Frage von ABDEFHIJ, 82

Ist das Zeitsystem dem Geldsystem überlegen?

An den Support: Bitte nicht löschen, in der letzten Frage wurde ich nicht richtig verstanden weswegen ich die Frage erneut stelle.

Also es geht um das was er in seinen Videos vorstellt: https://www.youtube.com/c/wiesagtman/ Das Zeitsystem. Er meint es wäre dem Geldsystem überlegen,.. Da er als Befürworter wohl kaum etwas negatives darüber sagen wird frage ich euch ob das was er sagt stimmt - ob das Zeitsystem dem Geldsystem wirklich überlegen ist.

Danke :P

Antwort
von Bitterkraut, 54

Ich hab keine Lust, irgendeinem Youtuber Klicks zu verschaffen.

Warum erklärst du nicht einfach, worum es geht? Erklär doch mal die beiden Systeme.

Kommentar von ABDEFHIJ ,

Das Zeitsystem ist halt, dass man eine bestimmte Anzahl von Stunden arbeiten muss (bzw. Schüler, Stunden und Auszubildende lernen) und sich damit alle möglichen Dienstleistungen und Produkte freischaltet. Leute die durch Behinderungen oder Krankheiten nicht arbeiten können, dürfen trotzdem auf all diese Dinge zugreifen. Man muss 5 Stunden täglich arbeiten , bei fünf Tagen pro Woche 40 Jahre lang. Wer 10 Stunden pro Tag arbeitet kann bspw. schon nach 20 Jahren aufhören.

Kriege und ausbeuten von Menschen sollen damit nicht mehr existieren. Firmen sollen nicht mehr das Verlangen haben so billig wie möglich zu produzieren um viel Gewinn zu machen, denn Geld gibt es ja nicht mehr.

Das Geldsystem ist das aktuelle System.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ich seh da keinen Unterschied, ob ich meine Sachen mit Geld kaufe oder direkt mit Arbeitszeit - es bleibt ein Tausch. Außerdem scheint mir das nicht durchdacht, wer garantiert denn, daß genau die Waren, die gewünscht und gebraucht werden, auch zur Verfügung stehen? Wer garantiert die Stabiltität eines solchen Zeitsystems? Was, wenn alle krank werden oder zu viele? Wenn es kein Solidarsystem gibt?

Für mich ist das Wischiwaschi-Träumerei ohne Hand und Fuß.

Un deine Frage, ob das stimmt, ist albern, Das würde man herausfinden müssen. Niemand kann die Frage mit ja oder nein beantworten. Und was bedeutet "überlegen" in dem Zusammenhang?

Kommentar von ABDEFHIJ ,

Krank werden kann man im Geldsystem auch. So wie ich das verstanden habe, arbeitet man fünf Stunden täglich (oder eben so viel wie man braucht um auf die Bestimmte Stundenanzahl zu kommen) und hat damit Zugriff auf ALLES. Man spart sich keine Zeit an und verliert diese wieder bei "Kauf" eines Objektes oder einer Dienstleistung.

Kommentar von Snanifo ,

zu Bitterkraut vom 10.07.2016:

Zum Unterschied: Geld ist frei verfügbar und man sieht ihm nicht an, womit man es verdient hat, ob über Arbeit oder auch über Couponschneiderei, also Geld (genauer andere Leute) für sich arbeiten lassen.

Das andere Problem ist die Frage der Verfügungstellung der Dinge zum Gebrauch. Da wäre wohl schon der Übergang zu einer gesellschaftlichen Planung der Produktion nötig, um die gebrauchten und gewünschten Dinge auch herzustellen in entsprechender Anzahl und Qualität. Für Krankheit könnte ich mir vorstellen, dass da der Arzt eine gewisse Rolle spielen könnte bzgl. der Freistellung bei längeren Krankheiten. Bei kürzeren hätte man ja die Möglichkeit, selber etwas Zeitpuffer vorzuhalten. Ein Tausch wäre es dann ja nicht mehr, wenn die Produktion gesellschaftlich geplant wird. Also nicht das vom finanziellen Gewinn chaotisch "geplante" Produzieren, sondern die gesellschaftlich geplante Produktion. Vielleicht wird man dann auch weniger krank, wenn die Gewinnproduktion nicht mehr die Arbeitsverhältnisse (sprich Hetze und andere Ungemütlichkeiten) diktiert. 

Antwort
von 1988Ritter, 37

Das Zeitsystem ist ein riesiger Blödsinn.

Das sogenannte Zeitsystem wechselt den Begriff Geld lediglich durch den Begriff Zeit.

Weiterhin basiert das Zeitsystem darauf, dass man seine "Zeit" mittels Karte anspart. Dementsprechend ist die Zeitkarte gleichsetzbar mit der Kreditkarte.

Was dem Zeitsystem vollkommen abgeht ist das Leistungsprinzip. Bei dem Zeitsystem wird die Entlohnung nicht in Leistung, sondern ausschließlich in Zeit bemessen. Dies bedeutet, jemand der sich anstrengt einen qualifizierten Beruf zu erlernen, erhält für seine Bemühungen keine Wertschätzung. 

Die Theorie des Zeitsystems basiert darauf, dass ein Mensch 5 Stunden am Tag arbeitet, um dann alle vorhandenen Leistungen und Produkte nutzen zu können. 

Warum soll ich mich also durch Abitur und Studium quälen, um dann einen akademischen Beruf zu erhalten, wenn ich doch als Hauptschüler mit 16 von der Schule gehen kann, und dann mit der Tätigkeit des Straßenfegers gleiche Leistungen wie ein Akademiker erhalte. 

Vielmehr bin ich dann sogar im Vorteil, da der Akademiker, nehmen wir jetzt einmal einen Arzt, mit 30 in das Berufsleben einsteigt, und ich als Straßenfeger schon 14 Jahre Zeitkonto gespart habe.

Nach dem System des Zeitkontos kann ich nach erreichen von ca. 42.000 Stunden in Rente gehen. Bei 200 angenommenen Arbeitstagen, mit jeweils 5 Stunden Arbeitszeit, habe ich als unqualifizierte Arbeitskraft schon 14.000 Zeitstunden Guthaben, gegenüber dem Akademiker, der mit 30 seine Tätigkeit beginnt.

Es wird also ein Ungleichgewicht erreicht, was den Qualifizierungswilligen abstraft. Die Folge würde eine Menschheit ohne Leistungswillen sein, was dann einen Stillstand in der Entwicklung der Menschheit gleichkommt.

Kommentar von eleteroj ,

einfach brilliante, fast enzyklopädische Antwort. DH

Kommentar von Snanifo ,

Vergessen hast du dabei, dass du einige Jahre eine kostenlose Ausbildung erreichst und später ev. auch noch einen besseren und interessanteren Job als den von dir angegebenen Straßenfeger hast. Von der Bildung, die du so als Beigabe erhältst, mal ganz abgesehen.   

Kommentar von ABDEFHIJ ,

So wie ich das verstanden habe, arbeitet man fünf Stunden täglich (oder eben so viel wie man braucht um auf die Bestimmte Stundenanzahl zu kommen) und hat damit Zugriff auf ALLES. Man spart sich keine Zeit an und verliert diese wieder bei "Kauf" eines Objektes oder einer Dienstleistung. Die Meinung, dass man als Studierende(r) einen Nachteil hat teile ich.

Kommentar von Snanifo ,

Du vergißt dabei, dass dir die Ausbildung ja auch jemand bezahlen muss. Manche Leute argumentieren auch, dass diese "Straßenkehrer" und andere Dienstleister diesen Studierenden während des Studiums ihren Lebensunterhalt sowie die Professoren "finanzieren", in diesem Falle fuer Unigebäude, U-Bahn, ev. sogar PKW und alle Bedürfnisse der Professoren aufkommen muss. Ist das nicht ein Vorteil für die Studenten? Zum anderen glaube ich nicht, dass du dein Leben lang Straßenkehrer bleiben willst.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 25

Was sagt es über die vermeintliche "Überegenheit" des "Zeitsystems" aus, dass es nirgendwo praktiziert wird...?

Kommentar von ABDEFHIJ ,

Wenn ich das richtig verstanden habe ist das Zeitsystem eine Erfindung dieses YouTubers und damit nicht sonderlich bekannt.

Kommentar von Bitterkraut ,

Glaub bloß nicht, daß die Idee neu ist.

Antwort
von ABDEFHIJ, 45

Das Zeitsystem ist halt, dass man eine bestimmte Anzahl von Stunden arbeiten muss (bzw. Schüler, Stunden und Auszubildende lernen) und sich damit alle möglichen Dienstleistungen und Produkte freischaltet. Leute die durch Behinderungen oder Krankheiten nicht arbeiten können, dürfen trotzdem auf all diese Dinge zugreifen. Man muss 5 Stunden täglich arbeiten , bei fünf Tagen pro Woche 40 Jahre lang. Wer 10 Stunden pro Tag arbeitet kann bspw. schon nach 20 Jahren aufhören.

Kriege und ausbeuten von Menschen sollen damit nicht mehr existieren. Firmen sollen nicht mehr das Verlangen haben so billig wie möglich zu produzieren um viel Gewinn zu machen, denn Geld gibt es ja nicht mehr.

Das Geldsystem ist das aktuelle System.

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