Frage von premiumshop, 73

Ist das strafbar wenn ich, dass mache?

Ist es strafbar wenn man für Geld Amazon Produkte gut bewertet?Danke im vorraus

Antwort
von Friedel1848, 10

Zivilrechtliche Sicht

Dieses Verhalten mag zwar durch die AGBs von Amazon verboten werden. Das hat aber nur zur Folge, dass Amazon das zivilrechtlich verfolgen kann, du also zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kannst. Im schlechtesten Fall musst du einen Schaden, der bei Amazon durch dein Verhalten entstanden ist, begleichen (Schadensersatz). Das kann natürlich teuer werden. Allerdings wirst du als einfacher "Schreiber" wohl nicht zur Verantwortung gezogen. Aus folgendem Grund: Die Geldgeber machen sich (vorausgesetzt, ein Schaden entsteht) genauso schadensersatzpflichtig. Und bei denen ist meist mehr zu holen als bei dir. 

Sei dir in dieser Hinsicht aber nicht zu sicher.


Strafrechtliche Sicht

Entgegen anderslautender Antworten stellt dein Verhalten meiner Meinung nach keinen Betrug dar. Das kann man auf den ersten Blick nicht erkennen, es wird aber mit Blick auf die genauen Voraussetzungen eines Betruges deutlich.

Zwar verwirklichst du mit deinem Verhalten die Voraussetzungen der Täuschung, des darauf beruhenden Irrtums, der wiederum darauf beruhenden Vermögensverfügung des Getäuschten (nämlich des Käufers, der deine Bewertung für wahr hält) und einen dadurch bedingten Vermögensschaden des Käufers (wenn nämlich die Ware in Wirklichkeit nicht das hält, was du durch deine Bewertung versprichst). Insofern ist objektiv ein Betrug gegeben.

Die Strafbarkeit scheitert aber am Erfordernis der erstrebten Bereicherung auf der subjektiven Seite. Natürlich strebst du durch dein Verhalten eine Bereicherung an - die Bezahlung durch deinen Auftraggeber. Gefordert wird aber eine sogenannte "Stoffgleichheit" zwischen der erstrebten Bereicherung und dem entstandenen Schaden. Stoffgleichheit liegt vor, wenn Vorteil (dein Vermögensvorteil) und Schaden (des Käufers) auf derselben Vermögensverfügung beruhen und der Vorteil unmittelbar aus dem geschädigten Vermögen entsteht. Das ist hier nicht der Fall. Dein Vermögensvorteil entsteht durch das Auftragsverhältnis und nicht unmittelbar dadurch, dass Käufer eine Vermögensverfügung tätigen, die für sie zu einem Vermögensschaden führt.

Du machst dich also nicht wegen Betruges strafbar.

ABER: Dein Auftraggeber macht sich - vorausgesetzt er macht selbst falsche Angaben bezüglich seiner Produkte - womöglich wegen Betruges strafbar. Um das sicher zu beurteilen, müsste man aber einen genaueren Sachverhalt kennen und wissen, was die Auftraggeber genau machen. Sollte sich dein Auftraggeber jedenfalls wegen Betruges strafbar machen, käme für dich eine strafbare Beihilfe (§ 27 StGB) zum Betrug in Frage.

Das ist zwar "weniger schlimm", d.h. die Strafe wird gegenüber der des Auftraggebers gemildert, das Verhalten bleibt dennoch strafbar und kann demnach eine Strafe nach sich ziehen.


Wichtig:

Das oben Gesagte bezieht sich auf den Fall, dass du falsche Angaben machst. Bekommst du beispielsweise die Produkte in Wirklichkeit zugeschickt, testest sie und bewertest sie "echt" und insofern nicht falsch, kommt eine Strafbarkeit natürlich nicht in Betracht. Ich gehe aber mal davon aus, dass du einfach so dir unbekannte oder zumindest nicht selbst getestete Produkte bewerten sollst.

Antwort
von MAB82, 51

Amazon untersagt es in den eignen AGB´s und die führen auch ziemlich viele Klagen dagegen. Meist aber nur gegen die Geldgeber.


Antwort
von momojo, 41

Ja, es ist sowohl auf AGB Basis von Amazon untersagt, fällst aber auch unter den Gesetzlichen Straftatbestand Betrug

Antwort
von KaterKarlo2016, 24

Straftatbestand des Betruges.

Kommentar von Friedel1848 ,

Gerade als "Experte für Recht" sollte man nicht nur einfach drei Worte als Antwort schreiben, sondern diese zumindest kurz begründen. Beim Durchgehen der Voraussetzungen für einen Betrug (§ 263 StGB) wäre dir dann aufgefallen, dass es an der Voraussetzung der Absicht stoffgleicher Bereicherung hier fehlt.

Recht ist komplex und teilweise sehr kompliziert. Meine Vorstellung eines guten Juristen sieht aber so aus, dass man nicht nur juristische, komplexe Sachverhalte erfassen und entsprechend bewerten, sondern auch und vor allem, dass man Nicht-Juristen das auch erklären kann. Ein Rechtsstaat bringt nur dann etwas, wenn auch Nicht-Rechtskundige das Recht zumindest ansatzweise verstehen (können). Juristen sind daher gefordert, schwierige juristische Themen auf ein möglichst verständliches Maß herunterzubrechen, sodass andere es verstehen.

Natürlich gelingt das nicht immer, mir erst Recht nicht, da besteht auch für mich viel Verbesserungsbedarf, aber ganz sicher ist es der falsche Weg, einfach drei Worte als Antwort zu schreiben, mit denen der Fragesteller nichts anfangen kann, weil die Antwort dazu noch nicht so eindeutig ist, wie sie vermuten lässt.

Gerade hier auf gf sollten sich wirkliche "Experten" zum Thema Recht (zu denen ich dich zähle) von anderen durch ihre guten Antworten abheben, denn gerade beim Thema Recht gibt es viele Halb- und Unwahrheiten irgendwelcher Pseudo-Juristen. Die antworten meistens auch in solchen kurzen Sätzen, und als jemand, der wirklich Ahnung hat, sollte man dann seine Antwort zumindest kurz begründen.

Nimms nicht persönlich, ich finde nur, dass auf gf gerade zum Thema Recht so viel Schwachsinn geschrieben wird, dass sich "echte" Juristen darum bemühen sollte, eine wirkliche Hilfe zu sein, indem sie sich durch gute Antworten von dummen Antworten abheben ;)

[Was nicht heißen soll, dass Nicht-Juristen hier nur Schwachsinn verzapfen. Aber die Antworten unter rechtlichen Fragen zeigen doch oft, dass viele einfach nur ihr persönliches Gerechtigkeitsempfinden oder irgendwelche "Fakten", die sie von irgendwo gehört haben, mitteilen, oder aber einfach durch eine unüberlegte Antwort Puntke sammeln wollen.]

Antwort
von Menuett, 16

Ja, das ist Betrug.

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