlebnisse, in Zweifel ziehen. Dazu kommt aber sicherlich, dass viele sicher auch zum Selbstschutz konvertieren...vor dem Christentum hat man aktuell weniger Angst, als vor dem Islam. Was natürlich dann die Ernsthaftigkeit des Glaubens wieder in Frage stellt.

Für mich käme es nicht in Frage, zu konvertieren, um mich selbst zu schützen. Dabei bin ich von der Kirche eh fast schon geächtet, weil ich nicht heterosexuell bin :)

Antwort
von kloogshizer, 46

Na hoffentlich nicht, ernst meinen kann man das ja schlecht was in den zentralen Schriften des jeweiligen Glaubens steht. Glaube gehört wahrscheinlich für viele auch irgendwie zur psychischen Hygiene und zur Integration in eine neue Kultur. So ganz unrecht haben die damit wahrscheinlich auch nicht. Mir wärs trotzdem zu blöd.

Antwort
von Ellen9, 28

Glaube hat für mich nichts mit "leben nach Büchern/Überlieferungen" und nichts mit "Institutionen" zu tun. Inwieweit andere ihren Glauben an Allah/Gott ernstmeinen, mag ich keineswegs beurteilen.

Antwort
von AlbatrossFLIGHT, 16

Schon immer galt: ".... und hänge mein Mäntelchen nach dem Wind...."

Außerdem ist es tatsächlich so, daß es sowohl in der Christenheit als auch im Islam nur noch sehr wenige echte Gläubige gibt, so wie in anderen Glaubensgemeinschaften auch. Viele glauben an die Evolutionstheorie und nicht an einen Schöpfer.

Warum sollten also diejenigen, die sich einen Vorteil bei der Integration in eine fremde Kultur versprechen, nicht konvertieren, obwohl jedem klar sein dürfte, aus welchen Motiven heraus sie das tun. Mitläufer werden ist ja auch nicht schwer.

Da gehört schon etwas mehr dazu, zum Beispiel ein Zeuge Jehovas zu werden. Nur wer sich aktiv einbringt, (solange er gesund  genug ist dafür), gilt als echt. Es wird nicht jeder mit offenen Armen empfangen, denn Kirchensteuer wird nicht erhoben und die moralischen und sittlichen Anforderungen entsprechen dem hohen Maßstäben der Bibel, die für wahre Christen bindend sind. Es zeigt sich immer deutlicher, wie wichtig der Name JHWHs ist, der für einen gewissen unveränderlichen Standard steht. Arme etablierte Kirchen! Die nehmen jeden.

Antwort
von Klaraaha, 22

Das hat unterschiedliche Gründe. Atheismus kennt man im Islam kaum.Man könnte ja auch einfach Atheist werden. Die einen tun es aus Überzeugung. Andere aus Enttäuschung wegen der Zustände in ihren Heimatländern. Andere  um bessere Chancen z.B. Arbeitsplatz, Wohnungssuche zu haben. Ein Grund ist auch die Hoffnung auf ein Bleiberecht zu haben, und nicht wieder zurück geschickt zu werden, weil Abfall vom Islam in vielen Ländern mit dem Tod bestraft wird.

Antwort
von Aleqasina, 38

"Glaube" ist nicht das für wahr halten von Schrifttexten.

Glaube ist das Ergiffensein von dem, was mich unbedingt angeht (frei nach Paul Tillich).

Unter diesem Gesichtspunkt kann die Botschaft der Gottes- und Nächstenliebe durchaus relevant werden.

Antwort
von Viktor1, 15

Hallo,
Christentum ist nicht die Bibel sondern beinhaltet das "Grundprinzip" der Botschaft Jesu.
Dies weicht erheblich vom Vorschriften-Denken (nach Koran) des Islam ab
und auch das "Heilsziel" ist ein anderes.
Es genügt also, wenn den Menschen das "Grundprinzip" bekannt ist, oder eine
Teilahnung davon, um vom Christentum angetan zu sein.
Außerdem erleben sie ja den grassen Unterschied des Erscheinungsbildes beider Religionen im täglichem Leben (was bei den meisten vorrangig sein wird)
Warum wunderst du dich dann noch ? Konntest du dir doch denken - oder ?
Gruß Viktor

Antwort
von Taimanka, 33

jeder - oder besser viele - sind auf der Suche nach etwas. Religionen sind prädestiniert dafür, hier ihre Anker zu werfen um ihre Anhängerschaft zu generieren und auch zu halten.

Die Religion des Islam ist insbesondere durch die Erschütterungen der Vergangenheit stark in ein differenziertes Bild gerutscht, Verallgemeinerungen mit negativen Vorzeichen machen sich breit. Da liegt es nahe, diesen Weltanschauungen den Rücken zu kehren. Mit tief verwurzeltem Glauben hat das für mich wenig zu tun, nachvollziehbar ist es allemal.

Gute Frage 👍

🙋

Antwort
von Jokerghost, 17

vergess mal Koran und Bibel und alle Religionen. Jezschau um dich herum wurdest du etwa aus reinem Zufall in diese Welt gesetzt. Kann eine Computer etwa seine eigenen Programme schreiben. Anhand deiner Fragestellung merke ich schon das du diese Frage gestellt hast um dich selbst zu bestätigen aber nur weil du dir unsicher bist.

Zurecht Religion ist auch viel schwerer zu verstehen als irgendwelche Physikalischen Theorien. Und noch viel schwerer zu praktizieren.

Aber wenn schon so eine Welt um dich herum existiert. Warum sollte dann kein Jenseits existieren. Mit welcher Logik willst du diesen Sachverhalt verklären.

Es ist wirklich nicht leicht das wird mir immer mehr bewusst umso mehr ich weiß es gibt viel sehr viel zu entdecken das meiste hat nicht direkt was mit Religion zutun aber hängt stark davon ab.

Das wichtigste an Religion ist Einzusehen das Gott dich erschaffen hat und du Gott gehörst. Du kannst machen was du willst und Gott weiß was du willst aber du gehörst Ihm trozdem und wenn du nicht an Gott glaubst gehörst du Ihm trozdem. Nichts passiert aus Zufall.

Antwort
von KaeteK, 30


Ist der glaube noch ernst gemeint?





Vorab ich bin atheist und kenne mich mit Religionen nicht so
gut aus. Zu meiner Frage: ich habe heute gelesen, das viele flüchtlinge
zum christentum konvertieren weil sie enttäuscht vom Islam sind.

Antwort:


Darüber mache ich mir keine Gedanken, denn der Herr kennt die Sein sind. Auch wird sich das im Laufe der Zeit weisen...

Ach ja, zum Glauben an Jesus Christus  konvertiert man nicht - man bekehrt sich.
lg


Antwort
von 3plus2, 1

Das ein Erzengel einen Analphabeten zum Propheten gemacht hat, ist unlogisch, wie sollt der das alles behalten und dann noch aufschreiben.

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