Frage von MarkusPK, 525

Ist der Atheismus eine Weltanschauung / Philosophie?

In einer vorangehenden Diskussion wurde ich von zwei Atheisten scharf angegriffen, als ich die Meinung geäußert habe, der Atheismus sei eine Weltanschauung. Wohlgemerkt, ich bin absolut NICHT der Meinung, dass der Atheismus eine Religion ist.

Die beiden versuchten mir zu erklären, dass das Wort "Atheismus" nur "ohne Gott" bedeuten würde. Dies wäre die einzige Bedeutung des Wortes "Atheismus" und da gäbe es auch nichts zu ergänzen. Atheismus sei Gottlosigkeit, nicht mehr und nicht weniger.

Dieser These widersprach ich, denn es gehört zum Atheismus doch viel mehr, als nur die Existenz eines Gottes abzulehnen. Jeder Atheist lehnt doch auch alles andere Übernatürliche wie Magie, Geisterglauben, Zukunftsvorhersagen etc. ab. Außerdem empfiindet er Kulthandlungen und Gebete als unnütz, ja manche werden sogar ganz dastisch und bezeichnen sie als reine Zeitverschwendung. Und er ist überzeugt davon, dass alles wissenschaftlich erklärbar ist - auch wenn wir es nicht erklären können, bedeutet das nicht, dass es nicht irgendwann erklärbar sein wird. Das Fundament ihres Überzeugseins ist also die Wissenschaft. Diese Überzeugungen vertritt jeder Atheist, es ist also nicht zu leugnen, dass diese Überzeugungen einen verbindenden Charakter haben. Atheismus ist damit nichts Individuelles mehr.

Außerdem lässt sich Atheismus in meinen Augen sogar übersteigern und kann auch extremistische Züge annehmen: es gibt Atheisten, die alles Religiöse regelrecht hassen, Gläubige als Spinner und ihre heiligen Schriften provokant als Märchenbücher bezeichnen. Sie sind überzeugt, dass die Welt ohne irgendwelche Religionen besser dran wäre und man Religionen am besten alle sofort verbieten sollte.

Meine Frage richtet sich in erster Linie an Atheisten. Bevor ihr antwortet, ruft euch bitte noch einmal ins Gedächtnis, dass ich nicht behaupte, dass Atheismus eine Religion sei. Aber warum seid ihr davon überzeugt, dass Atheismus auch keine Weltanschauung oder keine Philosophie ist? Was sind denn in euren Augen die entscheidenden Unterschiede?

Noch etwas: Bei der Diskussion würde ich mich sehr freuen, wenn die Netiquette beachtet wird. Unsachliche und gar beleidigende Kommentare und Antworten werden gemeldet, und zwar egal, aus welcher Richtung sie kommen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Panazee, 109

Also ich als Atheist würde mich nicht dagegen verwehren, wenn jemand behauptet mein Atheismus sei ein Teil meiner Weltanschauung. Wenn man im Duden nachschaut findet man für Weltanschauung folgende Definition:

Gesamtheit von Anschauungen, die die Welt und die Stellung des Menschen in der Welt betreffen

Natürlich ist auch meine "Gottlosigkeit" ein Teil meiner Art und Weise die Welt und die Stellung des Menschen darin zu sehen. Allerdings nur ein Teil davon. Wenn jemand sagen würde, dass Atheismus alleine eine Weltanschauung ausmacht, dann würde ich das verneinen, aber er ist ein Teil meiner Weltanschauung. Die Gesamtheit meiner Weltanschauung ist viel, viel komplexer und lässt sich nicht auf eine Anschauung reduzieren.

Außerdem lässt sich Atheismus in meinen Augen sogar übersteigern und kann auch extremistische Züge annehmen:

So gut wie alles lässt sich übersteigern und extremistisch sehen. Das schaffen auch Gläubige immer wieder. Das ist aber glücklicherweise nicht die Einstellung der meisten Atheisten.

Das was du da im dritten Abschnitt schreibst trifft sicher auf viele Atheisten zu, aber nicht auf alle. Man kann an Magie glauben, auch ohne an Gott zu glauben. Wie Arthur C. Clarke sagte „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“. Wir wissen nicht in vollem Umfang wie unsere Welt funktioniert. Die Quantenverschränkung z.B. wurde schon von Einstein als "spukhafte Fernwirkung" abgetan. Heute ist sie bewiesen und aus dem Spuk wurde Wissenschaft. Trotzdem wird das auch heute noch von manchen Wissenschaftlern als "magisch" bezeichnet, weil wir einfach noch nicht wissen warum das so funktioniert.

Man kann auch an eine diffuse "natürliche" Lebensenergie glauben, die nach dem Tod erhalten bleibt und sich in Gespenstererscheinungen manifestieren kann. Ein Glaube an Gott ist nicht nötig um an Geister zu glauben. Es gibt auch Menschen, die nicht einmal die Grundlagen der Physik kennen, aber trotzdem nicht an einen Gott glauben.

Kommentar von MarkusPK ,

Danke für deine Antwort. Das war sehr aufschlussreich.

Antwort
von Zoroastres, 95

Atheismus ist per se nur der Nicht-Glauben an Götter. Alles darüber hinaus hat nichts direkt mit dem Atheismus zu tun. Warum sollte es keine Atheisten geben, die an Magie glauben. Oder die glauben, dass Gebete was nützen, auf welche Art auch immer. Solange sie dabei nicht beahupten, das hätte mit Gott zu tun sind sie immer noch Atheisten.

Und man kann es natürlich als eine Weltanschauung sehen, wenn man es nicht so genau nimmt. Wenn man es aber wirklich ernst nimmt, dann enthält eine Weltanschauung ja nur Dinge, an die die Leute glauben. All das, woraus sich ihre Weltsicht zusammensetzt. Atheisten benötigen für ihre weltanschauung keinen Gott, also warum sollte das explizit erwähnt werden? Es ist nur eine Abgrenzung.

Man könnte es auch als Rechnug sehen:

Allgemeine Weltanschauung (am weiteseten Verbreitet und auch traditionell überliefert natürlich mit Gott) minus Gott = Atheistische Weltanschauung

Im Grunde haben die Menschen, die Atheisten genannt werden, eine Weltanschauung, bestehend aus positiven Elementen (positiv im sinne von existent, als Abgrenzung zur obigen Minusrechnung), die der eines Theisten ähnelt, nur dass Theisten da noch das positive Element Gott einbringen (und daraus dann natürlich andere Schlüsse ziehen).

Es ist also umständlich zuerst eine Weltanschauung mit Gott zu kreieren und ihn dann anschließend wieder herauszurechnen. In der Tat ist aber diese Unterschied meist der entschiedende zwischen Theisten und Atheisten und wird darum oft hervorgehoben, dabei ist der Atheismus an sich ja nur die unnötige Rechenoperation, die wir oben gesehen haben: minus Gott

Antwort
von kiniro, 33

DEN Atheisten gibt es nicht.

Ich würde auch nicht von zwei Atheisten auf die restlichen schließen, zu denen ich gehören.

Ja - ich glaube an keinen Gott und mit Religionen kann ich nichts anfangen.
Dennoch finde ich übernatürliche Dinge interessant.
Auch wenn ich rein pragmatisch weiß, dass es so etwas nicht gibt. Dafür seinen (für mich vielleicht nicht) erklärbaren Grund hat.

Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob Atheismus eine Weltanschauung ist oder eine Philosophie.
Für mich (!) ist es die logische Antwort auf Religionen und Gott (womit ich nichts anfangen kann).

Übrigens habe ich bis dato so einige Gläubige respektloser erlebt, als Atheisten.
Kann möglicherweise daran liegen, dass eher "wieso glaubst du nicht an Gott" bzw. "wie kann ich andere von meinem Glauben überzeugen" kommt als "keiner will sich meinem Atheismus anschließen".

Der Grund fürs Atheist sein lag bei mir weniger in der Wissenschaft als vielmehr in der Verlogenheit so mancher Gläubiger.

Kommentar von MarkusPK ,

Den Grund kann ich absolut nachvollziehen. Kenne da genug eigene Beispiele. Danke für die Antwort!

Antwort
von Andrastor, 80

Die beiden User mit denen du dich unterhalten hast haben Recht. Atheismus bedeutet tatsächlich nichts weiter als "Gottlosigkeit" um es in deinen Worten zu sagen.

Alles andere, Aberglauben an Übernatürliches zum Beispiel ist völlig individuell. Es gibt Menschen welche die Existenz von Göttern ablehnen oder nicht daran glauben, aber dafür anderem esoterischen Unsinn nachgehen wie Magie, Kristallen, Fabelwesen, etc.etc.

Das ist jedoch nicht mehr Teil des Atheismus. Wie das Wort beschreibt, geht es beim Atheismus nur um die Ablehnung von Göttern, bzw. dem mangelnden Glauben daran.

Kommentar von MarkusPK ,

Okay, danke dir. Jetzt verstehe ich es besser.

Also kann Atheismus aber durchaus ein Teil der individuellen Weltanschauung sein, aber Atheisten bilden keine Weltanschauungsgemeinschaft, egal, wie ähnlich ihre Auffassungen auch sind. Verstehe ich das richtig?

Kommentar von Andrastor ,

Ja, kann man so sagen.

Ich vergleiche Atheismus gerne damit keine Briefmarken zu sammeln. Keine Briefmarken zu sammeln ist weder ein Hobby noch eine Weltanschauung, findet sich jedoch sehr häufig bei anderen Weltanschauungen, obwohl die Anti-Briefmarkensammler sonst nichts gemeinsam haben.

Antwort
von ThomasJNewton, 69

Ich würde den Begriff Weltanschauung jedenfalls nicht negativ empfinden.
Kommt von "schauen", und das ist m.E. besser als "wegschauen".

Denken und Schauen behindern sich gegenseitig.
Und deine Frage ist wohldurchdacht.

Ich habe nicht den Eindruck, dass du wirklich erkennen willst, wie Atheisten "ticken". Also die, die hier antworten.
Die sind nämlich Menschen, mit Stärken und Schwächen, und auch Emotionen.
Was für das Thema hältst, deckt sich nicht unbedingt mit dem, was ggf. Emotionen auslöst.

Und Atheisten sind genau wie Gläubige Individuen, die lassen sich nicht gern in eine Schublade stecken.

Kommentar von MarkusPK ,

Doch, ich habe schon eine Menge erkannt. Die einen haben mit dem Begriff überhaupt kein Problem, allerdings schon damit, als eine Gemeinschaft und nicht als Individuen gesehen zu werden. Das halten sie für fernab der Wirklichkeit, weil jeder Atheist doch seine ganz spezifische eigene Weltanschauung (hier ist die Sicht auf die Dinge gemeint) hat. Aus diesem Grund lehnen andere den Begriff "Weltanschauung" ab, worauf ich in Zukunft Rücksicht nehmen möchte, deshalb habe ich diese Frage gestellt. Die ablehnede Haltung gegenüber diesem Begriff kann ich zwar noch nicht ganz nachvollziehen, aber ich verstehe jetzt, warum er auch nicht ganz richtig gewählt ist.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Du solltest davon ausgehen, dass jeder Mensch seine Sicht auf die Welt hat.
Und auch seine Interpretationen.

Das Thema Religion ist nur eines von vielen, und (wie ich vermute) den meisten Menschen nicht das wichtigste.
Den meisten Menschen sind Menschen das wichtigste.

Was Menschen hier an Beiträgen liefern, ist nicht deren Welt.
Ich schreibe hier großteils zum Zeitvertreib, weil mein reales Leben zwar eigentllch gut ist, auch meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen.
Nur leider zu wenig oder zu selten, ich lebe momentan allein.

Und ihre Beiträge sind auch nicht alles, was sie im Kopf haben.
nur das, was sie zu einer bestimmten Frage von sich geben.

Und ich habe dabei nicht zwischen Gruppen unterschieden.
Schon gar nicht habe ich die Richtung klar, zwischen welchen Gruppen man unterscheiden sollte.

Auf Dauer kann man nicht zwischen den Stühlen sitzen.
Das passt zu gar nichts, außer zu meinen Erinnerungen an deine Beiträge.
Deine Person kenne ich nicht.

Antwort
von Priol23, 33

Die beiden versuchten mir zu erklären, dass das Wort "Atheismus" nur "ohne Gott" bedeuten würde. Dies wäre die einzige Bedeutung des Wortes "Atheismus" und da gäbe es auch nichts zu ergänzen. Atheismus sei Gottlosigkeit, nicht mehr und nicht weniger.

Streng genommen stimmt das. Ein Atheist ist in erster Linie jemand, der nicht an einen Gott glaubt.

 Jeder Atheist lehnt doch auch alles andere Übernatürliche wie Magie, Geisterglauben, Zukunftsvorhersagen etc. ab.

Nicht zwingend jeder. Da A-Theismus nur die Abwesenheit eines Gottesglaubens bedeutet, kann ein Atheist durchaus an paranormale Phänomene glauben.

Und er ist überzeugt davon, dass alles wissenschaftlich erklärbar ist - auch wenn wir es nicht erklären können, bedeutet das nicht, dass es nicht irgendwann erklärbar sein wird.

Auch nicht zwingend. Das ist nicht Teil des Atheismus, auch wenn es auf manche Atheisten zutrifft.

Antwort
von Suboptimierer, 55

Atheisten lehnen meistens auch Übernatürliches wie Magie und Geister ab, aber nicht zwingend. Der Grund ist, dass die meisten Götter als Geisterwesen gedacht werden mit magischen Kräften und diese Wesen und Kräfte ähnlich schwer nachweisbar sind wie Götter.

Geister und Magie sind Themen, die sehr viel Ähnlichkeit mit dem Thema Götter haben. Deswegen unterstellt man Atheisten gerne (und meistens auch zurecht), dass sie Geister und Magie ebenso ablehnen und verbinden diese (streng genommen fälschlicher Weise) mit dem Atheismus.

Das Fundament ihres Überzeugseins ist also die Wissenschaft.

Kann man so nicht sagen. Ein Atheist kann z. B. auch Bauernweisheiten glauben schenken oder abergläubisch sein. Er kann auch zum Beispiel an Horoskope glauben.

Ich sehe das genau wie deine Kritiker, dass Atheismus keine Weltanschauung ist. Das liegt an der Art und Weise, wie Atheismus definiert wurde, nämlich sich abgrenzend. Es gibt zahlreiche, verschiedene, mögliche Weltanschauungen für Atheisten, nur ein Typus wird ausgeklammert.

Kommentar von danhof ,

Echt? Es soll abergläubische Atheisten geben?

Das würde mich jetzt aber doch wundern, zumal viele Atheisten die Begriffe Glaube und Aberglaube synonym verwenden oder verstehen.

Kommentar von Suboptimierer ,

Ich sag ja, das Missverständnis kommt durch eine große Überdeckung.

Geh mal zu irgendwelchen ländlich lebenden Leuten in die Pampa (nicht wörtlich). Da gibt es viele, die zum Beispiel glauben, dass Handtasche auf dem Boden Unglück bringt, Pfeifen im Haus Unglück bringt, ein Kleeblatt Glück bringt und ein Hufeisen je nachdem wie man es aufhängt Glück oder Unglück bringt. Brot soll man nicht auf den Kopf stellen. Dann gibt es Leute, die glauben, dass man einen Geistertierbegleiter hat, dass man reinkarniert usw. usf. Für all das ist kein Glaube an einem Gott notwendig. Das sind Atheisten, wenn sie an keinen Gott glauben.

Kommentar von Susanne88 ,

Das erscheint mir unwahrscheinlich.

In meiner niederbayrischen Heimat glauben viele an irgendwelchen Humbug, allerdings hat sich noch niemand davon als Atheist zu erkennen gegeben.

Von welcher Pampa (geografisch) sprichst du?

Kommentar von Suboptimierer ,

Man kann auch Atheist sein, ohne zu wissen, Atheist zu sein. Man kann an Humbug und an Götter zugleich glauben. (Bitte erspart mir Kommentare, dass viele Götter zu Humbug zählen.)

Man kann aber nicht unbewusst Theist sein.

Mit "nicht wörtlich" meinte ich nicht den realen Bereich auf der Erde, sondern im übertragenen Sinn ein Gebiet mit geringer Einwohnerdichte und geringem Interesse an Wissenschaft.

Weitere Kommentare zur real existierenden Pampa empfinde ich als Provokation. Nicht wundern, wenn ich darauf nicht reagiere.

Kommentar von holodeck ,

Man kann auch Atheist sein, ohne zu wissen, Atheist zu sein.

Nein. Kann man nicht. Denn wenn man außerhalb kultureller Standards mit ihren Unterscheidungen sozialer Gruppen steht, existiert weder das eine noch das andere.

Kommentar von Suboptimierer ,

Das habe ich nicht verstanden.

Kommentar von holodeck ,

Bezeichner der Art Theist/Atheist sind sprachliche Zwillinge. "Atheist" kann man nur in Bezug auf - in diesem Fall -: Theisten sein. Atheist kann man außerdem nur sein, wenn dieser Bezeichner eine irgendwie geartete kulturelle Relevanz hat, weil sie einen Unterschied provoziert, der seinerseits zu einem anderen oder sogar gegenteiligen Bezeichner führt. Wollte man hier darauf pochen, dass einen jeder Schotte als "òinseach" bezeichnen könnte, ohne dass man davon wisse, wäre man ja am Ende alles mögliche, was auf diesem Planeten über einen gesagt würde oder ungesagt bliebe. Was wiederum jeglichen Unterschied nivellieren würde, überaus redundant (d.h. unterschiedslos) wäre und deshalb am Ende eine sehr buddhistische Idee ist - im Nichts verbirgt sich das All(es). Insofern kann man in einem gegebenen kulturellen Kontext kein Atheist sein, ohne zu wissen, was ein Theist ist.     

Man kann nun aber nicht unter Abwesenheit von bewusstem Verstand solch komplizierte Sachverhalte denken oder sprechen. Es sei denn man befindet sich in einer Schreib- oder Sprechtrance. Das wiederum kommt durchaus vor, allerdings nahezu ausschließlich bei Spiritualisten oder bei Gläubigen während einer Heiliggeistausgießung :-D

Kommentar von Suboptimierer ,

Tut mir leid, ich mache das nicht extra, aber du bist wirklich schwer zu verstehen. Ich kann kein schottisch. 

Ich kann die Stelle nicht finden, an der du aus "nicht an einen Gott glauben" "an 'nicht Gott'" glauben machst.

Könntest du das vielleicht an einem anderen Beispiel deutlich machen? "Glauben" ist für mich aktiv, "nicht glauben" kann für mich sowohl aktiv als auch passiv sein. 

Für mich geht es nicht darum, ob sich jemand als Atheist bezeichnen würde, denn dafür muss man den Begriff kennen. Es geht darum, ob dieser von anderen als Atheist bezeichnet werden kann.

Öfters mal lese ich hier Beispiele, die ich einleuchtender finde. Es kann aber sein, dass es daran liegt, dass sie sprachlich einfacher gehalten wurden.

Zum Beispiel ist man Nicht-Amerikaerkunder auch dann, wenn man nicht weiß, dass es Amerika gibt oder man ist Nicht-Bravestarr-Fan, wenn man noch nie etwas von Bravestarr gehört hat. Man kann aber auch Nicht-Bravestarr-Fan sein, wenn man von Bravestarr bereits gehört hat.

Ich sehe das auch so, dass die Existenz zwar in der Unendlichkeit zu finden ist, aber die Nichtexistenz in einer höheren Dimension liegt.

Kommentar von holodeck ,


du bist wirklich schwer zu verstehen. Ich kann kein schottisch. 

Sorry, tut mir Leid. Ein wenig Liebe zu bildhafter Darstellung würde aber schon völlig ausreichen. Ich kann hätte anstelle des gälischen "òinseach" irgendein Phantasiewort wie "Katanonka" einsetzen können, was sich ja auch sehr polychinesisch anhört und deshalb hier bei uns ohne jede Bedeutung bleibt. Ganz einfach, weil der Bezeichner "Katanonka" nicht zu unserem sprachlichen Kulturgut gehört und in irgendeiner  Art und Weise auf Basis einer kulturellen Vereinbarung mit Bedeutung aufgeladen wäre.


"Glauben" ist für mich aktiv, "nicht glauben" kann für mich sowohl aktiv als auch passiv sein.

Man kann keine passiven Nicht-Überzeugungen hegen, die mit Wörtern wie "Atheist" belegt werden könnten. Jedenfalls solange nicht, wie man nicht wie Romolus und Remus von einer Wolfsmutter gesäugt wurde, sondern als stinknormales Baby in einer stinknormalen, sozial wie kulturell integrierten Familie innerhalb einer Gemeinschaft groß wurde. Die "Nicht-Überzeugung" ist nicht einfach nur Atheismus, sondern sie ist die Abwesenheit der Notwendigkeit zur Unterscheidung zwischen Theist und Atheist. Genau aus diesem Grund werden Babys auch nicht als Atheisten geboren.

Man kann nicht nicht kommunizieren. Im selben Maße kann man nicht nicht handeln. Es sei denn, man ist schon tot.


Man kann aber auch Nicht-Bravestarr-Fan sein, wenn man von Bravestarr bereits gehört hat.

In diesem Fall handelt es sich unbedingt um eine aktiv gestaltete Überzeugung.

Man kann natürlich von irgendjemandem als Nicht-Bravestarr-Fan bezeichnet werden. Oder als Katanonga oder òinseach. Beides hat für diese Person dieselbe Relevanz, als wenn in Polynesien eine Kokospalme umfällt. Entweder man vergisst jetzt sofort, dass man diese Begriffe jemals gehört hat, oder aber es ist vorbei mit der Unschuld.

Man kann sich nicht selbst als Nicht-Bravestarr-Fan bezeichnen, ohne zu wissen, dass es a) Bravestarr Fans gibt und b) was Bravestarr sein soll. Man kann unmöglich zu Protokoll geben, ein Atheist zu sein, und gleichzeitig auf eine Art erkenntnispraktisch unbefleckt passive Identifizierung hoffen.

Es geht nicht!

Kommentar von Suboptimierer ,

Achso, dann sind wir uns doch nicht so uneinig. Von außen kann man jemanden als Atheist bezeichnen, der sich mit dem Wort noch nie auseinandergesetzt hat, aber das Subjekt kann sich nicht so bezeichnen. Im Moment der Konfrontation mit dem Begriff kennt es ihn zwar, aber nur als leere Worthülse.

Das meinte ich mit 

Für mich geht es nicht darum, ob sich jemand als Atheist bezeichnen würde, denn dafür muss man den Begriff kennen. Es geht darum, ob dieser von anderen als Atheist bezeichnet werden kann.

Die "Nicht-Überzeugung" ist nicht einfach nur Atheismus, sondern sie ist die Abwesenheit der Notwendigkeit zur Unterscheidung zwischen Theist und Atheist.

Ganz genau! Derjenige kann es nicht unterscheiden. Für ihn wäre es notwendig, um sich selbst zu kategorisieren.

Genau aus diesem Grund werden Babys auch nicht als Atheisten geboren.

Das wirft uns allerdings wieder etwas zurück, da Babys sich sowieso nichts zuschreiben.

Kommentar von MarkusPK ,

Danke, Antworten wie deine helfen mir sehr, die Argumente der beiden zu verstehen. Ich werde das in Zukunft berücksichtigen!

Kommentar von Suboptimierer ,

Bitteschön!

Antwort
von Franz1957, 29

Den Unmut Deiner Gesprächspartner kann ich auch als Nicht-Atheist gut nachvollziehen. Ich empfinde es selbst als antikommunikativ und übergriffig, wenn mir jemand erklären will, was ich denke.

Wer sich so verhält, der verletzt damit eine Grenze, nämlich die, an der er selber aufhört und der Andere anfängt. Bei manchen Leuten beobachte ich, daß sie die Grenzen Anderer wenig respektieren, und vielleicht nicht einmal wahrnehmen, aber selbst ziemlich dünnhäutig reagieren, wenn man ihnen zu nahe tritt.

Arrogantes, abwertendes und gehässiges Verhalten beobachte ich auch, aber nicht speziell bei Atheisten, sondern bei Angehörigen jeglicher Meinungsfraktion. Auch auch an mir selbst. Und das scheint mir der Punkt zu sein, an dem jeder am wirksamsten ansetzen kann, wenn ihn das stört.

Zu der Frage, was Atheismus genau "ist", habe ich keine Meinung außer der, daß ich ihn für eine Meinung halte, die ich zwar nicht teile, die ich aber nicht zuletzt deshalb respektiere, weil es für den Reputationsverlust gerade des Christentums allzu reale historische Gründe gibt.

Kommentar von MarkusPK ,

Gute Antwort. Ich versuche, deinen Rat zu beherzigen.

Kommentar von Franz1957 ,

Ich wünsche Dir gutes Gelingen!

Antwort
von danhof, 76

Ich darf in zweiter Linie sicher auch als Christ antworten, oder? :-)

Deine Beobachtungen kann ich leider nur teilen.

Vier Anmerkungen möchte ich hier machen.

1. Atheismus kann sehr wohl religiöse Züge annehmen. Im Prinzip stimme ich zu, dass Atheismus erst einmal nur bedeutet, dass jemand glaubt, dass es keinen Gott gibt. Das steht jedem Menschen frei in unserem Land. Allerdings gibt es durchaus Organisationen (z.B. den Reason Circle), die über eine Art Guru (z.B. Richard Dawkins) verfügen, monatliche Beiträge erheben (Hallo Kirchensteuer) und missionarisch unterwegs sind ("Religion muss abgeschafft werden"). Hier zu behaupten, Atheismus kann Religion sein, ist keine Provokation, sondern einfache Beobachtung.

2. Ja, es ist eine Weltanschauung. Ich als Christ glaube, dass es einen Schöpfer gibt, der das Leben erschaffen hat. Ein Atheist glaubt, dass Abioginese im Spiel war und kein Gott erforderlich ist. Das eine ist nicht besser oder schlechter oder glaubwürdiger oder abweiger als das andere.

3. Einige Atheisten klammern sich an die Wissenschaft als alleinig sinngebende Einrichtung, als Grundlage ihres Weltbildes. Sie abonnieren Wissenschaft geradezu für sich und versuchen sie dem gläubigen Menschen zu entziehen. Wissenschaft wird als das genaue Gegenteil des Glaubens dargestellt, was natürlich nicht zutreffend ist. Ich persönlich finde das auch deshalb ein bisschen bedenklich, weil dann oft alle anderen Graustufen wie Philosophie und Kunst ebenfalls komplett abgelehnt werden. Der Mensch wird zu einer Maschine, und jede Regung, jedes Gefühl wird auf chemische oder neurologische Prozesse reduziert. Ich denke dann immer an Mr. Data.

4. Sicherlich spielt das Medium Internet dabei eine Rolle, aber man kann schon deutliche Unterschiede zwischen der realen Welt und den Internetforen erkennen. Im Internet fühlen sich viele Menschen eben doch sicherer und reagieren deutlich aggressiver und provokativer (gilt durchaus auch für Theisten, davon kann ich mich auch nicht immer freisprechen), als im wirklichen Leben, wo man sich gegenübersteht.

Soweit mein Senf dazu :-)

Kommentar von Susanne88 ,

Mein Senf dazu :-)

1. ja, das sind dann Antitheisten, welche Religionen bekämpfen. Und sie können mit ihrer Art durchaus auf das Niveau von Gläubigen begeben.

2. "Ein Atheist glaubt, dass Abioginese im Spiel war und kein Gott erforderlich ist"  Nein, ein Atheist glaubt nicht an einen Gott.  Andere "Glauben" wie an Abiogenese oder Zufälle oder Wahrscheinlichkeiten oder an den Schweinsbraten sind nicht Gegenstand des Atheismus.

3. "weil dann oft alle anderen Graustufen wie Philosophie und Kunst ebenfalls komplett abgelehnt werden"  Atheisten lehnen Philosophie und Kunst oft ab? Da weißt du sicher einige Beispiele bekannter Atheisten. Sie lehnen ja oft ab.

4. Zustimmung.

Kommentar von danhof ,

Ich habe das in der FB-Gruppe "Die Atheisten" sehr häufig beobachtet. Das sind allerdings keine bekannten Atheisten im Sinne irgendwelcher Promis.

Viele Vertreter dort, die sogenannten Neuen Atheisten*, zeichnen sich durch einen ausgeprägten und in Worten auch deutlich ausgelebten Hass aus. Und zwar gegenüber ALLEM, was IRGENDWIE verdächtig ist, vom reinster Rationalität (wie sie es nennen), abzuweichen. Die gesamten Geisteswissenschaften sind demnach nichts anderes als Geschwurbel. Philosophie ist irrelevant. Zufall gibt es nicht. Das Leben hat keinen Sinn. Wer allein schon danach fragt, ist wissenschaftlich leider total ungebildet. Andere Meinungen werden unterdrückt oder notfalls wegzensiert. Alles in allem eine nach meinen Erfahrungen eher spaltende als verbindende Gruppe.

Ich führe nicht Buch, sonst könnte ich von HIER auch noch Beispiele raussuchen, wo mir sowas begegnet ist.

*) https://de.wikipedia.org/wiki/Neuer_Atheismus

Kommentar von Susanne88 ,

Kann ich nicht nachvollziehen, FB ist mir zu agressiv, zuviel unreflektierte Meinungen, ich bin da nicht dabei. Bestätigt aber unserer beider Annahmen zu Punkt4.

Kommentar von danhof ,

Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht mehr so recht, warum ich bei FB bin. Als Werbeplattform ganz passabel, aber ansonsten...

Kommentar von Wurzelstock ,

Löwensenf. Gut gebrüllt ;-))

Antwort
von Patrickson, 61

Salü zusammen

Wenn der Atheismus eine Weltanschauung wäre, so müsste er logischerweise die Welt anschauen, denn würde er die Welt nicht anschauen, so wäre es keine Weltanschauung. Ein einzelner Atheist könnte zwar behaubten, er schaue die Welt nicht an, da alles nur Schein sei, und alles was andere als Welt beschreiben, nur für diese wirklichkeit sei, für ihn aber nicht. Er sagt vielleicht: Je mehr Menschen im Unfeld etwasglauben, um so mehr nehme es den Charakter von Wirklichkeit an, ohne es aber tatsächlich zu sein: Ein Tabu, leben nach dem Tod, Gesetzte, liebe, Gott, treue, lügen, vertrauen usw. Ein Atheist stellt vielleicht die Behauptung auf, er glaube nur an die existentz dessen, was er mit seinen Sinnen wahr nehmen kann. Natürlich geht das nur dann, wenn alle Gefühle, empfindungen, usw. Chemische oder ähnliche vorgänge sind. Für Atheisten muss alles die folgen von etwas sein, damit es eine Art Sinn bekommten. Für Atheisten sind Wunder unmöglich. - ich habe schon oft erlebt, dass atheisten bei diskusionen über Gott sehr gehässig werden können; philosophieren hingegen konnte ich meist problemlos mit ihnen. Ich folgere daraus, dass sie also 1. Eine Weltanschaung haben und 2. Eine Phylosophie haben und 3. an Gott glauben weil man über etwas das es nach Meinung der Atheisten ja gar nicht gibt auch nicht dermassen ausrasten kann. Aber das ist dann eine nächste interessante frage...!? 

Kommentar von grtgrt ,

Ich denke schon, dass man auch den Atheismus als Weltanschauung (und als die Welt "anschauend") bezeichnen muss.

Atheisten schauen halt nur durch die Brille "was ist bewiesen" bzw. lehnen ab, was nur Überzeugung ist.

Vielen von ihnen aber ist nicht bewusst, dass echte Wissenschaft (in dem Fall ein Mathematiker) erkannt hat - und beweisen konnte -, dass es Aussagen gibt, die mit streng wissenschaftlicher Logik weder als wahr noch als falsch erkennbar sind (Stichwort: Gödels Unvollständigkeitssatz).

Wir sehen also: Atheisten betrachten die Welt sehr wohl - aber halt nur einen besonders kleinen Teil davon: eben alles, was beweisbar ist, von allem anderen wollen sie nichts wissen und erachten jene als dumm, die dennoch darüber nachdenken.

Man könnte das als ihre Religion bezeichnen.

Kommentar von Susanne88 ,

Schöne pauschale Aussage über Atheisten.

So differenziert, so wohlbegründet, so wissend, so rücksichtsvoll wie nur ein Gläubiger es kann.

Vielen Dank für deine Ferndiagnose über meinen Wissensstand und meinem Charakter.

Kommentar von Patrickson ,

Halo grtgt danke für deinen Lob! Ich meine alles so wie ich es sage und wenn ich lüge bitte macht mich darauf aufmerksam! - Ich habe von Atheisten einfach schon oft die antwort bekommen, wenn es gott gäbe, so wäre er, wegen all dem Leid, bösen, usw ein böser Gott, und die vorstellung das es einen solch bösen gott geben könnte sei abscheulich und deshalb könnten sie nicht an gott glauben ! - ich habe dann geantwortet: Da es ja keinen Gott gibt, weder einen guten noch einen bösen... Weshalb ist die Welt dann ohne Gott so leidvoll, böse usw? 

Kommentar von Susanne88 ,

Lob? Ein Lob, das Andersmeinende schlicht beleidigt?

Kommentar von Patrickson ,

Entschuldigung ich habe dich mit grtgrt verwechselt. Ich meinte dich damit. Oder hast du deine Bemerkung zynisch gemeint? Komme nicht draus... Was genau wolltest du mir mitteilen? Vielleicht können wir die sache ja klären!? 

Kommentar von Susanne88 ,

zu deinem Text schrieb grtgrt u. anderem: "Atheisten .... wollen sie nichts wissen und erachten jene als dumm, die dennoch darüber nachdenken."  Also Atheisten denken niederträchtig über andere, mehr noch: "Man könnte das als ihre Religion bezeichnen."

Und du dazu: "Halo grtgt danke für deinen Lob!"

Kommentar von Patrickson ,

Sorry war ein missverständnis von mir! Meine antwort bezog sich auf das, was du geschrieben hast! Ich habe deine antworten als ehrlichen lob aufgefasst! 

Kommentar von Susanne88 ,

In Ordnung!

Antwort
von DarkSepia, 50

Theismus ist keine Weltanschauung, weil Atheismus keine positive Aussage über die Welt macht.

Die beiden versuchten mir zu erklären, dass das Wort "Atheismus" nur
"ohne Gott" bedeuten würde. Dies wäre die einzige Bedeutung des Wortes
"Atheismus" und da gäbe es auch nichts zu ergänzen. Atheismus sei
Gottlosigkeit, nicht mehr und nicht weniger.

Aus irgendeinem Grund reagieren manche Leute sehr empfindlich, wenn über die Definition von Atheismus diskutiert wird. Gottlosigkeit wäre der Zustand, ohne einen Gott zu sein, aber das ist in praktisch allen Fällen nicht, was Leute unter Atheismus meinen. Atheismus bedeutet entweder, die Annahme, dass es keinen Gott gibt, oder nicht anzunehmen, dass es einen gibt. Wobe ich ersteres vorziehe.

In deinem nächsten Absatz verwechseltst du laufend Annahmen, die unter Atheisten verbreitet sind mit Annahmen, die notwendig zu Atheismus gehören. Das ist falsch. Viele Atheisten nehmen an, dass morgen die Sonne aufgehen wird. Aber das bedeutet nicht, dass jemand, der das nicht glaubt, kein Atheist ist!

Aus deinen Behauptungen würde übrigens resultieren, dass die Widerlegung des Atheismus nicht beweisen würde, dass es einen Gott gibt. Wenn dir das irgendwie seltsam vorkommt, dann deswegen, weil deine Definition mit dem Gebrauch des Wortes Atheismus nichts mehr zu tun hat!

Dieser These widersprach ich, denn es gehört zum Atheismus doch viel
mehr, als nur die Existenz eines Gottes abzulehnen. Jeder Atheist lehnt
doch auch alles andere Übernatürliche wie Magie, Geisterglauben,
Zukunftsvorhersagen etc. ab. 

Das ist eher Naturalismus! Und auch wenn Naturalismus unter Atheisten weit verbreitet sein mag, nicht jeder Atheist muss Naturalist sein!

Außerdem empfiindet er Kulthandlungen und Gebete als unnütz, ja manche
werden sogar ganz dastisch und bezeichnen sie als reine
Zeitverschwendung.

Das ist nicht einmal mehr Naturalismus.

Und er ist überzeugt davon, dass alles wissenschaftlich erklärbar ist -
auch wenn wir es nicht erklären können, bedeutet das nicht, dass es
nicht irgendwann erklärbar sein wird.

Das wiederum ist eine erkenntnistheoretische Position, weder Atheismus noch Naturalismus.

Meine Frage richtet sich in erster Linie an Atheisten.

Nach deiner Definition?

Aber warum seid ihr davon überzeugt, dass Atheismus auch keine Weltanschauung oder keine Philosophie ist?

Weil ich deine Definition nicht anerkenne! Das, was du beschreibst, wäre in der Tat eine Weltanschauung, aber es wäre abwegig, sie als Atheismus zu bezeichnen.

Kommentar von MarkusPK ,

Von meiner Definition bin ich schon etwas zurückgetreten. Danke für deine Antwort, du erklärst sehr nachvollziehbar!

Antwort
von Belruh, 78

Ich bin Atheist, und für mich ist der Atheismus die Weltanschauung, in welcher es keinen Gott gibt. Zudem hat jeder Mensch irgendeine Weltanschauung, sei sie religiös, ideologisch, nicht religiös oder nicht ideologisch. Unser Weltbild, oder unsere Weltanschauung ist einfach nur die Perspektive, wie wir die Welt betrachten, sie wahrnehmen oder sie beurteilen. Ein Atheist beurteilt das hiesige Leben oder das Universum als etwas, was nicht geschöpft wurde. Damit ist der Atheismus eine Weltanschauung (Siehe Definition).

Das Faktum, dass der Atheismus eine Weltanschauung ist, können diese beiden "Hardcore-Atheisten" so lange abstreiten wie sie wollen. Der Atheismus ist und bleibt eine Weltanschauung. Ich weiß auch gar nicht, was daran so verkehrt ist, die eigene Weltanschauung als Weltanschauung zu betrachten?

LG. Belruh

Antwort
von Tamtamy, 97

Natürlich ist Atheismus eine Weltanschauung.
'Weltanschauung' in dem Sinne, dass ich eine Vorstellung darüber habe, wie die 'Dinge des Lebens' miteinander zusammenhängen. Dazu gehört auch die Annahme, dass es keine 'Schöpfer' im Sinne einer personähnlichen Gottheit gibt.

Aber man kann endlos streiten, wenn man sich nicht auf gemeinsame Definitionen einigt.
In diesem Fall:
Was verstehe ich unter dem Begriff 'Weltanschauung'?
Wann spreche ich von einer Person als 'Atheist' bzw. was meine ich damit, wenn ich mich als 'Atheisten' bezeichne.

Kommentar von Giustolisi ,

'Weltanschauung' in dem Sinne, dass ich eine Vorstellung darüber habe, wie die 'Dinge des Lebens' miteinander zusammenhängen.

Atheismus bedeutet nicht eine Vorstellung zu haben wie etwas zusammen hängt. Es bedeutet nur, nicht an göttliche Zauberwesen zu glauben.
Zu einer kompletten Weltanschauung gehört weit mehr. Nicht an Götter zu glauben ist nur ein Teil davon.

Antwort
von Giustolisi, 29

Ich als Atheist sehe Atheismus nicht als Weltanschauung. Atheismus bedeutet nur, nicht an Götter zu glauben, mehr nicht. Das kann Bestandteil einer Weltanschauung sein, sogar ein wichtiger Bestandteil, oder sogar deren Basis, aber zu einer kompletten Weltanschauung gehört meiner Meinung nach noch viel mehr als nur die Frage, ob man an Götter glaubt.

Also nein, Atheismus ist keine Weltanschauung, aber ein Bestandteil davon.

Antwort
von dompfeifer, 10

Atheismus ist die Abwesenheit von Gottglauben undGötterglauben und hat so wenig einen Inhalt wie das Nichtrauchen oder dasNichtschwimmen. Nichtrauchen ist kein Laster und Nichtschwimmen ist keineSportart. Atheisten mögen im Einzelfall an Konfuzius, ab Buddha, an Mao TseDong, an den Humanismus, den Sozialismus, die Weltrevolution, an Geister, anMagie oder auch an gar nichts glauben. Das hat alles nichts „mit Göttern“ zutun oder „ohne Götter“. Der kann auch regelmäßig an Kulthandlungen teilnehmenwie z.B. die Buddhisten, das sind auch Atheisten. Nun sagst Du:

Jeder Atheist lehnt doch auch alles andere Übernatürliche
wie Magie, Geisterglauben, Zukunftsvorhersagen etc. ab. Außerdem empfindet er Kulthandlungen und Gebete als unnütz ....

Das ist doch so ein barer Unsinn, als würde ich allenNichtrauchern Alkoholismus unterstellen oder allen Nichtschwimmern exzessive Bergsteigerei.

Missionare vielfältiger Art mögen sich gelegentlich auchunter Atheisten finden. Mir ist allerdings noch keiner begegnet. Mich hat nochkein Missionar an der Wohnungstür im Namen des Atheismus belästigt. Und Kriegewurden auch noch nicht im Namen irgendwelcher Ungläubigkeiten geführt.

Kommentar von MarkusPK ,

Gute und einfach erklärte Antwort, danke. Der letzte Punkt stimmt aber nicht. Denk mal an Korea, Afghanistan und Vietnam. Außerdem Maos Kulturrevolution, die Stalinistischen Säuberungen und heute, was in Nordkorea abgeht. Auch wenn die letzten Beispiele keine Kriege mit zwei konträren Nationen waren, sind kriegerische Handlungen und unbeschreibliche Grausamkeiten auch bereits von Atheisten durchgeführt worden. 

Kommentar von dompfeifer ,

Beim "letzten Punkt" hast Du offensichtlich etwas grob missverstanden: Keiner Deiner genannten Protagonisten führte den "Unglauben" auf seinem Schild, ganz im Gegenteil: In Afghanistan kämpfen die Taliban für den Glauben an ihren Propheten samt Allah und dessen angebliche Ordnung gegen die Ungläubigen, deren Gegner für den Glauben an die "westliche Freiheit". Originalzitat George Busch II.: "Den Einmarsch in den Irak befahl mir Gott"! Stalin und Mao führten den Glauben an ihre jeweilige Weltrevolution auf ihren Schildern.

Ich habe doch nicht behauptet, dass Ideologien oder Religionen automatisch menschenfreundlich werden, nur weil darin gerade keine Götter vorkommen, sie also atheistisch sind? Ich habe nur behauptet, dass noch kein Krieg geführt wurde im Namen der Ungläubigkeit gegen die Gläubigkeit!

Antwort
von Halbkornbrot13, 64

Nein, ich persönlich denke ebenfalls das Atheismus keine Weltanschauung ist, sondern nur ein Teil einer solchen.

Den ein Atheist ist nun mal jeder der nicht an Gott glaubt, dies ist für mich persönlich aber noch keine Weltanschauung.

 Jeder Atheist lehnt doch auch alles andere Übernatürliche wie Magie, Geisterglauben, Zukunftsvorhersagen etc. ab. Außerdem empfiindet er Kulthandlungen und Gebete als unnütz, ja manche werden sogar ganz dastisch und bezeichnen sie als reine Zeitverschwendung

Nun, ich würde behaupten nicht jeder Atheist sondern nur die meisten, den die meisten Atheisten lehnen die Vorstellung eines Gottes ja aufgrund der fehlenden Indizien ab, wer da konsequent bleibt und den Gedanken logischer weiter denkt wird natürlich Magie und andere Übernatürliche Praktiken ebenfalls aus dem selben Grund ablehnen.

Nur ist eben nicht jeder Atheist konsequent, oder ein logischer Denker.

Was das Beten betrifft, wenn jemand betet weil er irgend ein Wunder von einem Gott einfordert, ja dann sehe ich das logischerweise aufgrund meines nicht-Glaubens an Gott als Zeitverschwendung an.

Wenn jemand aber Betet um Trost zu suchen und sich mitzuteilen, dann sehe ich durchaus positive Aspekte

Das Fundament ihres Überzeugseins ist also die Wissenschaft. Diese Überzeugungen vertritt jeder Atheist

Nein, man braucht keinerlei Kenntnis von irgendwelchen Wissenschaften um Atheist zu sein, es gibt auch Menschen die schlicht aus dem Grund Atheist sind weil sie sich für keinen Gott interessieren, und sich Fragen die z.B. die Entstehung des Lebens oder dessen Entwicklung betreffen gar nicht erst stellen.

 Außerdem lässt sich Atheismus in meinen Augen sogar übersteigern und kann auch extremistische Züge annehmen:

Das stimmt, Trifft aber auf fast jede Eigenschaft zu die ein Mensch haben kann, man kann auch extrem gewalttätige oder extrem ordentlich sein.

  es gibt Atheisten, die alles Religiöse regelrecht hassen, Gläubige als Spinner und ihre heiligen Schriften provokant als Märchenbücher bezeichnen

Ja die gibt es, öfters sind das auch Leute die in Ihrer Vergangenheit schlimme Erfahrungen mit bestimmten Religionen gemacht haben. Anderseits gibt es auch einfach Menschen die gerne provozieren wollen, ich halte eine solche Rhetorik auch eher für Konterproduktiv.

 Als zum Abschluss beleibt zu sagen, Atheismus kann durchaus Teil eines Weltbild und einer Philosophie sein, und ja viele Atheisten haben ähnliche Weltbilder, Atheismus allein ist aber grundsätzlich nur eine Eigenschaft und mehr nicht.

Kommentar von MarkusPK ,

Gute und sachliche Antwort, die zum Nachdenken anregt.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Den ein Atheist ist nun mal jeder der nicht an Gott glaubt

Nein, ich bin eben auch kein Ainstallateur nur weil ich was anderes beruflich mache. Der Atheismus ist viel mehr als nur das "Nicht-Sein" von etwas.

Kommentar von Halbkornbrot13 ,

Aber genau das ist die einzige zwingende Gemeinsamkeit von Atheisten, der nicht glaube an einen Gott.

Und das alleine macht doch noch kein Weltbild

Kommentar von DreiGegengifts ,

Aber genau das ist die einzige zwingende Gemeinsamkeit

Aber ich kann doch eine Sache nicht durch ihr "schwächstes Glied" charakterisieren. Hier geht es nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern um den Charakter des Durchschnitts.

Kommentar von Halbkornbrot13 ,

 Hier geht es nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern um den Charakter des Durchschnitts.

Doch eben genau darum geht es, es gibt eine feste Definition wann ein Mensch Atheist ist, nämlich genau dann wenn er die Existenz einer göttlichen Wesenheit ablehnt.

Alle andern Eigenschaften eines Atheisten sind vollkommen Individuell, der Charakter des Durchschnitts Atheisten ist für den Atheismus als solchen vollkommen irrelevant

 

Kommentar von DreiGegengifts ,

es gibt eine feste Definition wann ein Mensch Atheist ist

Welche soll das sein? Und wer ändert die dann, wenn sich die Sache im Laufe der Zeit verändert?

Eine Definition trifft man, um eine gegenwärtige Sache zu beschreiben. Ich kann eine Sache aber nicht nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner beschreiben.

Aus meiner Sicht leitest du deine Defintion auch aus dem Wortsinn ab und meinst, das hätte aufgrund der Herkunft besondere Autorität.

Der Begriff Antitheismus beschreibt genau, was der Atheimus in der Realität ist. Hätte man den Atheismus Antitheismus getauft - wie würdest du dann die Sache definieren. Immer noch so?

Kommentar von Halbkornbrot13 ,

Der Begriff Antitheismus beschreibt genau, was der Atheimus in der Realität ist

Ja, nämlich die Ablehnung des Glaubens an einen Gott, auch wenn ich mich wiederhole das ist das einzige was Atheisten zwangläufig gemeinsam haben.

Ich kann eine Sache aber nicht nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner beschreiben.

Doch das kann man, denn alles andere währe Pauschal und für einen Teil der Atheisten schlicht unzutreffend.

Kommentar von DreiGegengifts ,


Ja, nämlich die Ablehnung des Glaubens an einen Gott, auch wenn ich mich wiederhole das ist das einzige was Atheisten zwangläufig gemeinsam haben.

Absolut - da gehe ich mit. Aber das war ja eben nicht deine Aussage. Deine Aussagen waren:


Den ein Atheist ist nun mal jeder der nicht an Gott glaubt

.


Aber genau das ist die einzige zwingende Gemeinsamkeit von Atheisten, der nicht glaube an einen Gott.

.


Doch das kann man

Das kann man nicht. Kein *ismus definiert sich  über die Auffassung oder Haltung eines einzelnen Individuums. Vielmehr sind Definitionen dafür da einen Gesamtüberblick zu verschaffen. Eine Reduktion auf das Wesentliche. Keine Reduktion auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einer Sache.

Antwort
von Susanne88, 59

Ob er eine Weltanschauung ist, darüber kann man wohl streiten. Da müsstest du deinen Begriff von Weltanschauung näher definieren. Es gibt auch verschieden starke ausgeprägte Formen des Atheismus.

Deiner Definition von Atheismus würde ich für mich etwa nicht gelten lassen: "...gehört zum Atheismus doch viel mehr, als nur die Existenz eines Gottes abzulehnen." Ich lehne die Existenz eines Gottes nicht ab (ablehnen: zurückweisen, leugnen), ich sage nur:

  •  Es gibt für mich (zumindest bisher) keinen plausiblen oder logischen Grund, die Existenz von Göttern abzunehmen. 

"Jeder Atheist lehnt doch auch alles andere Übernatürliche .....ab." Ich ja, die meisten wohl auch, aber JEDER? Und ablehnen sehe ich auch hier nicht als richtigen Begriff. Aber wenn konsequent durchdacht, dann meiner Meinung nach ja, es müssten JEDER sein.

"Außerdem empfiindet er Kulthandlungen und Gebete als unnütz" Nicht generell, ich meine, dies hat keine Wirkung im Sinne der Absicht der Handlung. Aber es kann für die Betenden durchaus nützlich sein.

"Und er ist überzeugt davon, dass alles wissenschaftlich erklärbar ist - auch wenn wir es nicht erklären können, bedeutet das nicht, dass es nicht irgendwann erklärbar sein wird." Im Prinzip ja, aber nicht alles. SIehe etwa Gödelscher Unvollständigkeitssatz, Heisenbergsche Unschärferelation.

"es gibt Atheisten, die alles Religiöse regelrecht hassen..." Das würde ich eher als eine starke Form von Antitheismus sehen.

Ich sehe Atheismus für mich nicht als Weltanschauung. Es läßt sich mit einem Satz sagen: Ich nehme nur Natürliches, Nachweisbares als existent an. Ist das bereits eine Weltanchauung? Das musst dann du für dich entscheiden.

Kommentar von MarkusPK ,

Danke für deine Antwort. Der letzte Satz beschriebe dann wahrscheinlich deine ganz individuelle Weltanschauung. =)

Kommentar von Susanne88 ,

Ja, witzige Antwort.

Und was du draus machst ist alleine deine Sache.

Antwort
von ralphdieter, 62
  • Jeder Atheist lehnt doch auch alles andere Übernatürliche [...] ab.
  • er ist überzeugt davon, dass alles wissenschaftlich erklärbar ist
  • Diese Überzeugungen vertritt jeder Atheist
  • Atheismus ist damit nichts Individuelles mehr

Du steckst alle Atheisten in einen Sack und schlägst dann munter drauf ein. Und dann schiebst Du dreist nach:

Bei der Diskussion würde ich mich sehr freuen, wenn die Netiquette beachtet wird.

Diese "nette Diskussion" wird für Dich wohl erst dann zu Ende sein, wenn alle Deiner Meinung sind. Erwarte da bloß nicht zu viel!

Falls Du konstruktiv diskutieren magst, solltest Du Deine Vorurteile im Zaum halten und Dich im Vorfeld zum Thema aufschlauen. Die Wiki-Artikel zu "Weltanschauung" und "Atheismus" wären dafür ein guter Anfang.

Kommentar von YoungLOVE56 ,

👍

Kommentar von MarkusPK ,

Mein Sichtfeld in Bezug auf dem Atheismus wurde bereits durch andere Antworten erweitert. Durch deine allerdings nicht.

Antwort
von peace1187, 83

Also vorweg, ich bin kein Atheist.

Atheismus is aber sehr wohl eine Weltanschauung. Den als Atheist vertritt man ja eine bestimmte Sichtweise über die Welt und das Universum. Da aber der Atheismus zunehmend Mainstream wird, wundert es mich nicht, dass viele selbsterklärte Atheisten so etwas behaupten. Eine Religion ist der Atheismus aber nicht! Den der Glaube an eine Religion beinhaltet den Glauben an das Göttliche. 

Das Argument mit der Wissenschaft halte ich persönlich für Unfug. Ich selbst glaube an keine gängigen Religionen. Ich bin aber ein sehr spiritueller Mensch, der glaubt, dass das göttliche im Universum existiert. Also eine Art Macht die allwissend ist und die Geschicke im Kosmos beeinflussen kann. Trotz allem glaube ich aber, dass die Wissenschaft ein wesentlicher Teil zum Fortschritt einer Zivilisation ist. 

Jedoch ist das was die Menschheit bisher über das Universum weis, so wenig das es wohl nicht mal 0,1 % des Wissens ist, dass es zu entdecken gibt. 

Nach Universellen Maßstab betrachtet sind wir deshalb nicht mehr als unwissende Primaten. Deshalb verstehe ich auch nicht, wenn Atheisten mit der Wissenschaft argumentieren. Und diese Argumentation als Grundlage für die Nicht Existenz des Göttlichen verwenden. Bei dem bescheidenen Wissen, das unsere Junge Spezies bisher gesammelt hat, verwundert es micht wenig, dass wir die Existenz des göttlichen (noch) nicht nachweisen konnten. (Sofern es überhaupt möglich ist, es je nachzuweisen)

Was ich sagen will. Atheisten haben eine sehr beschränkte Auffassung vom Universum und allem was darin existiert. Atheisten sehen nur schwarz und weiß. Aber die vielen bunten Farben die es gibt und die unendlich Vielen Möglichkeiten die das Universum bereit hält werden von ihnen einfach ignoriert...

Kommentar von Halbkornbrot13 ,

Atheisten sehen nur schwarz und weiß. Aber die vielen bunten Farben die es gibt und die unendlich Vielen Möglichkeiten die das Universum bereit hält werden von ihnen einfach ignoriert...

Das ist schlicht falsch, bzw. trifft bei weitem nicht auf all Atheisten zu.

Es ist vielmehr so das einige Menschen eben deshalb Atheisten sinn, den wie du sagst es gibt beinahe Unendlich viele Möglichkeiten und dies trifft auch auf den Ursprung des Kosmos ober beispielweise den Ursprung des Urknalls zu.

Ich persönlich bin Atheist, weil ich es unlogisch und irrational erachte angesichts der unendlichen Möglichkeiten an irgendeine göttliche Wesenheit zu glauben, die Existenz einer solche lehne ich deshalb vorerst ab den es gibt unzählige alternativen.

Kommentar von Giustolisi ,

Atheisten haben eine sehr beschränkte Auffassung vom Universum und allem was darin existiert.

Menschen generell haben eine sehr beschränkte Auffassung vom Universum, nur glauben Atheisten eben nicht an Götter.
Götter dienten und dienen nur dazu, die Neugier der Menschen zu befriedigen, Antworten auf Fragen zu liefern, auf die sonst niemand eine Antwort hatte und so das trügerische Gefühl zu geben, man hätte die Antworten.
Lässt man die ganzen Pseudoantworten der Religionen hinter sich und begibt sich auf die Suche nach echten Antworten, begreift man erst wie wenig man weiß. Es geht darum sich der Tatsache bewusst zu sein dass man fast nichts über das Universum weiß und sich nicht den religiösen Märchen hinzugeben, die nur dem Wunschdenken entspringen.

Kommentar von Mark1616 ,

Den als Atheist vertritt man ja eine bestimmte Sichtweise über die Welt und das Universum.

Nein, tut man nicht. "Den" Atheisten gibt es nicht. Außer der Meinung, dass es kein göttliches Wesen gibt müssen Atheisten rein gar nichts gemeinsam haben.

Deshalb verstehe ich auch nicht, wenn Atheisten mit der Wissenschaft argumentieren.

Weil die Wissenschaft mit Beweisen arbeitet. An was du glaubst ist komplett irrelevant, weil du außer irgendwelchen Gefühlen nichts hast was das bestätigt. Außerdem gibt es ein paar Milliarden Menschen die an etwas anderes glauben als du: Es gab Menschen die Hitler, Mao oder Stalin als gottgleich angesehen haben. An was wir alles vor 2000 Jahren geglaubt haben mal ganz zu schweigen...

Atheisten haben eine sehr beschränkte Auffassung vom Universum und allem was darin existiert.

Wann wurde in unserer Menschheitsgeschichte jemals Magie bewiesen?

Aber die vielen bunten Farben die es gibt und die unendlich

Welche der "vielen bunten Farben" soll ich denn sehen? Das was du für bunt hältst? Das was einer der 80 Mio anderen Menschen in Dtld für bunt hält? Oder soll ich mich lieber die Wunder der Wissenschaft erkennen, die es bisher noch geschafft hat alles zu erklären?

Kommentar von peace1187 ,

@Mark

Also eigentlich wollte ich hierzu nichts weiter sagen, da es hier um den Glauben geht. Und jeder andere Vorstellungen Darüber hat. Deshalb ist dazu auch jede Meinung zu respektieren.

Aber bei bei dem was du hier mal wieder tust muss ich mich nun doch zu Wort melden!

1. Das erste Zitat bezieht sich auf die Frage ob Atheismus eine Weltanschauung ist! Du reist meine Aussage wieder einmal völlig aus dem Kontext. Den ich schreibe, dass es eine Weltanschauung ist, da auch ein Atheist eine bestimmte Sichtweise bon der Welt und dem Universum hat.  Deshalb ist Atheismus sehr wohl eine Weltanschauung! 

2. Es ist nicht irrelevant an was ich glaube! Ich habe genauso wie jeder andere Mensch auch, dass Recht an das zu glauben was ich für richtig erachte! Wir leben nicht mehr im Mittelalter, wo es nur einen gültigen Glauben gab. Akzeptiere das!

3. Wo habe ich hier irgendetwas von Magie gesagt!?!???

4. Habe ich auch geschrieben, das ich trotz allem an die Wissenschaft glaube. Und das die Wissenschaft dazu beiträgt den Fortschritt einer Zivilisation zu sichern! Für mich schließt das eine, nicht das andere aus!

So und jetzt tu mir einen Gefallen und akzeptiere meine Glaubensvorstellungen! Danke!

Kommentar von Mark1616 ,

Das erste Zitat bezieht sich auf die Frage ob Atheismus eine Weltanschauung ist!

Und das ist sie absolut nicht, egal in welchem Kontext. Es gibt soviele verschiedene Atheisten wie es Menschen gibt, denn Atheismus hat keine zentralen Institutionen, Lehren oder Werte an die sich alle halten müssen.


Es gibt sogar christliche Atheisten!!! Ist bei denen nun das Christentum oder der Atheismus ihre Weltanschauung?

Atheisten haben rein gar nichts gemeinsam, bis auf die Nichtgläubigkeit an einen Gott. Eine Weltanschauung auf einem einzigen Punkt aufzubauen und alle Menschen, die in diesem Punkt übereinstimmen, über einen Kamm zu scheren ist wohl etwas gewagt, findest du nicht?


Ich habe genauso wie jeder andere Mensch auch, dass Recht an das zu glauben was ich für richtig erachte!

Wo akzeptiere ich das nicht? Ich habe auf deine Verschmähung gegenüber Atheisten reagiert, die deiner Meinung nach nur "Schwarz und Weis" sehen und "beschränkt" sind.


Atheisten haben eine sehr beschränkte Auffassung vom Universum und allem was darin existiert.


Wo habe ich hier irgendetwas von Magie gesagt!?!???

Wir reden von übersinnlichen Wesen, Göttern und Spiritualismus. Alles Dinge, die bisher noch nie bewiesen wurden und deren Vorkommen in "primitiven" früheren Gesellschaften wir uns ganz einfach erklären können. Du unterstellst Atheisten eine beschränkte Auffassung, obwohl du weder für das "beschränkt sein", noch für deinen Glauben einen Beweis hast.

Antwort
von berkersheim, 57

Wie immer hängt alles von den - manchmal recht gezirkelten - Begriffsbestimmungen ab: Was versteht man z.B. unter Religion. Wie ist sie abgegrenzt oder spezifiziert gegenüber dem Begriff "Weltanschauung" oder Ideologie oder gar Metaphysik. Da wird viel verwischt und in dem Ausdruck "ich glaube, dass ..." kann die ganze Bandbreite mitschwingen, weil da erst recht selten abgegrenzt wird ob "glauben" im Sinne von metaphysischer Grundannahme, von Ideologie oder Weltanschauung oder gar im Sinne von religiöser Weltanschauung gemeint ist. Im Grund ist Atheismus eine gegenüber Religionen rein negativ abgegrenzte Weltanschauung und hat das Manko, dass über das positive darauf gründende Weltbild noch gar nichts gesagt ist, weil das extrem unterschiedlich sein kann. Darum taugt "Atheismus" (wie übrigens auch "Agnostizismus") nicht als Ideologie, weil zur Ideologie eine positive Verankerung gehört. Bei "messianisch" auftretenden Atheisten ist das unausgesprochen meist ein (meist naiver) Wissenschaftsglauben. Dabei gerät nicht selten "Wissenschaft" (wie Gott bei den Religiösen) als unpräziser Sammelbegriff zum emotionalen Inbegriff allen Heils. Da das aber lediglich ein emotionaler Wohlfühlschwamm ist, wird "Atheismus" zum Markenzeichen allen antireligiösen Heils. So verkürzt wie der Begriff ist dann auch meistens das Verständnis der Historie des Menschen und der durchaus prägenden Kraft religiöser Deutungen.

Kommentar von holodeck ,

"Messianische Atheisten"

:-D

Kommentar von ralphdieter ,

Er meint vermutlich "missionarisch"

Kommentar von holodeck ,

Hmmm, kann sein, ich denke das aber nicht. Es gibt sog. "Messianische Juden", das sind Juden, die Jesus als Messias anerkennen.

Die messianische Geisteshaltung ist fundamentalistischer Kopfbeton, und darauf sollte das Adjektiv "messianisch" dann wohl auch anspielen.   

Kommentar von ralphdieter ,

Sind damit also z.B. diese "M.S-S. ist der Messias!"-Typen gemeint? Dann verstehe ich die Aussage nicht. Denn gerade die brauchen keine Wissenschaft mehr als Fundament; sie haben doch IHN! :-)

Kommentar von danhof ,

Die messianische Geisteshaltung ist fundamentalistischer Kopfbeton

au contraire!

Das einzige, was Juden von Christen unterscheidet, ist die Einsicht, dass Jesus der ist, auf den sie so lange gewartet haben. Und dass er das AT erfüllt hat und uns zur Freiheit berufen hat (kein Geklimper mehr mit exklusivem Milch- und Fleischtopf in der Küchen).

Es ist doch also begrüßenswert (aus Sicht der Christen), wenn ein Jude messianisch wird.

Kommentar von holodeck ,

Es ist doch also begrüßenswert (aus Sicht der Christen), wenn ein Jude messianisch wird.

Du meinst aus Sicht eines fundamentalistischen Christen. Aus Sicht der Juden, "normaler" Christen und jedes anderen neutralen Beobachters ist die aggressive Mission von Juden durch Jews for Jesus Verscheißerung und Betrug. Die Mission funktioniert auch nur bei Juden, die nicht so ganz bibelfest sind. Denn Jesus kann nicht der Messias des Alten Testatments sein, ihm fehlen wesentliche Eigenschaften. Ein Jude kann demzufolge nicht Jesus als Messias annehmen und gleichzeitig Jude bleiben.

Anempfehle die ausgezeichneten Ausführungen von Rabbi Kravitz zu diesem Thema.

Kommentar von berkersheim ,

@holodeck

ist Begriffsverwirrung - ich meinte in der Tat "missionarisch", danke für die Korrektur "ralphdieter"

Antwort
von LKZUM, 53

Da muss ich mich in erster Linie mal als "Atheist" äußern und spreche jetzt davon, wie ich persönlich das sehe. Das bedeutet aber nicht, dass meine Ansicht auf die Allgemeinheit zutreffend ist oder, dass es nicht auch Atheisten gibt, die das anders empfinden.

Für mich bedeutet Atheist zu sein, nicht an einen Gott und eine Religion zu glauben. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich bin auch der Ansicht, dass sich durch die Wissenschaft sehr vieles erklären lässt, aber, und hier ist der entscheidende Unterschied: ich denke nicht, dass man alles durch Wissenschaft erklären kann. Ich glaube durchaus an etwas "Übernatürliches". In meinen Augen ist das nur kein Gott, wie in den Schilderungen der Religionen. Ich glaube, dass es vieles gibt, dass wir Menschen nicht wissen und auch nicht verstehen können oder jemals werden. Manche sehen darin einen Gott, ich eben nicht.

Ich würde persönlich auch niemanden je so angehen nur weil er einer Religion angehörig ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder frei wählen sollte an was er glaub und dass wir das akzeptieren sollten. Alle. Solange mir jemand seinen Glauben nicht "aufdrücken" will, kann ich gut damit leben, dass er andere Ansichten hat.

Für mich ist Religion allerdings sehr negativ behaftet. Da viele Kriege deswegen geführt wurden, sehr viele Menschen sterben mussten und sehr viel Unrecht "im Namen Gottes" durchgeführt wurde. Das ist aber wie gesagt meine persönliche Meinung. Auf der anderen Seite hat Religion natürlich auch positive Aspekte, wenn sie jemandem Kraft gibt der trauert zum Beispiel.

Alles in allem verbirgt sich hinter dem Wort "Atheist" meiner Meinung nach nur, dass nicht an einen Gott geglaubt wird. Das ist keine Weltanschauung und keine Religion, sondern nur eine Einstellung zu einem gewissen Thema.

Antwort
von DreiGegengifts, 66

Die Etymologie des Wortes Atheismus lässt auf ein reines passives Nichtvorhandensein schließen vielleicht noch auf eine aktive Verneinung aber nicht auf eine expliziten Ablehnung und Bekämpfung inklusive einer speziellen  Weltsicht und Denkweise, die in der atheistischen Literatur und atheistischen Kreisen verbreitet wird. Doch wird der Atheismus in der Realität damit am besten beschrieben.

Es gibt immer wieder Atheisten, die sich auf den Begriffsaufbau versteifen, auch wenn man deutlich macht, dass die Etymologie eines Begriffes einen Hinweis auf den Inhalt einer Sache geben kann - aber keinesfalls muss, wie es hier der Fall ist.

Der Grund für diese Leugnung ist, dass Atheisten nicht in ein ideologisches Licht gerückt werden wollen. Doch der Atheismus ist häufig genau das - ideologisch.

Am liebsten sehen sich Atheisten als "neutrale" Personen, die einfach nur der natürlichsten Logik dieser Welt zu ihrem Recht verhelfen wollen. Möglichst unangreifbar, die Logik an ihrer Seite, frei von ideologischen Denkschablonen und natürlich ganz ohne persönliche Abneigungen, die die Urteilskraft trüben könnten.

Sich auf den Wortsinn zu versteifen macht übrigens gerade beim Begriff "Atheismus"   keinen Sinn. Denn ginge man danach, wäre der Atheismus nur die Verneinung des Theismus. Und somit die Verneinung des Gottesbildes Theismus und nicht die Verneinung aller Gottesbilder oder die prinzipielle Verneinung von Gott. Interessanterweise kultivieren Atheisten tatsächlich nur den theistischen Gottesbegriff  (natürlich als Gegenstand ihrer Verneinung). Ihre Ablehnung bezieht sich ja wirklich  fast ausschließlich auf die durchaus geistlosen Theismus-Vorstellungen. Mit anderen Gottesvorstellungen beschäftigen sich Atheisten grundsätzlich nicht (der Theismus ist in seiner Angreifbarkeit perfekt). Trotzdem proklamieren sie freilich zugleich, alles Göttliche sei abzulehnen. Aber  vermutlich wissen sie selbst nicht so genau, was das alles beinhaltet an Philosophien und Erfahrungen.

Kommentar von Susanne88 ,

Deine Argumentation erscheint mir nicht ganz konsistent.

Du: "....wäre der Atheismus nur die Verneinung des Theismus."

Wikipedia:
"Theismus (gr. θεός/ϑεός theós „Gott“) bezeichnet den Glauben an Götter...."

Atheismus dann folglich _Nichtglauben_ an Götter

Du weiter: ... "Und somit die Verneinung des Gottesbildes Theismus und nicht die Verneinung aller Gottesbilder..."

Die Aussage wäre dann falsch. Verneinung ist nicht gleichbedeutend mit Nichtglauben.

"Interessanterweise kultivieren Atheisten tatsächlich nur den theistischen Gottesbegriff"

Was verstehst du theistischen Gottesbegriff?

Kommentar von DreiGegengifts ,

Wikipedia: "Theismus (gr. θεός/ϑεός theós „Gott“) bezeichnet den Glauben an Götter...."

Eigentlich gibt auch der Wikipedia Artikel den Sachverhalt richtig wider, wenn man etwas weiter liest. Nur dass man bei diesem Thema auf sprachlich-kulturelle Barrieren stößt. "Gott" (ich nenne es lieber neutraler "das Göttliche") ist in unserer Kultur und im Alltagsgebrauch relativ untrennbar mit dem Theismus verbunden. Der Theismus ist aber ganz klar ein Gottesbild unter vielen.

Hier eine weitere Definition (steht so ähnlich auch im Verlauf des Wiki Artikels):

Theismus (griechisch théos: Gott), der Glaube an einen persönlichen, transzendenten Gott, der die Welt geschaffen hat, sie erhält und lenkt. Der direkte Gegensatz zum Theismus ist der Atheismus. Der Theismus unterscheidet sich vom Polytheismus, der mehrere Götter anerkennt; vom Pantheismus, der die Existenz eines persönlichen Gottes bestreitet

Das Beispiel ist interessant. Den Polytheismus könnte man vielleicht noch als Teilmenge des Theismus betrachten. Der  Pantheismus dagegen verneint genau jene Eigenschaften, die den Theismus definieren. Der Theismus ist also nicht der Überbegriff für verschiedene Theismuse. Und natürlich auch nicht für andere Gottesbilder.

Was verstehst du theistischen Gottesbegriff? 

Das ist klar definiert. Die Lehre des Theismus geht von einem personifizierten Schöpfergott aus, der als getrennte Entität von der Welt existiert und somit auch von außen ins Geschehen eingreifen kann. Oder anders gesagt:  Theismus ist die Lehre vom Kerl mit Rauschebart  auf Wolke 7.

Kommentar von Susanne88 ,

Ich glaube(!) ich verstehe nun was du meinst:

Die Atheisten schließen den Pantheismus als Glaube aus?

Kommentar von DreiGegengifts ,

Atheisten sprechen sich meist allgemein gegen jeglichen Gottglauben aus (rhetorisch). Ihre Argumente basieren aber in der Regel trotzdem speziell auf der Verneinung des Theismus. Andere Gottesbilder sind in der Regel nicht Teil ihrer Betrachtung. Im Prinzip folgt das ja auch dem Begriff "Atheismus" im Wortsinn. Aber dann muss allen Atheisten auch klar sein, dass man Atheist sein  und gleichzeitig das Göttliche für existent halten kann (Theismus ist nur ein Gottesbild unter vielen).

Ich bin mir aber inzwischen nicht mehr sicher, ob ich überhaupt richtig erfasst habe, was du als inkonsistent vermutest. Hab mir noch mal deinen ersten Kommentar durchgelesen:

Die Aussage wäre dann falsch. Verneinung ist nicht gleichbedeutend mit Nichtglauben.

Beides sind unterschiedliche Dinge. Nichtglauben ist etwas passives. Verneinung etwas aktives. Aber wo hätte ich etwas anderes behauptet? Meine Aussage ist, dass der Atheismus entgegen seiner begrifflichen Etymologie mehr ist als nur Nicht-Glauben. Der Atheismus ist eine aktive Ablehnung und Verneinung verbunden mit einem atheistischen Weltbild.

Kommentar von Susanne88 ,

Mir dünkt, wir haben uns irgendwo missverstanden.

Aber "Der Atheismus ist eine aktive Ablehnung und Verneinung verbunden mit einem atheistischen Weltbild."

Nein sehe ich nicht so. Siehe dazu meine Antwort auf die Frage.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Ich finde in deiner Antwort aber keine Begründung. Du verweist auf dich selbst.

Niemand bezeichnet sich als A... weil er etwas nicht ist. Ja im Kontext mag das vorkommen: Wenn mich jemand fragt, wie ich zum Konstrukt Gott stehe, kann ich sagen, ich bin Atheist - ich glaube nicht. Ich behaupte nicht, dass man den Atheismus nicht genau dafür verwenden dürfte. Das ist eine vollkommen korrekte Verwendung. Aber den Atheismus in seiner Gesamtheit würde ich als sehr viel weitgehender charakterisieren.

Kommentar von Susanne88 ,

Du: "Der Atheismus ist eine aktive Ablehnung und Verneinung verbunden mit einem atheistischen Weltbild."

Ich: "Ich nehme nur Natürliches, Nachweisbares als existent an."
Wo siehst du hier eine aktive Ablehnung, oder Ablehnung überhaupt?

Wo siehst du Verneinung von irgendwas?

Kommentar von DreiGegengifts ,

Ich: "Ich nehme nur Natürliches, Nachweisbares als existent an."
Wo siehst du hier eine aktive Ablehnung, oder Ablehnung überhaupt?

Tu ich doch nicht. Ich sagte doch, dass das Individuum sich atheistisch bezeichnen kann, auch wenn es nur nicht glaubt. Ich behaupte nur, dass der Atheismus in seiner Gesamtheit nicht einer solchen Haltung entspricht sondern sich eher als aktiv ablehnend charakterisiert.

Kommentar von Susanne88 ,

Ich fürchte, wir reden aneinander vorbei....aber nix für ungut!

Kommentar von DreiGegengifts ,

Ok :-)

Antwort
von Serendipity87, 56

Semantisch und theoretisch haben die beiden User erst mal Recht. Der Begriff Atheismus lebt nur von der Verneinung göttlicher Entitäten. Aber in der Praxis steht der Atheismus selten im luftleeren Raum, sondern geht Hand in Hand mit weiteren Ansichten (und jetzt kommst du). Besonders deutlich wird das am sogenannten "neuen" Atheismus, der nicht nur gegen Gott auf die Barrikaden geht, sondern gegen alles Mögliche. Er lebt im Wesentlichen von Protest und neigt sich politisch stark nach links. Dabei wissen die Anhänger teilweise gar nicht, WAS sie eigentlich kritisieren, bzw. haben vom vorgeblich kritisierten überhaupt keine Ahnung. Sehr zur Erheiterung Außenstehender ;) Geradezu grotesk zeigt sich dies an deinem Beispiel mit der Bezeichnung "heiliger Schriften" als Märchenbücher.

"Das Fundament ihres Überzeugseins ist also die Wissenschaft."

Nur bei oberflächlicher Betrachtung. Nach außen hin geben sie sich regelrecht wissenschaftshörig, aber bei genauem Hinsehen hapert es sogar beim Verständnis der fundamentalsten wissenschaftlichen Säulen.

Kommentar von Susanne88 ,

"Dabei wissen die Anhänger teilweise gar nicht, WAS sie eigentlich kritisieren, bzw. haben vom vorgeblich kritisierten überhaupt keine Ahnung."            Zum Beispiel?

"...aber bei genauem Hinsehen hapert es sogar beim Verständnis der fundamentalsten wissenschaftlichen Säulen."

Welche "fundamentalsten wissenschaftlichen Säulen" spricht du da an?

Kommentar von Serendipity87 ,

Das führe ich an dieser Stelle lieber nicht weiter aus. Die Kommentare zeigen ja, dass meine zugeben provokative Antwort so schon genug Zorn auf sich zieht ;)

Kommentar von Susanne88 ,

Hm, Dass Atheisten nicht ganz richtig ticken, das beleglos behaupten magst du schon.

Begründen ist zu viel verlangt. Weil das angeblich Zorn (wo denn?) auf sich zieht...vielleicht könntest du mit einer sachlichen Begründung auch Zorn abwenden.

Ich vermute du hast da nichts.

Kommentar von Serendipity87 ,

"Dass Atheisten nicht ganz richtig ticken"

hab ich nicht gesagt, zumal ich a) selbst einer bin und b) nur auf eine einzige Gruppe näher eingegangen bin. Und solange der FS nicht nachfragt, begründe ich gar nichts weiter. Zwischenrufer haben keinen Anspruch auf eine (angemessene) Antwort, GF ist eine Ratgeberplattform und  kein Chat- und Diskussionsforum. Ende der Durchsage. 

Kommentar von Susanne88 ,

Ja, hast schon recht. Wo kämen wir auch hin wenn Aussagen, seinen sie noch krude, belegt werden sollten?

Kommentar von earnest ,

Warum wurde hier mein Kommentar entfernt?

Ich habe darauf hingewiesen, dass dieser Beitrag sich meiner Ansicht nach schon bei oberflächlichem Hinsehen als grobe Pauschalisierung entpuppe, bei der der Antworter auf die Pappkameraden einschlüge, die er selbst aufgebaut habe.

Antwort
von YoungLOVE56, 52

Jemand, der glaubt, dass wir alle keinen Sinn haben, dass nichts auf der Erde eine Bedeutung hat und dass wir einfach alle sterben und wieder zu nichts werden, ist Nihilist. Nochmal: Atheismus ist nur die Verneinung des biblischen Gottes etc. und nicht die Verneinung von Energien oder an was man auch immer sonst noch glauben kann.

Kommentar von Patrickson ,

Ich habe bei gesprächen mit atheisten schon oft erlebt, dass sie für alles böse was geschieht, gott, den es ja gar nicht gibt, oder sein Fussvolk auf erden dafür verantwortlich machen, wärend dem ich sie kaum mal beschimpft habe.... Ist das nur mir so aufgefallen, oder geht es jemandem anders oder ähnlich? Weshalb? 

Kommentar von Susanne88 ,

Aussagen über Atheisten allein in diesem thread. Obwohl der Fragesteller ausdrücklich um Beachtung der Nettiquette gebeten hatte. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Patrickson:
[die]"bei diskusionen über Gott sehr gehässig werden" - "wärend dem ich sie kaum mal beschimpft habe...."

grtgrt:
"von allem anderen wollen sie nichts wissen und erachten jene als dumm, die dennoch darüber nachdenken."

Serendipily87:
"haben vom vorgeblich kritisierten überhaupt keine Ahnung." "hapert es sogar beim Verständnis der fundamentalsten wissenschaftlichen Säulen."

fricktorel:
"eine" Folge von Satans Einwirken

peace1187:
"haben eine sehr beschränkte Auffassung vom Universum und allem" "sehen nur schwarz und weiß"

Einige Bemerkungen wurden wohl auch schon gelöscht.

Patrickson: "...geht es jemandem anders oder ähnlich? Weshalb?" Gute Frage!

Antwort
von fricktorel, 19

Atheismus ist keine "Weltanschauung" sondern die Einwirkung des "Gottes dieser Welt" (Ps.53,1-2; Offb.12,9).

Dieser wird aber in Bälde beseitigt (Offb.20,2).

Dann werden alle Menschen die Herrlichkeit Gottes erkennen können (Jak.1,18; Offb.1,7).

Kommentar von Priol23 ,

Da bin ich ja mal gespannt.

Antwort
von nowka20, 52

---Wenn der Mensch in seiner Seele keine bewußte Beziehung herstellt zu einer göttlichen Welt, so stellt sich diese Beziehung in seinem Unterbewußten her, wenn er auch nichts weiß davon. In seinem Unterbewußten, unter der Schwelle des Bewußtseins, da leben die Götter; und das, wovon er nichts bewußt weiß, kann sich sogar so äußern, daß er es auf seinen Arzt oder eine andere Person, wie man sagt: projiziert. Während also die Erinnerung an irgendeine Teufelei in seinem Unterbewußten waltet, kommt sie ins Bewußtsein nicht herauf; aber sie stürmt in ihm; er muß sich davon befreien; er überträgt sie auf irgendeine Person. Die Vorstellung macht diese zum Teufel, den Arzt, oder, wenn ihm das nicht gelingt, sich selber.

---Die menschliche Seele muß in ihrer Welt unter der Schwelle des Bewußtseins Beziehungen zu den Göttern herstellen; aber diese Beziehungen muß sie so gestalten, daß sie mit der Existenz Gottes nichts zu tun haben! Also: die Seele muß notwendigerweise auch zufrieden sein mit einer bloß illusionären Beziehung, die ihr aber im eminentesten Sinne notwendig ist, ohne die sie krank wird! Von einer ungeheuren Tragweite ist, was hier steht, von einer gar nicht zu unterschätzenden Tragweite! Ich habe damit nur angedeutet, wie auf einem sehr breiten Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gearbeitet wird.
---(von R. Steiner: GA 073, Vortrag vom 14.11.1917)

Kommentar von Susanne88 ,

Du meinst den Antisemiten R. Steiner?

Kommentar von nowka20 ,

nein, das ist ein text zum atheismus von steiner

Kommentar von nowka20 ,

Präsident Cornelius Bohlen zeigte sich in einem vage formulierten Statement einsichtig, "dass einige Passagen rassistisch wirken können"

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, aber nur wenn man sie sehr, sehr ungenau interpretiert!

Kommentar von Susanne88 ,

wenn man sehr ungenau interpretiert?

"...dass diese fünf Rassen entstanden sind. Man möchte sagen, in der Mitte schwarz, gelb, weiss und als ein Seitenhieb des Schwarzen das Kupferrote, und als ein Seitenzweig des Gelben das Braune - das sind immer die aussterbenden Teile. Die Weissen sind eigentlich diejenigen, die das Menschliche in sich entwickeln."

"...Völker, welche schon in die Dekadenz gekommen sind und welche selbst Verben sehr substantivisch empfinden, wie die Neger, die schnüren sich dadurch vollständig von der geistigen Welt ab."

"....die Erdmenschheit würde vor der Gefahr stehen, wenn die Blonden ausstreben, dass die ganze Erdenmenschheit eigentlich dumm würde."

"Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit."

Aber nicht nur Rassissmus, sondern schlicht einfach Blödsinn:

"Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark .... Daher ist beim Neger namentlich alles das, was im Körper und dem Stoffwechsel zusammenhängt, lebhaft ausgebildet."...."Im Neger wird das drinnen fortwährend richtig gekocht und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn."

"Wenn die Neger nach dem Westen auswandern, da können sie nicht mehr soviel Licht und Wärme aufnehmen wie in ihrem Afrika. (...) Daher werden sie Kupferrot, werden Indianer."

"Alles was der äthiopischen Rasse ihre besonderen Merkmale verleiht, das kommt davon her, dass die Merkurkräfte in dem Drüsensystem der betreffenden Menschen kochen und brodeln. Das kommt davon her, dass sie auskochen...."

Wie kann man sowas auch nur entfernt ernst nehmen?


Kommentar von nowka20 ,

da hast du recht.

das ist eigenes persönliches gewäsch

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