hallo, also wir nehmen grad die "ich habe einen traum"- rede von Martin luther king durch. und mehrfach kommen in der rede so ausdrücke wie "tal der verzweiflung" oder "trostloses Tal der Rassentrennung" oder "aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung bauen" vor. ich bin mir nicht sicher, ob diese ausdrücke einfach nur so eine sprachliche eigenart des verfassers sind oder Metaphern. kann man die ausdrücken als metaphern bezeichnen?

Dieser Ausdruck ist eine Metapher.
Eine Metapher ist die Übertragung von einem Bereich in einen anderen, um einen Ausdruck sinnfällig zu machen; hier wird also aus einer tiefen Verzweiflung ein Tal, das ja auch tief ist. Eine alltagliche Metapher wäre z.B. das Stuhlbein, denn ein Bein ist eigentlich der Körperteil eines Menschen, wird aber hier als Begriff auf die Stütze eines Stuhls übertragen.
Das widerspricht nicht einer möglichen sprachlichen Eigenart des Autors. Es ist durchaus möglich, individuelle Metaphern zu bilden. Der "Wasserfall Deines Wissensdurstes" wäre eine - zugegeben etwas mißglückte - solche.

Wie wäre es denn mit Psalm 23, den der Pfarrer Martin Luther King sicher gut kannte:
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Richtig! Ich kenne als entsprechende Metapher eigentlich eher "Tal der Tränen" durchschreiten...