Frage von DerR0senzweig, 234

Ist Demokratie die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit?

Sind Bürgerentscheide demokratisch ? Sagen wir mal, die Mehrheit möchte homosexuelle Clubs verbieten lassen und Moscheen schließen. Wäre das demokratisch oder diskriminierend ?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 65

Wäre das demokratisch oder diskriminierend ?

Das Eine schließt das Andere nicht aus.

Demokratie ist notwendigerweise "die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit". Das ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass es nur sehr wenige Dinge gibt, bei denen sich alle Menschen zum 100 Prozent einig sein werden.

Der Fortschritt der Demokratie über die meisten anderen Herrschaftsformen ist dabei lediglich, dass hier nicht eine sehr überschaubare Gruppe von einem, zwei oder 20 Herrschenden sich über das ganze Volk aufschwingt; sondern dass eben die Mehrheit, also "mehr als 50 Prozent" des Volkes, sich über das gesamte Volk aufschwingt.

Dessen unbeachtet kann es aber sehr wohl diskriminierend sein, wenn etwa homosexuelle Clubs oder Moscheen geschlossen werden sollen, weil die Mehrheit es verlangt. 

Denn durch dieses Mehrheitsverlangen wird solches zwar demokratisch legitimiert, aber dennoch findet eine "Trennung", eine "Diskriminierung" statt: Teile der Gesellschaft werden aus der Gesellschaft ausgeschlossen; sie bekommen nicht die gleichen Rechte. (Anders wäre es, wenn ALLE Clubs und ALLE Gotteshäuser geschlossen würden. Dann wäre es nicht diskriminierend, auch homosexuelle Clubs und Moscheen zu schließen.)

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Sind Bürgerentscheide demokratisch ?

Demokratie liegt in der Art der Entscheidungsfindung: Wenn das Volk sich mehrheitlich zu oder gegen etwas entschließt, dann ist es per definitionem demokratisch.

Faktisch wäre auch die Wahl eines Diktators, der seinerseits die Demokratie abschaffen will, eine demokratische Wahl. Auch, wenn es die letzte demokratische Handlung dieser Demokratie wäre und sie damit ihr Todesurteil unterschreiben würde.

Der Souverän - hier also "das Volk" - muss (wie übrigens jeder Herrscher in jedem Herrschaftssystem) höllisch aufpassen, dass ihm die Macht nicht aus den Händen gerissen wird. Und als selbst vertretendes Volk muss man obendrein aufpassen, dass man sich, gerade wegen stetig wechselnder Mehrheitsverhältnisse, nicht dazu hinreißen lässt, seine eigene, gerade existierende Mehrheits-Macht zu missbrauchen. Denn seit alters her weiß man, dass Herrschaften nur dann lange währten, wenn ihre Herren weise entschieden und sich nicht vom Bauchgefühl und Rückenmark treiben ließen. 

Das gilt für Fürsten, Kaiser und Könige genauso, wie für das demokratisch herrschende Volk. Und deshalb glaubte man lange Zeit - und manche glauben es bis heute -, dass das Volk, eben wegen seiner schier allumfassenden Dummheit, gar nicht imstande sei, sinnvoll zu herrschen. Auch das ist einer der Gründe, warum man nach dem letzten Krieg nicht eine Direkt-Demokratie einführte, und stattdessen auf eine Vormundschafts-Demokratie setzte.

Unter Berücksichtigung dieser einfachen Grundlagen sind Bürgerentscheide das demokratischste aller Mittel überhaupt. Da hier jeder Bürger an der Entscheidungsfindung beteiligt wird, ergibt sich zwingend eine demokratische Mehrheit, also eine Variante der Konsensfindung.

Ohne Berücksichtigung dieser einfachen Grundlagen sind jedoch Bürgerentscheide, genauso, wie Wahlen, letztlich nur eine Farce: Jene, die das Prinzip durchschauen und über genügend Mittel verfügen, beugen es, bis es letztlich irgendwann bricht (s. Weimarer Republik).

Antwort
von Lazybear, 66

Also direckte demokratie ist zwar auch eine form der demokratie, aber keine gute, weil leute über sachen entscheiden dürfen, von denen sie offt wenig verstehen, stell dir vor der metzger kommt zu dir nach hause und macht die elektrik, das beste beispiel ist der Brexit! Zudem, wenn in einer volksabstimmung 51% ja sagen und 49% nein, so bleibt fast die hälfte aller stimmen unerhört! Bei der demokratie wie in deutschland entscheiden fachkundige personen über dinge die getan werden müssen, mit unserer stimme legitimieren wir sie, wir haben die wahl zu entscheiden wem wir die stimme geben, abhängig davon wen wir für qualifizierter halten, du suchst dir also einen elektriker für deine elektrik! Zudem bleibt die stimme der minderheit nicht unerhört, da hier die von der minderheit gewählten in die Opposition gehen können und so immernoch das interesse der minderheiten einbringen können! Also ja direckte demokratie ist tatsächlich das aufzwingen der mehrheit von etwas an die minderheit! Lg

Kommentar von Existentialisme ,

*direkt :-)

Kommentar von Lazybear ,

haha, ja sorry xD

Kommentar von voayager ,

"Fachkundige" Leute stimmen über etwas ab, wissen aber noch nicht mal wieviele Nullen eine Milliarde oder Billion hat. Zudem geht es doch in erster Linie darum, in wessen Interesse entschieden wird. So wie du vorgehst bewegt sich alles in einem luftleeren Raum, wird alles abstrakt wie z.B. Mathematik angegangen, wo es nur eine Wahrheit gibt. Ginge es nur um eine wie auch immer geartete Fachkundigkeit, bräuchte es nicht mehrere Parteien, denn allein diese sogenannte Fachkunde kann dann auch von einer Partei abgedeckt werden. Dann noch was, was iss eigentlich, wenn es zehnerlei "Fachkunden" gibt?

Fazit: was du da absonderst sind lediglich Schulweisheiten, wo derlei Unsinn den Schülern verklickert wird.

Kommentar von IchBinIch77 ,

Auch 51 % sind eine Mehrheit gegenüber 49 %. Das damit "fast " die Hälfte der Stimmen "ungehört" bleibt ist nicht relevant, da es sich trotz der knappen Niederlage immer noch um eine Minderheit handelt.
Das ist im Parlament nichts anderes. Entweder es gibt eine Mehrheit oder es gibt keine.
Außerdem steht es jedem frei sich über die Folgen seiner Abstimmung zu informieren.

Kommentar von Lazybear ,

@voayager ich weiß ja nicht woher dein wissen kommt, aber du übersiehst dabei eine entscheidende tatsache, wenn nur eine partei regieren würde, gäbe es weder opposition, noch einen wettbewerb, stell dir vor es gibt nur einen handwerker, der könnte pfuschen wie er will und ihm würden die kunden nicht ausgehen, da es mehrere gibt und einer pfuscht, so werden ihn die kunden meiden und zur konkurrenz gehen! sicher gibt es fehler und schlechte experten, aber geh und wähle jemanden, den du für besser hälst oder gründe eine eigene partei und mach es besser! mehr als nichts wissen, meckern und dich als das riesen welterfahrene genie darstellen kannst du wohl auch nicht! lg

Kommentar von voayager ,

Auch in nur einer Partei gibt es unterschiedliche Strömungen, das würdest auch du erkennen, wenn du z.b. mal die CDU/CSU anschaust. Du wirst doch nicht behaupten wollen, dass z.B. Merkel und Seehofer stets auf einer Linie sich bewegen, also mach die Augen auf!

Es geht übrigens nicht um bloße Meckerei, sondern um die Darstellung von Erkenntnissen. diese haben bekanntlich nix mit Meckerei zu tun, denn seit wann ist Aufklärung ein bloßes Gebräu dieser!

Fazit. dein Handwerkerbeispiel gewürzt mit bloßer moralischer Enrüstung ist lediglich hausbacken und rechtschaffen, mehr aber auch nicht.

Kommentar von Unsinkable2 ,

wenn nur eine partei regieren würde, gäbe es weder opposition, noch einen wettbewerb

Welchen "Wettbewerb" siehst du denn zwischen CDU, CSU, FDP, SPD, GRÜNEN und AfD?

  • CDU: Steuern & Abgaben für Arme hoch und für Reiche runter
  • CSU: Steuern & Abgaben für Arme hoch und für Reiche runter
  • FDP: Steuern & Abgaben für Arme hoch und für Reiche runter
  • SPD: Steuern & Abgaben für Arme hoch und für Reiche runter
  • GRÜNE: Steuern & Abgaben für Arme hoch und für Reiche runter

Das habe ich mir nicht ausgedacht, um ein plakatives Beispiel zu schaffen; das ist das "fundamentale Regierungs- & Vertretungs-Prinzip" dieser Parteien seit dem Bestehen der Bundesrepublik; und zwar in Opposition UND Regierung. Besonders ausgeprägt ist es seit der Mitte der 80er Jahre.

Und man konnte wählen, wen und was man wollte: Der einzige echte "Wettbewerb", der zwischen diesen Parteien stattfindet, ist der Wettbewerb, wer noch schneller und noch mehr davon schafft und sich dabei cleverer als der andere herausstellt...

Volker Pispers verglich es vor einigen Jahren mal so:

Wahl kommt von Auswahl, also Richtungsentscheidung. Doch die Wahlen in Deutschland sind darauf beschränkt, den Lokführer zu wählen, der dann seinerseits entweder mehr oder weniger Gas gibt. Alles andere - ganz besonders aber die Richtung - ist durch die Schienen festgelegt. Und diese Schienen, ja, sogar die Weichen, stehen überhaupt nicht zur Wahl. (O-Ton Volker Pispers)

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stell dir vor es gibt nur einen handwerker, der könnte pfuschen wie er will und ihm würden die kunden nicht ausgehen, da es mehrere gibt und einer pfuscht, so werden ihn die kunden meiden und zur konkurrenz gehen!

Nicht alles, was hinkt, ist auch ein Vergleich, Lazybear.

In der Realität gibt es in der Tat einen Haufen Handwerker. Doch SIE ALLE PFUSCHEN. Systematisch. Regelmäßig. Vorsätzlich. Aber auch fahrlässig. 

Tatsächlich gibt es nur zwei Gewissheiten: (1) Sie nennen sich selbst "Handwerker", doch ihre Expertise ist mit "übersichtlich" noch sehr euphemistisch beschrieben. (2) Sie werden bei jedem Auftrag pfuschen. 

Und du weißt bis zum Erhalt der Rechnung nie, wer gerade "am meisten" pfuscht; und wer gerade einen "guten Tag" hat. Trotzdem musst du in jedem Fall die vorgelegte Rechnung abzugsfrei bezahlen und hast kein Recht auf Schadenersatz. 

Auch dann, wenn das Wasser nicht mehr nur aus der Dichtung am Wasserhahn tropft, sondern mittlerweile auch in fingerdickem Strom aus der Wand neben dem Spülbecken spritzt, weil der Handwerker mal wieder die Wasserleitung angebohrt hat, bevor er sich schnell aus dem Staub machte, damit er und sein Rechnungsblock nicht nass werden.

In diesem Sinne: Zu welcher "Konkurrenz" willst du denn gehen, Lazybear? Tatsächlich wechselst du nur zwischen Teufel und Beelzebub; zwischen Regen und Traufe...

Denn nach mittlerweile rund 65 Jahren gibt es nur eine einzige Gewissheit: "Schaden vom Volk abwenden" ist KEINER der Regierungs-Parteien jemals gelungen. Man misst sie mittlerweile nur noch daran, wer weniger Schaden anrichtet bzw. anrichten wird.

... und das ist keine besonders gute Basis für eine Demokratie...

Kommentar von Lazybear ,

@ichbin77 das was du schreibst ist in meinem kommentar eigentlich abgedeckt, dass du sowas wie opposition nicht kennst schickt mich weg, informier dich mal darüber! hmm gut ich lese mich mal ein wie eine herz op durchgeführt wird und mach die beim nachbarn, kann sich ja jeder informieren!!! bis zu einem gewissen rahmen kann man sich sicher informieren, aber weder hast du so erfahrung, noch die fähigkeiten folgen einer solchen entscheidung abzuschätzen! du kannst dich über die sache informieren und über qualifikationen von fachleuten, die du dann wählen kannst, das ist viel sinnvoller! lg

Kommentar von Lazybear ,

parteiinterne stretigkeiten lähmen eine partei und sind keine wahrung verschiedener strömungen, im falle der CDU/CSU geht es um machtverhältnisse und stimmenfang und grade dadran siehst du, dass es zwar als eine partei gehandhabt wird aber keine ist! ok dann stellen wir mal deine erkenntnisse auf die probe, guck dich in der geschichte um, nahezu jedes land mit nur einer partei geht oder ging den bach runter, woran das wohl liegt?? da hast du deine erkenntnisse, mach du mal die augen auf, denk nicht du wärst der held weil du dir ein paar verschwörungstheorien reinziehst von leuten, die genausoviel wissen wie du, in wahrheit bist du absolut unerfahren, verblendet und lebst in einer von dir geschaffenen realität die auf ignoranz fußt! da du nicht eine erkenntnis eingebracht hast und erkenntnisse soger eher gegen dich sprechen, ist und bleibt es unbegründete meckerei! wenn dir mein beispiel mit dem handwerker nicht passt, dann bist du eingeladen es zu kritisieren, aber bitte mit begründung und einem besseren beispiel! lg

Kommentar von Lazybear ,

@ unsinkable2 wenn dir die parteiprogramme nicht gefallen, geh und gründe deine eigene, wenn dich die leute wählen kannst du es ja besser machen! und zur info die linke: steuern für reiche rauf! also erzähl mir nicht es gäbe nichts als nur das eine! und ja nicht alle handwerker pfuschen, aber selbst wenn es so wäre, es sind menschen und sind nicht perfekt. wer aber zu viel pfuscht verliert, der der die beste leistung erbringt für den besten preis gewinnt, es gibt also einen wettbewerb! wo ist der wettbewerb in der politik? erinnerst du dich noch wie die FDP abgekackt ist? warum wohl??? lg

Antwort
von wfwbinder, 56

Das die totale Demokratie auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, sieht man ja auch am Brexit. Es war eine Volksabstimmung über ein wichtiges Thema. Nach der Entscheidung udn den ersten Wirkungen haben dann viele gesagt: "hätten wird das gewusst, wären wir auch zur Abstimmung gegangen, oder hätten anders gestimmt."

Man sieht auch hier die Gefahren.

Aber um die Gefahren aus Deiner Frage zu bekämpfen, gibt es ja eine Verfassung und die ist nicht so leicht auszuhebeln (wir sind ja nicht in 1933, oder der Türkei).

Antwort
von voayager, 38

Zunächst mal isses so, dass es verschiedene Spielarten der Demokratie gibt. Dann ist zudem anzumerken, dass Demokratie bürgerlichen Zuschnitts noch lang nicht die UInteressen der Mehrheit der Menschen widerspiegelt, noch lange nicht Selbstherrschaft bedeutet, sondern etwas Ausgeklügetles, was meist dem Wohle der Herrschenden zweckdienlich ist, es wenigunter deren Kufen knirscht.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte & Politik, 91


Demokratie wird seit den antiken Anfängen i. d. R. so gehandhabt,
dass eine Mehrheit entscheidet und ihre Entscheidung gegenüber der
Minderheit durchsetzt.

Im späteren Mittelalter und der Frühen Neuzeit wurde intensiv darüber nachgedacht, ob es nicht andere
Entscheidungsfindungen geben sollte als über die bloße numerische Mehrheit. Es gab Befürworter, die zwischen der zahlenmäßigen Mehrheit (maior pars) und zwischen der Mehrheit der Vernunft (sanior pars) unterschieden und der Vernunft den Vorzug gaben, auch wenn diese
"Mehrheit" zahlenmäßig eine Minderheit darstellte. Die Unterscheidung wurde nicht zuletzt deshalb getroffen, weil eben befürchtet wurde, dass eine zahlenmäßige Mehrheit die zahlenmäßige Minderheit vollkommen unterdrücken könnte.

Unsere parlamentarische Demokratie hat das Problem folgendermaßen gelöst: es gibt eine Verfassung, die grundlegende Rechte aller Menschen, also auch einer Minderheit, vor der Mehrheit schützt. Wenn im Parlament eine Abgeordnetenmehrheit als gewählte
Vertretung der Mehrheit der Bürger regiert, dann ist sie verpflichtet, alle Gesetze und sonstigen Beschlüsse so zu gestalten, dass die verfassungsmäßigen Rechte der Minderheit der Bürger, die auch nur eine
Abgeordnetenminderheit im Parlament stellt, nicht verletzt werden. Grundlegende Rechte der Minderheit der Bürger werden außerdem durch die Gewaltenteilung geschützt, wobei der Jurisdiktion bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht - seit etlichen Jahren sogar bis auf die Ebene europäischer Gerichte - die entscheidende Rolle zukommt. Wollte die regierende Abgeordnetenmehrheit z. B. Homosexuelle oder Angehörige einer
bestimmten Religion widerrechtlich diskriminieren, dann würden solche diskriminierenden Parlamentsbeschlüsse von der Jurisdiktion für verfassungswidrig erklärt und aufgehoben.

Es bleibt noch etwas zu erwähnen: In einer Demokratie gibt es Mehrheiten immer nur auf Zeit. Angesichts der vielen demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten der
Bürger, die sich nicht nur auf Wahlen beschränken, dürfen Minderheiten für ihre politischen Ansichten im Volke werben und versuchen, genügend Anhänger und Wähler um sich zu scharen, um irgendwann von einer Minderheit zur Mehrheit im Parlament zu werden. Auf diese Weise können alle Teile des Volkes über einen längeren Zeitraum hinweg ihre
wesentlichen Interessen, sofern sie verfassungskonform sind, als Mehrheit politisch umsetzen.

Demokratie ist also keine "Diktatur der Mehrheit über die Minderheit", sondern eine zeitliche begrenzte Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit unter Wahrung grundlegender Rechte der Minderheit!

MfG

Arnold






Antwort
von Dahika, 21

Das wäre die Mehrheit des Pöbels  und Gott sei DAnk einer der Gründe, warum Volksabstimmungen sehr kritisch zu beurteilen sind.

Nicht alles, was die Mehrheit gerne beschließen würde, ist demokratisch. Die Demokratie ist nämlich den Menschenrechten verpflichtet.

Antwort
von AntwortMarkus, 52

Manchmal ist die Demokratie sogar ein Sieg der Minderheit über die Mehrheit. 

Denn die meisten nutzen ihr Wahlrecht garnicht  und ärgern sich lieber über den Ausgang der Wahl,  anstatt  ihn zu beeinflussen. 

Kommentar von DerR0senzweig ,

Die meisten ? Dann müsste die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent liegen, sonst wären es nicht die meisten. Ausserdem würde die Stimmenverteilung bei Nichtwählern ähnlich aussehen und somit das Wahlergebnis prozentual nicht sehr beeinflussen. Ich würde sogar behaupten, das viele Nichtwähler zufrieden sind mit der aktuellen Regierung und somit wählen für unnötig halten. 

Kommentar von AntwortMarkus ,

Ja.  Weil bei der Wahlbeteiligung gar nicht im der Berechnung berücksichtigt wird,  dass viele Menschen gar nicht wahlberechtigt sind,  aber dennoch die Auswirkungen des Wahlergebnis zu spüren bekommen. Kinder und Jugendliche,  Hier lebende AusLänder,  Flüchtlinge  ect. 

Antwort
von barfussjim, 29

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit lassen sich nicht voneinander trennen. 

Zu einer funktionierenden Demokratie gehören nicht nur allgemeine und freie Wahlen und das Mehrheitsprinzip, sondern auch Menschen- und Bürgerrechte wie freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Informationsfreiheit und Pressefreiheit. Hieraus ergibt sich notwendigerweise, dass eine Opposition akzeptiert wird, die Interessen von Minderheiten berücksichtigt werden und eine Diskrimierung aufgrund von Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung ausgeschlossen ist. 

Denn Demokratie ist politisches System in dem die Macht vom Volk ausgeht, womit das GANZE Volk gemeint ist und nicht etwa nur eine 51%-Mehrheit der bei Wahlen abstimmenden Personen. 

Aus den genannten Gründen würde es demokratischen Grundsätzen widersprechen, wenn eine Mehrheit einer Minderheit Menschen- und Bürgerrechte absprechen würde - sei es dass ihr die Religionsausübung verboten wird, sie von Wahlen ausgeschlossen, enteignet oder ins KZ deportiert und dort ermordet wird.


Antwort
von JBEZorg, 12

Das wäre sehr wohl demokratisch und diskriminierend. Immer wieder, warum unterrichtet man nicht mehr Logik?

Der Versuch aer die Demokratie durch eine Diktatur der Minderheiten zu ersetzen(das geschieht jetzt im Westen) wird eben auch nichts gutes mt sich bringen. Die Diktatur der angeblichen Toleranz ist eben auch eine Diktatur.

Antwort
von Geraldianer, 53

Es gibt unterschiedliche Vorstellungen von Demokratie.

Nimmt man unsere Wertvorstellungen gehört ein Schutz der Minderheiten zum demokratischen System.

Das ist im Grundgesetz geregelt. Wir haben beispielsweise Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und die Religionsfreiheit, die Minderheiten schützen.

Genau an diesem Punkt unterscheiden wir uns von Ländern wie Ungarn oder der Türkei. Dort versuchen die Regierenden Minderheiten auszugrenzen.

Antwort
von felixuser, 60

Eine Schöne Frage, beantworten will oder kann ich sie aber auch nur indirekt, mit einer Gegenfrage. 

Kann eine Demokratie als alleinige Staatsform überhaupt funktionieren?

Vermutlich ist es aber eher ein Ideal, was wir hinter der Demokratie sehen möchten. Ich kann aber den Ansatz befürworten, eine Demokratische Struktur zu hinterfragen, auch wenn wir längst in einer Plutokratie übergehen. 

Antwort
von FrageSchlumpf, 34

Coole Frage. Meiner Meinung nach auf jeden Fall. Weil es geschieht ja kein Kompromiss, sondern der Wille der Mehrheit.

Und gerade bei Volks- bzw. Bürgerentscheiden treten die Probleme der Demokratie am deutlichsten zu Tage, weil solche Abstimmungen, um überhaupt eine Mehrheitsentscheidung bringen zu können, die Realität der vielen Möglichkeiten, auf zwei Abstimmungsmöglichkeiten - unzulässig - vereinbaren muss. Und diese zwei Alternativen stehen sich in der Regel diametral gegenüber, sprich die Abstimmung polarisiert und entzweit mehr, als dass sie Gemeinsamkeit, was ja in einer Gesellschaft wichtig ist, fördert.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 28

Nein.

Das trifft lediglich auf eine reine "direkte Demokratie" ohne Grundrechteschutz, formale Rechtsgleichheit und Rechtsstaatlichkeit zu.

Antwort
von ronnyarmin, 64

Demokratie heisst nicht, dass Jeder seinen Willen durchsetzen. Demokratie bedeutet, dass Jeder die Mögkichkeit hat, seinen Willen kundzutun.

Kommentar von DerR0senzweig ,

Das ist etwas, aber keine Antwort auf die obengestellte Frage. Danke

Kommentar von ronnyarmin ,

Demokratie bedeutet 'Herrschaft des Staatsvolks' Somit kann es keine Diktatur sein.

Und somit sind Volksentscheide immer demokratisch.

Dass sich bei einer demokratischen Entscheidung Einzelne diskriminiert fühlen könnten, mag sein.

Kommentar von DerR0senzweig ,

Somit diktiert die Mehrheit der Minderheit ihre Interessen auf. Also doch eine Diktatur (nicht als Staatsform eines Diktators) der Mehrheit über die Minderheit ? 

Kommentar von ronnyarmin ,

Wenn du es so krass ausdrücken willst, ja. In einer Gemeinschaft gibts nunmal unterschiedliche, manchmal auch widersprüchliche Interessen.

Kommentar von barfussjim ,

Es ist ein krasses Missverständnis, dass eine Demokratie eine "Diktatur der Mehrheit" wäre. Eine Demokratie definiert sich, dass die Macht vom Volk ausgeht, womit das ganze Volk gemeint ist und nicht nur die Mehrheit der Abstimmenden. 

Ebenso ist eine Demokratie an Rechtsstaatlichkeit gebunden. Ein politisches System, in dem Teile der Bevölkerung von Bürger- und Menschenrechten ausgeschlossen sind, in dem z. B. Versammlungs- und Pressefreiheit nicht gewährleistet ist, ist keine Demokratie.

Antwort
von Nobody161, 62

Demokratie ist ein sehr dehnbarer Begriff.

Antwort
von DreiGegengifts, 22

Ist Demokratie die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit?

Die Frage ist nicht ob Demokratien an sich sondern ob eine spezifische Demokratie eine Diktatur der Mehrheit über die Minderheit ist. Wobei die Minderheit nicht nur klassische Minderheiten umfasst. Die Minderheit sind auch die anderen 49%.

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