Ist der Ablativus Absolutus immer eine adverbiale Bestimmung, wenn ja, warum?

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2 Antworten

Nehmen wir mal ein Beispiel als AblAbs:

...pecunia inventa...

1) Nachdem das Geld gefunden worden ist,... (Nebensatz temporal)
2) Weil das Geld gefunden worden ist,... (Nebensatz kausal)
3) Obwohl das Geld gefunden worden ist,... (Nebensatz konzessiv)

Alle drei Nebensätze kann man aber immer auch als Präpositionalausdruck übersetzen:

1) Nach Auffindung des Geldes... (PA temporal)
2) Wegen Auffindung des Geldes... (PA kausal)
3) Trotz der Auffindung des Geldes... (PA konzessiv)

Und alle diese drei Präpositionalausdrücke sind schlussendlich adverbiale Bestimmungen. Deswegen kannst du sagen, dass der AblAbs von seinem Satzwert her immer eine adverbiale Bestimmung ist.

Deswegen nennt man die Nebensätze (s.o.) auch Adverbialsätze. :)

LG
MCX

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Kommentar von Miraculix84
14.02.2016, 18:22

Merke:

Eine Präposition + Objekt bezeichnet man dann als adverbiale Bestimmung (AB), wenn die Präposition nicht durch das Prädikat definiert ist.

Beispiel:

a) Nach der Erledigung der Hausaufgaben gehen wir schwimmen (AB)
b) Ich schaue nach der Erledigung der Hausaufgaben (keine AB)

a) = Zeitangabe = AB
b) = Objekt = keine AB

Im AblAbs liegt immer Fall a) als Zeitangabe, Grundangabe oder Einwand vor. Deswegen ist der AblAbs immer eine adverbiale Bestimmung.

LG
MCX

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Man könnte den Abl. abs. durchaus als eine im weitesten Sinne temporale adverbiale Bestimmung bezeichnen, solange sie sich noch im Satz aufhält, und das ist in Latein ja der Fall:
die Rohübersetzung bei Gleichzeitigkeit beginnt mit "während",
die bei Vorzeitigkeit mit "nachdem".

Im Deutschen sind es Nebensätze. Als deutschen Satzteil bekommst du den Abl. abs. nicht gebacken.

"Warum?" kannst du bei einer Sprache nicht fragen. Der Lateiner hat es so verwendet, nachdem es sich im Laufe der Jahrhunderte so entwickelt hatte.

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