Frage von keennamefrei, 24

Ist der Bezug von 80 % der ALG 2 Regelleistungen trotz gleichzeitigem Bezug von Wohngeld möglich?

Hallo :)

Ich bin 18, mache bald ein FSJ und ziehe dafür bei meinen Eltern aus.

"Demnach sind nicht wohngeldberechtigt die Empfänger von ALG II, sofern darin die Kosten für die Unterkunft enthalten ist" (Das habe ich von einer Quelle, die ich aufgrund der gutefrage.net-Richtlinien nicht nennen darf, weil das ja sonst "Linkspam" wäre, obwohl ich eigentlich der Meinung bin, dass die Datenrechte etwas wichtiger sind, aber was will man machen -.-'')

Das würde ja bedeuten, dass ich wohngeldberechtigt bin, wenn ich nur die Regelleistung von ALG 2 erhielte.

Laut einer anderen Seite bin ich aber sowieso nicht berechtigt mehr als 80% der Regelleistung zu empfangen, da mein Auszug aus dem Elternhaus keinen driftigen Grund hat.

80% der Regelleistung von ALG 2 und Wohngeld zu beziehen wäre in dem Fall für mich also die lohnendste Variante.

Nur habe ich auf anderen Seiten gelesen, es sei gar nicht möglich überhaupt irgendeine Form von ALG 2 zu beziehen, wenn man auch Wohngeld bezieht und bin mir unsicher.

Was stimmt denn nun?

Hat da vielleicht jemand Erfahrungen?

Vielen Dank schonmal im Voraus für eure konstruktiven Antworten.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 10

Du kannst bei einem freiwilligen Dienst Wohngeld beantragen,dazu musst du aber schon Mieter / Eigentümer von selber bewohntem Wohnraum sein und dazu brauchst du dann auch noch ein Mindesteinkommen !

Das beträgt dann min. 80 % deines Bedarfes nach dem SGB - ll - dass würden dann in der Regel 404 € Regelsatz sein und dazu dann deine KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) und davon dann min. 80%.

Wenn du jetzt angenommen 350 € FSJ - Gehalt bekommen würdest und deine Eltern dir nicht min. Unterhalt in Höhe deines Kindergeldes zahlen,dann steht dir dein Kindergeld von min. 190 € zu,du würdest dann also schon mal ca. 540 € haben.

Würdest du angenommen ein Zimmer für 200 € bekommen,dann läge dein Bedarf mit dem Regelsatz bei angenommen ca. 600 € und 80 % davon würden dann ca. 480 € ergeben,du könntest dann also Anspruch auf Wohngeld haben.

Ziehst du ohne wichtigem Grund bei deinen bedürftigen Eltern aus,dann würde dir max. dein gekürzter Regelsatz von 324 € zustehen und keine Kosten für die Unterkunft.

Ist der Auszug aber z.B. wegen dem FSJ - notwendig,dann würdest du auch eine Aufstockung bekommen und dann würde es auch für die Wohnkosten etwas geben und dir stünde der derzeit volle Regelsatz von 404 € zu.

Wenn du also ohne Grund ausziehen würdest und bekommst 350 € FSJ - Gehalt und 190 € Kindergeld,dann würde dir das Jobcenter von deinem Gehalt ein Freibetrag ( theoretisch ) von 200 € abziehen,es blieben dann noch 150 € + 190 € Kindergeld = 340 €,somit hättest du keinen Anspruch mehr.

Bei wichtigem Grund stünden dir dann 404 € Regelsatz zu,dann würden nach dem Abzug der 200 € schon mal 204 € Bedarf bleiben und nach Abzug der 190 € Kindergeld noch 14 € und dazu käme dann die Miete deines angenommenen Zimmers von 200 €,würdest dann also ca. 214 € an Aufstockung bekommen.

Liegt aber kein wichtiger Grund vor,aber du kannst deinen Bedarf aus eigenem Einkommen decken,dann stünde dir auch eine Aufstockung inkl.Wohnkosten zu.

Würdest du dann also angenommen 350 € Gehalt bekommen und 190 € Kindergeld,sind das 540 €,könntest du dann nach Abzug des vollen Regelsatzes von 404 € mit dem Rest von 136 € dein angenommenes Zimmer zahlen,dann hättest du auch Anspruch auf Aufstockung.

Dann würde dein Bedarf bei angenommen 540 € liegen und abzüglich der 200 € Freibetrag stünde dir eine Aufstockung von 200 € zu.

Du hättest ggf.noch die Möglichkeit einen Nebenjob auszuüben,dann allerdings fallen die 200 € an Freibetrag weg und dann stehen dir nur die Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll - zu,dein Gehalt und dein Kindergeld würden dann voll angerechnet.

Hättest du angenommen 200 € aus einem Nebenjob,dann stünden dir 120 € an Freibetrag zu und 80 € würde dein anrechenbares Erwerbseinkommen sein und dazu käme dann dein Gehalt von angenommen 350 € und die 190 € Kindergeld.

Dann läge dein anrechenbares Einkommen bei 620 €.

Du hättest dann aber ein Einkommen von insgesamt 740 € und nach Abzug der 404 € Regelsatz könntest du dir dann schon eine Unterkunft von angenommen 300 € suchen und somit deinen Bedarf aus eigenem Einkommen decken.

Dein Bedarf würde dann in dem Beispiel bei 704 € liegen,da du aber dann nur 620 € anrechenbares Einkommen hättest würden dir noch etwa 84 € an Aufstockung zustehen,wenn du dann nicht mehr Anspruch auf Wohngeld hättest,dass müsste dann vorrangig beantragt werden.

Antwort
von TreudoofeTomate, 18

Da hast du recht. Wenn bei der Berechnung der Transferleistungen keine Bedarfe für Unterkunft berücksichtigt wurden, bist du nicht vom Wohngeldgesetz ausgeschlossen (Umkehrschluss aus § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WoGG).

Dazu braucht man kein Geheimnis um seine Quelle machen, sondern einfach mal ins Gesetz schauen. ;-)

Lohnend ist das allerdings nicht, weil

  1. Wohngeld nur ein kleiner Zuschuss zum Wohnen ist und du
  2. um Wohngeld zu erhalten über ein Mindesteinkommen von 80 % des Regelbedarfs zzgl. deiner Gesamtmiete verfügen musst.

Was letztendlich bedeutet, unter den gegebenen Bedingungen wird dein Wohngeldantrag wegen fehlender Plausibilität abgelehnt.

Kommentar von keennamefrei ,

1. ist besser als nichts und die Bedingung von 2. zu erfüllen wäre vllt durchaus möglich.

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