Frage von TheChaosjoker, 146

Ist der Beruf des Mathelehrers ein MINT-Beruf?

MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik.

Beispiele für Mint-Berufe: Ingenieure, Informatiker, Physiker, Mathematiker... Also Berufe in einem der 4 Teilgebiete.

Nun wollte ich wissen ob ein Mathe/Physik/Chemielehrer, ebenfalls als Mint-Berufler gezählt wird oder nicht, da er sich im Beruf ( Lehrer )zwar mit den Teilgebiet(en) auseinander setzt, aber kein Mathematiker/Chemiker/Physiker ist, also nicht direkt im Mint-Bereich tätig ist.

Antwort
von RicVirchow, 64

Ich finde es zählt da sicherlich noch rein. Und zwar am aller meisten von allen MINT-Berufen. Denn Lehrer sind diejenigen, die erst die Grundlage für angehende Wissenschaftler bilden. Ohne Lehrer, die die Grundlagen vermitteln und das Wissen in der Oberstufe vertiefen, sowie zum Erlangen des Abiturs führen, welches zum Studieren eines MINT-Faches in vollster Theorie und Praxis verleitet und es erst ermöglicht, wären wir in den MINT-Gebieten, nie so weit fortgeschritten, wie heute und hätten weitaus weniger Wissenschaftler und wissenschaftliche Institutionen.

Deswegen Hut ab an alle Lehrer, ihr sorgt für Nachwuchs in allen wissenschaftlichen Bereichen, nicht nur in den MINT-Fächern!

Außerdem haben Lehrer auch eine Leidenschaft für die MINT-Gebiete, sonst wären sie nie Lehrer geworden. Ich kenne viele Lehrer, die selber noch Forschung betreiben und sich über viele MINT-Neuigkeiten informieren und auf dem neusten Stand sind. 

Sie sind auch Wissenschaftler, nur vermitteln sie das Wissen an Jüngere, indem sie Techniken aus der Pädagogik anwenden.

Für mich zählt der Lehrerberuf in den MINT-Fächern alle male zu den MINT-Berufen (vor allem aus dem erstgenannten Grund)

Antwort
von Messerset, 11

Selbstverständlich ist der Beruf des Mathematiklehrers ein MINT-Beruf. Zumindest, wenn wir vom Gymnasium und der gymnasialen Oberstufe reden. Bei der Grundschule kann man sich vielleicht streiten.

[...] die Abkürzung MINT (steht) nicht für eine homogene Berufsgruppe, 
sondern für eine Vielzahl unterschiedlicher Berufe, denen allen 
gemeinsam ist, dass für die Ausübung 
weitgehende Kenntnisse oder Fertigkeiten aus dem Feld der Mathematik, der Informatik, der Naturwissenschaften oder der Technik notwendig sind.


Soweit zur Definition. Weitgehende Kenntnisse gehen sicherlich über das Niveau der Schulbildung hinaus. Und das ist ja gerade der Gag. Das Studium der Mathematik, dass man benötigt, um den Beruf des Gymnasiallehrers im Fach Mathematik zu ergreifen, und damit auch auszuüben, geht weit über das Niveau der Schulmathematik hinaus. Das bleibt auch dann wahr, wenn Schüler oder naive Studenten nicht in der Lage sind, das zu erkennen.

Das gilt übrigens auch für andere Schulfächer. Ein wissenschaftliches Studium ist unerlässlich, um diese Fächer ordnungsgemäß unterrichten zu können. Wer etwas anderes behauptet, hat einfach keine Ahnung.

Kommentar von LC2015 ,

Das Studium der Mathematik, dass man benötigt, um den Beruf des
Gymnasiallehrers im Fach Mathematik zu ergreifen, und damit auch
auszuüben, geht weit über das Niveau der Schulmathematik hinaus

Ich halte das Studium gerade fürs Gymnasiallehramt eher für eine "rein formale" Voraussetzung. Die meisten der Inhalte sind meiner Meinung nach für den Unterricht schlicht irrelevant. Klar ist es hilfreich zu den Themen der Schule und insbesondere der Oberstufe etwas mehr Hintergrundwissen zu haben, um den Stoff besser vermitteln zu können. Aber diese Themen hat man nach maximal zwei Semestern durch.

Es wird meiner Ansicht nach absolut nichts benötigt, was auch nur ansatzweise über das Grundstudium Mathematik hinausgeht, sogar einige Teile des Grundstudiums halte ich für den Unterricht für nicht relevant und ich denke diese Dinge werden dem Lehrer auch wenig bis gar nicht dabei helfen, den Stoff besser zu vermitteln. Oder kannst du mir sagen, wie z.B. Kenntnisse in algebraischer Geometrie oder Topologie deinen Unterricht verbessern?

In dieser Hinsicht bist du offenbar anderer Meinung, aber anstelle von Erläuterungen und Argumenten lieferst du leider nur Polemik:

Ein wissenschaftliches Studium ist unerlässlich, um diese Fächer
ordnungsgemäß unterrichten zu können. Wer etwas anderes behauptet, hat einfach keine Ahnung.

Ich bin daher wie gesagt der Auffassung, dass für die Ausübung des Lehrerberufs (im Fach Mathematik) höchstens Kenntnisse aus dem Grundstudium notwendig sind und somit meiner Meinung nach keine weitgehenden Kenntnisse im Fachbereich notwendig sind und folglich kein MINT-Beruf vorliegt.

Wie ich in meiner Antwort erwähnte, ist es vor allem eine Definitionssache. Da es keine allgemein anerkannte Definition gibt, kann man natürlich auch der Auffassung sein, dass Grundkenntnisse aus dem Studium schon als weitgehende Kenntnisse im Fachbereich gelten.

Ich sehe allerdings davon ab, da dies einige unerwünschte Konsequenzen hätte. Dann müssten nämlich beispielsweise Berufe, die ein Studium der Volkswirtschaftslehre voraussetzen, auch als MINT-Berufe gelten, denn im VWL-Studium erlangt man auch Grundkenntnisse in der Mathematik, die relativ weit über die Schulbildung hinausgehen.



Antwort
von LC2015, 11

Offensichtlich hängt die Antwort auf diese Frage einzig und allein von der Definition eines MINT-Berufs ab. Es reicht folglich die Frage, was ein MINT-Beruf ist, zu beantworten. Sofern die Antwort mit genügend großer Genauigkeit erfolgt, klärt sich die hier gestellte Frage von selbst.

Die Bundesagentur für Arbeit schreibt (https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Bran...):


[...] die Abkürzung MINT (steht) nicht für eine homogene Berufsgruppe,
sondern für eine Vielzahl unterschiedlicher Berufe, denen allen
gemeinsam ist, dass für die Ausübung weitgehende Kenntnisse oder Fertigkeiten aus dem Feld der Mathematik, der Informatik, der Naturwissenschaften oder der Technik notwendig sind.


Stellt sich nun die Frage, was weitgehende Kenntnisse sind. Dies sind meiner Ansicht nach Kenntnisse, die man exklusiv in einer (umfassenden) Ausbildung, Fortbildung, Studium o.ä. erlangt, d.h. diese Kenntnisse sind nicht Teil der normalen Schulbildung.

Daraus folgt sofort, dass Lehrer kein MINT-Beruf sein kann, denn für die Ausübung des Berufs sind keine umfassenden in einem Studium o.ä. erworbene Fachkentnisse notwendig, sondern nur das Schulwissen und höchstens Grundlagen aus dem Studium.

Antwort
von Kuhlmann26, 69

Ich würde diesen Beruf nicht dieser Gruppe zuordnen. Dazu beschäftigt er sich viel zu viel mit Dingen, die nichts mit Mathe/Physik/Chemie zu tun haben.

Ein Lehrer ist ein Pädagoge.

Gruß Matti

Kommentar von BaluDerTanzbaer ,

Ganz davon abgesehen ist MINT einfach nur ein Sammelbegriff, der Beinhaltetes in ungebauerer Form ausdrückt. Es macht überhaupt keinen Sinn, etwas, von dem man eine genauere Definition hat, ungenauer kategorisieren zu wollen. Typisch Deutsche Begriffsliebe - bringt leider nur gar nichts. Ein Mathelehramt würde auch ein Mathelehramt bleiben, wenn es ein MINT-Job wäre :D

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Ja exakt! Es war auch mein erster Gedanke, mich zu dieser schwachsinnigen Abkürzung zu äußern; ähnlich wie beispielsweise auch PISA. Dann dachte ich aber, danach war nicht gefragt und habe mich, wenn im Ausdruck auch etwas unbeholfen, wie ich jetzt feststelle, über die Beantwortung hergemacht.

Nun ja. Inzwischen ist mir mein Spiegelbild begegnet und ich musste feststellen, dass ich noch garnicht richtig wach bin.

Frohe Weihnachten.

Antwort
von claushilbig, 25

Da man als Mathe/Physik/Chemielehrer Mathe/Physik/Chemie studieren muss, fällt das m. E. eindeutig unter die MINT-Berufe.

Expertenantwort
von DepravedGirl, Community-Experte für Mathe & Mathematik, 23

Nein, der Meinung bin ich nicht.

Kleine Kiddies unterrichten ist irgendwie von einem ganz anderen Kaliber als in der Forschung- und Entwicklungabteilung eines großen Konzern zum Beispiel zu arbeiten.

Antwort
von MaryYosephiene, 8

ich denke schon.... aber frag doch vielleicht mal deinen mathe Lehrer, der wird ja wohl wissen was er ist...

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