Frage von lToml, 158

Ist das Prinzip von Himmel und Hölle fair?

Die Frage stelle ich deshalb, da ich denke, dass es nicht fair wäre in Himmel und Hölle zu unterteilen. Denn wie jemand ist bzw. werden wird hängt meist davon an, wo und unter welchen Umständen er geboren wird. Wenn dies nicht der Fall ist, sondern die Person "von Geburt an" eine psychische Störung oder ähnliches hat, wäre es doch auch nicht fair da "Gott" Sie so auf die Welt geschickt hat.

Und was jst eigl. mit den Tieren, Pilzen und Pflanzen? Kommen sie auch in den "Himmel" , nur weil die meisten intellektuell nicht in der Lage sind "böse" zu sein? Anderseits sind sie aber auch nicht "gut", sondern kümmern sich meist nur um ihre eigenen Bedürfnisse, und haben keine Religion, kommen sie dann vielleicht doch alle in die "Hölle"?

Diese Frage ist übrigens von mir nicht ernsthaft gestellt, da ich selber Atheist mit Nihilistischen Neigungen bin, mich interessiert ausschließlich die Meinung anderer Menschen dazu, ob Religiöser oder Atheistischer Überzeugung!

Antwort
von JTKirk2000, 35

Es ist zum Teil fair, aber nicht ganz. Der Glaube an einen Gott allein, egal an welchen, macht einen Menschen nicht zu einem besseren Menschen. Jemand der angeblich im Namen eines Gottes andere umbringt, nur weil die nicht diesen Glauben teilen, verstößt eindeutig gegen eines der Gebote, die Mose gegeben worden sind, als er das Volk Israel durch die Wüste geführt hatte. Egal ob man nun Jude, Christ oder Moslem ist, gelten die 10 Gebote auf jeden Fall, denn sie alle begründen sich auf gemeinsamen Grundlagen des alten Testaments, wozu auch die 10 Gebote gehören.

Wirklich fair wäre, wenn sowohl gute Werke aus den richtigen Beweggründen, als auch der Glaube zählen, aber nicht nur der Glaube an einen bestimmten Gott, sondern der Glaube, der dazu veranlasst, über das irdische Maß an Menschlichkeit hinaus zu wachsen, um Gutes zu tun.

Aus diesem Grunde glauben Mormonen nicht nur an einen Himmel und eine Hölle, sondern gewissermaßen an verschiedene Stufen der Herrlichkeit.
Die höchste Stufe der Herrlichkeit, auch die celestiale Herrlichkeit genannt, ist für diejenigen, die im Glauben an den himmlischen Vater, an seinen Sohn als unseren Erlöser und an den Heiligen Geist entsprechend diesem Glauben leben und daher auch ihren Mitmenschen gegenüber aus Nächstenliebe helfen. Darauf aufbauend gibt es Verheißungen für entsprechend im Tempel geschlossene Bündnisse wie die der ewigen Ehe und Familie. (Alternativ wäre es, meinem eigenen Glauben nach, durchaus vorstellbar, dass dies nicht nur auf einen einzigen Glauben, sondern auf viele Religionen zutreffen kann, wenn auch entsprechend mit möglicherweise alternativen Begriffen, aber das ist nicht Teil der damit verbundenen Kirchenlehre.)
Die zweite Stufe der Herrlichkeit, auch die terrestriale Herrlichkeit genannt, ist für diejenigen, die an sich nach weltlichen Maßstäben gute Menschen waren, denen aber augenscheinlich der Anreiz fehlte darüber hinaus zum Guten weiter zu wachsen.
Die dritte Stufe der Herrlichkeit, auch die telestiale Herrlichkeit genannt, ist für diejenigen, die weder an Gott glauben, noch im Einhalten weltlicher Gesetze besonders gut in ihrem Leben gewesen sind. Auch diese Herrlichkeit soll immer noch besser als das irdische Dasein sein.
Was wohl der Hölle irgendwie am nächsten kommt, ist schließlich die so genannte äußere Finsternis, in welcher all diejenigen kommen, die nicht einmal die Bedingungen erfüllen, um in die telestiale Herrlichkeit zu gelangen. Hierhin kommen nur die schlimmsten und verdorbensten Menschen, die derart negativ sind, dass es für sie keine Besserung gibt - weil sie diese von sich aus nicht annehmen würden.

So in etwa (was den letzten Absatz betrifft) ist es jedenfalls Teil der Lehre der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage.

Antwort
von Spockyle, 63

In der modernen christlichen Theologie (also Positionen seit Mitte des 20. Jahrhunderts) spricht man davon, dass genau aus den Gründen, die du nennst, die Hölle zwar existiert, aber einfach leer ist beziehungsweise irgendwann leer sein wird (kommt drauf an, wen man fragt). Wie das in anderen Religionen ausschaut, weiß ich aber nicht.

Eine ewige Höllenstrafe, wie ganz oft in mitteralterlichen Filmen den Menschen angedroht wurde, gab es nie. Es gab ein paar Einrichtungen, die da in der Nähe rumstehen und man konnte auch für einen begrenzten Zeitraum in die Hölle kommen, aber eine ewige Höllenstrafe gab es so nie. Dass irgendwelche Priester (leider manchmal auch höhere P(f)osten) das trotzdem behauptet haben, stimmt leider, das war nicht gut und wenn es den Himmel gibt, hat der Chef denen ordentlich auf die Finger geklopft.

Ich persönlich glaube auch an eine leere Hölle.

Kommentar von Raubkatze45 ,

Die verbindliche Glaubensaussage zumindest  der kath. Kirche ist ganz klar: Es gibt eine ewige Hölle und sie ist nicht leer, denn Gott will keine Zwangsbeglückung, sondern eine freie Entscheidung, die sich auch auf die Ewigkeit auswirkt. Wer auf Erden ohne Gott leben wollte und bis zum Tod daran festhält, wird auch die Ewigkeit ohne Gott verbringen. Das ist keine mittelalterliche Vorstellung, sondern eine Tatsache, die von Jesus Christus selbst unzählige Male erwähnt wird.

  Ich würde eher sagen, dass "irgendwelche Priester behauptet haben, es gäbe keine" ist eine Irrlehre und grenzt sich damit ab von dem, was die Kirche verkündet. Mir ist nicht bekannt, dass ev. Christen hier eine andere Meinung hätten, außer natürlich die "moderne ev. Theologie".

Antwort
von nachdenklich30, 21

Die Antwort ist gar nicht so einfach, da unterschiedliche Religionen ganz unterschiedliche Antworten geben.

Eine Frage ist die von Gerechtigkeit: Die Bösen sollen sozusagen mal am eigenen Leib erfahren, was sie anderen zugefügt haben. Darum werden dann die guten gegen die bösen Taten aufgewogen.

Das Problem: Wenn also ein "großer Schweinehund" eine einzige genügend gute Tat getan hätte, käme er in den Himmel, während ein kleiner Schlucker mit einem kleinen Vergehen, das er leider nicht genügend gut ausgleichen konnte, in die Hölle wanderte...

Für das Judentum/Christentum kann ich sagen: Es lohnt sich, genau hinzuschauen. Und wenn man dann mal liest, wie etwa Schuld und Vergebung im Blick auf Gott gewichtet werden, dann kommt in der Tat niemand in die sogenannte Hölle.

Es kann in meinen Augen auch keinen Himmel geben, der diesen Namen verdient, wenn es daneben eine Hölle gibt, in der Menschen leiden oder verloren sind. Wer sich das nicht vorstellen kann: Es gibt einen schönen Bibelvers, in dem Jesus sinngemäß sagt: Bei Menschen unmöglich - Gott macht das schon.

Für meinen Teil löse ich das Gerechtigkeitsproblem so, dass jeder Mensch erkennen wird, was er im Guten wie im Bösen angestellt hat. Und bei manchen ist es gut, wenn dann der liebe Gott neben ihnen steht - sonst könnten sie es nicht aushalten.

Aber dann ist auch gut. Menschen, die danach immer noch nachtragen würden, wären nicht wirklich im Himmel.

Und es stimmt: Bei manchen waren die Vorbedingungen so ungerecht - man lese mal die Biographien über den Kindermörder Jürgen Bartsch oder das Buch über traumatisierte Kinder mit dem Titel: "Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde."

Egal, wie man über Religion, Gott und die Welt denkt: Man muss diese Erlebnisse in seine Überlegungen einbeziehen.

Antwort
von botanicus, 40

Die Hölle wird heute eigentlich nur noch von denen beschworen und zitiert, die damit die Kirche diskreditieren wollen. In der von Dir geschilderten Form wäre sie tatsächlich ungerecht. 

Als evangelischer Christ vertraue ich darauf, dass Gott (in welcher Form er dereinst auch richten wird und was auch immer uns erwarten wird) gerecht ist und nicht nach menschlichen Maßstäben urteilt.

Antwort
von Andrastor, 56

Natürlich ist das nicht fair und das gesamte Prinzip Himmel und Hölle ist sehr schwach und mangelhaft ausgearbeitet.

Nicht nur, dass es sich ausschließlich um die megalomanische Vorstellung dreht dass allmächtige kosmische Mächte nichts besseres zu tun haben als sich um uns Menschen zu kümmern, nein, die Hölle würde Gott selber widerlegen.

Antwort
von Viktor1, 36

"Himmel" und "Hölle" sind eine Metapher für ein geistiges "Sein", weshalb das mit den Pflanzen auch ziemliche Quatsch ist.
Es geht hier um Sein oder nicht, Leben oder nicht, aber nicht als biologische Wesen, die vergehen ja alle.
Die Botschaft Jesu verheißt (transzendentes ,ewiges !) Leben denen, welche den Weg der (höheren) Gerechtigkeit gehen (wollen), denen welche sich verweigern bzw. das Unrecht tun (wollen) eben nicht.
Warum sollte das nicht fair sein ? Es wird ja keiner verworfen der nicht "kann".
Das "Bild" der Hölle braucht hier nicht bemüht werden, auch wenn es oft gepflegt (wird) wurde.
Auch wenn du als Atheist, mal  einfach so, alle Wertvorstellung verneinst (du siehst dich als Nihilist) sind sie deshalb doch gegeben und Basis allen menschlichen Zusammenlebens.
Es ist doch fair, wenn Jemand in eine "Wertegemeinschaft" (das ist die Gemeinschaft der "Gerechten") nicht aufgenommen wird, wenn er eben diese nicht will oder gar sabotiert.

Antwort
von SwamiShankara, 12

Die Hölle war und ist ein gutes Geschäft! Früher gab es den Ablasshandel. Jeder konnte sich von seinen Sünden freikaufen. Mit ein Grund für den Reichtum der Kirche.

"Wenn die Münz im Kästchen klingt,die Seele in den Himmel springt."

Ein Hindu, Buddhist, Jain usw. der nie etwas Böses tut, all seinen Reichtum verschenkt um den Armen, Kranken Leidenden zu helfen und deshalb selbst in Armut lebt kommt nach christl, islam, jüdischem Verständnis in die EWIGE Verdammnis mit all ihren Qualen. Hätten allerdings Hitler, Stalin, Pol Pot usw. vor ihrem Tode noch sicherheitshalber noch schnell ihre Sünden gebeichtet, würden sie die ewige Freude des Himmels erfahren. Ungerechter und unsinniger geht es nicht!

Antwort
von ThePoetsWife, 43

Hallo,

die Hölle, um seine "Sünden" abzubüßen existiert nicht. Das war eine findige Idee im Mittelalter von Geistlichen, um an das Geld von den Menschen, durch den sogenannten Ablasshandel zu kommen.

Die Angst vor dem Fegefeuer und dem Teufel wegen irgendwelchen Sünden war so groß, dass man sich damit man seine Seele davon freikaufen konnte - oder die Sache verkürzen.

An den Himmel kann man glauben oder nicht, es kann ja niemand vom Paradies, bei Gläubigen,  davon berichten.

Liebe Grüße

Antwort
von omikron, 28

Die Umstände der Geburt spielen immer und überall eine Rolle. Das heißt aber doch nicht, dass der erwachsene Mensch für immer und ewig in der Rolle bleiben muss. Er kann auch aus dem Rollenspiel ausbrechen. Für Tiere, Pilze und Pflanzen gilt das nicht - sie haben aber auch keine Seele und damit kein ewiges Leben.

Fair ist das Prinzip von Himmel und Hölle durchaus. Wer frei sein will, der braucht zwingend Wahlmöglichkeiten. Gibt es eine solche nicht, werden alle in den Himmel gezwungen, ob sie es wollen oder nicht.

Antwort
von DerBuddha, 47

da gut/böse immer nur relativ zu betrachten sind, abhängig von vielen faktoren ist, wie die eigene sichtweise, die moralische grenze, das eigene verständnis, die bildung, die erziehung, die umgebung, die möglichkeiten usw. usw. ergibt sich daraus schon selbst die antwort, die du in der frage schon mit geschrieben hast.............:)

die ganzen denkweisen über gut/böse haben nur wir menschen, und auch nur deshalb, weil wir uns darüber gedanken machen, aber ob sie auch wirklich so eingeteilt werden können, weiß niemand.............selbst der grösste verbrecher hat für seine taten seine eigenen gründe, die wir zwar nicht verstehen müssen, die jedoch für ihn wichtig sind, denn sonst hätte er nicht so gehandelt..........im übrigen sind viele taten auch gar nicht frei wählbar, sie sind oft dass resultat von den möglichkeiten, die man in dem moment hat oder von ereignissen, die dann gerade stattfinden...........von der eigenen einstellung in diesem moment, die oft genug von der moralischen ansicht abschweift, bedeuet, dass man oft dinge tut, die man in anderen situationen nie machen würde.............

übrigens sind die ganzen religionen und götter aus bestimmten gründen von den menschen erfunden worden und demzufolge nicht als wirklich real anzusehen...............schau dir die geschichte der religionen mal an und dann weisst du...............somit bist du dann klüger als die gläubigen, die nämlich nichts wissen sondern nur glauben..........ein kleiner aber feiner unterschied..............:)

Antwort
von Scriptorium, 18

Nein, es ist nicht was mit dem neuzeitlich-liberalen Begriff "fair" gemeint ist. Tieren, Pilzen und Pflanzen ist übrigens kein Fluch ausgesprochen, weswegen die Flora und Fauna nur ihre paradisische Qualität verliert durch den absteigenden Adam. [1Kor 15,22]

Jene die Jesus wahrhaft folgen, sind keine Ursache für Höllenqualitäten gegenüber ihren Mitmenschen und der Umwelt...  siehe A. Schweitzer etc.

...denn noch lange vor der ewigen Hölle (von der man sagt, dass es sie gebe) machen Menschen durch ihre Sündennatur sich gegenseitig die Hölle. Oft unbemerkt.

Antwort
von Schokoladeeeeee, 63

Nein diese Unterteilung ist alles andere als fair

Antwort
von KyleBroflovski, 31

nein . denn man kann nicht einfach so festlegen was gut und was schlecht ist ... bzw was gut und was böse ist

Antwort
von Geniol, 67

Wenn das Leben schon nicht fair ist, warum ...

Antwort
von chrisbyrd, 9

Vielleicht helfen die folgenden Gedanken dabei, diese nicht ganz einfache Frage zu beantworten:

Wenn man davon ausgeht, dass Gott heilig, rein und gerecht ist, führt jede noch so kleine Sünde zum Tod. Demzufolge sind alle Menschen verloren und erhalten eine der verschiedenen Bestrafungsstufen der Hölle (wie auch immer man sich das vorzustellen hat) als gerechte Strafe, da jeder Mensch in Worten, Taten und Gedanken sündigt.

Doch in seiner Gnade, Barmherzigkeit und Liebe wirft Gott uns einen Rettungsanker zu. In Jesus wurde Gott selbst Mensch, um unsere Sündenschuld zu begleichen. Wenn wir sein Opfer am Kreuz zur Vergebung unserer Sünden annehmen, können wir völlig reingewaschen, gerecht und heilig vor Gott stehen. Gott sieht dann unsere Sünden nicht mehr an, da Jesus für sie am Kreuz bezahlt hat. Er hat unsere Schuld getragen, damit wir Sündenvergebung und das ewige Leben erhalten können. Wir müssen dazu nur an Gott glauben, ihm vertrauen und um Vergebung unserer Sünden bitten (Joh 3,16; Joh 5,24; Röm 6,23 usw.).

Gott will aber keine Roboter, die automatisch an ihn glauben müssen. Er möchte Menschen, die sich freiwillig für ihn entscheiden.

Antwort
von nooppower15, 57

Schau mal kurz hier....

Antwort
von kdd1945, 16

Hallo lToml,

Gottes Fairness bezweifelst Du aus Deiner Unkenntnis heraus. Von 1Mose an, bis hin zur Offenbarung gilt Gottes gerechter Grundsatz: 

Befolge Gottes Gebote, dann darfst du ewig leben. handelst du gegen sie, musst du sterben.

Die entsprechenden Texte:

1Mo 2,16 (LUT) Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, 17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

17 Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -,...19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

Joh 316 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.---36 Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

Deine Sorge um Flora und Fauna ehrt Dich, aber diese Probleme hat der Eigentümer nicht.

Grüße, kdd

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