Draschomat am 16.07.2009 um 13:24 Uhr
Ich weiß, die Frage gibt es schon oft, aber ich möchte sie unter einem neuen Aspekt stellen. Ich habe oft gehört, dass das Universum wegen des Olbersschen Paradoxon nicht unendlich sein kann, weil sonst der Nachthimmel taghell sein müsste, weil in jeder Richtung ein Stern stehen müsste. Das finde ich auch gut nachvollziehbar. Zudem dehnt sich das Universum ja aus, d.h. es wird größer. Wie sollte es also unendlich sein?
Am Freitag war im TV aber Prof. Ulrich Walter zu sehen, der gesagt hat, dass das Universum unendlich ist. Das hat mich etwas gewundert und ich habe überlegt, wie er darauf kommt. Dann ist mir aufgefallen, dass in jeder Richtung ein Stern stehen könnte, dieser aber so weit weg ist, dass wir ihn mit unserem Auge nicht mehr sehen können. Nachts sehen wir ja mit einem Fernglas auch viel mehr Sterne als mit bloßem Auge. Es erscheinen quasi Sterne dort, wo man mit dem Auge eigentlich nix gesehen hat. Mit diesem Gedanken könnte man das Olberssche Paradoxon ja widerlegen, oder nicht?
Natürlich sind das alles Theorien und keine festen Tatsachen, aber trotzdem interessiert mich diese Thematik brennend und deshalb stelle ich die Frage hier, weil ich weiß, dass sich auf GF einige kompetente Astronomen aufhalten. Daher bitte ich darum, dass die Frage nicht gelöscht wird.
Bitte antwortet auch auf meinen o.g. Gedanken zum Olbersschen Paradoxon.
Danke! LG Draschomat
Die Bezeichnung „Universum“ ist üblicherweise als Gesamtheit aller materiellen Dinge bzw. der Raum, in dem alle materiellen Objekte existieren, definiert. Daher kann es keine Materie bzw. Raum außerhalb des Universums geben. Höchstens mit einem anderen Begriff von „Universum“ käme dies in Frage.
Bei Gedanken zur Unendlichkeit stößt das menschliche Vorstellungsvermögen an Grenzen. Auch das Verhältnis von Materie, Energie und Raum bei einer Ausdehnung zumindest des einsehbaren Universums ist nicht abschließend geklärt, was Grund zur Vorsicht mit weitgehenden Folgerungen sein kann. Bisher ist keine Krümmung des Universums (bei einer Endlichkeit anzunehmen) beobachtet worden. Wenn es eine geben sollte, wäre sie extrem gering.
Die Überlegung von Heinrich Wilhelm Olbers enthält eine Reihe von Prämissen:
1) Das Weltall ist unendlich ausgedehnt. (Da die wirkliche Geometrie des Universums nicht sicher bekannt, ist keine eindeutig zutrffende Aussage möglich)
2) Das Weltall ist unendlich alt. (Wenn es endlich alt wäre, könnte das Licht einfach noch nicht da sei, da es nur eine endliche Geschwindigkeit hat)
3) Die Sternendichte ist räumlich und zeitlich konstant, Sterne leuchten ewig und sind alle sonnenähnlich.
4) Der Raum zwischen den Sternen (interstellarer Raum) ist leer. (Falsch, aber irrelevant: selbst absorbierende Materie würde die Energie auch wieder emittieren)
5) Der physikalische Raum ist euklidisch.
6) Das Weltall ist statisch. (nicht zutreffend, Hubble zeigte expansives Verhalten)
7) Die physikalischen Gesetze sind universell und nicht zeitabhängig, das Weltall ist homogen und isotrop.
Die wahrnehmbare Tatsache des dunklen Nachthimmels zeigt nur: mindestens eine der Prämissen ist falsch. Welche dies ist, geht daraus noch nicht hervor. Die einleuchtendste Erklärung ist die mit einer nicht ausreichenden Sternendichte. Pro Raumeinheit des Universums gibt es nicht ausreichend viele Sterne, um die erforderliche Strahlung aufzubringen. Die Lichtgeschwindigkeit ist zwar sehr hoch, aber endlich, außerdem können Sterne entstehen und später erlöschen.
http://www-nonlinear.physik.uni-bremen.de/~prichter/pdfs/OlbersParadox.pdf (S. 5 - 6; Schreibweise von Formeln wegen Darstellungsproblemen etwas geändert): „Spätestens hier schlägt Quantität in Qualität um. Denn selbst wenn man an der Unendlichkeit von Raum und Zeit festhalten möchte, ist jetzt zu bedenken, daß – wie wir seit etwa 50 Jahren wissen – Sterne eine endliche Lebensdauer von einigen 10 hoch 10 Jahren haben. Olbers macht aber stillschweigend die Annahme gleichmäßigen Strahlens über 10 hoch 23 Jahre, denn anders kann das Licht aller Sterne in der berechneten Kugel nicht gleichzeitig unser Auge treffen. Aber die stellare Lebensdauer verhält sich zu dieser gewaltigen Zeitspanne wie eine Mikrosekunde zu einem Jahr! – Der Kosmos mag unendlich ausgedehnt sein und seit Ewigkeiten existieren: die Strahlungsenergie der Sterne reicht um 12 oder 13 Größenordnungen nicht aus, den Nachthimmel 90 000-fachem Sonnenlicht zu erfüllen. (So viele Sonnenflächen bedecken einen halben Himmel.) Es geht in erster Linie nicht um die Eigenschaften von Raum und Zeit des ganzen Kosmos, auch nicht um seine Homogenität, sondern vor allem um eine Energiebilanz der von den Sternen ausgesandten Strahlung. Dabei handelt es sich um alles andere als eine Gleichgewichts-Situation: Strahlung verläßt die heißen Sterne und breitet sich in einen ziemlich kalten Raum aus – wie kalt, wissen wir seit Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung 1965 durch Arno Penzias und Robert Wilson: 2.7 Kelvin. Für das Licht der Sterne ist der Kosmos thermodynamisch ein offenes System, ein fast leerer ”schwarzer Absorber“, ungemein weit entfernt vom Gleichgewicht. In der fiktiven Situation des leuchtenden Nachthimmels wird aber davon ausgegangen, der Absorber sei längst vollgelaufen. Wenn aus allen Richtungen Sonnenlicht auf uns einstrahlt, dann herrscht auch bei uns eine Temperatur von 6 000 Grad. Dann sitzen wir in einem Ofen, der alle Moleküle und sogar Atome auseinanderreißt, ionisiert. Die Materie liegt als Plasma vor. Leben von der Art, wie wir es kennen, kann es nicht geben, es sei denn, die ”schaffende Allmacht“ änderte die Naturgesetze. Die Biophysik dieses Jahrhunderts hat nämlich klargemacht, daß Leben nur fernab vom Gleichgewicht existieren kann. Fragen wir wieder quantitativ, was über die Thermodynamik dieses angenommenen Gleichgewichts gesagt werden kann. Nach dem Stefan-Boltzmannschen Strahlungsgesetz enthält ein Raumgebiet, das durch umgebende Wände (z. B. Sternoberflächen) auf einer Temperatur T gehalten wird, die Energiedichte u = σ • T hoch 4 mit σ = 7.56 • 10 hoch −16 J/m hoch 3 K hoch 4 .
Die Strahlungsenergie selbst ergibt sich als Produkt aus dem Volumen des Gebiets mit dieser Energiedichte. Vergleichen wir die Energiedichte eines 6 000 Grad heißen Universums, das im Gleichgewicht mit den Oberflächen der Sterne stünde, und die des real existierenden knapp 3 K kalten Kosmos, so sehen wir, daß zum Gleichgewicht ein Faktor (6000/3) hoch 4 ≈ 10 hoch 13 an Energie fehlt.
Und diese Energie läßt sich auf keine Weise irgendwoher beschaffen. Denn selbst wenn wir alle Materie des Weltalls gemäß der Einstein-Gleichung E = mc hoch 2 in Strahlungsenergie verwandelten, so brächte uns die mittlere bekannte Materiedichte von etwa einem Proton pro m hoch 3 lediglich auf eine Energiedichte von 2•10 hoch −10 J/m hoch 3 und damit eine Strahlungstemperatur von etwa 20 K. Bedenken wir aber, daß Sterne im Laufe ihrer Lebensdauer nur etwa ein Promille ihrer Masse in Strahlung umwandeln, so folgt, daß Sternenlicht den Kosmos allenfalls auf 20/1000 hoch 1/4 ≈ 3.5 K ”erwärmen“ könnte, also etwa auf die Temperatur, die er ohnehin schon hat. Das reicht nicht für einen hellen Nachthimmel.“
Diese Lösung (dem heutigen Kosmos fehlt es im sichtbaren Licht schlicht an Energie) beruht vor allem auf:
Edward R. Harrison, Kosmologie. Die Wissenschaft vom Universum (Wissenschaft und Philosophie ; 6). Herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Helma und Günther Schwarz. Darmstadt : Verlag Darmstädter Blätter, 1983. 3. Auflage 1990. ISBN 3-87139-078-X
Gerhard Vollmer, Warum wird es nachts dunkel? Das Olberssche Paradoxon als wissenschaftstheoretische Fallstudie. In: Denken Unterwegs (Edition Universitas). Herausgegeben von Heinz-Dieter Ebbinghaus und Gerhard Vollmer. Stuttgart : Hirzel ; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1992, S. 183 - 199
Gerhard Vollmer meint: in unsere Überlegungen zur Auflösung des Olbersschen Paradoxons gehen folgende Voraussetzungen ein:
(1) die Gleichförmigkeit des Weltalls im Großen,
(2) die räumliche und zeitliche Universalität der Naturgesetze,
(3) die gegenwärtige (geringe) Materiedichte in unserem Universum,
(4) der Energieerhaltungssatz und die daraus folgende endliche Lebensdauer von Sternen (die mittlere Dichte leuchtender Sterne ist also nicht zeitlich konstant),
(5) die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit (bekannt seit Olaf Römer 1676).
Für quantitative Abschätzungen spielen außerdem eine Rolle:
(6) der durchschnittliche Sternradius (für die Blicktiefe),
(7) der Wirkungsgrad der Fusionsprozesse im Sterninnern (im Hinblick auf die Lebensdauer von Sternen).
Nicht wesentlich zur Auflösung des Olbersschen Paradoxons ist:
(a) ob das Universum endlich oder unendlich groß ist,
(b) ob das Universum endlich oder unendlich alt ist,
(c) ob es interstellare Materie gibt,
(d) ob der physikalische Raum euklidisch ist oder nicht,
(e) ob das Weltall statisch ist,
(f) ob das Weltall expandiert oder kontrahiert.
Im Prinzip sollte keiner irgendwelche Behauptungen darüber aufstellen. Denn wir können es ja nicht Wissen.
Zudem sind grade die beiden Begriffe Endlich und Unendlich die Begriffe, die wir mit unserem Verstand gar nicht greifen können.
Draschomat am 16. Juli 2009 13:31 DH
Die beiden Begriffe sind nicht die einzigen, die wir nie begreifen werden. Oder kann mir ein Wissenschaftler das Gefühl der Liebe rational erklären?
Liebe rational zu erklären ist gar nicht mal so schwer. Da kann man leicht die Biochemie heranziehen... Aber Du hast natürlich Recht, dass emotionen ansich schwer zu erklären sind. Und hierzu gehört als eine der Intensivsten Emotionen natürlich auch die Liebe.
dann dürfte das Universum keinen Anfang haben aber ist ja praktisch bewiesen so kann es auch nicht unendlich sein und wird irgendwann in sich zusammenfallen und es gibt den BIG RIP wenn es unendlich wäre dann müsste es praktisch schon unendlich existieren dann würden wir keine Galaxien die sich von uns entfernen sehen und es wäre alle energie verbraucht es wird verschwinden so wie es unerklärlich entstanden ist.Darüber hinaus existieren mehrere Universen (brane) gleichzeitig nebeneinander und beeinflussen sich gegenseitig daher ist auch auf die noch nicht verstandene Geheimnis der Dunklen Energie und dunkle Materie das fast 80% des Universum ausmacht.Sich solche Fragen zu oft zu stellen ist nicht gut.Glaub lieber wie die Quantentheoretiker an eine alles umfassende alles beeinflussende kosmische Allmacht .nenn es Gott nenn es Allah wie du will
apriket am 16. Juli 2009 13:38 Das ist so nicht richtig. In der Mathematik wird der Begriff Unendlich ganz selbsvertändlich und sinnvoll verwendet, z.B. in der Infinitesimalrechnung. Dein Beitrag zeigt, dass du das Problem gar nicht vertehst, um das es hier geht.
Draschomat am 16. Juli 2009 13:43 Ja, mathematisch gesehen sind die Begriffe schon sinnvoll. Aber ich denke, dass Gingryu einfach sagen will, dass man sich diese Begriffe nicht vorstellen kann.
Wenn man Hubbles tiefen Blick ins All sieht, dann kann man sich gar nicht vorstellen, wie winzig wir sind...es geht einfach nicht...
http://imgsrc.hubblesite.org/hu/db/2005/28/images/b/formats/full_jpg.jpg
So viele Galaxien, einfach unfassbar...
Dein Kommentar zeigt lediglich, dass Du wohl die Definition der Begriffe kennst, aber niemals versucht hast Sie zu verstehen. Dadurch entsteht eine sehr begrenzte Sichtweise der Dinge, weil Du nur das verwendest was Dir andere Menschen vorgekaut haben, die selber versucht hebn sich einen Reim daraus zu machen.
Aber wenn Du mal anfängst zu denken anstatt zu rezitieren, wirst Du feststellen, das auch Du diese beiden Begriffe nicht "greifen" kannst.
Die Vorstellung, dass irgend etwas mal zu Ende ist ist viel zu abstrakt, als das wir damit umgehen können. Unser Leben besteht daraus, dass es immer ein "Danach" gibt. Ebenso ist das mit der Unendlichkeit. Paradoxerweise können wir es ebenso wenig greifen, das etwas nicht zu Ende sein kann. Man kann lediglich das Akzeptieren, woran man glaubt uns sich damit abfinden..... Aber WISSEN können wir das nie.
Ebenso ist das mit dem Beitrag. Es werden THEORIEN (Die werden eben als Theorien bezeichnet, weil die Menschen wenigstens wissen, dass sie es nicht wissen) von Menschen, die versuchen sich mit der Unendlichkeit des UNiversums zu befassen. All diese Theorien beziehen sich lediglich auf einen klitzekleinen Teil dessen, was an Erkenntnissen so im Raum rumschwirrt und anhand dieser Klitzekleinen Teilerkenntnisse schließen Menschen darauf zu wissen, ob nun das Universum endlich ist oder nicht. Wenn Du glaubst, du könntest das alles erklären, dann gehen wir doch mal von einem endlichen Universum aus. Was kommt danach? Nichts? Was ist Nichts?
Whitefall am 16. Juli 2009 13:52 Na klar! Lasst uns die Wissenschaft abschaffen! Die Welt ist viel zu kompliziert, als dass wir sie jemals begreifen könnten. Und alles, was wir wissen müssen, steht ja ohnehin in der Bibel ;-)
apriket am 16. Juli 2009 13:58 Ich glaube auch, dass hier ein theologischer Unendlichkeitsbegriff mit einem physikalischen verwechselt wird. Vor allem, wer so argumentiert, hat das OP nicht verstanden bzw. weiß gar nicht, was das ist.
Unwahrscheinlich, zumal dieser Kommentar von einem Atheisten stammt. Aber Religion und Wissenschaft haben eins gemeinsam. Sie erklären uns Dinge, für die wir sonst keine Erklärung haben. Einziger Unterschied: In Sachen Religion gibt es bereits Erkenntnisse das einige Erklärungen ziemlicher Schwachsinn sind. Daraus haben auch viele Wissenschaftler gelernt und diese sind nun ein wenig vorsichtiger bevor Sie etwas bestimmtes als gegeben annehmen.... Ok, einige sind es nicht.

Hallo Draschomat! Natürlich ist das eine Frage, die fast jeden brennend interessiert. Aber letztlich wird sie für Menschen unbeantwortbar bleiben. Und das aus folgendem Grund: Das Gehirn, mit dem wir versuchen, uns ein Weltbild zu machen, ist durch die Evolution entstanden. Einer seiner angeborenen Denkstrukturen ist die Fähigkeit, in Raum und Zeit zu denken, ohne sicher sein zu können, damit auch die volle Wirklichkeit der Welt erkennen zu können. Es klappt zwar und reicht aus, um auf der Erde alles Wichtige erkennen zu können, aber für die ganze Welt ist die Erkenntnisfähigkeit des Menschen einfach beschränkt. Wir wissen nicht, was wirklich ist! (vergleich Platos Höhlengleichnis!) Wir versuchen allerdings, uns Modellvorstellungen zu basteln, und seit Einsteins Relativitätstheorie gibt es eigentlich ein schönes Bild, wie man es sich vorstellen kann (oder eben auch nicht!). Das Universum ist endlich, hat aber kein Ende. Das heißt, durch die Krümmung des Raumes, bedingt durch die Materie, die letztlich beweisbar, aber doch irgendwie eben nicht wirklich vorstellbar ist, würden wir zwar geradeaus durch das All fliegen, aber dennoch nie an ein Ende kommen sondern irgendwann aus der anderen Richtung wieder auftauchen. Diese Vorstellung des endlichen Universums wird gestützt durch die Urknalltheorie. Aber die Begrenztheit unserer „Denke“ erkennst Du schon wieder daran, dass wir uns nicht vorstellen können, dass auch die Zeit erst damit entstanden ist. Man fragt also, was war vorher? Für uns gibt es kein Vorher. Und kein Dahinter. Aber man darf ja spekulieren. Gute Frage.

Das ganze Universum ist eine Unendliche Zauberei die sich irgendwann im nichts auflösen wird.
SchOkiiEeis am 17. Juli 2009 10:40 Im nichts auflösen? HIIILFEEEEE Ich hab Angst!!

Die wahre Größe des Universums kennt niemand. Es könnte endlich sein, aber auch unendlich. Dennoch versuchen die Kosmologen einige Annäherungen an die Frage. Zunächst, sofern es um Fragen der praktischen Astronomie oder Kosmologie geht, beschränken sich die Forscher auf das beobachtbare Universum. Dessen Größe wird vom Alter des Alls und der Lichtgeschwindigkeit bestimmt.
apriket am 16. Juli 2009 14:01 Und wo ist der Bezug zum Olbers'schen Paradoxon, wenn ich fragen darf?
Ich will versuchen, auf deine Frage zu antworten. Wie bereits erwähnt, setzt das Olbersche Paradoxon voraus, dass das Universum seit ewiger Zeit existiert. Ich möchte zu diesem Paradoxon noch einen Kommentar abgeben: Es stimmt zwar, dass ein Stern schwächer sichtbar ist, je weiter er entfernt ist. Aber nur weil sein scheinbarer Durchmesser kleiner wird, d.h. die sichtabre Flächenhelligkeit bleibt dieselbe. Zum Beispiel würde der Mond, würde er in doppelter Entfernung von der Erde stehen, dieselbe Flächenhelligkeit haben nur halt kleiner sein und daher insgesamt schwächer leuchten. D.h. wenn in einem unendlichen Universum jeder Punkt mit einem Stern besetzt wäre, wäre es tatsächlich unendlich hell. Das Paradoxon wird durch das endliche Alter des Universums entkräftet. Unser "Sichtradius" im Universum entspricht halt nur seinem Alter, also rund 13 Mrd. Lichtjahre.
Was mittlerweile als gesichert gilt ist, dass das Universum zumindest größer ist als das von uns einsichtbare Volumen. Grund dafür ist die inflationäre Ausdehnung, die in der Frühzeit des Universums stattfand (d.h. der Raum dehnte sich zu dieser Zeit viel schneller als das Licht aus). Ich glaube nicht, dass man genau weiß, wie stark diese inflat. Ausdehnung war.
Ob das Universum nun endlich oder unendlich ist, hofft man über die Krümmung des Raumes zu bestimmen (Frag mich bitte nicht, wie man die genau misst). Ist die Krümmung positiv (d.h. die einer Kugel, aber halt in 4D) sollte das Universum in sich geschlossen und damit endlich sein. Ist die Krümmung 0 (flaches Universum) oder sogar negativ (sattelförmiges Universum) spricht das für ein offenes und damit unendliches Universum. Laut meinem letzten Wissensstand sagen die genauesten Messungen bisher ein flache oder zumindes "ziemlich" flaches Universum voraus. Danach ist der Weltraum entweder sehr sehr groß oder wirklich unendlich. Ein interessanter Aspekt der Inflationstheorie ist jener, dass andere, für uns nicht sichtbare Teile des Universums sich vollkommen abgekoppelt von unserem Teil entwickeln. Es wäre vorstellbar, dass sich sogar Naturkonstanten dort anders verhalten. Hoffe, das half.

'ist der wassertropfen endlich ?' fragt sich die amöbe - und wenn ja : was kommt danach ? ich sag nicht ja noch nein, weil ich es nicht weiss.

discovery hat viele gute sendungen darüber

eine Frage der Definition
weil es in sich wieder zusammenfallen wird
Ätch! Das Universum kann nicht in sich zusammenfallen! Das können nur Teile des Universums!
tobiderfisch am 27. Juli 2009 19:45 Und was, wenn die Energie des Urknalls aufgebraucht ist und Materie nunmal Materie anzieht?

Nach neusten Kenntnissen ist das Universum endlich unendlich!

Deine Widerlegung des OP ist keine, denn "in jeder Richtung" bedeutet "in jeder Richtung". Das bedeutet: Wenn ein Stern weiter entfernt wäre, würde er diejenigen nicht mehr verdecken, die vorher nicht sichtbar waren weil er den Blick darauf verhindert hat.
Analog dazu kann ich dir für je zwei verschiedene reelle Zahlen dazwischen immer unendlich viele weitere präsentieren, und das kannst du auch nicht verhindern, indem du die beiden Grenzzahlen näher beieinander wählst.
Draschomat am 16. Juli 2009 13:32 Stimmt, danke.
Draschomat am 16. Juli 2009 14:18 Wiki hat eine fast noch bessere Analogie zu bieten, schau dir das Bild an:

eigentlich keines von beiden, denn es ist immerhin nicht für jeden eine Unendlichkeit fassbar und somit bewertbar und das gleiche gilt für die Endlichkeit.

Um das zu klären, müsstest Du die Begriffe Endlich und Unendlich erst mal genau definieren. Und da geht es schon los, der eine sagt dies, der andere das, beweisen können wir beides nicht.
.
Ich habe für unendlich gestimmt, weil ich grün lieber mag und weil mir die Vorstellung eines unendlichen Universums besser gefällt. ;-)
Andererseits denke ich, ist das unrealistisch, weil es irgendwo eine Grenze haben muss, rein logisch gesehen. Oder doch nicht?
Draschomat am 16. Juli 2009 13:47 Es ist auf jeden Fall unvorstellbar groß...Hubble hat einen minimal kleinen Raum ganz scharf fotographiert und "weit in die Tiefe gesehen":
http://imgsrc.hubblesite.org/hu/db/2005/28/images/b/formats/full_jpg.jpg
So gut wie jeder Punkte ist eine Galaxie...das Bild ist einfach nicht in Worte zu fassen.
Wenn man sowas sieht, muss man eigentlich davon ausgehen, dass das kein Zufall ist und alles einen Sinn und Zweck hat.
Kristall08 am 16. Juli 2009 13:53 Das hat, wer auch immer es sich ausgedacht hat, schon ganz gut hingekriegt. ;-)
Klasse Frage übrigens.

Räumlich unendlich (oder zumindest unbegrenzt), aber zeitlich in eine Richtung (Vergangenheit) endlich. Wir können nur soweit sehen, wie das Licht seit dem Urknall unterwegs gewesen sein kann, also weniger als 14 Milliarden Lichtjahre. Das am weitesten entfernte, was wir sehen können, ist der Urknall selbst in Form des Mikrowellenhintergrunds.

Ich habe den Eindruck, die Diskussion oder Klärung scheitert schon an der evtl. abweichenden Definition der verwendeten Begriffe. Für einige hier scheint das "Universum" gleichbedeutend zu sein mit "WeltRaum".
.
ICH - Nichtwissenschaftler - habe die Vorstellung, daß das Universum eine endliche energetische Wesenheit ist, die sich in einem möglicherweise unendlichen Weltraum befindet.

Das OP halte ich auch aus anderen Gründen für nicht tragfähig.

Das erinnert mich an das Paradoxon von "Achilles und der Schildkröte" das sich ja im Prinzip auch auf unendlich bezieht, aber bei näherer Betrachtung obwohl logisch richtig trotzdem unzutreffend ist. Also Endlich, aber nur bei einer so hohen Geschwindigkeit das die permanente Ausdehnung überholt werden kann. Da dies nicht möglich scheint ist es in der Wahrnehmung wiederrum Unendlich.
Ach sucht Euch doch einfach was aus, da wird man ja ganz wirr im Kopf!

unendlich gailes wort haha
Das Olbersche Paradoxon setzt nicht nur Unendlichkeit, sondern auch ewiges Bestehen des Universums voraus. Wenn die Sterne jedoch unendlich weit weg sind, dann braucht ihr Licht auch unendlich lange, und es erreicht die Erde eben erst nach unendlich langer Zeit. In dem Fall wäre der Himmel nicht hell. Der Urknall hat vor ca. 13,7 Jahren stattgefunden. Etwas, das mal angefangen hat, kann nicht unendlich sein. Etwas, das sich ausdehnt, kann nicht unendlich sein. Eine der Theorien sagt, das Universum sei flach und unendlich. Wie kann etwas Unendliches eine Form haben? Es soll kein neben oder außer des Universums geben. Das würde aber wieder Unendlichkeit bedeuten. Ich hoffe, deine Frage beantwortet zu haben.

diese gedanken verwirren mich immer. wenn das universum endlich wäre müsste es ja irgentwo drin sein. aber wo ist dann das drin wo das universum drin ist? im großen nichts? wie sieht das aus? schwarz?
unendlich kann ich mir allerdings genausowenig vorstellen. alles hat doch ein ende...
.
schwere frage, hab ich mir auch schon den kopf drüber zerbrochen und war jedesmal verwirrter als vorher XD
Draschomat am 17. Juli 2009 18:00 Jap, so ergeht es wohl jedem. ;-)
Aber es schadet nicht sich über sowas Gedanken zu machen.

Es spricht einiges dafür, daß alles, was wir in der äußeren "Realität" wahrnehmen können, die "materielle Welt", "Projektion" von Bewußtsein ist. Möglicherweise die Projektion des "göttlichen" (Über-)Bewußtseins.
Dann könnte sein, daß dieses Bewußtsein sich das Universum bzw. den Weltraum als "unendlich" VORSTELLT UND - nur - deswegen erscheint er uns so.
Was - abgesehen von dieser eventuellen Projektion - "Wirklichkeit" ist, könnte folglich kein Mensch wahrnehmen oder wissen, weil ja alle Menschen zur Projektion gehören!

Abgestimmt: Weder, noch.
Nach den heutigen kosmologischen Messungen und Theorien scheint nur so viel klar zu sein: Der für uns sichtbare Teil des Universum ist geometrisch (nahezu) flach und räumlich unbegrenzt. Über seine globale Topologie und sein gesamtes Raumzeitvolumen können wir nichts Definitives sagen.
das universum ist endlich aber grenzenlos. also du kannst fliegen und fliegen dass ende wirste nie erreichen. wie auf einer oberfläche einer kugel nur 3 dimensional. Wäre es unendlich wäre es unendlich alt es gäbe unendlich viele sterne und planeten und die nacht wäre hell..also gäbe es keine nacht mehr...logisch oder
ich wüd mal unendlich sagen
ich hab gehört es dehnt sich noch immer aus ...
Das Universum besteht aus nichts aus Sternen und Planeten usw. -die nicht unendlich sind. Wenn man immer weiter fliegen würde dann währen da irgendwann keine Sterne mehr- desswegen ist der Nachthimmel auch nicht so hell, dann ist da nämlich nichts. Da nichts,nichts ist kann es auch nicht enden.

Albert Einstein sagte einmal (Zitat): „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Einstein war ein Genie - und wenn der das nicht wußte, wer dann... Na ja, Stephen W. Hawking ist auch ein wissenschaftliches Genie. Vielleicht solltest Du mal was von Hawking lesen, der kann das sicher besser beantworten als wir Amateur-Astronomen bei gutefrage.net
Draschomat am 10. August 2009 11:41 Ich baue auf euch. :-P
Ich würde sagen Unendlich. Denn es dehnt sich ja nun immer weiter aus. Allerdings bringt genau das ja wiederum ein weiteres Paradoxon: Denn damit sich etwas ausdehnen kann, muss es ja in irgendwas noch größerem sein, in welchem es sich dann ausdehnen kann. confused
Also, ich denke, dass sind Fragen, die wir einfach noch nicht verstehen oder begreifen können. Wir können es nicht nachvollziehen, nicht messen, nicht kontrollieren, also wie wollen wir es dann verstehen oder beantworten? :)
Schöne Grüße Undefined

Ich stimme für "unendlich". In der Schule (lang ists her) beantwortete ein Schüler die Frage des Astronomie-Lehrers nach der Unendlichkeit des Universums in etwa so: "Natürlich unendlich. Was soll denn dahinter kommen? Ein halber Meter Kuchen etwa?" Zugegeben, nicht gerade wissenschaftlich, aber das war für mich einleuchtend - und ist es bis heute.
Gruss
wir leben in ein multiversum und die lichtquellen im raum sind viel zu schwach um unsere erde zu beleuchten. gibt auch vieles im all was licht schluckt schwarze löcher ec. wir hätten schön längst nachricht von außeriridischen wenn alles an wellen hier ankommen würde:-)
es expandiert ewig
wenn es endlich ist, was kommt dann nach dem Ende?
ic kann dir auch sagen warum lauter sonnensysthemm bilden das abgebildete bild das abgebildete bild bildet nochmalsowas und so weiter verstehst?
Bild/er:
warum immer so kommpliziert antworten wens einfach geht?
Das Universum ist endlich. Das kann man schon in den 5000 Jahre alten Vedischen Texten nachlesen. Dort wird es auch logisch erklärt. Wieso ein Wissenschaftler das Uiversum als "endlich" erklärt ist ganz einfach. Der meint nämlich, daß das Universum keinen "Bretterzaun" haben kann. Denn hinter dem Bretterzaun müßte ja wieder was kommen.
Draschomat am 16. Juli 2009 13:33 Ja, davon habe ich auch schonmal gehört.

Deine Widerlegung kann ich nicht nachvollziehen.
Draschomat am 16. Juli 2009 13:40 Mein Gedankenspiel war folgendes:
Es kann ja in jeder Richtung ein Stern stehen, aber vielleicht ist er mit bloßem Auge nur nicht sichtbar? Man sieht ja auch mit dem Fernglas mehr Sterne als mit dem Auge, und ein Teleskop zeigt nochmal deutlich mehr Sterne. Hubble hat mit dem "tiefen Blick" ins Universum Tausende Galaxien entdeckt, wo man mit einem gewöhnlichen Teleskop nichts erkennen würde. D.h. man könnte sagen, dass bei einer Unendlichkeit des Universums nicht unbedingt der Nachthimmel taghell sein müsste.
apriket am 16. Juli 2009 13:52 Nach den Gesetzen der Strahlenoptik kommt es zwar zu einer geometrischen Verdünnung der Lichtintensität, doch diese wird - freie "Sicht" vorausgesetzt - nie Null. Tatsächlich wird, von der Sonne abgesehen, jeder Stern unabhängig von seiner Helligkeit und der Lichtstärke des verwendeten Teleskops nur als Punkt abgebildet. Unendlich viele gleichmäßig verteilte Sterne ergeben somit einen unendlich dichten leuchtenden Hintergrund.
Draschomat am 16. Juli 2009 13:56 Das klingt nachvollziehbar. Danke!

ich hatte heute morgen schonmal einiges dazu geschrieben doch wurde die frage wieder gelöscht
vieleicht liegt es daran das ich nicht so gut erklären
darum lass ich es lieber
es bekommen hier scheibar sowieso nur user punkte die schreiben das ligt an der relativen mondfeuchtigkeit
okay ist auch ein schwers thema
ich bin noch nicht solange hier aber wie leuft das hier wenn jetzt noch mehr user unendlich stimmen müssen dann die bücher neu geschrieben werden ¿
und alle anerkannten astronomen dieser erde werden dann öffendlich verbrannt weil die endlich sagen ¿

Es kann sich ja sonst nicht weiter ausdehnen
natürlich ist es endlich. ansonsten könnte es ja nicht immer größer werden. die ausmaße des universums kann man aber wohl mit "unendlich" gleichstellen ;)
wart noch einen Moment ich schustere dir gleich ein Universum

Ich habe mal irgendwo gehört, dass das Universum Ecken hat. Also denke ich doch es is endlich ;)
es ist kompliziert ...
was ist endlich , oder unendlich ?
das muss man sich klar werden ..
ich bleibe dabei alles hat irgendwann ein ende, ob es morgen ist oder in 100.000 jahren doch alles geht irgendwann zuende desswegen nichts ist unendlich
Als erstes (fast) nichts ist unendlich.DAs uUniversum expandiert wegen der zuhnemenden gravitation.Es ist in einer gewissen weise unedlich da es ja ständig größer wird.Hier mal eine Vorstellung wie groß:Unsere Galaxie fas ungefähr 100.000.000.000.000.000 planeten.Unsere galaxie ist eine von 100.000.000.000.000.000 in unserem cluster.Dann giebt es noch (man kann nich genau sagen wie viele da es sich niemand vorstellen kann)unzählige cluster die sich alle auf einen gigantischen megacluster zubewegen.Wer weiß worin die cluster drinn sind???
Niemand kann sagen ob es endlich ist oer nicht! doch die tatsache ist die, dass beides nicht stimmen könnte weil wenn das universum unendlich ist. daskann ja nicht sein weil alles was einanfang hat auch ein ende haben muss. oder halt einen rand. doch wenn es tatsächlich nicht unendlich ost muss was dahinter sein und dann ist es doch wieder unendlich. diese frage bringt menschen an die grenzen ihres wissens. ich denke, dass universum ist endlich aber irgendwas dahinter ist unendlich

Es gibt kein "unendlich" meiner Meinung nach. Ich glaube an Paraleluniversen.

für mich war das immer klar: das Universum sind nur die Sterne und das ist endlich, das Weltall ist halt alles und damit unendlich.

Naja... Auch wenn das Universum nicht unendlich wäre, was wäre dahinter?? Der Mensch wird es zu 99,9999999°% nicht erforschen können... Ist das gleiche mit anderen Lebewesen. Es gibt auch unbegrenzt verschiedene Formen und Arten. --- Und woher soll der Mensch behaupten können, das klügste Lebewesen zu sein? - Und bevor wir das Universum versuchen zu erforschen, sollten wir mal bei Erden "beginnen"...
Das Universum hat -so sehe ich das- ein Ende; der Raum, in den es sich ausdehnt, aber nicht. Das Universum dehnt sich ins unendliche, schwarze Nichts aus.

Hallo. Also, ich glaube er ist endlich. Denn es wurde nachgewiesen, das das universum sich ausdehnt.
Dennoch wenn man am rand unseres universums entlang fliegen würde, würde man zwar eines Tages wiede am ausgangspunkt wieder ankommen, aber das ist aber kein zielpunkt. Ein Zielpunkt ist es, wenn es dahinter nicht mehr weitergeht.
Also kann man runde um runde um runde drehen.
Es ist aus der Sicht gesehen also Unendlich.
Wenn man jedoch quer von dem einen Rand zum anderen durchfliegt so kommt man doch vom Anfangspunkt zum endpunkt. Also ist es endlich
Deshalb sage ich das es eigentlich Endlich ist.