Frage von kekomio, 60

Ist das Urkundenfläschung/Illegal?

Folgendes, meine Mutter hat mir Blanko-Unterschriften gegeben (leere Zettel mit ihrer Unterschrift unten drauf) um meine Fehltage zu entschuldigen, und ich habe diese auch dazu verwendet und meinem Lehrer abgegeben. Nun sieht das ganze nicht recht legitim aus, und der Lehrer hat seinen Verdacht auf Unterschriften-Fälschung (was hier ja nicht mal der Fall ist) geäußert.

Ist das nun rechtswidrig/habe ich hier Urkundenfälschung begangen? Falls ja, wie kann er es mir nachweisen das es ja die echte Unterschrift meiner Mutter ist und sie von den Fehlstunden wusste (was sie ja auch bestätigen kann)

Danke sehr Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von furbo, Community-Experte für Recht, 39

Nein, eine Urkundenfälschung ist es nicht. Und selbst wenn es eine Fälschung wäre, es fehlt die Täuschungsabsicht (es muss über etwas getäuscht werden; in deinem Falle, dass es eine Entschuldigung gäbe, obwohl sie in Wirklichkeit nicht existiert). Der Lehrer hat also - NICHTS.

Also ruhig Blut, nicht du bist in der Beweispflicht, der Lehrer ist es. 

Kommentar von imager761 ,

OMG, schon wieder so ein Beitrag von dir, der Rechtskenntnis ("Täuschungsabsicht") bei völliger Ahnungslosigkeit durch sicheres Auftreten suggeriert :-( (Ist das "anständig" formuliert?)

Was genau ist dir an § 267 StGB unverständlich, wonach "der Versuch (!)", nicht die Vollendung oder Absicht dazu, strafbar ist", wenn jemand "zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt"?

Es mag ja sein, dass die angebliche Urheberin im Elterngespräch vorträgt, die (erkennbar) von Ihrem Kind vorformulierten Entschuldigungen in jedem Einzelfall gelesen und als so zutreffend auch unterzeichnet haben will. So sie das könnte und keine Zweifel blieben, etwa weil der Text erkennbar vor die Unterschrift gequetscht wäre oder sie sich nicht in Widersprüche verwickelt, wann genau welche Krankheit oder welcher Verhinderungsgrund einen Schulbesuch ihres Kindes unmöglich gemacht haben soll :-)

Und es ist wahrscheinlich, dass die Schulleitung keine Strafanzeige stellt, sondern disziplinarische Konsequenzen oder geänderte Notengebung per Konferenzbeschluss ziehen dürfte: Unetschuldigte Fehlstunden, Bewertung nicht erbrachter Leistung am vermeidlichen Fehltag mit "ungenügend", Beschluss bei den betroffenen Fächern "Unterricht konnte nicht erteilt werden" oder gar den der  Nichtversetzung bei einem Lernstandsdefizit durch erhebliche Fehlstundenquote etc.

Nur gibt das eben keine vollmundigen Aussage her wie "Der Lehrer hat also - NICHTS" oder "Ruhig Blut" :-((

Kommentar von furbo ,

Ich denke mal, dass ich im Gegensatz zu dir, sehr viel praktische Erfahrung habe, was die rechtssichere Beurteilung solcher Fälle angeht. 

Also verschone mich mit deinen an den Haaren herbeigezogenen Argumenten, die zudem auf eine ziemliche Rechtsunkenntnis schließen lassen.

Es reicht nicht, überzeugend oder aggressiv aufzutreten, etwas Substanz sollte schon da sein. Und da fehlt es bei dir ganz gewaltig.

Antwort
von ichweisnix, 20

Natürlich ist das Urkundenfälschung, da die Urkunde den Eindruck erweckt und erwecken soll, sie wäre von der Mutter erstellt worden. Es kommt auch nicht darauf an, ob das was auf der Urkunde nun steht wahr oder falsch ist. Auch das die Unterschrift als solches echt ist, ändert daran nichts.

Nur wenn zunächst die Entschuldigung geschrieben und die Mutter es dann unterschrieben hätte, wäre es in Ordnung.

Falls ja, wie kann er es mir nachweisen

Das ist in der Tat u.U. schwer, zumindest wenn die restlichen Blankozettel sicher vernichtet werden. 

Kommentar von furbo ,

Eine Urkunde i.S. des § 267 StGB ist eine verkörperte Gedankenerklärung, die über einen rechtlich erheblichen Sachverhalt Auskunft gibt.

Zur Urkundenfälschung gehört einerseits die Veränderung dieser verkörperten Gedankenerklärung (als objektiver Tatbestand) und die Täuschung im Rechtsverkehr bzw. deren Absicht (als subjektiver Tatbestand).

Wo siehst du das in dem geschilderten Fall erfüllt?

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 35

Ist das nun rechtswidrig/habe ich hier Urkundenfälschung begangen?

Selbstverständlich: Schliesslich hat deine Mutter ihre Unterschrift auf leere Zettel, nicht unter deine Entschuldigungen geschrieben :-)

Damit hast du "zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde hergestellt", § 267 I StGB, auch wenn die Unterschrift darunter echt ist :-O

"Der Versuch ist strafbar" und "wird wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft": http://dejure.org/gesetze/StGB/267.html

So es denn dazu käme und deine Mutter bewesien kann, deinen Text gelsen und unterschrieben zu haben. Ich hoffe, sie kann sich an die wechselnde Gründe im Einzelnen noch erinnern, wenn sie zum Elterngespräch geladen würde :-O

Denn glaubst du ernsthaft, dein Lehrer kann deine Schrift des Entschuldigungsgrundes anhand deiner Haus- oder Klassenarbeiten oder der Ausdrucksweise bzw. Rechtschreibkennntissen nicht entlarven?

G imager761

Kommentar von AalFred2 ,

Rechtsirriger Blödsinn. Eine unechte Urkunde ist hier nirgendwo zu erkennen. Eine Urkunde wird nicht durch die Reihenfolge des Entstehens unecht. In deiner Welt wäre jeder genutzte Blankoscheck eine unechte Urkunde.

Kommentar von imager761 ,

Eine unechte Urkunde ist hier nirgendwo zu erkennen.

Für dich mag das zutreffen, doch lesen hilft: http://dejure.org/gesetze/StGB/267.html

Eine Urkunde wird nicht durch die Reihenfolge des Entstehens unecht.

Diese Meinung hast du exklusiv für dich :-)

In deiner Welt wäre jeder genutzte Blankoscheck eine unechte Urkunde.

In der deutschen Jurisprudenz ist das tatsächlich höchstrichterliche Auffassung, dein Irrtum:

"Im abredewidrigen Ausfüllen eines bereits unterschriebenen Blanketts (z. B. Scheck- oder Kaufvertragsformular) liegt das Herstellen einer unechten Urkunde, vgl. hrz. BGHSt 5, 295 (296 f); diff. NK-Puppe § 267 Rn 81.

Gleiches gilt, wenn das Ausfüllen (!) überhaupt ohne Willen (!) des Unterzeichners geschieht. Hier ist eine Strafbarkeit des Ausfüllenden wegen Urkundenfälschung mithin zu bejahen." (Quelle: NOMOS, Urkundendelikte, Nr. 57)

Aber bleibe du ruhig bei deiner unberechtigten Expertenschelte, ich weiß beleghaft, wovon ich rede. Denn deinen "rechtsirrgen Unsinn" bemerken hier die Wenigsten :-)

G imager761


Kommentar von furbo ,

deinen Hinweis auf höchstrichterliche Rechtsprechung solltest du auch mal lesen, insbesondere die Worte "abredewidrig" und "überhaupt ohne Willen". Dann würde dir sicher klar, dass deine Argumentation hinkt, denn genau dies liegt im o.a. Fall nicht vor.

Kommentar von imager761 ,

deinen Hinweis auf höchstrichterliche Rechtsprechung solltest du auch mal lesen,

 ...

Habe ich, du auch? "Gleiches gilt, wenn das Ausfüllen (!) überhaupt ohne Willen (!) des Unterzeichners geschieht. Hier ist eine Strafbarkeit des Ausfüllenden wegen Urkundenfälschung mithin zu bejahen."

Dann würde dir sicher klar, dass deine Argumentation hinkt,

Nur scheinbar. Aber wenigstens das hast etwas mit manchem Rechtsanwälten gemeinsam, deren Rechtskenntnis du hier allenthalben vorzugeben scheinst: Sie ziehen einschlägige Entscheidungen und Gesetzte nur genau so weit heran, wie es ihrer Argumentation anscheinend nützt. Den Rest, und sei es nur der/n zweite/n Satz(-teil), ignorieren sie geflissentlich.

Da wedelt der Schwanz mit dem Hund - erneut :-O

Kommentar von furbo ,

Immerhin ist hier noch ein Sehender unter vielen Einäugigen und Blinden.

Kommentar von imager761 ,

Immerhin ist hier noch ein Sehender...

Das vermag ich nicht zu beurteilen, aber ein des Lesens mächtiger ist es nicht - q. e. d.

Kommentar von kekomio ,

Sogar ich weiß das mit der Lehrer nachweisen müsste das sie den Text nie zu Gesicht bekommen hat und ich ihn ohne ihre Kenntnis drauf geschrieben habe - und das wird eine schwere Sache 

Antwort
von pn551, 34

Es ist keine Urkundenfälschung. Du hast ja nicht die Unterschrift gefälscht. Es gibt ja auch Blanko-Schecks. Da ist auch nur die Unterschrift des Geldgebers drauf, die Summe kann sich der Scheckempfänger selber eintragen. So etwas macht man natürlich nur mit Personen seinen Vertrauens.

Antwort
von Markkiek, 55

Wenn deine Mutter dir Blanko-Unterschriften gegeben hat, ist das nicht in Ordnung von ihr. Sie muss ja wissen, was sie unterschreibt. Unterschriftenfälschung von dir ist es nicht.

Antwort
von Ladriel, 56

Dein Lehrer Liegt dort voll kommen auf dem Falschen Weg. Er kann es dir vorwerfen aber nur wenn es sich bestätigt. Wenn aber deine Mutter in die Schule kommt oder auch nur da anruft und das klärt das sie das unterschrieben hat nachdem du die entschuldigung selber geschrieben hast. Wird das kein problem mehr sein.

Ich hoffe ich konnte helfen 

MFG Ladriel

Antwort
von Translateme, 25

Das ist keine Urkundenfälschung. Er soll zwecks Bestätigung einfach deine Mom anrufen. 

Antwort
von lovelymissx, 60

Solange deine Mutter es bestätigen kann, kann dein Lehrer da nichts sagen.

Kommentar von Immuzer ,

Sagen kann er doch was er will.

Kommentar von lovelymissx ,

Ja aber ihm nicht weiterhin zum Vorwurf machen, dass es Urkundenfälschung sei.

Antwort
von Bitterkraut, 31

Deine Mutter kann es doch einfach bestätigen - was willst du denn da groß beweisen? Dein Lehrer ruft deine Mutter an und die Sache klärt sich, ist doch ganz einfach.

Antwort
von Rollerfreake, 20

Du hast die Zettel benutzt um Entschuldigungen für die Schule zu schreiben, deine Mutter wusste davon und hat dir die Zettel zu diesem Zweck gegeben. Du hast keine Unterschriftenfälschung begangen, da deine Mutter persönlich unterschrieben hat. Urkundenfälchung wäre es nur gewesen, wenn du die Zettel mit der Unterschrift für einen anderen Zweck benutzt hättest.

Antwort
von ReudigerHund, 51

Ist natürlich nicht so gedacht, dass deine Mutter dir die Unterschrift auf n Papier setzt und du den Rest einfügst. Wenn dann wird er erstmal mit deiner Mutter ein Gespräch vereinbaren.

Antwort
von ghasib, 27

Das ist keine Urkundenfälschung denn deine Mutter hat unterschrieben nicht du. Aber sie steht in der Pflicht die ganze Entschuldigung zu schreiben wo ist da das Problem bitte?

Kommentar von kekomio ,

Das Problem liegt darin dass sie nie die ganze Entschuldigung gesehen hat, sondern nur Unterschrieben hat und dich dann die Stunden eingefügt habe

Kommentar von Bitterkraut ,

Du hast die Frage nicht verstanden. Was hindert deine Mutter daran, den Zettel komplett auszufüllen? Das wäre ihre Pflicht.

Antwort
von Dreamgirl90, 17

Naja also illegal ist das nicht, aber ganz legal auch nicht.

Von deiner Mutter ist es verantwortungslos dir einen Stapel Zettel mit ihrer Unterschrift zu geben. 

Zumal sie dann ja nicht einmal weiß für was sie eigentlich unterschrieben hat. Außerdem sollten Kinder nicht selbst ihre Entschuldigungen schreiben und auch nicht selbst entscheiden, wann sie zur Schule gehen und wann nicht. Zuhause bleibt man nur, wenn man krank ist.

Deine Mutter verletzt damit einen Teil  ihrer Aufsichtspflicht und führt ihr Sorgerecht nicht angemessen aus, was für die zu Konsequenzen führen kann.

Wenn der Lehrer das anzeigt oder dem Jugendamt vorlegt, sollte sie besser eine gute Erklärung bereit haben.

Und in Zukunft: krank sein, zuhause bleiben, Entschuldigung schreiben lassen.

Und nicht anders.

Alles gute.

Antwort
von Nightythehawk, 28

Indem deine Mutter bei dem Lehrer anruft und bestätigt das sie deine Fehlstunden abgesegnet hat!

Antwort
von AssassineConnor, 23

Wenn sie unterschrieben hat ist es legal. Sie sollte auf so nen Zettel aber draufschreiben wofür die sind xD

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