Frage von Chariots, 98

Ist der Brexit für die Briten wirklich so schlimm?

Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage zum Brexit.

Zuerst einmal: ich bin ein riesiger Fan von England. Als Jugendlicher reiste ich das erste Mal durch eine Klassenfahrt dorthin, die schönste meines Lebens. Seitdem liebe ich die englische Kultur einfach, ich mag die Musik, ich mag den Humor, ich mag eigentlich fast alles. Erst letztes Jahr war ich wieder in London, und mein nächstes Ziel ist, dass ich gerne mal aufs Glastonbury Festival möchte. Diese Trips sind meine Jahres-Highlights.

Nun, da aber heute der Brexit beschlossen wurde, mache ich mir etwas Sorgen. Ich habe - das muss ich gestehen - überhaupt keine Ahnung von Politik und Wirtschaft. Aber ich lese in den Facebook Kommentaren ständig Sätze wie "Das wird die Briten hart treffen", "Es wird verheerende Folgen für sie haben", "das Empire wird zusammenbrechen" usw.

Nun habe ich etwas Angst um mein geliebtes England. Ich will nicht, dass das Land "zusammenbricht" und dass sich das Land, das ich so positiv kennengelernt habe, im Chaos versinkt und meine Trips dorthin bald nicht mehr so möglich und vor allem nicht mehr so spaßig sind.

Was denkt ihr? Übertreibe ich? Vielleicht könnte mir mal jemand erklären, der sich damit auskennt, welche Folgen der Brexit für das Leben, den Tourismus usw. in England haben wird. Das wäre super nett.

Antwort
von wfwbinder, 39

Die Briten übersehen nicht, was für Folgen es haben wird. 

Die erste Reaktion ist der Kursverlust des Pfundes.

Das nächste wird sein, dass internationale Konzerne keine Investitionen in GB vornehmen werden, bevor nciht feststeht, wie die Bedingungen  nach der endgültigen Lösung von der EU sein werden.

Also tritt eine Stagnation ein.

Antwort
von Shiftclick, 54

Niemand weiß es. Zunächst einmal passiert aber nichts, ausser dass der Premierminister viellleicht zurücktritt und das Pfund erstmal abstürzt. Die Verhandlungen zum Austritt von Großbritannien (nicht England!) aus der EU werden ein oder zwei Jahre dauern. Erst dann werden die wichtigsten Änderungen greifen.


Antwort
von 1988Ritter, 50

Es kann schwere Folgen haben.

  • Great Britain kann unter Umständen zusammenbrechen, da die Nordiren und die Schotten jetzt eine Abstimmung über den Verbleib in Groß Britanien abstimmen wollen. (So zumindest die ersten Reaktionen) Damit gäbe es dann nur noch England und Wales.
  • Durch den Austritt kommen europäische Erntehelfer aus Polen, Rumänien und Bulgarien nicht mehr ohne Visa nach England. Einheimische Arbeitnehmer müssten das dann übernehmen. Ob das funktioniert ist fraglich.
  • Die Industrie wird mit den Produkten zukünftig mit Zöllen belastet, was dann sämtliche Produkte des Im- und Exportes verteuert. Gruss schonmal an alle "Mini-Fans".
  • Der Ausstieg wird eine erhöhte Arbeitslosigkeit nach sich ziehen. Man geht derzeit von ca. 900.000 verlorenen Arbeitsplätzen aus.
  • Ausländer werden es um ein vielfaches schwerer haben. Flüchtlinge sind zukünftig chancenlos. Damit hat Frankreich das Riesenproblem mit Calais alleine.
  • Muslime, insbesondere pakistanische Muslime werden nicht mehr von der europäischen Mulit-Kulti-Ausrichtung geschützt und getragen, so dass auch hier Probleme zu erwarten sind.
  • Der britische Pfund (Währung) wird abgewertet, was zusätzlich eine Verteuerung und eine Steigerung der Inflation nach sich ziehen wird. Finanzexperten gehen davon aus, dass der britische Pfund 15 Jahre braucht um sich zu erholen.
  • Die Börse von London wird wohl wahrscheinlich nach Frankfurt umziehen.

Soweit gravierende Folgen für die Insel.

Für uns kann das dann auch noch schwere Folgen nach sich ziehen. So manch einer wird sich denken, was die Britten können, können wir auch.

Schon jetzt stehen in Frankreich, Niederlanden und Schweden die Wähler in den Startlöchern.

Antwort
von HansH41, 37

Wenn du Britannien wirklich so gut kennen solltest, wie du schreibst, dann hättest du bemerkt, dass die Engländer noch nie richtig in Europa angekommen waren.

Ja, Edward Heath hat sie in die EWG geprügelt, aber sie haben immer ihre eigenen Vorteile über das Ganze gestellt. Sie leben noch in Gedanken dort, wie es in ihren Atlanten gezeichnet ist: im Commonwealth.

Wenn sich nun, was zu erwarten ist, Schottland und Nord-Irland abspalten werden, dann sind die Engländer dort, wohin sie sich gewählt haben: in Europas Keller.

Antwort
von hanfmannlein, 65

In erster Linie wird es Folgen für die EU haben, ich glaube England wird es nicht allzuhart treffen.

Kommentar von dinss ,

Gerade England wird es hart treffen. Sieht man ja an dem Kurs der Pfunds. 

Kommentar von klugshicer ,

Die haben noch nicht einmal die Austrittsverhandlungen begonnen (die dauern 2 Jahre) und das Pfund fällt in den Keller. Wer jetzt Grips und Kohle hat kauft englische Pfund denn schon morgen wird sich das Pfund wieder erholen.

Kommentar von hanfmannlein ,

Das sind kurzfristige Folgen, das gibt sich wieder.
Der Euro sinkt auch unaufhörlich.

Antwort
von klugshicer, 51

Abgesehen davon, dass deine Erdnussbutter um 5 ct teurer wird bleibt alles beim alten ;-)

Antwort
von mariohatkp, 53

naja Währung verliert an Wert

Antwort
von hummel3, 34

Nobody knows! - Das wird sich erst noch erweisen, wie England selbst agiert und auch die EU-Staaten künftig mit dem "Abtrünnigen" umgehen werden.   

Antwort
von aloisff, 57

Das ist wirklich schwierig zu beantworten, mit dem Brexit werden alle erträge Grossbritanniens mit der EU ungültig. Wenn die EU jetzt konsquent wäre würden es ab dem offiziellen Ausstieg keine europäische Freihandelszone mehr geben.
Jede Ware die von Grossbritannien zur EU geliefert wird kann dann mit Zöllen auferlegt werden, am Ende würden die Briten dann theoretisch deutlich mehr an die EU zahlen, als sie bisher tuen. Natürlich wären die Preise der britischen Produkte dann in der EU auch viel zu hoch, sie würden nicht mehr gekauft, die Wirtschaft in Grossbritannien würde zusammenbrechen...aber auch in der EU würde es extreme wirtschaftliche Probleme geben.
Fakt ist, der Brexit wird den Volkswirtschaften aller Länder Schwierigkeiten machen, in erster Linie der britischen wie viele, das ist jetzt wohl Thema der Austrittsverhandlungen.

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