Ist das schon eine soziale Phobie?

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5 Antworten

Hi colacoca! Ich möchte zunächst unbedingt klarstellen, dass ich über keine psychologische Ausbildung verfüge. Dennoch finde ich die Frage sehr interessant, und würde gerne meine persönliche Theorie einbringen.

Ich sehe dein Problem eher im Bereich der Identitäts-Findung, nicht als soziale Phobie. Du schreibst, dass du das Leben als It-Girl freiwillig und gern gegen ein neues, völlig unscheinbares Dasein eingetauscht hast.

It-Girls sind angesehen und sehr beliebt dafür, was sie darstellen. Dieser Status bedarf sicherlich auch eines überaus großen Talentes bezüglich Eigenpräsentation und Führungsqualität, hat jedoch ansonsten eher wenig mit Charaktereigenschaften und eigenen Schwächen zu tun.

Wenn du es also lange gewohnt warst, in der Öffentlichkeit nur als perfektes und allseits bewundertes Idol aufzutreten, und nur als dieses auch wahrgenommen zu werden, dann ist deine neue Situation ohne Zweifel extrem anders, und bestimmt auch sehr verstörend für dich.

Vielleicht zweifelst du momentan sogar grundsätzlich daran, ob du es überhaupt Wert seiest, "nur" um deiner selbst willen gemocht zu werden. Ohne deine (oberflächlich ausgelegte?) Rolle von früher, stehst du heute "nur noch" als normaler Mensch vor all den anderen. Jeder Mensch, der plötzlich völlig nackt vor anderen Leuten stehen würde, wäre ganz genau so verunsichert und mental komplett blockiert.

Unbedingt möchte ich mich den Vorrednern anschließen: bitte meide Konfrontationen nicht, sondern nutze diese bewusst zur Neufindung und Stärkung deines Selbstvertrauens. Du bist ein intelligenter und feinsinniger Mensch, der es gar nicht nötig hat, sich hinter einer Maske zu verstecken.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, dich selbst anzunehmen und zu lieben, und dass du die Zuneigung anderer Menschen bald endlich auch ohne (Selbst) Zweifel zulassen kannst!!!

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Wollen wir mal davon ausgehen, dass es keine Sozialphobie ist.

In gewissen Grenzen sind Deine Empfindungen durchaus normal und weit verbreitet, was nicht heissen soll, dass es jedem so geht. Aber es ist häufig. Ob es sich hierbei jetzt um eine psych. Störung handelt, ist von weitem seriös nicht zu beurteilen. Ich vermute mal, Du dürftest in etwa 15 sein, also mitten in der Pubertät. Diese spielt da garantiert mit rein.

Mein Rat an Dich: Stell Dich Deinen Ängsten, so oft es geht. Ängste werden nämlich um so schlimmer, je mehr man die angstauslösenden Faktoren vermeidet. Solltest Du dabei Besserung feststellen, mach weiter so .... und alles wird gut. Sollte es sich trotzdem weiter verschlimmern, solltest Du in jedem Fall zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gehen.

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Kommentar von colacoca2
19.03.2016, 12:09

Stimmt, ich bin 15 und wenn Alkohol mir hilft, meine Ängste für den Anfang zu überwinden, ist es dann in Ordnung? Ich weiß, dass Alkoholkonsum echt dumm ist, aber wenn es mir hilft, hilft es mir dann wirklich oder ist es nur ein Placebo?

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Hallo,

nach Deiner Beschreibung habe ich - mit aller Vorsicht gesagt - nicht den Eindruck einer sozialen Phobie.

Gab es irgendein Ereignis, dass Dein Verhalten beeinflußt haben könnte? Eine evtl. auslösende Ursache? Denn bis vor ein paar Monaten war es Dir ja egal, was andere dachten.

Es war Dein Ziel, Dich von der Gesellschaft abzuschotten, weil Du das so besser fändest. Warum?

Du schreibst von Perfektionismus und vorheriger großem Maß an Anerkennung sowie es versucht zu haben, es anderen recht zu machen. Niemand ist perfekt und Fehler macht jeder, um bestenfalls daraus zu lernen. Es anderen recht machen zu wollen, ist schlicht unmöglich. Versuche lieber, es Dir selbst recht zu machen und Dir selbst treu zu bleiben.

Könnte es, nach Deiner Entscheidung des Rückzugs, sein, dass Dir einfach die Anerkennung fehlt?

LG

Buddhishi

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Kommentar von colacoca2
19.03.2016, 11:13

Also an Anerkennung fehlt es mir definitiv nicht, aber ich fühle mich irgendwie unsichtbarer, was ich mir auf jeden Fall selbst zuzuschreiben habe, aber ich will etwas daran ändern, nur fühlt es sich so an, als würde mein Körper bloß beim Versuch schon komplett blockieren. Was für Andere normal ist, bedeutet für mich oft Panikattacken.

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Hallo, 

ich glaube ebenfalls eher nicht, dass du unter einer sozialen Phobie leidest. Wer hustet, muss keinen Lungenkrebs haben :) Negative Ereignisse können Ursachen sein und sollten nicht unbedingt unterschätzt werden.

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Ich finde super, was mein Vorredner gerade zum Thema gesagt hat. Ich bin selber Psychologe und bin in meiner Jugend auch durch so eine Zeit gegangen, wie du Sie jetzt durchmachst. Kämpfe dich durch. Wer nicht aufgibt, verliert nicht. Es ist wirklich wichtig, dass du dich immer wieder deinen Ängsten stellst. 

Angst überwinden, ist wie ein Muskel. Wenn man es nicht macht, verliert man die Kraft dazu. Du musst deiner Angst immer wieder beweisen, wer hier die Hosen anhat, dann wirst du dich 1000mal besser fühlen.

Ich hoffe, das hilft dir. LG Tom.

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Kommentar von colacoca2
19.03.2016, 12:03

Mir fällt es wesentlich leichter, betrunken mit Leuten umzugehen, ich weiß, dass Alkoholkonsum echt dumm ist und ich will es eigentlich gar nicht tun, aber ist es in Ordnung, wenn er mir hilft meine Ängste für den Anfang zu überwinden?

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Kommentar von dtr01
19.03.2016, 15:17

Welchen Vorredner meinst du denn? wahrscheinlich ja nicht alle, oder?

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