Ist das so richtig! Muß ein Bankmitarbeiter einer Genossenschaft Bank 4 Jahre arbeiten um das Monatsgehalt seines Genossenschaftsvorstands zu verdienen?

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4 Antworten

Na freilich.

Und ich denke, das ist manchmal noch untertrieben.  Genau wirst du es sowieso nie erfahren, weil die Vorstände der Volks- und Raiffeisenbanken in weiser Voraussicht sich immer auf Ihr Auskunftsverweigerungsrecht gegenüber den Mitgliedern berufen können.

Dieses Auskunftsverweigerungsrecht wurde irgendwann vom BVR in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts in die Mustersatzung aufgenommen. Offenbar hat das keiner der Mitglieder/Vertreter  gemerkt weil es wahrscheinlich lediglich als kleine redaktionelle Änderung der Mustersatzung angekündigt und ohne weitere Erläuterung durchgewunken wurde.

Gott sei dank gab es mal den Hermann Schulze aus Delitzsch.  
Denn was würden die Genossenschaftsbankvorstände nur tun, wenn in dessen Genossenschaftsgesetz nicht reingeschrieben worden wäre, dass Genossenschaftsmitglieder nicht am Vermögen der Genossenschaft beteiligt werden.

Dann müssten sie ja Rechenschaft darüber ablegen, was sie
mit dem Genossenschaftsvermögen der Mitglieder alles machen.  Aber so .............

Böse Zungen behaupten ja, dass Vulkanologen vor einem Vulkanausbruch in der Umgebung von Neuwied gewarnt haben, weil dort an einer Stelle die Bodentemperatur immer heißer wird. 
Aber keine Angst, das kommt von keinem Vulkan, das ist nur Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der in seinem Grab vor lauter Wut immer stärker rotiert.

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Das hängt mit der Größe der Bank (Bilanzsumme)  zusammen und ist leider realistisch. 

Aber darum  verstehst Du jetzt  auch, warum sich manche  Herren Vorstände wie "Provinzfürsten" aufführen. Anscheinend wurde  das "Feudalsystem"  still und heimlich  durch die Hintertür  wieder eingeführt.  Die genossenschaftliche Idee "einer für Alle" wurde einfach nur umgekehrt und heißt jetzt  "Alle für EINEN".

Der Fürst war allerdings für seine "Leibeigenen" verantwortlich, darum war  "Leibeigenschaft" sogar  teuerer als das System der "Lohnarbeit".

Viele  Genossenschaftsvorstände betrachten den gesetzlich vorgegebenen  "genossenschaftlichen Förderauftrag" - der mit der Fürsorgepflicht des Fürsten zu vergleichen ist, heute  allerdings als Sozialromantik. 

   

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Mich würde das genauer interessieren: Wie wird das Gehalt eines genossenschaftlichen Bankvorstandes berechnet? Irgendwas mit der Bilanzsumme habe ich schon gehört. Kennt jemand die Berechnungsformel?

Spielt die Qualifikation auch eine Rolle? Und wie wird die Leistung eines Bankvorstandes gemessen?

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Kommentar von laclape
26.09.2016, 16:56

Das ist von Bank zu Bank verschieden.    Als rein überschlägig kannst du ein Jahresgehalt von 0,3 o/oo  bis 1,5 o/oo
der Bilanzsumme annehmen, wobei 1,5 o/oo auf die kleinen Bilanzsummen und 0,3 o/oo mehr auf die großen Bilanzsummen zutreffen.

Du kannst dir auch die GuV-Rechnung ansehen und dort die
Position 10 aa) Löhne und Gehälter raussuchen.   Anschließend schaust du im Anhang nach der Anzahl der Vollzeitmitarbeiter, der Teilzeitmitarbeiter und der Auszubildenden (auch die gewerblichen mit einbeziehen) und schreibst diese auf.

Für jede Vollzeitkraft rechnest du durchschnittlich 46.000 €
pro Jahr, für die Teilzeitkräfte die Hälfte; für Azubis nimmst du Ø 12.000 € pro Jahr an.

Hast du diese Beträge ausgerechnet, ziehst du sie von den
Lohn- und Gehaltsaufwendungen der Position 10aa in der GuV ab.  Der verbleibende Restbetrag könnte durchaus das Jahresgehalt der Vorstände sein. Teile es durch die Anzahl der Vorstände, dann erhältst du das Jahresgehalt des einzelnen Vorstands.

Und dieses sollte sich im Korridor zwischen 1,5 o/oo  der Bilanzsumme bei kleineren Genossenschaftsbanken (so ab 100 Mio Bilanzsumme)  bis 0,3 o/oo bei großen Genossenschaftsbanken (ab ca. 3-4 Milliarden Bilanzsume) bewegen.

Das Jahresgehalt teilst du dann durch 13, dann erhältst du das Monatsgehalt des Vorstands.

Erscheint dir der Betrag zu hoch, ziehe vom Betrag der Lohn- und Gehaltsaufwendung noch 3  - 5%  als Sicherheitspuffer für  irgendwelche Aushilfen ab.

Erscheint dir der Betrag zu niedrig, dann verdienen wahrscheinlich die Mitarbeiter wesentlich weniger.

Genau erfährst du es nur, wenn der Vorstand gezwungen wird darüber Bericht zu erstatten. Und das geht am besten mit einer Satzungsänderung in welcher das Auskunftsverweigerungsrecht des Vorstands (meist in § 34 Abs. 2 Buchstabe e) der Satzung  geregelt) ersatzlos gestrichen wird.

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Kann durchaus der Fall sein.

Ob der Vorstand dass das Geld wert ist?

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