Ich bereite gerade eine Sinneserfahrungsstrecke für den Kindergarten vor und frage mich ,ob die Sinne alle gleich stark ausgebildet sind oder eher unterschiedlich trainiert werden können?
Schmecken ohne Riechen funktioniert garnicht. Probiere mal einen Zwiebel-Apfel Vergleich mit verstopfter Nase.
Menschen haben zwar einen eher rudimentären Geruchssinn, aber gegen die paar Geschmacksrezeptoren ist er immer noch großartig.
Der Geruchssinn ist empfindlicher! Schon ganz geringe Spuren eines Stoffes kann der Mensch wahrnehmen! Bei Hunden oder einigen Insekten reichen wenige Moleküle des Stoffes aus, um ihn zu identifizieren! Ausgebildet sind aber alle Sinnesorgane auf ihre Weise aber gleichstark!
Es gibt nur vier verschiedene Geschmacksrichtungen, aber unzählige Abstufungen im olfakorischen Bereich. Beides ist durch das große Angebot übersättigt; d.h. wir nehmen nicht mehr alle Nuancen wahr, weil wir zu stark gewürzte Speisen essen oder zuviel Mief in der Nase haben.
Das Herausfinden puren Geschmacks/Geruchs stellt Kinder deswegen vor unerwartete Probleme. Der Schwerpunkt Deiner Arbeit sollte sich daher auf das Erkennen der natürlichen, unverfälschten und nicht verarbeiteten Aromen richten: rohes Obst und Gemüse, Kräuter, Gras, unbelegtes Brot, Joghurt ohne Zusätze, ein wenig (echten) Kakao oder auch die Ursachen sog. "Landluft" wie feuchte Erde, Regen, Stroh, den Geruch des Waldes u.ä.
Ein funktionierender Geruchssinn ist Grundlage des bewussten Schmeckens. Gleichzeitig spielen aber auch bekannte optische Wahrnehmungen eine Rolle. Rosa eingefärbter Vanille-Pudding schmeckt plötzlich "erdbeerig" - weil wir unbewußt Farben und den "dazugehörigen" Geschmack miteinander verbinden. Probier's mal aus und laß Dich überraschen, welche Ergebnisse Du mit blauer Farbe erzielst... ;-)))
Ja, laut neurologischen Studien laufen zwei Drittel des Geschmacks über den Geruchssinn.
Und so ganz nebenbei habe ich noch erfahren, dass zwischen Riechzentrum und limbischem System eine direkte Nervenverbindung existiert, alle anderen Sinneseindrücke werden von der Großhirnrinde gefiltert.