Ist der Glaube an eine höhere Macht angeboren?

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49 Antworten

Das mit der einsamen Insel trifft m.E. nicht zu.. ich finde es hat viel mehr mit der Gesellschaft zu tun!

Der Glaube ist mMn keinesfalls angeboren, aber er wird einem ja seit frühester Kindheit schon vermittelt. Insofern ist es m.E. die Gesellschaft, die bereits kleine Kinder "indoktriniert" & ihnen eine Glaubenslehre vermittelt! Das beginnt ja schon etwa mit der Taufe bei den Katholiken, wo der Säugling in die Kirche aufgenommen wird.

Selbst primitive Kulturen haben ihre Götter, denen sie noch viel mehr huldigen als die Industrienationen & vor denen sie sich fürchten, denen sie gefallen wollen usw., aber auch da wurde es wie eine Sagen-/Märchensammlung von Generation zu Generation weitervermittelt.

Wenn ein Mensch nie mit einem "Gott" konfrontiert wird bzw. nicht erfährt dass es sowas gibt, dann wird er selbstverständlich auch nicht an einen solchen glauben. Meine Meinung!

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Flucht- und Angsverhalten ist evolutionsbedingt zum Schutz angeboren. Das gilt auch für Tiere. Beim Menschen kommt der Verstand ninzu, mit dem dieser Sich Erklärugnen für die angeborenen Instinkte sucht und gedanklich in "Glauben" = Nichtwissen, Entspannung findet.

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Kommentar von AlphaundOmega
19.12.2015, 16:08

Du meinst also, nur weil du weisst was ein Blitz ist, lehnst du dich mit dem Wissen ruhig zurück und kannst dich entspannen ? ;)

Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist; das nur, weil wir dies oder das erklären können , wird ein Vulkanausbruch , Erdbeben oder Donner und Blitz, uns nicht verschonen...! D.h. dieses Wissen nützt uns eben so wenig, wie den Tieren, die wenigsten wissen wann man in Deckung gehen sollte , wobei die Menschen auch schon mal teilweise ihren Kopf extra hinhalten, um zu sehen, wer drauf haut  ;)

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Einen solchen "Versuch" gab es bereits: Kaspar Hauser. Der war isoliert, bis er erwachsen war und der hatte absolut nichts in Richtung Gott, Religion oder Glauben entwickelt. Zum Nachlesen hier

http://gutenberg.spiegel.de/buch/kaspar-hauser-augenzeugenberichte-und-selbstzeugnisse-1448/3

Daraus kann messerscharf geschlossen werden, dass der Glaube an eine höhere Macht nicht angeboren ist sondern kulturell tradiert wird.  

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Es gibt wohl so etwas wie einen angeborenen Hang, hinter allen Phänomenen einen Akteur zu sehen.

Dies würde evolutionär Sinn machen, weil unsere Vorfahren bei einem Rascheln im Gras besser mal von einem Raubtier ausgehen, als von harmlosem Wind. Wer hier einmal zu oft vorsichtig ist, dem passiert nichts; anders herum schon. Es wurden vielleicht alle Vorfahren, die diesen angeborenen Hang nicht hatten schlicht und einfach gefressen. Aber wer weiss.

Vermutlich entstanden so die ersten Götter, die für all möglichen Naturphänomene zuständig waren.

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Das Neugeborene würde zunächst eine Ersatzmutter suchen. Für ein Kleinkind ist die Mutter eine Art von Gottheit: Sie hat dich geschaffen, ernährt und erzieht dich, stellt Werte/Gebote auf und straft dich bei deren Missachtung. Wenn es ein Problem gibt, muss ein Kind bei seiner Mutter betteln wie Gläubige bei ihren Göttern. In Gefahr findet das Kind bei der Mutter Schutz.

Ab der Pubertät muss das Kind jedoch ohne die "Mutter-Gottheit" der ersten Lebensjahre auskommen. Nun kommt es auf die äußeren Einflüsse an. Je nach seinen bisherigen Erfahrungen, würde dein Inselbewohner sich (1) empirische Erklärungen für die alltäglichen Dinge suchen, oder (2) das alte Mama-Prinzip auf praktisch alles projizieren.

In ersten Fall würde er also alles erforschen und langsam eine Technikkultur entwickeln.

Im zweiten Fall würde er in allem ein Bewusstsein vermuten und einen Kult um Baumgötter, Windgötter, Meeresgötter usw. entwickeln.

Dass wir heute sowohl Wissenschaft als auch Religion haben, liegt daran, dass beide Menschentypen aufeinander treffen.

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Kommentar von earnest
18.12.2015, 12:52

Das finde ich sehr überzeugend dargelegt.

Da hätten wir dann auf der einsamen Insel den Freitag (mit dem Mama-Prinzip) und den Robinson (den Empiriker - seine gelegentlichen religiösen Anwandlungen lassen wir jetzt mal außen vor).

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Nein, ist er nicht.

Es gab mal die Überlegung, ob es so etwas wie einen "religiösen Instinkt" beim Menschen gibt, aber den gibt es nicht. Religiöser Glaube ist wohl eine anerzogene Angelegenheit. Was es gibt, sind bestimmte Verhaltensweisen und Bedürfnisse, die unter anderem auch von Religion befriedigt werden können, aber eben auch durch andere Dinge, wie etwa Fankult, politische Gruppen, Engbünde, Familienverbände und so weiter.

Nein,  der Glaube an eine höhere Macht ist nicht angeboren.

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Nein, das glaube ich nicht. Sowas lernt man wohl am ehesten durch seine Familie, die engsten Angehörigen oder wenn man in einen christlichen Kindergarten geht. Ich bin Atheist, glaube nicht an Gott. Bei uns zu Hause war das nie ein Thema. Mein Bruder ist mit Anfang 20 Christ geworden, weil er eine Zeit lang bei meinem Onkel und seiner Familie gewohnt hat. Die sind alle Christen und er ist wohl dadurch irgendwie neugierig geworden und hat angefangen sich für Gott und das Christentum zu interessieren.

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Ob es das wird ist nicht sicher, aber man hat jetzt so etwas wie das Gottes Gen gefunden. Menschen die dieses Gen tragen sind viel empfänglicher für solche dinge als andere, auch deren Auswirkungen auf den Körper. Doch weiß ich nicht in wie weit diese Untersuchungsergebnisse bereits in Stein gemeißelt sind. Auch weiß ich nicht in wie weit es sich im Alltag auswirken tut, glaube aber nicht, das es einen den Glaube in dem Sinne aufzwingt.

Letztlich ist es auch eine Frage der Erfahrungen, die man macht und wie man diese verarbeitet. In unserer Gesellschaft kommen natürlich noch Einflüsse von anderen hinzu, inklusive der Religionen.

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Nach allem was uns bekannt ist, ja. Der Mensch ist die einzige bekannte Spezies die ihre Existenz hinterfragen kann. Das ist ein Ausnahmefall in der Natur, und ein Privileg. Spätestens im Erwachsenenalter und wenn wir von einem eher intelligenten Menschen ausgehen, wird das einstige Kind anfangen über sich selbst und die Welt nachzudenken. Für das Individuum ist es nicht zwingend deshalb zu einem Glauben zu finden oder eine Gottesgestalt zu erdenken, aber das Potential dazu wäre stets vorhanden. Dieser einsame Mensch könnte sich genauso umentscheiden. Glaube und Nichtglaube sind nicht an die Gene gebunden. Manche Menschen die einsta Atheisten waren können sich durch ein scheinbares Wunder plötzlich wenden. Umgekehrt gibt es auch Gläubige die sich schon von banalen Vorfällen wie dem Tod eines Nahestehenden vom Glauben abbringen lassen. Wenn wir aber berücksichtigen, dass dieses Kind niemals etwas von Wissenschaft oder atheistischen Bewegungen mitbekommt, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei nahezu 100%, dass es an eine willkürlich gedachte Gottesfigur glauben wird.

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"Götter" waren nichts anderes als die Erklärungsversuche von vernunftbegabtem Lebewesen um sich Dinge zu erklären, die sie sich anders nicht erklären konnten. Siehe Zeus, Jupiter oder Thor, welche angeblich allesamt über die Macht von "Blitz und Donner" verfügt haben.

Was genau dieses Kind machen würde wissen wir nicht, denn das würde natürlich auch massiv von seiner Persönlichkeit abhängen. Wäre es ein Mensch wie Leonardo da Vinci, oder irgendeinanderer Universalgelehrter, es gewesen ist, dann würde das Kind vielleicht versuchen diese Erklärungen zu "erforschen".

Was ich jedoch für am wahrscheinlichsten halte ist, dass dieses Kind reagiert wie die frühen Menschen und sich einen primitiven Gott, als Herr bzw. Ursache von allem vorstellt. Da dieses Kind alleine lebt und somit auch relativ schnell sterben wird ohne sich bzw. seine Ansicht in einer Gesellschaft weiterzugeben wird sich sein Gottesbild auch nicht viel weiter entwickeln.

Genaues hierzu können dir aber nur Menschen sagen, welche entweder Historiker in diesem Fachbereich, oder Psychologen sind.

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Wahrscheinlich ja. Als Kind habe ich eine kurze Zeit an eine Art Gott geglaubt, obwohl niemand in meinem Umfeld religiös war, mit mir über das Thema gesprochen hat oder ich sonstwie damit in Kontakt gekommen bin. Das ließ aber schnell nach, als ich die Zusammenhänge besser verstand und realisierte, dass sich etwas wünschen und hoffen alleine zu nichts führt.
Ähnlich wie es bei einigen Kindern mit dem Weihnachtsmann ist.

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Naja, Steinzeit Menschen haben auch an hoher Mächte geglaubt. Alle Phänomene, die man nicht erklären kann, wurden schon irgendwelchen Göttern verdankt oder zugeschrieben.

Ich denke, Bildung spielt eine große Rolle.

Das soll jetzt nicht heißen, dass alle Gläubigen Menschen dumm sind aber wenn jemand Abgeschottet lebt und nicht weiß wie ein Blitz entsteht oder was das ist, wird eher an eine höhere Macht glauben als ein Mensch, der darüber informiert ist.

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Wenn man ihm einen Grund gibt, daran zu glauben. Wenn es einigermaßen denken kann(und wir gehen mal davon aus, dass es von unserer Welt wirklich 0 Ahnung hat) wird es sich wahrscheinlich fragen, wo es her kommt. Das Kind wird dann wahrscheinlich etwas erfinden und da es nicht weiß, wie Kinder entstehen, daran glauben.

Auch wenn es regnet, könnte das Kind eine Geschichte erfinden und daran glauben, da es nicht weiß, wie Regen entsteht.

In der Logik des Kindes muss der Regen(und es selbst)ja irgendwo herkommen und wahrscheinlich wird es dadurch glauben, dass eine höhere Instanz das alles macht, da für das Kind solche Dinge einfach nicht von selbst geschehen können.

Also:JA!

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ich verweise auf das Hölengleichnis von Sokrates

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Kommentar von Fantho
19.12.2015, 19:39

Es ist des Platons Höhlengleichnis, einem Schüler Sokrates...

Gruß Fantho

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Ich habe keine Ahnung, ob es allgemein so ist, aber ich bin ohne religiösen Einfluss, außer dem, zu welchem ich mich selbst entschieden hatte, als es soweit war, aufgewachsen, und glaubte trotzdem von mir selbst aus an ein ewiges Dasein. Von daher kann ich mit Sicherheit schreiben, in dem Wissen, dass es der Tatsache entspricht, dass mir der Glaube an eine höhere Macht angeboren war und ist. Der Glaube an Gott kam bei mir allerdings erst später, nachdem ich mich, aufgrund meines Glaubens an das ewige Leben, bewusst dafür entschieden hatte, die evangelische Kirche kennen zu lernen.

Was dieses hypothetische Gedankenspiel angeht, so weiß ich nicht, ob es da genauso ist, ich weiß nur, dass es bei mir sehr wahrscheinlich trotzdem so gewesen wäre, auch wenn ich vielleicht nicht im Glauben zu Gott gefunden hätte.

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"Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, nur das der Mensch das Werk nicht ergründet, das Gott getan hat, vom Anfang bis zum Ende." Prediger 3,11 Die Bibel- Gottes Wort

Daran sieht man, das Gott die Ewigkeit in das Herz des Menschen gelegt hat.

Ein Kind hat dieses Gespür. Es ist noch nicht verdorben von dem Unglauben der Menschen.

Der Mensch muss sich entscheiden. Entweder er glaubt an Gott (an die Vergebung der Sünden) oder er tut es nicht. Beides hat Folgen und bleibt nicht ohne Ergebnis. Einmal ewiges Leben in der Herrlichkeit Gottes oder ewige Qual in der Hölle.

"Heute, wenn ihr seine (Gottes) Stimme höret, verhärtet eure Herzen nicht." Hebräer 3,15

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Kommentar von earnest
18.12.2015, 12:27

Ach komm ...

Doch bitte nicht schon wieder die alte Leier, daß die Menschen, die nicht an Gott (an welchen eigentlich?) glauben, in der Hölle landen.

Vom die Menschen "verderbenden" "Unglauben" mal ganz zu schweigen ...

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Kommentar von AlphaundOmega
20.12.2015, 12:26

Einmal ewiges Leben in der Herrlichkeit Gottes oder ewige Qual in der Hölle.

Siehst du nicht, was dein entweder oder macht ?

Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir ... ..., ...oder anders ; sei mein Freund oder du bist mein Feind... Immer dieses entweder oder ...kein Wunder das die Welt aus den Fugen gerät...

Es gibt kein entweder oder  !

Es müsste heissen ;  Sowohl als auch...

Für eine Seite entscheiden , bedeutet die Auflösung beider Seiten ...

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In der Entwicklung der Menschheit gab es viele Kulturen, die unabhängig voneinander an eine Gottheit geglaubt haben. Dieser kleine Samen ist uns allen eingepflanzt und geht auf wenn die Umgebung stimmt oder geht ein, wenn das zarte Pflänzchen zertreten wird.

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Tief in uns ist offensichtlich eine grundgelegte Ahnung von etwas Göttlichen grundgelegt. Vom Anbeginn der Menschheit gab es so etwas wie Religion, Atheismus und die zeitgenössische Gleichgültigkeit halte ich für ein typisches Zeichen von Dekadenz.

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Hallo IchDuundEr,

ich denke schon, dass die Religiösität im Menschen grundgelegt ist, da sie uns unser Schöpfer in unser Herz gelegt hat. Ein Indiz dafür ist, dass in fast allen Kulturen und Völkern der Glaube an ein höheres Wesen zu finden ist. Außerdem entstehen in uns Menschen Fragen, die nur durch den Glauben beantwortet werden können, wie z. B.: Was ist der Sinn des Lebens?; warum sind wir hier?; was geschieht beim Tod? etc.

In dem "Atlas der Weltreligionen" heißt es: "Religion war und ist weiterhin das Herzblut von Gesellschaften auf der ganzen Welt." In seinem Buch "God - a Brief History" schrieb John Bowker: "Bisher hat Gott in jeder menschlichen Gesellschaft eine Rolle gespielt - gewöhnlich eine lenkende schöpferische. Das trifft selbst auf Gesellschaften zu, die bewusst weltlich aufgetreten sind."

Auch wenn sich heutzutage immer weniger Menschen für Religion zu interessieren scheinen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie keine religiösen Bedürfnisse hätten. Oftmals wenden sich Menschen deswegen von allem Religiösen ab, weil sie durch das Verhalten der großen Religionen enttäuscht wurden. Dennoch mag auch in solchen Menschen ein religiöser Drang schlummern, denn der Soziologe Reginald W. Bibby schrieb einmal: "Der Mensch hat Bedürfnisse, die nur durch die Religion zu befriedigen sind."

All das zeigt, dass auch ein Kind, dass unbeeinflusst von Religion und Weltanschauungen aufwächst, sich irgendwann die Frage nach Gott stellen würde.

LG Philipp

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Ist der Glaube an eine höhere Macht angeboren?

Nein, aber das Bestreben, sich ein Bild von der Welt zu machen und diese Welt zu verstehen. Eine Weltdeutung, mit einer höheren Macht, die alles erschafft, ist dabei eine Möglichkeit, die umso naheliegender ist, je weniger man von der Welt tatsächlich weiß.

Erstaunlich ist, dass jahrtausendealte religiöse Weltdeutungen immer noch so viele Anhänger haben, als ob sich am Wissen seit damals nichts geändert hätte. Es gibt also noch viel Bildungsarbeit zu leisten.

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Kommentar von AlphaundOmega
20.12.2015, 08:46

Die Frage ist doch was die Bildungsarbeit dabei auch zuleisten vermag ? Und weil sie nicht alles beantworten kann , kann sie auch nur unzureichende Ergebnisse vorweisen...!

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