Frage von Imago8, 352

Ist der Fleischkonsument feige?

Der Durchschnittsdeutsche isst ca. 60 kg Fleisch im Jahr.

Das Töten der Tiere übernimmt jedoch eine kleine Minderheit. Neben Fischern und Jägern sind es hauptsächlich Schlachter (Fleischer). So mancher Schlachter muss tausende(!) Tiere pro Tag am Fließband töten.

Der Konsument hingegen kann sich bequem im Supermarktregal bedienen und muss sich nicht mit dem Töten auseinandersetzen, wenn er nicht will. Geschweige denn mit dem Leben der Tiere vor ihrem Tod. Selber töten wollten und könnten wohl die wenigsten. Und: Hauptsache billig.

Ist das fair gegenüber den Schlachtern und allen anderen Mitarbeitern eines Schlachthofs? Ist ihre Tätigkeit nicht eine Zumutung? Sollte dies nicht von den Menschen, die davon profitieren, entsprechend honoriert werden?

Ist der Fleischkonsument undankbar, vielleicht sogar feige?

PS: Natürlich gibt es DEN Fleischkonsument nicht. Ich versuche durch diese Abstraktion die Kernfrage zu verdeutlichen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kalle10041990, 218

Als Metzger sehe ich darin nichts unfaires unserem Berufsstand gegenüber. Wir haben uns (fast) alle freiwillig für diesen Beruf entschieden, und jeder könnte auch einen anderen Beruf ausüben wenn er sich die Mühe macht diesen zu lernen. Ich möchte meinen Stromanschluß ja auch nicht selbst verlegen müssen, oder alte Menschen waschen. Ich muss dir allerdings in dem Punkt recht geben das sich die Gesellschaft, zum Wohle der Tiere, mehr damit beschäftigen sollte. Ein Tier ist halt kein Stück Kabel sondern hat bei der Aufzucht auch Bedürfnisse, diese werden allerdings kaum erfüllt da für den Kunden nur der Preis entscheidend ist, und nicht wie er zustande kommt....

Kommentar von Imago8 ,

Tiere töten und Kabel verlegen würd ich jetzt nicht unbedingt vergleichen. An den oft heftigen Diskussionen zum Thema Vegetarismus bzw. Fleischkonsum merkt man ja, wie sehr die Leute das beschäftigt. Außerdem geht es um etwas sehr existenzielles bei der Nahrung.

Wie bist du zu dem Beruf gekommen?

Kommentar von kalle10041990 ,

Naja, beides sollte von Leuten gemacht werden die wissen was sie machen damit kein Sch+++ raus kommt. Diese Diskussionen werden nur leider meistens auf beiden Seiten von Leuten geführt die keine Ahnung haben was Schlachten bedeutet, die einen kennen nur die erschreckenden Qualvideos die irgendwo in Ausländischen Schlachtfabriken gedreht wurden, und die anderen denken das wir die Tiere totstreicheln. Wie es wirklich abläuft Wissen, oder wollen nur die wenigsten Wissen....Da ich deiner Meinung bin das Nahrung etwas sehr wichtiges ist bin ja auch dafür dass das Verständnis wo unser Fleisch herkommt wieder ein anderes wird. Kaum jemand legt Wert darauf wie es den Tieren davor ging, das maximalste was wir tun um unser Gewissen zu beruhigen ist ab und zu mal n Bioei zu kaufen, und dabei vergessen wir das BIO bei weiten nicht gleichgesetzt mit Tiergerecht ist. 

Naja, ich bin eher ländlich aufgewachsen und wir haben selber auch Tiere gehalten, und natürlich auch geschlachtet, also war das jetzt nichts aussergewöhnliches für mich. So mit 12-13 hab ich mir dann neben der Schule in ner Metzgerei mein Taschengeld aufgebessert, und dort dann später auch meine Lehre gemacht. Ja und bis heute bin ich dabei geblieben und bereue es auch nicht.

Kommentar von TheButcherX ,

jaa als metzger kann auch ich dir nur zustimmen

Antwort
von lluisaT, 83

Meiner Meinung nach ist es dem Schlachter gegenüber nicht unfair, immerhin hat er sich den Beruf ausgesucht. Wenn es ihm nicht gefällt, wär er ja selbst Schuld, er muss es ja nicht tun.

Wenn man selbst in der Lage wäre das Tier zu töten dann ist daran auch denke ich nichts feiges, man wählt nur den einfachsten Weg. Wen man selbst niemals in der Lage wäre finde ich es schon irgendwie feige das andere für sich machen zu lassen. st ja Quasi wie einen Auftragsmöder zu bestellen, aber nichts mit dem Mord zutun haben zu wollen. Aber wenn die Leute es wollen, dann ist es halt trotzdem deren Sache.

Undankbar finde ich ist das Kaufen von einem möglichst billigem Produkt auch nicht. Man kauft ja auch jedes andere Produkt so billig wie möglich. Ich finde Undankbarkeit kann eher durch den Umgang mit dem Produkt zustande kommen. Und wenn dann finde ich es auch nicht wirklich undankbar gegen den Schlachter sondern eher gegen das Leben des Tieres.

Ich bin zwar nicht für Fleischkonsum und finde, dass viel sagen spricht aber man kann nicht JEDEN Fleischkonsumer als feige und undankbar bezeichnen. 

Expertenantwort
von Buckykater, Community-Experte für Tiere, 197

 Der Metzger hat sich hat selbst für den Beruf entschieden aber sie deswegen schlecht machen ist nicht fair. Es ist schon eine Art Doppelmoral sich aufzuregen wenn zb im Fernsehen gezeigt wir wie Tiere gehalten und geschlachtet werden aber trotzdem immer massenweise das billigste Fleisch zu kaufen. Mein Onkel ist zb Metzger und als Kinder haben wir öfter gesehen wie er Gänse und Hühner geschlachtet hat die vorher zu den "glücklichen" gehört haben. Sie hatten ein größeres Außengehege uns Ställe. Er hat natürlich mehr für den Eigenbedarf geschlachtet. Auch darf bei uns nicht jeder Tiere einfach so töten. Man braucht schon einen Nachweis mit Entsprechenden Fachkenntnissen haben. man muss auch einen Sachkundenachweis haben Aber zumindest Ansehen können sollte man sich solche Sachen da sie dazu gehören. Sonst versteckt man sich ja schon hinter einer Lüge.

Antwort
von friesennarr, 199

Selbst vor langer Zeit gab es Jäger, Fischer, Bauern und Sammler und in jeder Zeit gab es für besondere Arbeiten extra dafür ausgebildete Menschen.

Verschiedene Tätigkeiten verlangen verschiedenes Können damals und heute.

Feige würde ich es nicht nennen. Stell dir vor wir würden heute noch alle unser Essen im Wald selbst jagen - wow da wäre aber was los im Wald.

Alleine schon durch die Masse an Menschen, die mittlerweile zu ernähren sind, würde der Wald gar nicht mehr ausreichen.

Kommentar von Imago8 ,

Im Gegensatz zu unserer Gesellschaft waren bzw. sind in Jäger- und Sammlerkulturen diese Sachen (Töten und Essen) nicht voneinander abgekoppelt. Natürlich wurden nur die Fähigsten zur Jagd geschickt. Aber wenn sie zurückkehrten, wurden sie erleichtert und dankbar von der Gemeinschaft empfangen. Das, was sie dann aßen, war nicht einfach ein Stück Fleisch. Es war ein Teil eines Tieres, dessen Leben mit sehr viel Aufwand beendet werden musste. Es war gefährlich und risikoreich. Und umso mehr Wertschätzung wurde auch dem Fleisch gegenüber erbracht. Es war alles andere als selbsterständlich. Im Gegensatz zu unserer Gesellschaft.

Natürlich würde das freilebende Wild für die Menschen nicht ausreichen, wenn sie weiterhin solche Übermengen davon essen wollen, wie es jetzt der Fall ist. Die Fleischmassen können nur unter sehr großem Ressourcenaufwand und mit der Folge ökologischer Probleme produziert werden. Das geht nicht auf Dauer. Da das sich aber nicht direkt bemerkbar macht, weil alles so global verschachtelt abläuft, machen wir erstmal fröhlich so weiter...aber irgendwann kommt sicher die Quittung.

Und wir können froh sein, wenn wir dann noch Rehe im Wald haben.

Antwort
von AppleTea, 205

Warum unfair? Der Metzger hat sich seinen Beruf schließlich selber ausgesucht, der wurde ja nicht gezwungen! Und kaufen müssen die Leute es ja wohl irgendwo wenn sie Fleisch essen wollen, außer sie haben einen Jagdschein oder können die Tiere selber halten und schlachten.

Antwort
von jww28, 187

Hi,

unsere moderne Gesellschaft lebt von der Arbeitsteilung, so können alle zusammen mehr schaffen, als einer der wirklich alles selber machen muss.

Ein Arzt kann in der Zeit operieren und heilen, während sein Steak für den Abend von den Schlachter geschlachtet wird. Du kannst die Frage hier stellen, weil ganz viele in der Zeit arbeiten um dir das hier zu ermöglichen, zb hat jemand deine Geräte gebaut, du bekommst Strom und bekommst die Möglichkeit ins Internet zu gehen. Aber das macht dich ja zb deswegen nicht faul oder arbeitsscheu, nur weil du das nicht alles selber machst.

Moralisch gesehen hast du natürlich ein Stück weit Recht, finde auch das jeder sich damit befassen sollte,  was er isst und wie es hergestellt wird, damit eine gewiße Wertschätzung auch mal wieder da ist. Grad bei Lebensmittel soltle mehr Interesse da sein, denn ohne das kann ja auch keiner Leben.

Kommentar von Imago8 ,

Es geht mir ja nicht darum, dass jeder alles selber machen muss. Arbeitsteilung macht schon Sinn.

Nur finde ich es bedenklich und fragwürdig, dass das Töten von Tieren völlig aus der Wahrnehmung des Normalbürgers ferngehalten wird. Und somit auch aus seinem Bewusstsein. Ich frage mich, ob damit ein genereller Verlust der Wertschätzung und des Respektes dem Lebendigen Wesen gegenüber einher geht.

Kommentar von friesennarr ,

Man könnte nicht immer und jederzeit alles Denken, dazu wäre unsere Hirnleistung nicht fähig.

Man weis das alles schon, aber man ist auch irgendwo an so vielen Problemen beschäftigt, das man nicht nur an wo kommt mein Fleisch her, woher mein Strom, woher mein Wasser usw.

Kommentar von Imago8 ,

Unsere Hirnleistung würde ich diesbezüglich jetzt mal nicht unterschätzen. Es ist doch so: es ist leicht in diesem Land, unangenehmes auszublenden. Und weil es so leicht ist, wird es so gemacht. Dabei wird ignoriert, dass wir völlig über die Stränge schlagen. Wir leben nicht im Schlaraffenland. Aber irgendwie wird oft so getan.

Wenn man keine Kapazitäten hat, um sich über das existenziellste für den Menschen, nämlich seine Ernährung, Gedanken zu machen, dann läuft irgendwas falsch.

Kommentar von jww28 ,

Hi, das stimmt schon, eine gewisse Bequemlichkeit steckt da schon hinter, aber fängt man einmal an zu denken und sich damit zu beschäftigen, so fällt es mir rein persönlich schwer eine Grenze zu ziehen. Um niemanden zu schaden, dürfte man im Prinzip nur noch selber umweltverträglich anbauen. Sonst untertstüzt man Kinderarbeit auf Feldern, Wasserprivatisierungen während Menschen neben den Wasserwerk verdursten oder massive Umweltschäden, Rodungen für und von Feldern. Kauft man sich den falschen Schokoriegel zb mit Palmfett, kann man sich im Internet ebenso die abgerodeten Regenwaldflächen anschauen.

Und man sollte die Hirnleistung nicht mit Emotionaler Intelligenz verwechseln, denn diese bringt uns dann direkt in den Wahnsinn, wenn wir über alles was passiert nachdenken. Der Mensch war nie dafür gebaut, alles von der Welt mitzubekommen, so wie wir es heute tun, dank TV, Internet und Co.

Und nicht nur Schlachttiere werden der Geselschafft vorenthalten, schau dir an was mit alten, kranken oder behinderten Menschen passiert, die leben ja meist doch eher im Heim, anstatt bei ihrer Familie in der Gesellschaft. Der Mensch ist Meister im Ignorieren des Todes, bis er es nicht mehr leugnen kann :(

Kommentar von Imago8 ,

Ich gehe davon aus, dass der Mensch nicht zu irgendetwas "gedacht" bzw. "gebaut" ist.

Der Mensch kann ja schließlich über das alles nachdenken, bzw. hinterfragen, was er tut. Genau darin liegt ja die Stärke des Menschen.

Und wer das mal konsequent und schonungslos durchzieht, kommt oft zu mehr oder weniger eindeitigen Schlüssen. Dass man dann nicht alles ändern kann, ist klar. Das wäre wirklich zuviel. Aber man kann irgendwo anfangen.

Und es dürfte bei jedem Menschen anders sein, aber ich persönlich habe lieber eine Ahnung davon, was auf der Welt abgeht und wie alles zusammenhängt, als in einer illusorischen "Glückseligkeitsblase" zu hocken.

Kommentar von jww28 ,

Solange man es psychisch verpackt ist es ja okay, aber viele können das nicht, ich seh darin den Hauptgrund für Depressionen, Burn Out und Co, über alles immer nachdenken zu müssen macht krank. Ich seh zB die Welt als wahnsinnig an, was mich wahnsinnig macht, leider kann man aber nicht alle therapieren. :( und man bekommt den Wahnsinn ja jeden Tag nahezu ungefiltert um die Ohren, ohne das man da was verändern kann. Mir ist zu mindestens aufgefallen das es grad den "Unwissenden" am besten geht, während ich manchmal schon Kriege und die völlige Zerstörung unserer Welt vor Augen habe :(

Kommentar von Imago8 ,

Depressionen entstehen aus anderen Gründen. Nicht, weil man "zu viel" nachdenkt. Es hat viel mehr mit dem persönlichen Umfeld zu tun und wie man zu sich selbst eingestellt ist.

Ich sehe das eher anders: wenn ich weiß, wo es Probleme gibt, dann kann ich auch zu deren Lösung beitragen. Meinen kleinen Anteil dazu leisten.

Kommentar von jww28 ,

Naja nicht ganz, Burnout, Angststörungen und Depressionen usw entstehen durch anhaltenden Stress, diese Erkrankungen bringen dann mit das man nicht aufhören kann zu denken. Und das nachdenken und philosophieren kann langfristig eben emotionalen Stress bedeuten. 

Und klar wo man helfen kann hilft man, aber ist es nicht eine Doppelmoral ? Ich fände es zB komisch wenn ein Veganer zB im Zoo geht, wo ja auch wieder Tiere für getötet werden. Man dürfte keine Jungtiere vom Züchter mehr als Haustier kaufen, weil woanders zu viele sind, die ja auch getötet werden. Hunde und Katzen halten dürfte man dann aus moralischer Sicht auch nicht, da sie ja Fleisch essen und dafür auch wieder Tiere sterben müssen. 

Finde aber das Aufklärung da reichen müsste, anfangen müsste man in der Schule damit. Damals gab es Hauswirtschaft, Kochen usw als normales Unterrichtsfach, das fehlt heute. Dann kommt auch schnell die Erkenntnis auf Qualität zu achten, anstatt auf Masse. Habe es auch nur in meiner Ausbildung gelernt, also Lebensmitteltechnik usw,  in den Rahmen musste ich zB tote Gänse rupfen (keine schöne Arbeit) und war auch dabei, wenn im Wildgehege des Hauses der Jäger kam. Habe lernen müssen was abschwarten bei Wildschweinen heißt usw. Wer einmal so was mitgemacht hat, geht mit Fleisch ganz anders um. Dazu noch ein Praktikum im Zoo und ehrenamtliche Mitarbeit im Tierheim und man ist bereit die Menschheit zu hassen :( 

 

Kommentar von Imago8 ,

nachdenken und philosophieren kann langfristig eben emotionalen Stress bedeuten

Hoffentlich glaubt dir das niemand.

Zum Thema Doppelmoral. Nahezu jeder, der sich informiert und sein Handeln hinterfragt, lebt in einer Doppelmoral, weil er Teil dieser Gesellschaft ist und nicht alles auf einmal ändern kann.

Sich einzureden, dass alles gut ist und man alles richtig macht, kann man natürlich auch. Aber das geht halt nur mit einer kräftigen Portion Ignoranz. Und ich finde, das ist die eigentliche Doppelmoral.

Nur weil man nicht alles auf einmal ändern kann, heißt das doch nicht, dass man garnichts verändern sollte.

Antwort
von Kajjo, 72
  • Nein, die Hypothese der Titelfrage ist natürlich Quatsch.
  • Jeder hat bestimmte Neigungen, Talente, Vorlieben und Fertigkeiten, die er bestmöglichst einsetzt. Es mag beliebtere und unbeliebtere Berufe geben, aber Schlachter ist weder ein besonders unbeliebter noch wenig geschätzter Handwerksberuf. 
  • Es möchte auch nicht jeder Bestatter sein, oder Krankenschwester, Polizist, Feuerwehrmann oder oder oder... 
Kommentar von Imago8 ,

klar, mit den Talenten, Vorlieben und Fertigkeiten hast du natürlich recht.

Aber wie ich ja schon ein paarmal schrieb, will ich ja auch garnicht, dass jeder selber schlachtet. Würde auch ungerne einen 3-Jährigen Jungen damit beauftragen, nur weil er ein Stück Fleisch essen möchte. ;-)

Ich merke, ich habe meine Frage wirklich schlecht formuliert, weil jeder sie missversteht.

Ich frage mich ja viel eher, ob es gut ist für eine Gesellschaft und die Wesen, die sie zum Verzehr züchtet, wenn Konsumieren und Töten derart von einander abgekoppelt sind. Und ob es den Menschen UND den Tieren besser gehen würde, wenn diese beiden Sachen wieder mehr miteinander zu tun hätten.

Kommentar von Kajjo ,

Ja, ich glaube, dass Arbeitsteilung gut ist für unsere Gesellschaft. 

Wir können nicht alle Elektriker, Maurer, Klempner, Koch, Bäcker und Schlachter zugleich sein -- wir müssen uns Aufgaben teilen, wenn wir ein derart hohes Niveau an Lebensqualität erreichen wollen (ärztliche Versorgung, elektronische Geräte, Straßen, Häuser). Würden wir alle unsere Häuser selbst bauen, würden die meisten in Holz- oder Wellblechhütten ohne Zentralheizung leben müssen... Würden wir alle selbst Pflanzen und Tiere züchten und schlachten, müssten wir das quasi als Lebensinhalt haben, denn nebenbei auch noch was anderes arbeiten, wäre schwierig. 

Wir würden schlagartig wie im Mittelalter leben und ein paar Hühner, Kaninchen, Enten halten, ab und zu ein Schwein durchfüttern und so weiter. Und sie sind die Viecher dilettantisch geschlachtet damals besser weggekommen? Glaube ich nicht. Das waren grausame Zeiten und das Wohl der Tiere war wesentlich weniger beachtet als wir uns heute "in der guten alten Zeit" ausmalen.

Die arbeitsteilige Gesellschaft hat für uns alle große Vorteile. Jeder bringt ein, was er kann und insgesamt geht es uns allen ganz erheblich besser als früher, was Versorgung, Schmerzen, Leiden, Wohnqualität, Lebenserwartung, Freizeit und so weiter angeht. 

Leider steht die Zufriedenheit in keinem sinnvolle Maße zur Lebensqualität. Es ging uns nie besser, aber es wird mehr gemeckert denn je. 

Früher haben sich Menschen darum gesorgt, ob das vierte kind auch stirbt, ob sie überhaupt 60 werden, ob sie im Winter wieder hungern und frieren müssen. Früher haben fast alle an üblen Krankheiten und Schmerzen gelitten. Heute sorgt man sich darum, ob Schlachttiere glücklicher sein könnten. Das ist Überflussgesellschaft. Offensichtlich müssen wir zu wenig tun, wenn wir uns darum in einem derartigen Maße Gedanken machen können. -- Wohlgemerkt, es spricht nichts dagegen, auch tierisches Leiden zu minimieren. Aber die Gesamtbeurteilung der Lebensituation müsste positiver ausfallen.

Kommentar von Imago8 ,

Wird das immer überlesen? Wie oft soll ich denn noch schreiben, dass ich nichts gegen Arbeitsteilung habe...

Es ging uns nie besser, aber es wird mehr gemeckert denn je. 

Ob mehr gemeckert wird, als bisher, kann ich nicht beurteilen. Aber ich halte es für möglich, dass das vor allem wieder ein Effekt der Medien ist, die alles überall verfügbar macht. Auch das Gemecker. Und dass es uns nie besser ging, bezweifle ich auch. Aber wie man das beurteilt, kommt immer drauf an, welche Parameter man untersucht.

Allgemein bekannt sollte sein, dass unser Lebensstandard alles andere als nachhaltig ist und unser "Wohlstand" nur geborgt bzw. geraubt.

Ich frage mich, wie da die Zusammenhänge sind zwischen dem Umgang mit Tieren, mit dem Tod, mit Ressourcen, mit unseren Mitmenschen usw.

Dahin zielt meine eigentliche Frage. Sie ist ein Puzzleteil in einem ziemlich großen Komplex, den ich grad zu verstehen versuche.

Kommentar von Kajjo ,

Hm, willst du da wirklich was verstehen oder hast du bereits deine fertige Meinung und suchst nur noch Bestätigung?

Was das Jammern angeht, so meine ich schon jeden einzelnen und nicht die Medien. Ich treffe schrecklich viele Leute, vor allem junge Menschen, die nur Probleme sehen und nicht das Tolle am Leben und unserer Gesellschaft. Kritik ist allzu modern, aber einfach mal zufrieden zu sein oder auch die positiven Facetten zumindest anzuerkennen, das erlebe ich selten.

Ja, natürlich kommt es darauf an, welche Parameter man anlegt. Und genau dabei erschrecke ich ja -- diese Bambi-Mentalität, bei der jedes Reh süß ist, aber die echten Herausfroderungen des Lebens vor lauter Überflussgesellschaft gar nicht mehr wahrgenommen werden. Deine Parameter sind möglicherweise falsch -- denk mal drüber nach.

Für meine Urgroßmutter wäre ein Parameter gewesen, wie viele ihrer zehn Kinder erwachsen geworden sind. Es waren nur drei. Sie hat sieben Kinder sterben sehen an den verschiedensten Ursachen. Sie hat überhaupt zehn Kinder kriegen müssen, weil es nicht mal Verhütung gab.  Sie hat im Weltkrieg grausig gehungert und bitter gefroren, hat einen Zeh verloren durch Frost in der eisigen Hütte, die sie noch hatten nach Bombenangriffen. Sie haben heimlich, unter Androhung von Todesgefahr, Kaninchen und Hühner gehalten nur um zu überleben. Alle Kinder und die Eltern sind später in zwei kleinen Zimmern großgeworden und waren auch noch glücklich!

Das sind zum Beispiel Parameter: Überleben. Gesundheit. Lebenserwartung. Genug zu essen, ein Dach überm Kopf, beheizt.

Auch das sind Parameter: Schmerzen erleiden ohne Aussicht auf Medikamente, Trauer um gestorbene Kinder, Angst ums Überleben. 

Heute sorgt man sich um Abgaswerte oder ob es Bambi gut geht. Wohlgemerkt, da darf man sich gerne drum kümmern, aber die Prioritäten müssen stimmen und der Wohlstand wertgeschätzt werden. 

Kommentar von Imago8 ,

willst du da wirklich was verstehen oder hast du bereits deine fertige Meinung und suchst nur noch Bestätigung?

Sicher habe ich eine Meinung dazu. Aber die ist eben nicht fertig und unumstößlich. Ich möchte meine eigenen Gedanken und Schlüsse hier drin unter den "Prüfstand" stellen. Das ist ja das spannende an GuteFrage.net. Wenn es mir nur um Bestätigung ginge, dann wäre ich hier wirklich falsch, denn die bekommt man hier selten für "unpopuläre" Sichtweisen.

Deine Parameter sind möglicherweise falsch

Es gibt da kein richtig und falsch. Das hängt ab von den eigenen Wertevorstellungen.

In meinem Wertesystem ist das Anstreben einer nachhaltigen Lebensweise wichtiger als sorgenloses Konsumieren, verantwortungsvoller Umgang mit anderen Lebewesen wichtiger als billiges Fleisch, (Selbst)Kritik wichtiger als das Leben in einer blauäugigen Selbstzufriedenheit, Lösungen suchen wichtiger als das Ignorieren von Fehlern.

Aber zurück zum eigentlichen Thema:

Selbst wenn die Mehrzahl der Fleischkonsumenten nicht feige sind und die Mehrzahl der Metzger ihren Beruf gerne ausüben und es kaum jemanden zu stören scheint, was hier "abgeht", ist es trotzdem vor allem eines: Nicht zukunftstauglich (wirklich gar nicht). Und allein deshalb schon überdenkenswert.

Letztlich habe ich das Gefühl, sobald man hier irgendetwas am Umgang mit Tieren oder am Fleischkonsum in Frage stellt, wird einem automatisch unterstellt, er wäre naturentfremdet, litte unter dem "Bambi-Syndrom", würde wollen, dass Menschen leiden usw.

ich kann diesen Schutzreflex ja irgendwie verstehen, aber für eine konstruktive Debatte ist das nicht gerade sehr förderlich.

Kommentar von Kajjo ,

Leider hast du auf meine Parameter der Zufriedenheit nicht geantwortet. Siehst du da nicht auch etliche Größenordnungen zwischen liegen? Also zwischen Leiden, Sterben, Hungern, Frieren auf der einen Seite und verantwortungsvollem Umgang mit Massentierhaltung? 

Ich bin sicher, dass die meisten Menschen nicht feige sind, sondern Arbeitsteilung ganz natürlich ist. Da sind wir uns doch inzwischen wohl auch einig.

Fleisch als Bestandteil der menschlichen Ernährung ist natürlich, gesund und wünschenswert. Die Vorliebe für herzhafte, proteinreiche Nahrung ist angeboren und hat einen biologischen Nutzen. 

Ich stimme dir zu, dass es Facetten der Massentierhaltung gibt, die überdenkenswert sind. Gewiss sollte man z.B. bezüglich Reduzierung von Antibiotika oder Minimierung des Leidens der Tiere etwas unternehmen. Dazu muss man aber nicht Fleischkonsum generell ablehnen, sondern an genau den Punkten etwas ändern, bei denen etwas schief läuft.

Radikale Ansichten mögen irgendwie stimulierend sein, sind aber so gut wie nie eine sinnvolle, gangbare Lösung. 

Kommentar von Imago8 ,

Was ist an meiner Anicht radikal?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass zur Zufriedenheit der Menschen die Massentierhaltung nicht nötig ist. Ich bin nicht gegen Fleischkonsum und Tiere töten an sich, denn ich fange und töte selber Tiere zum Essen (Fische) und hin und wieder esse ich auch ein Stück Wurst oder Wild. Es geht mir vor allem um die Menge (warum 60 kg im Jahr? Vielleicht reichten ja auch 30 kg?) und die Art und Weise der Tierhaltung bzw. Tötung.

Meine Eingangsfrage habe ich wirklich schlecht formuliert, denn sie führt vorbei an dem, worauf ich eigentlich hinaus will. Leider merkte ich das erst im Laufe der Diskussionen hier.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Gespaltenheit, in der die Menschen leben - einerseits Unmengen an Fleisch vertilgen und andererseits das Leid der Tiere bei Haltung und Schlachtung ausblenden bzw. Verdrängen - etwas darüber aussagt, wie eine Gesellschaft grundsätzlich zu Tieren, zum Töten, zum Konsumieren, zur Natur eingestellt ist.

Vielleicht besteht da ein Zusammenhang zwischen dem verantwortungslosem Umgang mit anderen Lebewesen einerseits und der Tendenz zur fortschreitenden Naturentfremdung andererseits? Vielleicht hat es Folgen für eine Gesellschaft, in der manche Tiere zur reinen Ware degradiert werden, die man "produziert" und gleichzeitig Haustiere wie Hunde und Katzen als Familienmitglieder angesehen werden?

Die Antworten darauf können nie eindeutig und abschließend sein. Dazu ist die Frage viel zu komplex und außerdem anfällig für Fehldeutungen. Und deswegen ist GuteFrage.net wohl auch nicht der richtige Ort für solche Themen/Fragen. Denn es gibt dabei so viel grundsätzliches zu klären, angefangen damit, die Vorurteile über den Fragesteller, die man im Kopf hat, sobald man die Frage liest, aus dem Weg zu räumen...und wenn man Glück hat, dringt man irgendwann mal zum Wesentlichen vor.

Ich finde eine Debatte über das alles ist wichtig und nötig. Dass die meisten Leute bei diesem Thema sehr abwehrend reagieren, bestätigt diese Annahme.

Kommentar von Kajjo ,

Ich habe inzwischen verstanden, worum es Dir eigentlich ging. Und ja, du hast leider recht, dass GF als reines Frage-Antwort-Forum für Diskussionen dieser Art nicht besonders geeignet ist. Wenn du mir eine Freundschaftsanfrage schickst, können wir darüber vielleicht per Privatnachricht diskutieren.

Der Themenbereich ist in der Tat sehr komplex und facettenreich und eine geradlinige Antwort kaum möglich. Ich sehe zwei Seiten einer Medaille: Einerseits hast du gewiss insofern nicht unrecht, als dass Naturentfremdung sowohl zu Distanz gegenüber Tierleiden führt als auch zu übertriebenem Familiendenken bezüglich Haustieren.  Andererseits ist es aber auch gerade die Naturentfremdung, die zu dem Bambi-Komplex führt, jegliches Tierleiden unrealistisch zu überhöhen 

Kommentar von Imago8 ,

Einerseits haben wir die Überhöhung des Tierleids, vor allem in den jüngeren Generationen. Andererseits haben wir eine breite gesellschaftliche Ignoranz in allen Generationen gegenüber dem Tierleid in z.B. "Tierfabriken". Vielleicht bedingt das eine das andere. Vielleicht lässt sich irgendwo "in der Mitte" eine "gesunde" Einstellung zu Leben und Tod verorten.

Veganer beispielsweise werden gerne sofort in die "Bambi-Schublade" gesteckt und ihre Einstellung als lebensfremd abgestempelt, womit die Auseinandersetzung mit dem Thema meist schon beendet scheint.

Dabei kenne ich auch Veganer, die sich vor allem aus ökologischen Gründen, nicht nur aus moralischen, für diese Ernährungsweise entschieden haben und nicht etwa, weil sie ein verklärtes Bild der Natur hätten. Doch diese Sichtweisen gehen in der Diskussion oft unter, weil eher Vorurteile und Abwehrreaktionen die Debatte bestimmen. Vor allem bei Veganern, die ja nur etwa 1% der Bevölkerung ausmachen und somit eine "Randerscheinung" schlechthin sind, ist die Abwehr und Ablehnung beim Rest der Bevölkerung sehr groß. Das finde ich interessant. Wie können 1% der Bevölkerung soviel Unmut und Abwehr auslösen? Was macht Veganer so "gefährlich", dass man ihnen mit soviel Vorbehalten und Widerstand begegnet?

Zum Thema Naturentfremdung möchte ich noch sagen, dass zur "Naturnähe" (als Gegenwort zu Naturentfremdung) aus meiner Sicht auch die Kenntnis von Stoffkreisläufen und ökologischen Zusammenhängen gehört. Wenn jemand z.B. sorgenlos das billigste Fleisch aus Massentierhaltung kauft, sich nicht mit den ökologischen Folgen dieser Wirtschaftsweise auseinandersetzt bzw. diese ignoriert, ist das auch ein Zeichen von Naturentfremdung. Aber sowas lässt sich schwerer argumentieren. Da ist es um einiges einfacher, mit Schlagworten wie "Bambi-Syndrom" einen sehr großen Themenkomplex auf wenige Pauschalannahmen bzw. -urteile zusammenzuschrumpfen, die sich auf Einzelbeobachtungen von auffälligen Personen stützen, die aber eine sachliche Diskussion über die wesentlichen Punkte, die uns eigentlich alle angehen (sollten), verhindern bzw. erschweren.

Antwort
von stempelmekka, 100

Oh weh, ich bin absolut nicht feige ;-).

Da muss jemand mindesten 100 Kilo Fleisch- und Wurstwaren essen, denn bei mir sind es jährlich nur ca. 20 Kilo an Fleisch- und Wurstwaren, die ich konsumiere. Fleisch esse ich nur ca. einmal pro Woche und Wurst bzw. Aufschnitt ca. 3 - 4 mal pro Woche, ansonsten Käse und Fisch. 

Ist Fischverzehr auch feige? ;-D

Antwort
von TorDerSchatten, 157

Schlachter, Kopfschlächter und Fleischer sind Berufe, welche die Menschen, die sie ausüben, freiwillig gewählt haben.

Somit ist die Frage nach Fairness oder Zumutung nicht zu stellen. Diese Leute üben die Tätigkeit freiwillig aus und werden nicht von Dritten dazu gezwungen. Arbeit auf Zwang gibt es nicht. Wer es nicht tun will, muß es ja nicht tun.

In einem gut organisierten Schlachthof ist das ein prozessualer Durchlauf, der teilweise QM-zertifiziert und von der Lebensmittelkontrolle usw. überwacht wird. Ich sehe da nichts Schlimmes daran, ein Rind per Bolzenschuss zu töten, oder Schweine mit CO2.

Wogegen ich mich wehre, wenn Tiere absichtlich gequält werden

Kommentar von AnnyTierfan ,

Ich will jetzt nichts falsches sagen, aber unsere Bio-Lehrerin hat mal gesagt, dass viele Schlachthofmitarbeiter keine andere Arbeit bekommen haben und den Job nur machen, weil sie sonst arbeitslos wären, aber Geld brauchen und desshalb arbeiten sie eher unfreiwillig dort :(

Kommentar von friesennarr ,

Sowas gibt es in Einzelfällen in jedem Beruf - nicht jeder macht seinen Beruf weil er ihm gefällt, sondern weil er Geld braucht.

Kommentar von grubenhirn ,

Ich sehe da nichts Schlimmes daran, ein Rind per Bolzenschuss zu töten, oder Schweine mit CO2.[zu betäuben]

Wenn du wüsstest wie qualvoll die Betäubung mit CO2 ist. Es ist dringend zu empfehlen statt CO2, Stickstoff oder ein Edelgas zu verwenden, da der Körper darauf nicht mit Erstickungsgefühl reagiert.

Kommentar von Imago8 ,

wo ist eigentlich der Unterschied zwischen "absichtlich" und "unnötig" gequält?

Kommentar von AppleTea ,

wo der Unterschied liegt? das sind 2 verschiedene Wörter. Etwas das "absichtlich" geschieht kann aber sowohl nötig als auch unnötig sein, genauso kann etwas unnötiges "absichtlich" oder "unabsichtlich" geschehen.

Kommentar von Imago8 ,

Was ich meine ist, dass es für das Tier keinen Unterschied macht, ob es absichtlich oder unnötig geqält wird.

Wenn ein Gruppe Schweine elendig im CO2 erstickt, ist das völlig unnötig, weil vermeidbar. Es gibt bessere Methoden.

Kommentar von Omnivore08 ,

Mal eine Frage an euch? Verleumdet ihr Landwirte eigentlich absichtlich, wegen Landwirten-Hass oder unabsichtlich?

Nötig und Unnötig braucht ihr nicht beantworten. Eure Tierqualpropaganda ist völlig unnötig!

Kommentar von Imago8 ,

Omnivore, ich verleumde keine Landwirte, dazu habe ich keinen Grund (wär auch sehr dumm, denn ich bin kein Selbstversorger UND kein Vegetarier). Ich rede über Betäubungs- bzw. Tötungsmethoden.

Bist du nicht der Meinung, dass der CO2-Erstickungstod eine Qual für ein Schwein sein muss und dass es schonendere Methoden gibt?

Antwort
von wotan0000, 138

Ich bin begeisterter Fleischkonsument und Privatschlachtung hat Auflagen.

Ausserdem wäre es seltsam Rind und Schwein in der Wohnung zu halten.

Kommentar von Bitterkraut ,

Und vor allem: Wer soll das dann essen, ein ganzes Rind oder ein ganzes Schwein...

Kommentar von wotan0000 ,

Dann muss man sich wohl für die Reste noch 20 Hunde holen oder

immer beim Abschneiden schmerzstillende Mittel geben. Boa..bin ich fies.

Antwort
von wickedsick05, 88

nein das nennt sich technologischer Fortschritt. Wenn JEDER sein Essen selbst anbauen müsste hätte KEINER Zeit den PC den du grerade benutzt zu bauen.

Ackerbau ist schlimmer für Pestizide werden Tierversuche durchgeführt diese führt auch nicht der Konsument durch er geht zum Supermarktregal und kauft sein Pestizidversäuchtes Obst und Gemüse...

Der Hund gilt als das ideale Versuchstier um Pestizide zu testen. Der
klassische Versuchshund ist der Beagle, da er gutmütig, klein und
handlich ist. Es werden aber auch Golden Retriever und andere Rassen
verwendet.

http://www.aerztefuertierschutz.ch/index.html?id=40

hättest du ein Hund würdest du ihm Pestizide in die Augen sprizen und ins Futter geben um zu schauen wie schädlich es ist und ab welcher dosis?

Kommentar von Imago8 ,

...bist du vielleicht betrunken?

Kommentar von AppleTea ,

oohoh wicked. schieß dir nicht ins eigene Bein..

Antwort
von Bitterkraut, 130

Sollen jetzt alle Fleischer lernen? Wer macht dann die anderen Jobs?

Kommentar von Imago8 ,

Nein, sollen sie nicht. Darum geht es mir auch garnicht.

Ich finde nur, dass das Töten wieder mehr ins Bewusstsein der Leute muss. So dass sie einen Zusammenhang herstellen zwischen dem, was auf dem Teller liegt und dem Wesen, was es mal war.

Kommentar von Bitterkraut ,

Dann mußt du eine andere Frage stellen. Mit Fairness hat das ja nix zu tun.

Kommentar von Imago8 ,

Ich bin auch nicht hundertprozentig zufrieden mit meiner Frage. Es ist nicht so leicht, da den Kern zu treffen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Es war auch in der Steinzeit nicht so, daß alle, die Fleisch gegessen haben, auch selber getötet haben. Ein Tier recht ja für mehrere Menschen. Da muß nicht jeder töten.

Kommentar von wotan0000 ,

Meinst Du nicht, dass jeder weiss, dass das Stück Fleisch auf dem Teller mal gelebt hat?

Kommentar von Dackodil ,

Nein, erstaunlicher weise scheint das nicht jedem klar zu sein.

So wenig, wie viele nicht wissen, daß Kühe nicht lila sind, und Kinder sich wundern, daß Bauern sich die Arbeit mit den Kühen machen, wo es doch in jedem Supermarkt die Milch im Tetrapack gibt.

Das ist leider kein Scherz, ich wollte es auch nicht glauben, mußte mich aber eines schlechteren belehren lassen, von einer Freundin, die Lehrerin in Hamburg ist.

Kommentar von Omnivore08 ,

@Dackodil....weißt was noch viel erschreckender ist? Es gibt Menschen, die GLAUBEN, dass Nutztiere 16kg Getreide und Soja brauchen und täglich 15 Kubikmeter Trinkwasser saufen um ein kg zuzunehmen!

Das finde ich noch viel erschreckender!

Kommentar von wotan0000 ,

@Dackodil

Ja, diese Fälle gibt es natürlich auch, da Dummheit nie ausstirbt.

Kommentar von Imago8 ,

gute Frage.

Natürlich wissen die Leute, dass Fleisch mal zu einem lebenden Tier gehört hat.

Aber das ist eher ein intellektuelles Wissen. Das ist nur kalte Information. Ein logischer Schluss.

Als ich meinen ersten selbstgefangenen und -getöteten Fisch gegessen habe, habe ich gemerkt, wo der Unterschied liegt.

Ein völlig anderes Bewusstsein darüber, was man da eigentlich zu sich nimmt.

Schwer in Worte zu fassen.

Antwort
von Omnivore08, 106

Ist der Fleischkonsument feige?

Nö! Warum sollte es? Feige ist es Landwirte zu verleumden, dass sie ihre Tiere quälen!

Der Durchschnittsdeutsche isst ca. 60 kg Fleisch im Jahr.

Ja und?

So mancher Schlachter muss tausende(!) Tiere pro Tag am Fließband töten.

Echt? Wo hast du das denn her? Bei 3.000 Tieren wären das in einer 8h Schicht 6,25 Tiere PRO Minute! Also bitte....wann soll denn das Tier ausbluten? Alle 10sekunden ein Tier? Glaubst du doch wohl selbst nicht! Mathe-Nachhilfe?

Der Konsument hingegen kann sich bequem im Supermarktregal bedienen und muss sich nicht mit dem Töten auseinandersetzen

Und du musst nicht nach Afrika um Bananen zu kaufen! Brauchst auch nicht in der Erde wühlen um Brot zu essen! Denk mal drüber nach! Gibt sowas wie Arbeitsteilung in Deutschland! Jeder hat ein Fachgebiet! Nicht jeder muss alles können!

Selber töten wollten und könnten wohl die wenigsten.

Und?! Ich könnte auch nicht mit dem Trecker fahren und Getreide anbauen! Macht auch ein anderer für mich!

Und: Hauptsache billig.

Die Preise diktieren nicht die Kunden oder die Landwirte, sondern die Schlachterein, die die Tiere abnehmen! Denn DIE sind es, die die Landwirte nicht anständig bezahlen. Kaufe beim Metzger, dann kannst du dir sicher sein, dass er private Züchter auch anständig bezahlt!

Ist das fair gegenüber den Schlachtern und allen anderen Mitarbeitern eines Schlachthofs?

Die Schlachter können nichts dafür. Sonder die, die den Schlachthof leiten! Das sind Krawattenträger, die selbst auch nicht schlachten!

Ist ihre Tätigkeit nicht eine Zumutung?

Nö! Eine Zumutung ist die Entlohnung der Landwirte!

Ist der Fleischkonsument undankbar, vielleicht sogar feige?

Die können am wenigsten dafür!

Natürlich gibt es DEN Fleischkonsument nicht.

Gut erkannt!

Ich hoffe ich konnte dir helfen!

Gruß
Omni

Kommentar von kalle10041990 ,

Echt? Wo hast du das denn her? Bei 3.000 Tieren wären das in einer 8h Schicht 6,25 Tiere PRO Minute! Also bitte....wann soll denn das Tier ausbluten? Alle 10sekunden ein Tier? Glaubst du doch wohl selbst nicht! Mathe-Nachhilfe?

Also 6 Tiere pro Minute sind in ner Schlachtstraße in ner Fabrik nicht besonders viele, da kommst du im Akkord nie auf deine 100%. Da macht jeder einen Handgriff, und einem Schwein zu Stechen dauert vielleicht 2 Sekunden wenn man es beherrscht (was ein Akkordarbeiter in der Regel tut). Zum Ausbluten muss man nicht neben dem Schwein stehen, das schafft es ganz alleine....

Kommentar von Omnivore08 ,

In der Schlachtstrasse macht das aber auch nicht einer oder zwei alleine! Also: Betäuben, (eventuell Aufhängen...in der Schlachterei höchstwahrscheinlich), Stich ansetzen, Ausbluten, runternehmen....das macht keiner in 6 sekunden. Da sind mehrere dran beteiligt an dem Prozess!

Kommentar von kalle10041990 ,

Das stimmt, meistens wird dort zu viert gearbeitet, aber derjenige der Sticht schlachtet an einem Tag über 2000 Schweine wenn er gut ist, der Fragesteller sprach auch nicht davon das alle Schlachter soviele Tiere schlachtet, sondern so mancher......und du wirfst ihm gleich Dyskalkulie vor. 

Kommentar von Omnivore08 ,

So mancher Schlachter muss tausende(!) Tiere pro Tag am Fließband töten.

Okay....wenn es ums REINE töten geht, dann mag das sein. Komplett aber ein Tier schlachten schafft keiner allein in 10 Sekunden.

Wenn ich das falsch aufgenommen habe, tut mir das leid. Ich hab das eher so gelesen, dass das der komplette Schlachtprozess sein soll!

und du wirfst ihm gleich Dyskalkulie.

Ein wenig Polemik ist immer in meinen Antworten ^^

Kommentar von Imago8 ,

Es ist außerdem eine Spitzfindigkeit, auf dieser Zahl herumzureiten. Ob es nun 1000 Tiere oder 3000 pro Tag sind...oder ob das ein oder zwei Menschen übernehmen, ist für die Frage nicht wichtig.

Kommentar von Omnivore08 ,

Es ist außerdem eine Spitzfindigkeit, auf dieser Zahl herumzureiten. Ob es nun 1000 Tiere oder 3000 pro Tag sind...oder ob das ein oder zwei Menschen übernehmen, ist für die Frage nicht wichtig.

Eben. Oder selbst wenn es nur ein Schlachter gäbe....oder 10.000 Schlachter, die sich das alles aufteilen. Ist doch völlig egal. Hauptsache es macht einer!

Kommentar von Imago8 ,

@Omnivore:

Interesse an der Frage hast du nicht wirklich, oder?

Naja. Hauptsache dagegen.

Kommentar von Omnivore08 ,

Klar hab ich Interesse an der Frage! Aber muss ich dem Fragesteller kritiklos zustimmen oder darf ich noch meine eigene Ansichten kund tun?

Steht die ultimative Antwort etwa schon fest? Oder kann man  bei einer Meinungsfrage auch verschiedene Meinungen teilen?

Kommentar von Imago8 ,

Schon gut. Ist ja auch einfacher, jeden Satz einzeln zu zerlegen, als die Frage zusammenhängend zu betrachten.

Kommentar von Omnivore08 ,

Hätte ich schreiben sollen "Nein" und fertig?

Kommentar von Imago8 ,

hm...das hätte deinen Standpunkt wohl sehr gut zusammengefasst. ^^

Kommentar von Omnivore08 ,

So bin ich aber nicht!

Antwort
von ViviMausi5, 98

Ich denke wenn die Fleisch Konsumenten ihrer selber Schlachten müssten wären viel mehr Menschen Vegetarier

Kommentar von warehouse14 ,

Eigentlich würden dann viel mehr Tiere getötet, als nötig, weil viele Menschen nunmal so dumm sind, nur das "beste" davon zu essen und den Rest wegzuschmeißen. Und jedes Huhn hat nunmal nur 2 Schenkel. -.-

Kommentar von Dackodil ,

Noch mein Opa hat sein Fleisch selbst geschlachtet. Das Wort Vegetarier hätte er für eine exotische Religion gehalten (womit er gar nicht so weit daneben gelegen hätte).

In der Generation war das völlig selbstverständlich. Man wuchs als Kind da rein.

Wenn die Verhältnisse sich auch hierzulande mal wieder ändern, werden wir von solchen Luxusproblemen Abschied nehmen.

Kommentar von Imago8 ,

Luxusproblem? Wie meinst du das?

Kommentar von Dackodil ,

Denk mal selber nach.

Kommentar von Imago8 ,

Ich glaube mit dem Wort "Luxusproblem" unterschätzt du die Tragweite der Art, wie wir uns ernähren und auf welche Weise unserer Nahrungsmittel produziert werden.

Unser Luxus ist geborgt und daher eine Illusion.

Kommentar von AppleTea ,

Vielleicht der Luxus vom Übermaß an Fleisch und Tierprodukten..

Kommentar von Omnivore08 ,

Nein, dass man sich in einem reichen Land den Luxus leisten kann auf Fleisch zu verzichten und durch riesige Importe auf eine riesige Nahrungsvielfalt zurückgreifen zu können. Und das durch die Agrarpolitik relativ günstig! Dazu kommt noch die Möglichkeit sich fehlende Nährstoffe einfach zu supplementieren. Ich würde mal behaupten, dass das nicht mal 6mrd von den 7mrd Menschen nicht mal ansatzweise können! Die müssen essen was regional DA ist! Deshalb ist es auch ein absolutes Luxusproblem!

Kommentar von kalle10041990 ,

Würdest du es nicht als Luxus bezeichnen das wir immer alles vom Tier zur Verfügung haben, zu jeder Zeit und immer billig ? Auch auf kosten das dadurch die weniger begehrten Teile des Tieres weggeworfen werden oder als billiggut in der 3ten Welt landen ? Ein normales Essverhalten wäre es wenn wieder sogut wie alles vom Tier verwertet werden würde, alles andere ist überzogener und arroganter Luxus der auf dem Rücken der Tierhaltung ausgetragen wird.

Kommentar von Omnivore08 ,

Würdest du es nicht als Luxus bezeichnen das wir immer alles vom Tier zur Verfügung haben, zu jeder Zeit und immer billig ?

Luxus wäre es, wenn wir die Hälfte wegschmeissen würden. Es wird aber soviel vom Tier verwertet, das ist schon toll!

oder als billiggut in der 3ten Welt landen ?

Was meinst du?

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