Frage von davidhatbock, 115

Ist das schon alles im Leben?

Hallo, bevor Ihr fragt, ja ich habe einen job, der auch gut bezahlt wird. jedoch...

stelle mir öfters die Frage, ob es im Leben auch noch etwas anderes gibt als Arbeiten.

Na klar, es ist wichtig, dass gearbeitet wird, und wir haben es hier in Deutschland sehr gut, ich bin zu verwöhnt und bla bla bla....... aber es kommt mir einfach so vor, als hätte ich einfach gar keine Zeit mehr für Mich und meine Interessen.

Ich meine man lebt doch nicht um zu Arbeiten.... Und 45 Jahre irgendwo zu sitzen und dabei Gedanken zu haben wie: "Ich will nach Hause, Ich bin Müde" etc. können keinem Menschen gefallen.

Wie seht ihr das?

Antwort
von Matahleo, 24

Hallo davidhatbock,

ja, wir leben nicht um zu arbeiten sondern wir arbeiten um zu leben.

Leben definiert dabei jedoch jeder für sich selbst. 

Derjenige, der einen Job hat, den er liebt ist der glücklichste Mensch auf Erden, denn er kann den ganzen Tag machen was ihm gefällt und wird auch noch bezahlt dafür. 

Die Kombination gibt es leider nicht allzu oft, wobei meines Erachtens nach das größte Problem dabei jeder Einzelne für sich ist. 

Es ist "modern" zu jammern und zu klagen. 

Ich spreche aus eigener Erfahrung - ich bin eine der Glücklichen, denen ihr Job wirklich richtig Spaß macht. Viele meiner Kollegen und Kolleginnen (ich schreib das jetzt einfach "neutral") glauben mehr zu verdienen als sie von ihren Chefs bekommen. 

Anstatt sich mit dem zufrieden zu geben was sie haben, daraus das Beste zu machen und das Leben zu genießen, sind sie nur ständig am suchen, was irgendwer wieder irgendwo "besser" oder eben weniger gut gemacht hat. 

Genauso gut könnten sie aber hergehen und diese Zeit für produktiveres Arbeiten verwenden, mehr Befriedigung darin zu finden und dann auch entsprechendes Lob zu kassieren. 

Und wenn ein besonders ungeschickter Vorgesetzter (und davon gibt es leider mehr als genug) das trotz aller Anstrengung nicht sieht, dann einfach mal Fünfe grade sein lassen und sich denken: Meinen Lohn bekomme ich im Himmel, hier werde ich nur bezahlt.

Das schlimmste ist, wenn sich ein Mensch ausschließlich über die Arbeit definiert. Man braucht auch andere Ding im Leben, die einem Bestätigung und Befriedigung geben. 

Als ich mit 24 im eigenen Betrieb, im eigenen Haus, mit der eigenen Familie saß hab ich mir überlegt, ob das schon alles ist im Leben. Hab mich auf die Suche gemacht und bin dann als Entwicklungshelferin für ein paar Jahre nach Afrika gegangen. 

Heute genieße ich die Erfahrung, die Freundschaften auf aller Welt, die Weltoffenheit, meine Freiheit, trotz Arbeit. 

Eine gesunde Portion Egoismus (ohne jemanden zu schaden) gepaart mit ein wenig Bescheidenheit, getoppt mit einer Prise Demut und schon hast du ein tolles Leben. 

Lerne zu Leben, aber überlege gut, was Leben für dich bedeutet. 

Tu das was du tust mit Lust, Liebe und Überzeugung und wenn es mal schief geht, dann seh' es als Lehrstück. 

Viel Glück dir auf deinem Weg, 

LG Mata

Antwort
von PicaPica, 37

Kann dich da mehr als gut verstehen, aber wie die Anderen bereits sagten, evtl. ist ein Wechsel zu einer Tätigkeit, die dir wirklich Spaß macht ganz gut, oder einfach ein Teilzeitmodell.

Oder du versuchst, im Netz ein Business aufzubauen und von zu Hause aus dein Geld zu verdienen und wenn es erstmal als Nebenverdienst ist.. .

Dann hast du zwar zuerst noch weniger Zeit für dich, aber irgendwie könnte das auch ein, sich später lohnendes, Abenteuer sein.

Sollten deine Interessen `geschäftsfähig´ sein, warum nicht auch versuchen damit evtl. Geld zu verdienen?

Antwort
von AriZona04, 47

Könntest Du in der Firma in Teilzeit arbeiten? Wäre der Chef damit einverstanden und würde Dir das Geld eine Zeit lang - sagen wir ein halbes Jahr - ausreichen, um Deine Kosten zu bezahlen? Wäre eine Möglichkeit. Veilleicht kannst Du dann ja wieder eine Zeit lang Vollzeit arbeiten. Wenn nicht, würdest Du Dich bei einer anderen Firma Teilzeit bewerben? Allerdings: Was Du hast, hast Du - einen Job zu kündigen ist nicht wirklich ratsam in der heutigen Zeit.

Genieß Deine freie Zeit, so gut Du kannst. Genieße sie bewusst. Leider müssen wir 8 Stunden pro Tag arbeiten - mindestens.

Noch eine Idee: Wäre es möglich, nur ein dreiviertel Jahr zu arbeiten, um alle Kosten zu decken und 3 Monate frei zu haben? Ich hab mal im Fernsehen von einer Frau eine Doku gesehen - die arbeitete nur 3 Monate im Jahr und lebte extrem spartanisch. Hatte aber viel Zeit!

Kommentar von davidhatbock ,

Dann kommt der gesellschaftliche Druck.... Hä, warum Teilzeit? Du bist doch noch keine 50.

Selbstständigkeit wäre eine Option, dann müsste man wenigstens nur noch für sich arbeiten, aber man muss dafür ein sehr hohes Risiko eingehen und kann Böse auf den Bauch fallen...

Kommentar von Matahleo ,

Obacht! Selbstständig bedeutet SELBST - und STÄNDIG!!!!

Kommentar von AriZona04 ,

@ davithatbock: Auf gesellschaftlichen Druck schße ich. Ich kenne jemanden, der noch keine 50 ist und trotzdem Teilzeit arbeitet. Warum denn nicht? Aber ich sehe schon. Du bist nicht offen genug dafür, Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ich sprach nicht von Selbstständigkeit! Davon rate ich Dir eher ab. Aber da Du nicht auf meine anderen Tipps eingegangen bist, denke ich, Du willst gar nichts anderes als leiden.

Antwort
von Andracus, 54

Ich seh das so dass ich nicht den Großteil meiner Zeit darauf verwenden will, etwas zu tun und über etwas nachzudenken wofür ich keine Leidenschaft habe. Vielleicht ist es tatsächlich Zeit für einen Tapetenwechsel, auch wenn der vielleicht ein bisschen Luxus kostet.

Antwort
von sojosa, 43

Ich seh das so: Man lebt nicht um zu arbeiten, sondern man arbeitet um zu leben. Weil ohne Arbeit kein Lohn und ohne Lohn kein gutes Leben. Klar, du könntest irgendwo unter der Brücke existieren, tun was dir gefällt soweit das ohne Geld möglich ist, aber ist es wirklich das was du dir wünschst?

Antwort
von tachyonbaby, 23

Willkommen im "Club der Aufgewachten"!

Dir wird bewußt, daß Du dienender und komsumierender Sklave des Systems bist. Eingebunden in einen Wust von Vorschriften, Gesetzen und Zwängen. Freiheit scheint es nur gegen Bares zu geben. Nur wer die nötige Knete hat, kann sich ein Aussteigerleben an einem schönen Ort dieser Welt leisten, an dem er das tun möchte, was er nun einmal gern tun würde.

Das hat absolut nichts mit "nicht-mehr-Arbeiten-wollen" zu tun, sondern damit, für sich und seine Familie etwas mit eigenen Händen zu schaffen und darauf stolz und damit zufrieden zu sein. Es geht hauptsächlich um die innere Zufriedenheit und Glückseligkeit.

(Das Dumme dabei ist nur, daß fast schon alle Länder zum "kapitalistischen System der Hochfinanz-Elite" gehören und man eigentlich nur von einem Freiluftknast in den nächsten wandert...)

Wie abgestumpft muß man sein und welchen tumben Geist muß man haben, um sich in der Konsumwelt wohl zu fühlen? DAS hat mit Leben und Freiheit nicht das Geringste zu tun! Uns werden nur Surrogate angeboten, die über die Leere im Herzen, im Geist und der Seele hinwegtäuschen sollen.

"Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave." (Aristoteles)

Kommentar von EmperorWilhelm ,

Ist Kapitalismus nicht ein System des Risikos?

Was ist denn deine Vorstellung des Perfekten Systems

Ich bin übrigens kein großer Kapitalismus Fan, aber in deiner Antwort bietest du kein echtes Alternativ-System...

Kommentar von tachyonbaby ,

Es war nicht die Rede von "Risiko" sondern von "Freiheit"!

Ich sagte doch, daß schon fast alle Länder zum System gehören. Hätte ich eine Alternative parat, würde ich hier nicht antworten, denn dann gäbe es diese Plattform nicht mehr ...

Kommentar von EmperorWilhelm ,

Dann gäbe es diese Plattform nicht mehr? Könntest du das bitte erläutern?

Es geht mir weniger um eine durchführbare, als eine theoretische Alternative...

Kommentar von tachyonbaby ,

Ach, Kaiser Wilhelm, wie lange hast Du denn Zeit?

Freiheit bedeutet nicht, tun und machen zu können, was man will, ohne Rücksicht auf Verluste. Freiheit ist auch mit Achtung, Verantwortungsgefühl und Wohlwollen für andere Menschen verbunden und mit Selbstbescheidung.

Ich habe ja nun schon den größten Teil meines Lebens hinter mir und stelle zunehmend fest: Je weniger materielle Güter ich habe, desto freier bin ich. Besitz kettet an, bindet, beschwert...

Jede Industrie-Gesellschaft vernichtet sich früher oder später selbst. Nur eine Agrar-Gesellschaft hat auf Dauer eine Überlebenschance. Deshalb: Zurück zur Scholle!

Ich würde damit beginnen, daß Zinsgeld-System abzuschaffen. Weg mit allen Banken und Börsen! Geld wurde genialerweise zur Vereinfachung des Tauschhandels erfunden. Gerade mal 4% (!) der heutigen Geldmenge dient noch diesem Zweck.

Weg mit dem arbeitsfreien Einkommen der Reichen und Mächtigen! In meinem System hätte jede Familie mindestens 1 ha Land zur Selbstnutzung kostenfrei zur Verfügung. Niemand könnte mehr Eigentum an Land erwerben, denn das Land gehört dem Volk! Da wir nicht für 82 Mio. Land haben, Rückführung aller Volksfremden in ihre Heimat. Renaturierung der Städte. Ausbau der freien Energie.  Dezentralisierte Versorgung der Bürger.

Wozu braucht man 200 Sorten Joghurt??? Warum Milch von München nach Flensburg transportieren und Milch von Flensburg nach München? Wozu muß das geschundene Schlachtvieh 3000 km kreuz und quer durch Europa gekarrt werden??? Was brauchen wir Äpfel aus Neuseeland? Nordseekrabben werden nach China oder Marokko zum Pulen und wieder zurück transportiert. Das ist doch alles nicht mehr normal! Mutter Erde wird geschändet, verdreckt, vergiftet, verstrahlt...

Ich gehöre zur Nachkriegsgeneration, die noch ohne TV, Telefon und sonstigem technischen Firlefanz groß geworden ist. Was war das für ein friedliches Leben! Klar, war das nicht gerade angenehm, wenn man im Winter bei Eiseskälte zum Plumpsklo über den Hof mußte, aber Erkältungen kannten wir kaum. Wir waren abgehärtet. Der Garten versorgte die Familie mit gesunder, vitaminreicher Nahrung (ohne Monsanto-Scheißdreck!) und man lebte mit den Tieren auf Du und Du. Abends saß die Familie beim prasselnden Holzfeuer zusammen, spielte Karten und Brettspiele, während Großmutters Nadelspiel klapperte oder Mutter aus einem Buch vorlas. Man musizierte noch selber, schnitzte, werkelte, nähte...

Niemand schloß seine Haustüre ab und wenn die Nachbarin sich ein paar Eier in unserer Abwesenheit holte, dann kamen die in Form von Kuchen, Brot, Ziegenbraten oder einem Strickschal wieder retour.

Wir sind derart hoch technisiert - niemand bräuchte mehr als 10 Stunden die Woche noch zu arbeiten, wenn nicht der Profit in den Taschen einiger weniger Finanzgewaltigen versickern würde. Bei uns geht es nur noch darum, die Menschen beschäftigt zu halten, damit wir ja nicht zum nachdenken kommen. Uns könnte ja auffallen, wie schamlos und niederträchtig wir belogen, betrogen, ausgeplündert und vorsätzlich gemordet werden.

Wenn ich mir heute das alles anschaue, dann denke ich: BRD? Dach drauf und die Irrenanstalt ist fertig!

Antwort
von Rubin92, 34

Ja, ich finde auch man sollte heutzutage mal im Arbeitsleben was ändern, 8+ Arbeitszeit sollten abgeschafft werden und auf 4h gekürzt werden für das gleiche Geld, damit man auch mal mehr Freizeit hat.

oder zumindest dem Arbeiter mehr Urlaub geben, das hätte auch den positiven Effekt das man motivierter arbeitet. Aber anstatt das man weniger arbeitet arbeitet man eher mehr und das kann wirklich nicht sein.

Ich bin auch unglücklich, ich arbeite jeden Tag 10h und habe nur 1100€ netto mit 2100€ brutto, das nervt.

Aber hier kommen wieder die Leute die labern man sollte ja froh sein

Kommentar von sojosa ,

Genau, man sollte froh sein, weil man für seinen Lebensunterhalt selber sorgen kann.

Kommentar von Rubin92 ,

Solche Menschen wie du regen mich auf.. Du würdest sicher auch froh sein jeden Tag 16 Stunden zu arbeiten, Hauptsache du kommst heim, hast ein Bett und hast dein Teller Suppe und Flasche Bier auf dem Tisch stehn. Man sollte auch mal ein bisschen anders denken, für Menschen mit einem geringen Gehalt lohnt es sich schon fast gar nicht mehr zu arbeiten, mit ein bisschen weniger Geld hat man jeden Tag Freizeit (hartz4)

Antwort
von EmperorWilhelm, 36

Ich sehe das so: Wer in seinem Job keine Freude verspürt hat einen schwerwiegenden Fehler begangen.

Der größte Luxus den wir heutzutage haben ist nämlich Selbstbestimmung.

Wir können uns aussuchen wofür wir die hunderdtausenden Stunden an Arbeitskraft die wir geistig oder Körperlich zu leisten vermögen einsetzen. Für etwas das uns wichtig ist nämlich. Wer das nicht tut...hat Pech gehabt, der kann versuchen das mit Hobbys wieder auszugleichen. Aber der großteil seines Lebens ist...verschwendet um es mal hart auszudrücken.

Früher musste man hart Arbeiten um zu überleben. Da wurde einem nie Langweilig...aber man konnte auch nichts verändern, denn jede Sekunde war dem eigenen Überleben gewidmet...selbst während der Industriellen Revolution war das noch für die Arbeiterklasse so.

Aber jetzt können wir machen was wir wollen...und das ist der größte Luxus...

Kommentar von davidhatbock ,

Ich habe mein damalige Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aber wenn man dem dann wirklich jeden Tag 9-10 Stunden nach geht, kippt es sehr schnell und macht unzufrieden. Deshalb behaupte ich auch einfach mal, dass der Spruch "mache dein hobby zum beruf, und du wirst niemals arbeiten" Schwachsinn ist.

Kommentar von EmperorWilhelm ,

Stimmt. Arbeiten wird man immer...und muss es ein Hobby sein?

Etwas das einen Interessiert und bei dem man willig ist seine Energie beizutragen muss doch kein Hobby sein...wieviele Doktoren und Professoren haben ihr "Hobby zum Beruf" gemacht? Vielleicht 30% und arbeiten diese 30%? Ja...definitiv...aber für die gibt es mehr im Leben als Arbeiten...sie arbeiten an etwas...genau wie ein Mechaniker etc...es muss doch noch lange kein Hobby sein das war nicht Aussage meiner Antwort.

Antwort
von rosenstrauss, 43

freu dich, daß du ein abgesichertes leben hast und gesund bist. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten